Die Prinzessin, die lieber malen möchte

Die Prinzessin, die lieber malen möchte

In einem königlichen Schloss, umgeben von blühenden Gärten und rauschenden Bächen, lebte Prinzessin Clara, eine junge Prinzessin mit leuchtenden Augen und langen, schwarzen Haaren. Anders als die anderen Prinzessinnen im Königreich, die ihre Tage mit dem Erlernen königlicher Etikette und dem Studium alter Geschichten verbrachten, hatte Clara eine besondere Leidenschaft: Sie liebte es zu malen. Der Pinsel tanzte geschickt über Leinwände, verstrichen Farben zu wunderschönen Landschaften und lebhaften Porträts, die das Leben im Königreich in all seiner Pracht und Farbe einfingen.

Doch im Königreich galt Malen nicht als passende Beschäftigung für eine Prinzessin.

„Clara, eine Prinzessin muss sich auf ihre Pflichten konzentrieren. Malen ist ein hübsches Hobby, aber es wird dir nicht helfen, eine weise Königin zu werden”, mahnte ihr Vater König Arthur, sanft, aber bestimmt. Immerhin sollte sie doch eines Tages ihren Pflichten nachkommen! Da würde ihr das Malen nichts nützen und ihr Vater wollte doch nur das Beste für seine einzige Tochter. Die Prinzessin nickte einfach nur und seufzte leise auf, da ihr das Malen doch eigentlich so viel Freude machte.

Eines Tages, während Clara in einem verborgenen Winkel des Schlossgartens malte, kam ihre Tante Veronica zu ihr. Sie war die jüngere Schwester von Claras Mutter und hatte nicht so viele Pflichten wie die Königin.

Die Prinzessin, die lieber malen möchte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 10 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

„Clara, was machst du da?”, die sanfte Stimme ihrer Tante Veronica ertönte hinter ihr. Clara zuckte zusammen, fürchtend, ermahnt zu werden.

„Ich male nur, bitte sage nichts meinen Eltern!“, erklärte die Prinzessin und sprang von ihrem Stuhl auf. Auf der Leinwand vor ihr war ein eindrucksvolles Bild von dem Garten zu sehen. Es erstrahlte in hellen, bunten Farben. Ihre Tante schmunzelte: „Komm, ich zeige dir etwas.”

Clara folgte ihrer Tante durch die alten Gemäuer des Schlosses und schließlich erreichten sie den höchsten Turm. Clara war noch nie hier gewesen, der Weg war so unendlich weit für sie! Doch gerade war sie sehr neugierig, was ihre Tante ihr zeigen wollte.

„Was ist das für ein Raum?“

„Das zeige ich dir“, ihre Tante zwinkerte ihr zu und öffnete die Tür. Hinter dieser offenbarte sich ein Raum mit Farbdosen, Leinwänden und Gemälden.
Die Prinzessin, die lieber malen möchte
„Wow! Ein echtes Atelier!“ Clara lief in den Raum und sah sich mit großen Augen um. Sie konnte es kaum glauben, dass es so einen fantastischen Raum hier gab.

„Ja, du kannst es gerne nutzen, wenn du es möchtest“.

„Aber Vater möchte nicht, dass ich male“.

„Keine Sorge, Clara, ich kümmere mich darum. Genieße du die Zeit hier“.

Tante Veronica hielt ihr Wort und von diesem Tag an erhielt Clara nicht nur die Erlaubnis, sondern wurde auch ermutigt, ihre künstlerischen Fähigkeiten zu erkunden und zu entwickeln. Das verlassene Atelier wurde zu ihrem kleinen Ort, an dem sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen konnte.

Es dauerte nicht lange, bis die Nachricht von der talentierten Prinzessin-Malerin sich im ganzen Königreich verbreitete, und Clara wurde bewundert, nicht nur für ihre königliche Herkunft, sondern auch für ihre einzigartige Gabe, die Welt durch ihre Kunst zu verzaubern.
Die Prinzessin, die lieber malen möchte Eines Nachmittags, als die Sonne ihre letzten Strahlen durch das Fenster warf und Clara gerade die letzten Züge eines Bildes vollendete, öffnete sich leise die Tür ihres Ateliers. Es war der König, der zufällig in der Nähe des Turms gewesen war. Natürlich wollte er nun wissen, wie die Kunstwerke seiner Tochter aussahen. Dennoch war er noch immer unzufrieden, dass seine Tochter diesen Unsinn im Kopf hatte.

