Lina und die Mondblume

Lina und die Mondblume

Am Rande eines großen, dunklen Waldes lag ein kleines Dorf. In diesem Dorf lebte ein Mädchen namens Lina mit ihrem Großvater. Lina war ein neugieriges und abenteuerlustiges Kind, aber nichts faszinierte sie mehr als die Geschichten ihres Großvaters über eine geheimnisvolle Blume, die nur bei Vollmond blühte: die Mondblume. Es hieß, sie könne Wünsche erfüllen, doch nur wenige hatten je das Glück, sie zu finden.

Eines Nachts, als der Mond besonders hell durch ihr Fenster schien, entschied Lina, dass sie die Mondblume selbst finden möchte. Sie packte eine kleine Laterne, einen Umhang gegen die nächtliche Kälte und ein Stück ihres Lieblingskuchens für die Reise. „Ich werde die Mondblume finden, Großvater“, sagte sie mit einem Lächeln, während ihr Großvater zustimmend nickte.

Lina trat hinaus in die Nacht, geführt vom silbernen Schein des Mondes. Der Wald war still, abgesehen vom leisen Rauschen der Bäume und dem gelegentlichen Ruf einer Eule. Lina fühlte keine Angst, denn die Strahlen des Mondlichts, die ihren Weg erhellten, gaben ihr Mut.

Nachdem sie eine Weile durch den Wald gewandert war, kam Lina an einem verborgenen Garten vorbei. Dieser war von hohen Bäumen umgeben. In der Mitte des Gartens stand ein kleiner Teich. Lina trat näher an den See heran und sah, dass die Wasseroberfläche im Mondlicht glitzerte. Als Lina den Blick weiter über den See wandern ließ, entdeckte sie das, wonach sie gesucht hatte.

Lina und die Mondblume – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 9 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

Lina blieb wie gebannt stehen und ihr Herz schlug vor Aufregung ein wenig schneller. Die Mondblume war atemberaubend. Ihre Blütenblätter leuchteten im Mondlicht mit einem sanften, bläulichen Schimmer und sie strahlten eine warme, einladende Energie aus. Lina konnte ihren Blick nicht von der Blume abwenden. Sie setzte sich an den Rand des Teiches, zog den Kuchen aus ihrem Rucksack und begann zu essen, während sie die Schönheit der Blume bewunderte.

„Ich habe dich gefunden“, flüsterte sie. „Du bist noch schöner, als ich mir vorgestellt habe.“

Es war, als würde die Natur den Atem anhalten, als Lina ihre Hand ausstreckte, um die Blume zu berühren. Im Moment ihrer Berührung fühlte Lina eine Wärme durch ihren Körper fließen. Die Blume begann heller zu leuchten und der ganze Garten erhellte sich in einem zauberhaften Schimmer. Lina fühlte sich plötzlich leicht und unbeschwert.
Lina und die Mondblume In diesem magischen Moment hörte sie eine sanfte, melodische Stimme. „Lina“, flüsterte der Wind, oder so schien es ihr. „Dein reines Herz und dein mutiger Geist haben dich hierher geführt. Was ist dein Wunsch?“

Lina überlegte kurz. Sie hatte viele Träume, aber in diesem Augenblick erkannte sie, was ihr am wichtigsten war. „Ich wünsche mir, dass die Menschen und die Natur in Harmonie leben können“, sagte sie mit fester Stimme.

Die Stimme im Wind klang zufrieden. „Dein Wunsch ist edel und wird Wege finden, sich zu erfüllen. Behalte dein liebes Herz und sei immer eine Freundin der Natur.“

Plötzlich fühlte Lina, wie der Wind stärker wurde und die Blätter der Bäume lauter raschelten. Als sie wieder zum Teich blickte, war die Mondblume verschwunden. Doch in ihrem Herzen wusste sie, dass die Begegnung wahr gewesen war und ihr Wunsch gehört worden war.
Lina und die Mondblume Nachdem sie einige Zeit in Stille verbracht hatte, entschied Lina, dass es Zeit war, zurückzukehren. Plötzlich fiel ihr etwas ein. Sie hatte die Mondblume gefunden, aber wie sollte Lina ihrem Großvater die Blume zeigen?

„Ich habe eine Idee“, sagte sie. „Ich werde ein Bild für ihn malen.“ Lina holte ihr Tagebuch heraus und malte ein Bild von der Mondblume. Danach packte sie ihre Sachen zusammen und machte sie auf den Weg nach Hause.

