Der alte Hund und der junge Fuchs

Der alte Hund und der junge Fuchs

Zusammenfassung: „Der alte Hund und der junge Fuchs“ in drei Stichpunkten:

Der alte Hund Bruno ist im Dorf und Wald für seine Erfahrung bekannt, aber auch dafür, dass er seit seinen jungen Jahren nicht mehr viel läuft oder lernt.

Eines Tages kommt der junge Fuchs Felix ins Dorf und will Brunos Fähigkeiten testen. Er fordert den alten Hund heraus, Neues auszuprobieren, um sich an den Schwierigkeiten des alten Hundes zu amüsieren.

Nicht viel später wird Felix von einem neuen Trick des alten Bruno überrascht, da der Hund den Fuchs beobachtet hat und den besten Moment abgepasst.

Der alte Hund und der junge Fuchs – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Fabel

In einem kleinen Dorf an der Grenze zu einem großen, alten Wald mit eindrucksvoll hohen Bäumen und weichen Moospfaden lebte ein alter Hund namens Bruno. Bruno lebte schon sehr lange in dem Dorf und hatte Generationen von Hühnern, Gänsen und weiteren Tieren bewacht und beobachtet. Er war bekannt für seine Weisheit und Erfahrung, aber viele der jüngeren Tiere im Dorf und Wald dachten auch, dass er nur noch herumlag und nichts Spannendes mehr machen würde.

Bruno durfte sich dies auch oft anhören, doch es kümmerte ihn wenig. Er genoss seine nun ruhigen Tage, in denen er in der Sonne döste und den Vögeln beim Singen lauschte.
Der alte Hund und der junge Fuchs Es dauerte jedoch nicht lange, bis ein junger, frecher Fuchs namens Felix aus dem Wald getrottet kam und auf Bruno zulief. Felix wusste, dass er schlau war und voller Energie. Er liebte es außerdem, den anderen Wald- und Dorftieren Streiche zu spielen oder diese zu Tricks herauszufordern – besonders, wenn er gegen sie gewinnen konnte.

Von Brunos Weisheit hatte er auch gehört, glaubte aber nicht, dass der alte Hund noch Neues lernen konnte. So schlich er sich eines Morgens an den dösenden Bruno heran und rief laut und herzlich: „Guten Morgen, alter Hund!“
Der alte Hund und der junge Fuchs Bruno erschreckte sich kurz, sah aber schnell, dass es nur ein kleiner Fuchs neben ihm war. „Was willst du, Füchschen?“, fragte der alte Hund und legte seinen Kopf schon wieder zum Dösen ab.

„Ich habe gehört, du bist sehr weise. Aber kannst du auch schnell und schlau sein wie ich?“, stachelte Felix den Hund an. Bruno öffnete ein Auge wieder und blickte den jungen Fuchs an. „Was schlägst du vor, kleiner Fuchs?“, fragte er mit ruhiger Stimme.

„Ich habe einen Plan“, kicherte Felix. „Ich werde dir einen meiner besten Tricks zeigen, und wir werden sehen, ob du ihn nachmachen kannst. Bist du bereit?“

Bruno nickte langsam und hievte sich auf seine Pfoten. Er war neugierig, was der Fuchs im Schilde führte, und ließ sich zum kleinen Bach führen. Dort flitzte Felix zum nächsten Baum und schnappte sich blitzschnell eine hängende Schlingpflanze. Mit einem geschickten Sprung und viel Schwung überquerte Felix den kleinen Bach und landete elegant auf der anderen Seite.

Triumphierend drehte er sich um und rief: „Na, Bruno, traust du dich das auch?“

Bruno stand unbeeindruckt am Ufer, betrachtete kurz die Schlingpflanzen am nächsten Baum und auf der anderen Uferseite, drehte dann jedoch langsam ab.

„Vielleicht ein anderes Mal, kleiner Fuchs“, brummte der alte Hund und lief zurück zu seinem Platz. „In meinem Alter lernst du auch, den Frieden zu genießen.“

Felix wusste nicht, ob er empört oder glücklich sein sollte – schließlich hatte er auf eine Weise gewonnen, aber gleichzeitig auch nicht.
Der alte Hund und der junge Fuchs „Traust du dich etwa nicht, alter Hund? Ich kann gerne morgen wieder vorbeikommen, wenn du dann besser geschlafen hast!“, rief Felix über den Bach. Bruno zuckte kurz mit den Ohren, als er sich hinlegte.

„Wie du willst, Füchschen.“

Am nächsten Morgen schlich Felix also erneut durch den Wald, um Bruno im Dorf zu suchen. Dieses Mal würde er sich nicht abwinken lassen. Doch als Felix gerade den kleinen Bach überquert hatte und den Weg ins Dorf fortsetzen wollte, hörte er ein leises Knacken hinter sich.

Verwundert drehte sich der junge Fuchs zum Bach und sah gerade noch, wie ein großer, dunkler Schatten über den Bach auf ihn zu schwang und sich genau über Felix zu Boden krachen ließ.

Felix hatte noch Zeit, sich zu ducken und spürte, wie der Boden um ihn herum kurz bebte, doch mehr passierte zunächst nicht. Als der Fuchs den Kopf anhob, sah er den alten Bruno über sich stehen und grinsend auf ihn herabblicken.

„War das gut genug für dich, kleiner Fuchs?“, fragte der alte Hund und trabte nun wieder in seinem gewohnt gemütlichen Gang ins Dorf.

