Der kleine Geist auf dem Dachboden

Der kleine Geist auf dem Dachboden

In einem alten, knarrenden Haus, das am Ende einer gewundenen Straße stand, verbarg sich unter dem Dach ein kleines, geheimnisvolles Wesen. Es war ein freundlicher Geist, der seit Jahrhunderten die stillen Nächte allein verbrachte. Sein Zuhause war voller Ecken und Winkel, die er kannte wie kein anderer. Er liebte es, durch die alten Räume zu schweben, wo jedes Knarren und jedes Flüstern eine Geschichte erzählte. Aber der kleine Geist war oft einsam, denn es gab niemanden, mit dem er seine Geheimnisse teilen konnte. Seine Existenz war ein wohlbehütetes Geheimnis, verborgen vor den Augen der Welt, darauf wartend, eines Tages entdeckt zu werden.

Eines sonnigen Nachmittags zog eine neue Familie in das Haus ein. Es gab viel Lachen und Stimmengewirr, als Kisten und Möbel ihren Weg ins Innere fanden. Unter den neuen Bewohnern war ein neugieriges Kind namens Alex mit wilden blonden Haaren. Alex war bereit, jedes Zimmer und jeden verborgenen Winkel des alten Hauses zu erkunden. „Ich wette, hier gibt es jede Menge Geheimnisse zu entdecken!”, rief Alex aus, während er die Treppen zum Dachboden hinaufstieg.

Der kleine Geist beobachtete heimlich, wie Alex die alten Kisten durchwühlte und staubige Bücherregale untersuchte. Es war das erste Mal seit vielen Jahren, dass jemand den Dachboden betreten hatte. Der Geist fühlte eine Mischung aus Aufregung und Nervosität. Was würde geschehen, wenn Alex ihn entdeckte?

Der kleine Geist auf dem Dachboden – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 11 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

„Wow, schau dir all diese alten Sachen an!”, sagte Alex leise, die Augen groß vor Staunen. „Hier oben muss ein ganzes Leben verborgen sein.” Plötzlich fiel ein altes Fotoalbum aus einem Regal, als wäre es von unsichtbarer Hand geschubst worden. Alex hob es auf und blätterte vorsichtig durch die Seiten.

„Wer bist du?”, flüsterte der Geist, so leise, dass es mehr ein Hauch als eine Stimme war.

Alex hielt inne. „Ist da jemand?”, fragte das Kind, schaute sich um und spürte, wie eine freundliche, aber geheimnisvolle Präsenz den Raum füllte. „Ich bin Alex. Und wer bist du?”

Der kleine Geist zögerte einen Moment. Sollte er sich zeigen? Schließlich hatte er so lange auf einen Freund gewartet. „Ich bin der Geist, der hier lebt. Aber keine Angst, ich möchte nur spielen und dir das Haus zeigen”, sagte er und fand endlich den Mut, sich zu offenbaren.

Alex Augen leuchteten auf. „Ein echter Geist? Das ist ja unglaublich! Gibt es hier noch mehr Geheimnisse?”

„Viele, viele Geheimnisse", antwortete der Geist lächelnd, obwohl man sein Lächeln nicht sehen konnte. „Und ich kann es kaum erwarten, sie alle mit dir zu teilen.”
Der kleine Geist auf dem Dachboden So begann die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem neugierigen Kind und einem einsamen, kleinen Geist. Zusammen würden sie das alte Haus erkunden und seine längst vergessenen Geschichten ans Licht bringen.

In einer besonders stillen Nacht, als das Haus in tiefem Schlaf gesunken war, weckte ein sanftes Flüstern Alex aus seinen Träumen.

„Bist du wach?”, hörte Alex eine leise Stimme fragen. Es war der kleine Geist, der in der Dunkelheit schwebte, kaum sichtbar und doch so munter.

„Ich möchte dir etwas zeigen”, sagte der Geist.

Alex, neugierig und ohne ein Anzeichen von Angst, nickte und schlüpfte aus dem warmen Bett.

Gemeinsam streiften sie durch die stillen Flure des alten Hauses. Der freundliche Geist führte Alex an Orte, die tagsüber ganz gewöhnlich aussahen, aber nachts, im Schimmer des Mondlichts, ihre Geheimnisse preisgeben.
Der kleine Geist auf dem Dachboden Der Geist öffnete eine schmale, knarrende Tür, die Alex noch nie zuvor bemerkt hatte. Dahinter verbarg sich eine Schatzkammer voller alter Bücher, glänzender Münzen und funkelnder Juwelen. „Dies waren die Lieblingsstücke der Menschen, die hier einst lebten”, erklärte der Geist. Alex sah sich staunend um und konnte kaum glauben, was er da sah.

