Der Fuchs und der Uhu

Der Fuchs und der Uhu

Zusammenfassung: „Der Fuchs und der Uhu“ in drei Stichpunkten:

In einem Wald lebt ein kleiner Fuchs namens Finnick, der für sein Leben gerne den anderen Tieren des Waldes Streiche spielt. Auch der alte Uhu Ulf ist vor seinen Streichen nicht sicher und verletzt sich bei einem von Finnicks Scherzen beinahe.

Als Finnick eines Abends in seinen Bau zurückkehrt, findet er diesen voller Spinnenweben und Spinnen vor. Er erschreckt sich und ist traurig, dass seine Freunde ihm einen Streich gespielt haben.

Finnick erkennt, dass er durch sein Handeln die anderen Tiere verletzt hat und beschließt, fortan niemanden mehr Streiche zu spielen, von denen er selbst nicht will, dass man sie ihm antun würde.

Der Fuchs und der Uhu – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 6 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Fabel

Einst lebte in einem weit entfernten, bunten Wald, wo die Bäume in den Himmel ragten und die Flüsse aus kristallklarem Wasser bestanden, ein kleiner Fuchs namens Finnick. Finnicks große Leidenschaft war es, den anderen Tiere Streiche zu spielen und den ganzen Tag mit Schabernack zu verbringen. In Finnicks Augen gab es nichts, was ihm mehr Spaß bereitete.

Eines Tages beschloss Finnick, dem alten weisen Uhu Ulf einen Streich zu spielen. Er versteckte sich hinter einem Busch und imitierte die Geräusche eines großen, gefährlichen Wolfes, als Ulf gerade in der Nähe war. Der Uhu erschrak so sehr, dass er hastig davonflog und dabei beinahe gegen einen Baum stieß. Die anderen Tiere des Waldes, die Zeugen von Finnicks gemeinem Streich wurden, waren gar nicht erfreut darüber, wie Finnick den alten Uhu behandelte.
Der Fuchs und der Uhu Am nächsten Tag lief Finnick nach einem weiteren Tag voller Scherze zurück zu seiner Höhle. Doch als er seine Höhle betrat, sah sie nicht mehr aus wie am Morgen, als er sie verlassen hatte. Ein riesiges Spinnennetz war von links nach rechts und von oben nach unten durch seinen gesamten Bau gespannt. Überall hingen falsche Spinnen, und Finnick, der sich vor Spinnen fürchtete, traute sich kaum, einen Schritt weiter in das Innere zu wagen. Verängstigt und verwirrt fragte er sich, wer ihm so etwas antun würde.

Plötzlich hörte der junge Fuchs von draußen ein lautes Lachen. Er drehte sich um und trottete aus dem Bau, die spitzen Ohren vor Angst flach angelegt. Bereits aus der Ferne grinste ihn Mark, ein aufmüpfiger Häher, frech an. „Hallo, Finnick. Was ist denn mit dir los? Du siehst so verschreckt aus!“
Der Fuchs und der Uhu Finnick sah den Häher verletzt an. "Warum habt ihr mir so einen Streich gespielt?", fragte Finnick, als er die anderen Tiere des Waldes versammelt fand.

"Weil du lernen musst, dass deine Streiche anderen Angst und Unbehagen bereiten können", antwortete Ulf, der Uhu, sanft. "Es ist wichtig zu verstehen, dass was du nicht willst, das man dir tut, du auch keinem anderen zufügen solltest."

Finnick blickte in die Runde und sah die ernsten Gesichter der Tiere, denen er Streiche gespielt hatte. Er erinnerte sich, wie er den Hasen Meister Lampe, als dieser entspannt auf einer Wiese Gras mümmelte, von hinten antippte und dieser erschrak. Daraufhin war der Hase wilde Haken schlagend weg gehüpft. Oder als er in den Bau von Grimbart, dem alten Dachs, während seines wohlverdienten Mittagsschlafs eine Horde lästiger Ohrenkneifer gelockt hatte. In diesem Moment verstand er, dass die Streiche, die er als lustig empfand, seine Freunde tief verletzt und ihnen Angst gemacht hatten.
Der Fuchs und der Uhu "Ich habe nicht realisiert, wie meine Streiche euch fühlen ließen. Es tut mir wirklich leid," gestand Finnick mit einem traurigen Blick. "Von jetzt an werde ich darauf achten, niemandem etwas zuzufügen, was ich selbst nicht erleben möchte." Die anderen Tiere lächelten gutmütig. „Ist schon okay, Finnick. Ich verzeihe dir“, sagte Meister Lampe und stupste Finnick sanft mit der Nase an. „Einmal und nie wieder, verstanden, Jungchen?“, grummelte Grimbert, doch Finnick sah, dass auch unter seiner finsteren Miene ein vergebendes Lächeln lag. „Einsicht ist ein guter Weg, dich zu bessern, junger Fuchs“, sagte Ulf und legte einen Flügel um Finnick. „Wenn du Zeit mit uns Tieren verbringen möchtest, dann lieber im Spiel als in einem bösen Streich.“

Seitdem spielte Finnick den anderen Tieren keine Streiche mehr, die er selbst nicht erleben wollte. Er wurde zu einem der freundlichsten und hilfsbereitesten Tiere im Wald. Finnick und die anderen Tiere lebten fortan in Harmonie und teilten Freude und Spaß auf eine Weise, die niemandem Angst oder Schmerz bereitete.
Was ist die Moral von „Der Fuchs und der Uhu“?

