Der Wolf und der Bär

Der Wolf und der Bär

Zusammenfassung: „Der Wolf und der Bär“ in drei Stichpunkten:

Ein Bär, der im Wald für seine Größe und Stärke bekannt ist, findet eines Morgens einen Wolf, dessen Pfote in einer Falle festklemmt. Obwohl die beiden sich nicht kennen und Wölfe und Bären normalerweise nicht Freunde werden, hilft der Bär dem gefangenen Wolf zu entkommen.

Später im Jahr, als es kälter wird, wird der Bär krank und hat Probleme, sich auf den Winter vorzubereiten. Der Wolf, den er befreit hat, findet den Bären zufällig und erkennt ihn wieder. Als Dank hilft der Wolf nun dem Bären.

Im Laufe der Tage jagt der Wolf für beide und sammelt Beeren und Kräuter, die dem Bären helfen können. Der Bär wird langsam wieder gesund und kann sich dank seines neuen Freundes bald wieder auf den Winter vorbereiten.

Der Wolf und der Bär – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Fabel

Tief in einem alten, dichten Wald, der an einem großen Berg wuchs, lebte ein Bär. Dieser war im ganzen Wald für seine Größe und enorme Stärke bekannt. Er ließ sich üblicherweise Zeit auf seinen Streifen durch den Wald, während er nach Beeren, Honig und mehr suchte. Die anderen Tiere wichen ihm meist aus dem Weg, doch eines Morgens – als der Bär durch das Dickicht streifte – hörte er ein leises Jammern. Neugierig folgte er dem Klang und fand einen Wolf, der in einer Falle gefangen war. Der Wolf und der Bär Der Bär sah, wie eine Pfote des Wolfes in der harten Falle klemmte und wie ängstlich der Wolf zu ihm aufsah. „Oh je, oh je, was mache ich nur?“, stöhnte der Wolf. Beide wussten, dass Bären und Wölfe sich nicht immer verstanden, aber der Bär hatte Mitleid mit dem verletzten Wolf. Der Wolf und der Bär „Keine Sorge, kleiner Wolf, ich werde dir aus der Falle helfen“, sagte der Bär mit einer beruhigenden Stimme. Mit seinen langen, starken Krallen und viel Mühe zog der Bär an den Zähnen der Falle, bis diese endlich aufschnappte und der Wolf frei war.

„Danke, großer Bär! Ich weiß nicht, wie ich dir je danken kann!“, rief der Wolf, während er mit verletzter, aber freier Pfote davon hinkte.

„Denke nicht daran. Helfen wir nicht alle mal einander?“, antwortete der Bär freundlich und ging seinen gewohnten Weg durch das Unterholz, nachdem der Wolf verschwunden war.

Als die Wochen verstrichen und der Herbst näher rückte, wurde der Bär jedoch krank. Er fühlte sich schwach und fiebrig, konnte kaum noch nach Nahrung suchen und blieb die meiste Zeit unter einer alten Eiche liegen. Da hörte der Bär plötzlich ein leises Knacken und sah schon bald den Wolf, wie dieser auf ihn zu schlich. Der Wolf jedoch erkannte den großen Bären und wie viel schwächer dieser aussah.
Der Wolf und der Bär „Großer Bär, du hast mir geholfen, als ich in Not war. Jetzt ist es an der Zeit, dass ich dir helfe“, sagte der Wolf entschlossen.

„Aber wie willst du das anstellen? Ich bin viel größer als du und schwer zu bewegen“, seufzte der kranke Bär.

„Wir alle brauchen einmal Hilfe“, sagte der Wolf mit einem Lächeln. „Bewegen musst du dich noch nicht und ich kenne viele Beeren. Viele meiner Freunde können uns noch weiter unterstützen. Vertraue mir einfach.“

So jagte der Wolf für sie beide und sprach mit den Raben, die er kannte. Diese verrieten ihm, welche Beeren und Kräuter dem kranken Bären helfen könnten, und der Wolf sammelte und sorgte für den Bären. Mit der Zeit wurde der Bär gesund und konnte bald wieder durch den Wald laufen. Er fühlte sich stärker als je zuvor und konnte nun, da es immer kälter wurde, seine Höhle für den Winter vorbereiten.

Als der Bär und der Wolf gemeinsam durch den Wald gingen, sagte der Bär: „Lieber Wolf, deine Güte hat mir in meiner dunkelsten Stunde geholfen. Ich bin dir so dankbar dafür.“

Der Wolf lächelte nur und antwortete: „Großer Bär, ich weiß, wie es ist, gefangen zu sein. Du hast mir geholfen, also helfe ich dir.“
Die Moral der Fabel „Der Wolf und der Bär“:

Die Moral von „Der Wolf und der Bär“ richtet sich nach dem Sprichwort „Güte kehrt zum Gebenden zurück“. Der Bär hätte dem Wolf nicht helfen müssen, doch er zeigte Mitgefühl und Stärke, indem er es dennoch tat. Da Bären und Wölfe sich normalerweise nicht gut verstehen, war dies ungewöhnlich, aber der Wolf vergaß die gute Tat nicht. Als er den Bären das nächste Mal sah – krank und schwach – erwiderte er die Hilfe und blieb bei ihm, bis es dem Bären besser ging. Hätten die beiden sich nicht geholfen, ginge es ihnen nun erheblich schlechter.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was hört der Bär eines Morgens, als er durch das Dickicht streift?

