Die Ameise und die Gans

Die Ameise und die Gans

Zusammenfassung: „Die Ameise und die Gans“ in drei Stichpunkten:

Auf einem Hof lebt die Ameise Anton, die auch im Sommer fleißig Vorräte für den Winter sammelt, und die Gans Adelheid, die in den Tag hinein lebt, ohne sich Gedanken über die Zukunft zu machen.

Adelheid macht sich über Anton lustig, der den Sommer nicht genießt, sondern seine Aufmerksamkeit nur den kleinen, scheinbar unbedeutenden Krümeln auf dem Hof widmet.

Als der Winter kommt, ist Adelheid hungrig, während Anton über das Jahr hinweg so viele Vorräte gesammelt hat, dass er ohne Sorgen den Winter überstehen kann. Anton teilt seine großen Vorräte mit Adelheid, um ihr zu zeigen, dass auch die kleinen Dinge im Leben wertgeschätzt werden müssen.

Die Ameise und die Gans – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 6 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Fabel

Vor langer Zeit lebte auf einem prachtvollen Hof, umgeben von saftigen Eichen und dichten Kastanienbäumen, einmal eine fleißige Ameise namens Anton. Die Tiere des Hofes kannten Anton dafür, dass er jeden noch so kleinen Krümel, den er auf dem Hof fand, mit seinen Ameisenfreunden sammelte und zu seinem Ameisenhaufen brachte. Nichts war ihm zu unbedeutend, und so arbeitete er an heißen Sommertagen Tag für Tag bis spät in die Nacht, um Vorräte für den Winter zu sammeln. Die Ameise und die Gans Auf dem Hof lebte auch die Gans Adelheid, eine alte Gans, die tagein,tagaus den anderen Tieren des Hofes die Geschehnisse auf dem Hof schnatternd erzählte. Adelheid genoss den Sommer. Warme Sonnenstrahlen wärmten ihr weißes Gefieder und wenn sie Gesellschaft suchte, watschelte sie schnatternd über den Hof, um zu beobachten, was Anton so emsig in den Ameisenbau trug. Eines Tages, als der Sommer in seiner ganzen Pracht stand, sprach Adelheid die fleißige Ameise an. Die Ameise und die Gans "Anton, warum verschwendest du deine Zeit mit diesen winzigen Krümeln? Komm, genieße den Sommer mit mir! Wir könnten zusammen Musik machen und tanzen, statt zu arbeiten."

Anton, ohne seine Arbeit zu unterbrechen, antwortete: "Liebe Adelheid, ich freue mich über dein Angebot. Aber ich schätze jeden noch so kleinen Krümel und der Winter wird bald kommen. Meine Familie und ich werden nicht genug zu essen haben, wenn ich jetzt nicht fleißig arbeite und jeden Krümel, egal wie klein er scheint, bereits jetzt zu den Vorräten bringe. Es mag jetzt unbedeutend erscheinen, aber wenn die kalten Tage kommen, werden wir über jedes klitzekleine Stückchen froh sein, das wir haben."

„Der Winter ist in weiter Ferne!“, schnatterte Adelheid lachend. „Genieß doch jetzt den Sommer und vergiss die Zukunft für einen Moment. Wenn der Winter kommt, wird sich der Vorrat schon ergeben!“ Anton schüttelte seinen kleinen Kopf. „Es tut mir leid, Adelheid, aber ich habe jetzt keine Zeit. Wenn der Winter kommt, wirst du sehen, dass die Krümel, die du jetzt verspottest, Großes bewirken.“

Adelheid amüsierte sich über die Worte der kleinen Ameise und watschelte davon, die Warnung ihres Freundes ignorierend. Der Sommer verging, der Winter kam und mit ihm die kalte Jahreszeit. Die Blätter fielen von den Bäumen, und die Blumen verschwanden unter einer Schicht aus Schnee. Anton saß mit seiner Familie im warmen Ameisenbau, umgeben von tausenden leckeren Krümeln, Früchten und Nüssen.
Die Ameise und die Gans Es war ein kalter Tag in der Mitte des Winters. Das Weihnachtsfest stand kurz bevor. Adelheid, die seit Tagen schon kein müdes Korn auf der dichten Decke des Schnees gefunden hatte, plagte der Hunger. Ihr Magen knurrte so laut, dass selbst Anton das Geräusch in den Tiefen des schützenden Ameisenbaus hören konnte. Die kleine Ameise kletterte aus dem Ameisenbau und erblickte Adelheid, die zusammengekauert vor dem Bau saß.

„Oh Adelheid, du bist so dünn!“, rief Anton seiner Freundin zu. Adelheid ließ ein wehleidiges Schnattern ertönen. „Ach, Anton! Ich habe so einen Hunger, ich habe seit Tagen nicht einen Korn gefunden!“ Die Worte der Gans ließen Anton schmunzeln. „Ich habe mehr Vorräte als meine Familie und ich jemals essen könnten. Ich möchte mit dir meine Kleinigkeiten teilen.“ Adelheid sah die kleine Ameise beschämt an. „Ich danke dir, mein Freund. Nur ein kleiner Krümel würde mich bereits zufriedenstellen, um den lästigen Hunger zu überstehen.“