Die Fabel zeigt, dass Spaß und Freude im Leben etwas Schönes sind, solange wir niemanden dabei verletzen. Der Fuchs Finnick war auf seine eigene Freude konzentriert und hat nicht bemerkt, dass seine Späße auf die Kosten des Wohlbefindens seiner Freunde gingen. Bevor wir handeln, insbesondere in Bezug auf andere Menschen, sollten wir uns immer die Frage stellen, ob wir so behandelt werden wollen, wie wir andere behandeln. Wir dürfen anderen nie etwas antun, was wir selbst nicht erleben wollen.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Welchen Streich spielt Finnick dem alten Uhu Ulf?

    Er versteckt sich hinter einem Busch und macht die Geräusche eines großen, gefährlichen Wolfes nach. Ulf erschrickt so sehr, dass er hastig davonfliegt und dabei beinahe gegen einen Baum stößt.

  2. 2Was findet Finnick am nächsten Tag in seiner Höhle?

    Ein riesiges Spinnennetz ist von links nach rechts und von oben nach unten durch seinen ganzen Bau gespannt, und überall hängen falsche Spinnen. Weil er sich vor Spinnen fürchtet, traut er sich kaum hinein.

  3. 3Wer lacht draußen vor der Höhle?

    Es ist Mark, ein aufmüpfiger Häher. Schon von Weitem grinst er Finnick frech an und fragt, was denn mit ihm los sei, er sehe so verschreckt aus.

  4. 4Was antwortet Ulf, als Finnick fragt, warum die anderen ihm das angetan haben?

    Ganz sanft sagt der Uhu, Finnick müsse lernen, dass seine Streiche anderen Angst und Unbehagen machen. Und: Was man selbst nicht erleben will, solle man auch keinem anderen zufügen.

  5. 5An welche eigenen Streiche erinnert sich Finnick, als er in die Runde blickt?

    Er denkt daran, wie er den Hasen Meister Lampe beim Grasmümmeln von hinten antippte, sodass der Haken schlagend davonhoppelte. Und wie er in Grimbarts Bau während des Mittagsschlafs eine Horde Ohrenkneifer lockte.

Wörter aus der Geschichte

Schabernack
lustiger Unfug, den man anderen antut
Häher
ein bunter, ziemlich lauter Waldvogel
mümmelte
kaute gemütlich mit kleinen, schnellen Bissen
Ohrenkneifer
ein kleines Insekt mit einer Zange hinten am Körper
Einsicht
wenn man selbst merkt, dass man etwas falsch gemacht hat

Zum Weitererzählen

  • Warum findet Finnick seine Streiche am Anfang so lustig?
  • Wie fühlt es sich für Ulf an, wenn plötzlich hinter einem Busch ein Wolf zu knurren scheint?
  • Meister Lampe verzeiht sofort, Grimbart brummt erst noch. Warum reagieren die beiden so verschieden?
  • Was wäre ein Spaß, über den wirklich alle lachen können — auch der, dem er passiert?
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Der Fuchs und der Uhu vorlesen – worauf es ankommt

Finnick spielt Streiche, bis ihm selbst einer gespielt wird – und erst dann versteht er, wie sich das anfühlt. Das ist die goldene Regel als Geschichte, und sie funktioniert, weil die Fabel Finnick nicht bestraft, sondern ihn dasselbe erleben lässt. Beim Vorlesen lohnt sich vor der Szene in seinem Bau eine kurze Pause: Kinder ahnen dort schon, was gleich kommt.

Die Moral von „Der Fuchs und der Uhu"

„Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Die Fabel formuliert damit die älteste Regel des Zusammenlebens – aber sie predigt sie nicht, sondern lässt Finnick sie fühlen.

Wichtig ist der Schluss: Finnick hört nicht auf, Spaß zu haben. Er hört auf, Spaß auf Kosten anderer zu haben. Diese Unterscheidung ist für Kinder wesentlich, weil sonst die Botschaft ankommt, Späße seien grundsätzlich verboten.

Diese Fabel im Unterricht

Sechs Minuten und ein sehr bekanntes Sprichwort – geeignet ab Klasse 2, für Gespräche über Streiche und Grenzen auch noch in Klasse 5. Aufgabe: Eine Liste mit zwei Spalten anlegen – Streiche, über die alle lachen, und Streiche, über die nur einer lacht.

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Häufige Fragen zu Der Fuchs und der Uhu

Worum geht es in „Der Fuchs und der Uhu"?

Der junge Fuchs Finnick spielt allen Tieren im Wald Streiche, bis der alte Uhu Ulf sich dabei fast verletzt. Als Finnick selbst einen Streich erlebt, versteht er, wie es sich anfühlt.

Was ist die Moral der Fabel?

„Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Spaß ist erlaubt – nur nicht auf Kosten anderer.

Wofür stehen Fuchs und Uhu in Fabeln?

Der Fuchs für Schläue und Übermut, die Eule beziehungsweise der Uhu für Weisheit und Bedachtsamkeit.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa sechs Minuten.

Für welche Klassenstufe eignet sich die Fabel?

Ab Klasse 2; für Gespräche über Streiche und Grenzen ist sie bis Klasse 5 brauchbar.

Gibt es die Fabel kostenlos als PDF?

Ja, unter der Fabel, ohne Anmeldung zum Ausdrucken.

Download als PDF

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