„Dürfen wir uns ein Buch anschauen?”, fragte Alex. Der Geist nickte, und gemeinsam blätterten sie durch Seiten, die von Abenteuern und fernen Ländern erzählten.

Die nächtliche Entdeckungstour ging danach weiter. Der Geist zeigte Alex geheime Passagen, die hinter den Wänden verborgen waren. Sie führten durch das ganze Haus, von einem Ende zum anderen.

„Das ist unser Geheimweg”, sagte der Geist mit einem Schmunzeln. „Nur wir kennen ihn.” Alex fühlte sich wie ein Entdecker, der neue Welten eroberte.

In einem verborgenen Raum fanden sie ein altes Spielzeug, das einst einem Kind gehörte, das hier lebte. Der Geist erzählte, wie dieses Kind gespielt und gelacht hatte, genau wie Alex. Es war, als würde die Zeit für einen Moment stillstehen, und Alex spürte eine tiefe Verbindung zur Vergangenheit des Hauses.

„Warum zeigst du mir all diese Dinge?”, fragte Alex leise. Der Geist schwebte näher heran und antwortete: „Weil ich möchte, dass du weißt, dass dieses Haus voller Geschichten ist. Jeder, der hier gelebt hat, hinterließ etwas Wertvolles. Und jetzt bist du ein Teil dieser Geschichte.”

Als der Morgen nahte und die ersten Sonnenstrahlen das Dunkel vertrieben, führte der Geist Alex zurück ins Bett. „Es gibt noch so viel mehr zu entdecken”, wisperte der Geist. „Aber das heben wir uns für eine andere Nacht auf.” Alex nickte, seine Augen waren bereits schwer vor Müdigkeit.
Der kleine Geist auf dem Dachboden „Wir sehen uns morgen Nacht wieder.“

Mit diesen Worten verschwand Alex in sein Zimmer und kroch in sein Bett.

Während Alex in den Schlaf zurücksank, fühlte er sich seltsam geborgen. Es war, als hätte das Haus selbst ihn in seine Arme genommen. Nun träumte Alex von vergangenen Zeiten, von Abenteuern und von einem kleinen Geist, der ein Freund geworden war.

Nacht für Nacht teilten Alex und der kleine Geist Geheimnisse und Abenteuer, die ihre Freundschaft immer tiefer wachsen ließen. Sie hatten längst jede Ecke des alten Hauses erkundet, von den knarrenden Dielen im Wohnzimmer bis zu den verborgenen Winkeln des Dachbodens, wo die Zeit stillzustehen schien. Mit jedem Geheimnis, das sie lüfteten, fanden sie nicht nur verborgene Schätze, sondern das Band ihrer Freundschaft wurde nur noch stärker.

„Du bist mein bester Freund”, flüsterte Alex eines Nachts, als sie auf dem Dachboden saßen, umgeben von den alten Spielsachen und Büchern, die sie zusammen entdeckt hatten.

Der freundliche Geist, dessen leises Schimmern in der Dunkelheit fast wie ein weißer Vorhang erschien, antwortete: „Und du bist meiner. Ich hatte so lange gewartet, bis jemand kam, der mich versteht.”

Als die Morgensonne ihren ersten Strahl durch das winzige Fenster auf dem Dachboden warf, wussten sie, dass es Zeit war, Abschied zu nehmen. Die Nacht hatte sich dem Ende geneigt und damit auch ihre nächtlichen Streifzüge durch das alte Haus.

„Spielen wir morgen weiter?“, fragte Alex, während er in die Richtung von seinem Zimmer ging.

„Natürlich spielen wir morgen weiter. Es gibt noch so viel zu erleben”, antwortete der kleine Geist und kicherte leise.

Alex lächelte zufrieden: „Au ja, das wird toll!“
Vorsichtig, um keinen Lärm zu machen und seine Eltern nicht aufzuwecken, schlich er zurück in sein Zimmer und schlüpfte unter seine kuschelige Decke. Die Abenteuer der vergangenen Nacht mit dem Geist hatten ihn zwar erschöpft, doch ein glückliches Lächeln umspielte seine Lippen, als er darüber nachdachte, welche Erlebnisse noch vor ihnen lagen. Mit dieser Vorfreude driftete Alex in einen tiefen Schlaf.

Am nächsten Morgen beim Frühstück herrschte eine warme, familiäre Atmosphäre. Alex Eltern beobachteten ihn liebevoll, während sie an ihrem Kaffee nippten.

„Alex, fühlst du dich eigentlich wohl hier? Du hast uns noch gar nicht gesagt, wie es dir hier gefällt”, sagte seine Mutter und beschmierte einen Toast mit Marmelade.

Sein Vater schaute neugierig über die Zeitung hinweg und nickte. Obwohl Alex seinen Eltern eigentlich vom Geist erzählen wollte, entschied er sich, das Geheimnis für sich zu behalten.