„Clara, warum verbringst du deine Zeit mit diesen ... Zeichnungen?”, seine Stimme klang nicht glücklich.

Clara drehte sich überrascht um.

„Ich ... ich liebe es zu malen, Vater”, gestand sie, die Farben auf ihrer Palette fast vergessend. Der König betrachtete die Bilder genauer, seine Stirn in Falten gelegt. Doch je länger er schaute, desto mehr begann er, die Schönheit in den Pinselstrichen seiner Tochter zu erkennen.

„Wieso malst du denn so gerne, Clara?“, wollte der König dann wissen, um seine Tochter zu verstehen. Die junge Prinzessin lächelte einfach nur „Es macht mich einfach glücklich, Vater“. Sie wollte die Szenen, die sie sah, festhalten und mit anderen teilen.

Der König sah sich weiter um und ging einige Schritte durch das Atelier.

Nach einer Weile des Schweigens fasste der König einen unerwarteten Entschluss. „Clara, deine Bilder ... sie sind wunderbar. Das ganze Königreich sollte sie sehen.”

Claras Augen weiteten sich vor Überraschung und Freude. „Wirklich Vater? Das wäre fantastisch!“, sie drückte ihren Vater und strahlte ihn an.

Der König organisierte eine Ausstellung in den Gärten des Schlosses, um Claras Talent mit dem gesamten Königreich zu teilen.
Die Prinzessin, die lieber malen möchte Als der Tag der Ausstellung kam, strömten Menschen von überall her, um die Gemälde der Prinzessin zu bewundern. Sie staunten über die Farben und die Lebendigkeit der vielen Kunstwerke.

„So viel Schönheit”, flüsterten die Besucher, „die Prinzessin ist wirklich sehr talentiert.”

Der König stand abseits, beobachtete die Reaktionen und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er hatte nie erwartet, dass die verborgene Leidenschaft seiner Tochter solch eine Welle der Bewunderung und Freude auslösen könnte. Clara, die unter den Gästen umherging, fühlte sich unbeschreiblich glücklich, ihre Bilder mit anderen zu teilen.

Die Ausstellung wurde ein Erfolg und der König ermutigte seine Tochter weiter zu malen. Doch nicht nur Clara malte, das gesamte Königreich war inspiriert und viele Bewohner griffen nun selber zum Pinsel.

Eines Tages, als der König und Clara durch die Straßen schlenderten, bemerkten sie, wie die Bewohner ihre Kunstwerke stolz präsentierten. „Siehst du, Vater? Wie schön die Kunstwerke der Bewohner sind”, sagte Clara leise. Der König nickte zustimmend. „Du hattest recht, meine Tochter. Wahre Größe liegt darin, sich selbst treu zu sein. Deine Kunst hat uns allen gezeigt, wie wichtig es ist, unsere Träume zu leben.”

Als Clara und der König wieder in das Schloss zurückkehrten, wurden sie von Claras Tante Veronica empfangen. „Guten Abend, war euer Spaziergang schön?“, erkundigte sie sich. Die Prinzessin nickte aufgeregt und gluckste leise auf.
„Er war wunderbar! Das ganze Königreich malt nun ebenfalls! Es freut mich so sehr“, die Prinzessin stürmte los zu ihrem Atelier. Der Spaziergang hatte sie beflügelt, wieder zum Pinsel zu greifen.

Gegen Abend klopfte Tante Veronica an die Tür und trat in den Raum ein. „Guten Abend, Clara. Dein Vater schickt mich, dass es Abendessen gibt“, sie sah sich um „Außerdem möchte ich mir deine neuen Kunstwerke sehen“.

Clara strahlte ihre Tante an und ergriff ihre Hand, um ihr ihre Gemälde zu zeigen. Am Ende drehte sie sich zu Tante Veronica hin.

„Danke, dass du mich unterstützt hast, dass ich malen darf! Ohne dich hätte ich das nie geschafft“, sagte sie über glücklich. Ihre Augen strahlten vor Glück.