    Ein leises Jammern. Neugierig folgt er dem Klang und findet einen Wolf, dessen Pfote in einer harten Falle klemmt.

  2. 2Wie befreit der Bär den Wolf?

    Mit seinen langen, starken Krallen und viel Mühe zieht er an den Zähnen der Falle, bis diese endlich aufschnappt und der Wolf frei ist.

  3. 3Was antwortet der Bär, als der Wolf sich bedanken will?

    „Denke nicht daran. Helfen wir nicht alle mal einander?“, sagt er freundlich und geht seinen gewohnten Weg durch das Unterholz weiter.

  4. 4Was ist mit dem Bären los, als der Herbst näher rückt?

    Er wird krank, fühlt sich schwach und fiebrig. Nach Nahrung suchen kann er kaum noch, und meistens liegt er unter einer alten Eiche.

  5. 5Wie hilft der Wolf dem kranken Bären?

    Er jagt für sie beide und spricht mit den Raben, die er kennt. Die verraten ihm, welche Beeren und Kräuter helfen, und der Wolf sammelt sie, bis der Bär wieder gesund ist und seine Höhle für den Winter vorbereiten kann.

Wörter aus der Geschichte

Dickicht
eine Stelle im Wald, wo alles so dicht wächst, dass man kaum durchkommt
Krallen
die harten, spitzen Nägel an den Pfoten eines Tieres
Unterholz
die niedrigen Büsche und Zweige unter den großen Bäumen
fiebrig
heiß und schwach, weil man krank ist
Kräuter
kleine Pflanzen, die gut riechen und beim Gesundwerden helfen können

Zum Weitererzählen

  • Warum hilft der Bär dem Wolf, obwohl die beiden sich gar nicht kennen?
  • Wie fühlt sich der Wolf wohl, als er den starken Bären zum ersten Mal schwach sieht?
  • Was kann man alles tun, wenn jemand krank ist und Hilfe braucht?
  • Wem hast du schon einmal geholfen, und wie war das für dich?
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Der Wolf und der Bär vorlesen – worauf es ankommt

Ein Bär hilft einem Wolf, obwohl die beiden nichts miteinander zu tun haben – und Monate später ist es umgekehrt. Diese Fabel braucht ihre Zeit, weil zwischen Tat und Dank ein halbes Jahr liegt. Genau das ist ihr Punkt: Gutes kommt nicht sofort zurück. Beim Vorlesen hilft es, den Jahreszeitenwechsel deutlich zu benennen, damit die Zeitspanne spürbar wird.

Die Moral von „Der Wolf und der Bär"

„Güte kehrt zum Gebenden zurück." Die Fabel behauptet dabei nicht, dass sich jede gute Tat auszahlt – der Bär hilft ohne Aussicht auf Gegenleistung, und das ist der Grund, warum die Hilfe später etwas wert ist.

Für Kinder liegt der Kern in der Zeit dazwischen. Wer nur hilft, weil gleich etwas zurückkommt, hat das Prinzip nicht verstanden. Hier vergehen Monate, und der Wolf hätte auch weitergehen können.

Diese Fabel im Unterricht

Vier Minuten und eine Handlung über zwei Jahreszeiten – geeignet ab Klasse 3, weil der zeitliche Abstand mitgedacht werden muss. Aufgabe: Einen Zeitstrahl zeichnen mit der Rettung, dem Sommer dazwischen und der Gegenhilfe im Winter.

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Häufige Fragen zu Der Wolf und der Bär

Worum geht es in „Der Wolf und der Bär"?

Ein Bär befreit einen Wolf aus einer Falle, obwohl beide sich fremd sind. Monate später ist der Bär krank – und der Wolf versorgt ihn durch den Winter.

Was ist die Moral der Fabel?

„Güte kehrt zum Gebenden zurück." Wer hilft, ohne etwas zu erwarten, bekommt oft dann Hilfe, wenn er sie am nötigsten braucht.

Wofür stehen Wolf und Bär in Fabeln?

Der Wolf gilt als gierig und rücksichtslos, der Bär als stark und gutmütig. Diese Fabel weicht davon bewusst ab – beide handeln besser, als ihr Ruf es erwarten ließe.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa vier Minuten.

Für welche Klassenstufe eignet sich die Fabel?

Ab Klasse 3, weil zwischen Tat und Dank mehrere Monate liegen und dieser Abstand mitgedacht werden muss.

Kann ich die Fabel kostenlos ausdrucken?

Ja, als PDF unter der Fabel, ohne Anmeldung.

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