Mit einem unschuldigen Lächeln antwortete er: „Ja, Mama, mir geht's super. Ich fühle mich total wohl hier!”

Seine Eltern lächelten ihn an, freudig über seine Antwort und noch immer ahnungslos über die geheimen nächtlichen Abenteuer ihres Sohnes, die seine Tage so besonders machten.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie lebt der kleine Geist, bevor die neue Familie einzieht?

    Seit Jahrhunderten verbringt er die stillen Nächte allein unter dem Dach eines alten, knarrenden Hauses. Er kennt jede Ecke und jeden Winkel, aber es gibt niemanden, mit dem er seine Geheimnisse teilen könnte.

  2. 2Wie merkt Alex zum ersten Mal, dass jemand da ist?

    Auf dem Dachboden fällt plötzlich ein altes Fotoalbum aus einem Regal, als hätte es eine unsichtbare Hand geschubst. Und dann flüstert eine Stimme, so leise, dass es mehr ein Hauch ist: „Wer bist du?“

  3. 3Was verbirgt sich hinter der schmalen, knarrenden Tür?

    Eine Schatzkammer voller alter Bücher, glänzender Münzen und funkelnder Juwelen. Der Geist erklärt, das seien die Lieblingsstücke der Menschen, die hier einst gelebt haben.

  4. 4Warum zeigt der Geist Alex all diese Dinge?

    Er schwebt näher heran und sagt: „Weil ich möchte, dass du weißt, dass dieses Haus voller Geschichten ist. Jeder, der hier gelebt hat, hinterließ etwas Wertvolles. Und jetzt bist du ein Teil dieser Geschichte.“

  5. 5Was erzählt Alex am nächsten Morgen beim Frühstück?

    Eigentlich wollte er den Eltern vom Geist erzählen, entscheidet sich dann aber, das Geheimnis für sich zu behalten. Er sagt nur mit einem unschuldigen Lächeln, dass er sich hier total wohl fühle.

Wörter aus der Geschichte

Dachboden
der Raum ganz oben im Haus, direkt unter dem Dach
Fotoalbum
ein dickes Buch, in das Fotos eingeklebt werden
Schatzkammer
ein Raum, in dem kostbare Dinge aufbewahrt werden
Juwelen
besonders wertvolle funkelnde Steine
Dielen
die langen Holzbretter, aus denen ein alter Fußboden besteht

Zum Weitererzählen

  • Der Geist überlegt lange, ob er sich zeigen soll. Wovor hat er wohl Angst?
  • Alex hat überhaupt keine Angst vor dem Geist. Wie kommt das?
  • In dem alten Haus hat jeder Bewohner etwas hinterlassen. Was würdest du in einem Haus zurücklassen wollen?
  • Alex behält den Geist für sich. Gibt es etwas, das du am liebsten nur für dich behalten würdest?
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Der kleine Geist auf dem Dachboden vorlesen – so wird der Abend rund

Ein Geist im Haus ist für manche Kinder ein Reizthema – deshalb hier vorweg: Dieser Geist ist freundlich, einsam und harmlos, und die Geschichte macht daraus keinen Gruselmoment. Wer sein Kind kennt und weiß, dass Dachboden und Knarren abends heikel sind, liest sie besser am Nachmittag. Für alle anderen ist sie eine Freundschaftsgeschichte, die zufällig nachts spielt. Beim Vorlesen hilft es, den Geist von Anfang an leise und warm klingen zu lassen.

Warum „Der kleine Geist auf dem Dachboden" zum Einschlafen passt

Der Geist ist der Sympathieträger, nicht die Bedrohung – ein Kind fürchtet sich hier nicht vor ihm, sondern hat Mitleid mit ihm. Das dreht die übliche Gespenstergeschichte um.

Der Schluss ist bewusst leicht: Der Junge sagt seinen Eltern, alles sei super, und behält das Geheimnis. Es endet mit einem Lächeln, nicht mit einem Schauer – und mit dem Gedanken, dass nachts etwas Schönes passiert.

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Häufige Fragen zu Der kleine Geist auf dem Dachboden

Worum geht es in „Der kleine Geist auf dem Dachboden"?

Ein freundlicher Geist lebt seit Jahrhunderten allein unter dem Dach eines alten Hauses – bis ein Junge einzieht und ihn entdeckt. Aus zwei Einsamen werden nächtliche Freunde.

Ist die Geschichte gruselig?

Nein. Der Geist ist freundlich und einsam, es gibt keinen Schreckmoment. Wenn Ihr Kind bei Dachboden und Knarren abends empfindlich ist, lesen Sie sie besser am Nachmittag.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa elf Minuten.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa fünf Jahren.

Worum geht es im Kern?

Um Einsamkeit und darum, dass zwei sehr verschiedene Wesen Freunde werden können.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

Download als PDF

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