„Natürlich unterstütze ich dich. Doch dank deines Talents hast du das erreicht. Das warst du alleine“, Veronica strich ihr über die schwarzen Haare und lächelte ihre Nichte liebevoll an.

Zusammen mit ihrer Tante verließ sie das Atelier. Prinzessin Clara war froh, dass sie nun malen durfte. Der König hatte veranlasst, dass es jetzt einmal im Jahr eine Ausstellung gab, in der Clara ihre Kunstwerke ausstellen konnte. Es war immer ein freudiges Fest, wo alle Bewohner kamen und das Talent der Prinzessin bestaunten.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was macht Prinzessin Clara am liebsten, und warum ist das im Königreich ein Problem?

    Sie liebt es zu malen — Landschaften und Porträts, die das Leben im Königreich in aller Pracht einfangen. Im Königreich gilt Malen aber nicht als passende Beschäftigung für eine Prinzessin, die anderen lernen königliche Etikette und alte Geschichten.

  2. 2Was sagt König Arthur zu Claras Malerei?

    Sanft, aber bestimmt sagt er: „Clara, eine Prinzessin muss sich auf ihre Pflichten konzentrieren. Malen ist ein hübsches Hobby, aber es wird dir nicht helfen, eine weise Königin zu werden.“ Clara nickt nur und seufzt leise, weil ihr das Malen doch so viel Freude macht.

  3. 3Was zeigt Tante Veronica ihrer Nichte im höchsten Turm?

    Hinter der Tür liegt ein Raum voller Farbdosen, Leinwände und Gemälde — ein echtes Atelier. Clara war noch nie dort oben und kann kaum glauben, dass es so einen Raum gibt. Veronica sagt, sie dürfe ihn gern nutzen, und sie kümmere sich um den Vater.

  4. 4Wie ändert der König seine Meinung, als er Clara im Atelier findet?

    Zuerst klingt seine Stimme nicht glücklich, und er fragt, warum sie ihre Zeit mit diesen Zeichnungen verbringt. Dann betrachtet er die Bilder genauer, die Stirn in Falten gelegt — und je länger er schaut, desto mehr erkennt er die Schönheit in den Pinselstrichen seiner Tochter. Am Ende sagt er, das ganze Königreich solle sie sehen.

  5. 5Was passiert im Königreich nach der Ausstellung in den Schlossgärten?

    Menschen strömen von überall her und staunen über die Farben und die Lebendigkeit der Bilder. Danach ist das ganze Königreich inspiriert: Viele Bewohner greifen selbst zum Pinsel und zeigen ihre Kunstwerke stolz auf den Straßen. Von da an gibt es jedes Jahr eine Ausstellung.

Wörter aus der Geschichte

Etikette
die feinen Regeln dafür, wie man sich bei Hofe benimmt
Atelier
ein Raum, in dem jemand malt oder Kunst macht
Leinwand
der straff gespannte Stoff, auf den man mit Farbe malt
Porträts
gemalte Bilder, auf denen ein bestimmter Mensch zu sehen ist
Palette
das Brett, auf dem man die Farben nebeneinanderlegt und mischt

Zum Weitererzählen

  • Clara malt zuerst heimlich in einem verborgenen Winkel des Gartens. Warum versteckt man manchmal, was man am liebsten macht?
  • Tante Veronica sagt am Ende: „Das warst du alleine.“ Stimmt das, oder hat sie doch geholfen?
  • Der König braucht lange, bis er die Bilder schön findet. Was hat ihn wohl umgestimmt?
  • Wenn du einen ganzen Raum für dein Lieblingsding hättest — was stünde darin, und wen würdest du hineinlassen?
Passend zu dieser Geschichte

Band 2 – Die schwebende Stadt

Luna kommt in Band 2 dazu – sie kennt sich in der schwebenden Stadt aus, und ohne sie kämen Emil und Henry dort nicht weit. Kein Kleiderthema, sondern jemand, der weiß, was zu tun ist.