Als sie wieder in ihrem Dorf ankam, war ihr Großvater noch wach, wartend. „Ich habe sie gefunden, Großvater! Die Mondblume!“, rief Lina aus, während sie ihr Tagebuch öffnete, um ihm das Bild zu zeigen.

Ihr Großvater lächelte weise. „Ich wusste, dass du es schaffen würdest, mein Kind.“

Lina ging ins Bett, das Herz voller Freude und der Kopf gefüllt mit Träumen von weiteren Abenteuern. Und während sie einschlief, wusste sie, dass die Welt voller Geheimnisse war, die nur darauf warteten, entdeckt zu werden, genau wie die Mondblume, die im Mondlicht blühte.

Als sie am nächsten Morgen erwachte, war ihr Entschluss gefasst: Sie wollte mehr über den Wald und seine geheimnisvollen Pflanzen erfahren.

Mit diesem neuen Ziel vor Augen begann Lina, Bücher über magische Pflanzen zu lesen, die ihr Großvater in seiner Bibliothek gesammelt hatte. Sie lernte über die Geheimnisse des Waldes und die seltenen Kräuter, die in alten Legenden erwähnt wurden. Mit jedem Buch, das sie las, wuchs ihre Begeisterung. Sie zeichnete eine Karte, auf der mögliche Orte markiert waren, an denen sie magische Pflanzen finden konnte.
Lina und die Mondblume Ausgerüstet mit ihrer Karte, einer neuen Laterne und einer Schachtel, in der sie ihre Entdeckungen sammeln konnte, machte sie sich auf den Weg. Der Wald um sie herum war mit den Geräuschen der Natur sehr lebendig. Vögel sangen in den Baumkronen und irgendwo in der Ferne hörte man das Plätschern eines Baches. Lina folgte dem Klang, bis sie zu einer Lichtung kam, die von der Abenddämmerung in ein weiches Licht getaucht war.

Dort, im sanften Schein des abnehmenden Mondes, entdeckte sie einen Kreis aus zarten, silbernen Blüten, die sanft im Wind wiegten. Sie erinnerte sich an die Legenden, die sie gelesen hatte. Dies waren Mondtränen, eine weitere seltene Pflanze.

Begeistert von ihrer Entdeckung sammelte Lina vorsichtig einige der Blüten in ihrer Schachtel. Sie achtete darauf, nicht zu viel zu nehmen. Sie wusste, dass jede Pflanze im Wald einen Zweck hatte und sie wollte das Gleichgewicht der Natur nicht stören.
Mit der Schachtel voller Mondtränen machte sie sich auf den Rückweg nach Hause. Der Wald schien jetzt noch geheimnisvoller, aber gleichzeitig auch vertrauter. Tiere, die sich zuvor versteckt hatten, zeigten sich nun und Lina fühlte sich, als ob sie ein Teil dieser magischen Welt war.

Zu Hause angekommen, zeigte sie ihrem Großvater die Mondtränen. Er hörte aufmerksam zu, während sie von ihrer Reise erzählte, und lächelte weise, als sie endete. „Du hast heute mehr als nur eine seltene Blume gefunden, Lina“, sagte er. „Du hast jetzt eine Verbindung zu dem Wald und seinen Bewohnern.“

In den folgenden Wochen und Monaten setzte Lina ihre Ausflüge fort. Jede Entdeckung hielt sie dabei sorgfältig in ihrem Tagebuch fest. Sie fand Nachtschattenblüten, die in völliger Dunkelheit leuchteten, Flüstergras, das Geschichten alter Zeiten erzählte und viele andere Wunder.

Ihre Abenteuer und Entdeckungen wurden zu Geschichten, die sie mit anderen Kindern im Dorf teilte und bald schlossen sich ihr einige bei ihren nächtlichen Expeditionen an. Lina war nicht nur eine Entdeckerin geworden, sondern auch eine Hüterin des Waldes. Eine Rolle, die sie mit Stolz annahm.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wer erzählt Lina von der Mondblume, und was soll diese Blume können?

    Ihr Großvater erzählt ihr davon. Die Mondblume blüht nur bei Vollmond und soll Wünsche erfüllen — aber nur wenige haben je das Glück, sie zu finden.

  2. 2Was packt Lina ein, bevor sie nachts in den Wald geht?

    Eine kleine Laterne, einen Umhang gegen die nächtliche Kälte und ein Stück von ihrem Lieblingskuchen. Ihr Großvater nickt zustimmend, als sie sagt, dass sie die Mondblume finden wird.