Felix lachte nervös. „Das war beeindruckend, alter Hund. Du hast tatsächlich noch ein paar Tricks auf Lager!“

Nur war sich Felix nicht sicher, ob es ihm gefiel, was er dem großen, alten Hund beigebracht hatte und wie vorsichtig er nun im Dorf sein musste.
Die Moral der Fabel „Der alte Hund und der junge Fuchs“:

In der Fabel „Der alte Hund und der junge Fuchs“ wird gezeigt, dass man auch im hohen Alter immer noch neue Sachen lernen kann. Gleichzeitig muss der junge Fuchs dazu lernen, welche Konsequenzen seine Sticheleien haben, sodass sowohl junge und alte „Hunde“ Neues lernen können.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wofür ist Bruno im Dorf bekannt, und was denken die jüngeren Tiere über ihn?

    Bruno hat Generationen von Hühnern und Gänsen bewacht und ist für seine Weisheit und Erfahrung bekannt. Viele jüngere Tiere meinen aber, er läge nur noch herum und mache nichts Spannendes mehr.

  2. 2Was schlägt Felix dem alten Hund vor?

    Er kichert und sagt, er habe einen Plan: Er zeigt Bruno einen seiner besten Tricks, und dann wird man sehen, ob Bruno ihn nachmachen kann.

  3. 3Was macht Felix am Bach vor?

    Er flitzt zum nächsten Baum, schnappt sich blitzschnell eine hängende Schlingpflanze und schwingt sich mit viel Schwung über den Bach. Auf der anderen Seite landet er elegant und ruft triumphierend zurück.

  4. 4Was tut Bruno, als Felix ihn herausfordert?

    Er schaut sich die Schlingpflanzen kurz an, dreht dann aber langsam ab und brummt: „Vielleicht ein anderes Mal, kleiner Fuchs.“ Dann legt er sich wieder auf seinen Platz.

  5. 5Was passiert am nächsten Morgen, als Felix gerade den Bach überquert hat?

    Hinter ihm knackt es leise, und ein großer dunkler Schatten schwingt über den Bach genau auf ihn zu. Felix duckt sich — und als er den Kopf hebt, steht Bruno grinsend über ihm.

Wörter aus der Geschichte

dösen
mit halb geschlossenen Augen faul vor sich hin schlummern
Moospfade
schmale Waldwege, auf denen weiches Moos wächst
Schlingpflanze
eine lange Pflanze, die sich am Baum entlangrankt und herunterhängt
im Schilde führte
heimlich etwas vorhatte
hievte
hob sich schwer und mühsam hoch

Zum Weitererzählen

  • Warum will Felix unbedingt gegen den alten Bruno gewinnen?
  • Bruno sagt: „In meinem Alter lernst du auch, den Frieden zu genießen.“ Was meint er damit?
  • Am Ende weiß Felix nicht recht, ob ihm gefällt, was er Bruno beigebracht hat. Woran denkt er wohl gerade?
  • Was könntest du jemandem beibringen, der viel älter ist als du?
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Der alte Hund und der junge Fuchs vorlesen – worauf es ankommt

Felix stichelt, Bruno schweigt – und schlägt am Ende mit einem Trick zurück, den er sich bei Felix abgeschaut hat. Die Fabel gönnt beiden ihre Lektion, und sie ist die einzige der Sammlung mit einem leicht schadenfrohen Schluss. Das macht sie bei Kindern beliebt. Beim Vorlesen ist der Moment, in dem Bruno den Trick zeigt, die Pointe – dort nicht zu früh verraten.

Die Moral von „Der alte Hund und der junge Fuchs"

„Man ist nie zu alt zum Lernen." Die Fabel setzt damit einen Gegenpunkt zu „Was Hänschen nicht lernt" – und beide stehen auf dieser Seite nebeneinander, was den Vergleich im Unterricht besonders ergiebig macht.

Die zweite Lehre gehört Felix: Wer andere zum Lernen zwingen will, muss damit rechnen, dass sie es tatsächlich tun. Sticheleien haben Folgen, und nicht immer die erwarteten.

Diese Fabel im Unterricht

Fünf Minuten, zwei Lehren, eine Pointe – geeignet ab Klasse 3 und sehr gut für die Klassen 5 und 6. Aufgabe: Diese Fabel neben „Die Biber und die Schleuse" legen und begründen, welches der beiden Sprichwörter man für richtiger hält.

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Häufige Fragen zu Der alte Hund und der junge Fuchs

Worum geht es in „Der alte Hund und der junge Fuchs"?

Der junge Fuchs Felix fordert den alten Hund Bruno heraus und macht sich über ihn lustig. Bruno beobachtet ihn – und überrascht ihn wenig später mit einem neuen Trick.

Was ist die Moral der Fabel?

Dass man nie zu alt zum Lernen ist – und dass Sticheleien Folgen haben, mit denen der Sticheler nicht gerechnet hat.

Wofür stehen Hund und Fuchs in Fabeln?

Der Hund für Treue und Erfahrung, der Fuchs für Schläue und Übermut. Hier gewinnt ausnahmsweise die Erfahrung.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa fünf Minuten – eine der längeren Fabeln.

Für welche Klassenstufe eignet sich die Fabel?

Ab Klasse 3, besonders ergiebig in den Klassen 5 und 6 im Vergleich mit „Die Biber und die Schleuse".

Gibt es die Fabel kostenlos als PDF?

Ja, unter der Fabel, ohne Anmeldung zum Ausdrucken.

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