Oder gleich alle sechs Bände: 79,00 € statt 90,00 €

Die Prinzessin, die lieber malen möchte vorlesen – so wird der Abend rund

Clara ist eine Prinzessin, die sich nicht dafür interessiert, eine zu sein – das allein macht die Geschichte für viele Kinder interessant, die auch etwas anderes mögen als das, was von ihnen erwartet wird. Zehn Minuten, kein Streit, der wehtut. Am Ende richtet der König sogar eine Ausstellung ein; die Erwachsenen sind hier keine Gegner, sondern lernen dazu.

Warum „Die Prinzessin, die lieber malen möchte" zum Einschlafen passt

Es gibt keinen Streit und keine Strafe – Clara wird nicht bestraft, sondern am Ende unterstützt. Das hält die Geschichte über die ganzen zehn Minuten friedlich.

Der Schluss ist ein Fest, bei dem alle kommen und Claras Bilder anschauen. Ein zufriedenes, helles Ende ohne offene Fragen – gut für den Abend.

Wenn „Die Prinzessin, die lieber malen möchte" gefallen hat

Weiter mit Der Ostermalwettbewerb, Die Prinzessin auf der Erbse und Luisa und die Tanzpuppen. Mehr Ruhiges: Geschichten zum Einschlafen. Alles Weitere: alle 274 Kindergeschichten.

Häufige Fragen zu Die Prinzessin, die lieber malen möchte

Worum geht es in „Die Prinzessin, die lieber malen möchte"?

Prinzessin Clara interessiert sich nicht für Etikette und alte Geschichten, sondern fürs Malen. Am Ende richtet der König eine jährliche Ausstellung für sie ein.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa zehn Minuten.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa vier Jahren.

Gibt es Streit mit den Erwachsenen?

Nein. Clara wird nicht bestraft – die Erwachsenen lernen dazu und unterstützen sie am Ende.

Für welche Kinder passt sie?

Für Kinder, die etwas anderes mögen als das, was von ihnen erwartet wird.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

Download als PDF

Morgen Abend weiterlesen? Ritter Emil und Zauberer Henry gibt es gedruckt – sechs Bände zum Vorlesen ab vier Jahren, alle sechs zusammen 79,00 € statt 90,00 €.

Noch mehr Geschichten für heute Abend

Diese Geschichte ist eine von 214 kostenlosen Gute-Nacht-Geschichten auf emhema.de – alle zum Vorlesen und als PDF zum Ausdrucken.

  • Den 23. mit Kugelschreiber eingetragen

    Der längste Dezember

    7 Minuten Vorlesezeit

    Im Jahr, in dem Mattea zwölf wird, dauert der Dezember gefühlt neun Wochen. Es liegt daran, dass ihr Vater seit August in einer anderen Stadt arbeitet und erst am 23. kommt. Die drei...

  • Drei Wochen alt und über der Heizung

    Der Kranz, der zu früh brannte

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am vierten Advent brennen vier Kerzen auf einem Kranz, der seit drei Wochen auf der Heizung steht. Als alle kurz in der Küche sind, fängt er an zu brennen. Was dann passiert, dauert ...

  • Neunzig Minuten, immer gleich

    Der zweite Advent bei Frau Kroll

    4 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr am zweiten Advent besucht Familie Doric die Nachbarin von gegenüber, und jedes Jahr findet Elin das schrecklich. In diesem Jahr fällt der Besuch aus, weil Frau Kroll im Kr...

  • Der Dezember ist der längste Monat

    Warten ist ein Beruf

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am 2. Dezember erklärt Jost, dass Warten das Schlimmste sei, was es gibt. Sein Onkel, der bei der Bahn arbeitet, widerspricht ihm. Er zeigt ihm etwas, das Jost danach vier Wochen lan...

  • Der Kranz steht in der Mitte

    Das Wachs auf dem Tisch

    3 Minuten Vorlesezeit

    Am dritten Advent kippt eine Kerze um, und auf dem Esstisch liegt ein Fleck aus rotem Wachs. Der Tisch gehört der Familie seit vier Generationen. Was danach passiert, ist deutlich we...

  • Sechs Sorten auf dem Tisch

    Die Plätzchen, die keiner mochte

    3 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr backt Oma Rethmeier Anisplätzchen, und jedes Jahr isst sie niemand. In diesem Jahr sagt es ihr jemand. Was dann passiert, hätte niemand vorhergesehen.