Rasch krabbelte Anton zurück in den Bau. Er griff nach einigen Krümeln und Früchten und brachte sie zurück zu Adelheid. „Hier, meine Freundin, nimm, was du brauchst.“ Dankend verspeiste Adelheid die Köstlichkeiten. Sie fühlte, wie der frische Geschmack nach Brot und die Süße der Früchte ihre Zunge umspielten und der Hunger sich langsam legte. „Anton, ich danke dir für deine Freundlichkeit. Hätte ich im Sommer doch so wie du bereits an die kleinen Krümel für den Winter gedacht.“ Anton lächelte die Gans an: „Weißt du, Adelheid, manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die wir wertschätzen müssen.“
Die Moral der Fabel „Die Ameise und die Gans“:

Die Fabel zeigt, dass es wichtig ist, die kleinen Dinge im Leben ebenso wertzuschätzen, wie die vermeintlich Großen. Die Gans Adelheid lernt, dass jeder Krümel, scheint er noch so unwichtig, großen Einfluss auf die Zukunft haben kann und diese positiv beeinflusst. Wer nur im Hier und Jetzt lebt und Details vernachlässigt, wird die Nachsichtigkeiten der Vergangenheit in der Zukunft spüren, denn: Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Goldes nicht wert.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wofür kennen die Tiere des Hofes die Ameise Anton?

    Dafür, dass er jeden noch so kleinen Krümel aufsammelt und zu seinem Ameisenhaufen bringt. Nichts ist ihm zu unbedeutend, und er arbeitet bis spät in die Nacht.

  2. 2Was schlägt die Gans Adelheid der Ameise mitten im Sommer vor?

    Sie fragt, warum Anton seine Zeit mit diesen winzigen Krümeln verschwendet, und lädt ihn ein, den Sommer mit ihr zu genießen: Musik machen und tanzen statt arbeiten.

  3. 3Wie erklärt Anton, warum er trotzdem weiterarbeitet?

    Er sagt, seine Familie und er hätten im Winter nicht genug zu essen, wenn er jetzt nicht sammelt. Über jedes klitzekleine Stückchen werde man an den kalten Tagen froh sein.

  4. 4Wie ergeht es Adelheid mitten im Winter?

    Sie hat seit Tagen kein Korn mehr auf der dichten Schneedecke gefunden. Der Hunger plagt sie so sehr, dass ihr Magen bis in den Ameisenbau hinein zu hören ist.

  5. 5Was macht Anton, als er Adelheid zusammengekauert vor seinem Bau sitzen sieht?

    Er krabbelt rasch zurück in den Bau, holt Krümel und Früchte und sagt: „Hier, meine Freundin, nimm, was du brauchst.“

Wörter aus der Geschichte

emsig
eifrig und ohne Pause beschäftigt
Gefieder
alle Federn eines Vogels zusammen
Ameisenhaufen
der große Hügel aus Nadeln und Erde, in dem Ameisen wohnen
watschelte
so ging, wie Gänse gehen: schaukelnd von einer Seite zur anderen
wehleidiges Schnattern
die klagenden Laute einer Gans, der es gerade nicht gut geht

Zum Weitererzählen

  • Warum lacht Adelheid im Sommer über Antons kleine Krümel?
  • Wie fühlt sich Adelheid wohl, als ausgerechnet Anton ihr etwas abgibt?
  • Welche kleinen Dinge können später einmal richtig wichtig werden?
  • Was würdest du sammeln, wenn du eine Ameise auf dem Hof wärst?
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Die Ameise und die Gans vorlesen – worauf es ankommt

Die Gans Adelheid lacht die Ameise aus, weil die sich mit Krümeln abgibt. Im Winter sind genau diese Krümel der Grund, warum jemand satt ist. Die Fabel endet trotzdem nicht mit Schadenfreude – Anton teilt. Dieser letzte Schritt ist wichtig, sonst bleibt eine Geschichte über Recht behalten. Beim Vorlesen sollte man ihn nicht abkürzen.

Die Moral von „Die Ameise und die Gans"

„Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert." Die Fabel handelt weniger von Fleiß als von Aufmerksamkeit für Kleinigkeiten – Anton sammelt nicht mehr als andere, er übersieht nur nichts.

Der Schluss verschiebt die Lehre noch einmal: Anton teilt seine Vorräte. Damit ist die Fabel nicht die harte Ameise-und-Grille-Geschichte, in der die Sorglose im Kalten steht, sondern eine mildere Fassung – was sie für jüngere Kinder deutlich zugänglicher macht.

Diese Fabel im Unterricht

Sechs Minuten, ein Sprichwort, das erklärt werden muss, und ein Vergleich mit Äsops Ameise und Grille – geeignet ab Klasse 3. Aufgabe: Beide Fassungen vergleichen und aufschreiben, was Anton anders macht als Äsops Ameise.

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Häufige Fragen zu Die Ameise und die Gans

Worum geht es in „Die Ameise und die Gans"?

Die Ameise Anton sammelt den Sommer über jeden Krümel, die Gans Adelheid lacht darüber. Im Winter hat Anton genug – und teilt mit ihr.

Was ist die Moral der Fabel?

„Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert." Kleinigkeiten entscheiden über das Ganze – und wer vorgesorgt hat, kann großzügig sein.

Ist das die Fabel von der Ameise und der Grille?

Sie ist mit ihr verwandt, endet aber milder: Bei Äsop bleibt die Grille im Kalten, hier teilt die Ameise ihre Vorräte.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa sechs Minuten.

Für welche Klassenstufe eignet sich die Fabel?

Ab Klasse 3, sehr gut für einen Vergleich mit der klassischen Äsop-Fassung.

Gibt es die Fabel kostenlos als PDF?

Ja, unter der Fabel, ohne Anmeldung zum Ausdrucken.

Download als PDF

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