  3. 3Was wünscht sich Lina, als die Stimme im Wind sie nach ihrem Wunsch fragt?

    Sie überlegt kurz und sagt dann mit fester Stimme: „Ich wünsche mir, dass die Menschen und die Natur in Harmonie leben können.“ Die Stimme findet den Wunsch edel und bittet sie, immer eine Freundin der Natur zu bleiben.

  4. 4Wie zeigt Lina ihrem Großvater die Mondblume, obwohl die Blume verschwunden ist?

    Sie holt ihr Tagebuch heraus und malt ein Bild von der Blume. Zu Hause schlägt sie das Tagebuch auf, und der Großvater lächelt und sagt, er habe gewusst, dass sie es schafft.

  5. 5Was macht Lina in den Wochen und Monaten nach dieser Nacht?

    Sie liest die Bücher aus der Bibliothek ihres Großvaters, zeichnet eine Karte und geht immer wieder los. Sie findet Mondtränen, Nachtschattenblüten und Flüstergras — und wird schließlich eine Entdeckerin und eine Hüterin des Waldes, der sich andere Kinder anschließen.

Wörter aus der Geschichte

Umhang
ein weiter Mantel ohne Ärmel, den man sich um die Schultern legt
Laterne
eine kleine Lampe zum Tragen, in der das Licht vor dem Wind geschützt ist
Lichtung
eine freie Stelle mitten im Wald, wo keine Bäume stehen
Kräuter
besondere Pflanzen, aus denen man Tee oder Medizin machen kann
Hüterin
jemand, der auf etwas aufpasst und es beschützt

Zum Weitererzählen

  • Lina nimmt von den Mondtränen nur ein paar Blüten mit. Warum ist ihr das so wichtig?
  • Warum hat Lina im dunklen Wald wohl überhaupt keine Angst?
  • Der Großvater sagt, Lina habe mehr gefunden als eine seltene Blume. Was meint er damit?
  • Wenn eine Stimme im Wind dich nach deinem Wunsch fragen würde — was würdest du antworten?
Wenn heute nach oben geschaut wurde

Band 2 – Die schwebende Stadt

Wer bei dieser Geschichte in den Himmel geschaut hat, ist in Band 2 richtig: Emil und Henry finden eine alte Karte und steigen zu einer Stadt hinauf, die über den Wolken hängt.

Oder gleich alle sechs Bände: 79,00 € statt 90,00 €

Lina und die Mondblume vorlesen – so wird der Abend rund

Lina kennt die Mondblume aus den Geschichten ihres Großvaters – und geht sie suchen. Die Verbindung zwischen Erzählen und Losgehen ist der schönste Teil dieser Geschichte und ein guter Anlass, danach über Großeltern zu sprechen. Neun Minuten, nachts im Wald, aber ohne Bedrohung. Wer beim Vorlesen den Vollmond langsam beschreibt, hat die richtige Stimmung.

Warum „Lina und die Mondblume" zum Einschlafen passt

Der nächtliche Wald ist hier ein Ort zum Entdecken, nicht zum Fürchten – es gibt keinen Gegner und keinen Schreckmoment.

Der Schluss ist ungewöhnlich: Lina erzählt selbst weiter, und andere Kinder gehen mit. Aus der Zuhörerin wird eine Erzählerin. Für ein Kind, dem gerade vorgelesen wird, ist das ein besonders passender letzter Gedanke.

Wenn „Lina und die Mondblume" gefallen hat

Weiter mit Der Mondhase und die Sternenlichter, Leni und das Geheimnis der Katzen und Der Sternenfänger. Mehr über den Nachthimmel: Sternengeschichten. Alles Weitere: alle 274 Kindergeschichten.

Häufige Fragen zu Lina und die Mondblume

Worum geht es in „Lina und die Mondblume"?

Linas Großvater erzählt von einer Blume, die nur bei Vollmond blüht und Wünsche erfüllen soll. Lina macht sich auf, sie zu finden.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa neun Minuten.

Ist der nächtliche Wald unheimlich?

Nein. Er ist ein Ort zum Entdecken – es gibt keinen Gegner und keinen Schreckmoment.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa fünf Jahren.

Wie endet die Geschichte?

Damit, dass Lina selbst zur Erzählerin wird und andere Kinder mitnimmt – aus der Zuhörerin wird eine Hüterin des Waldes.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

Download als PDF

Morgen Abend weiterlesen? Ritter Emil und Zauberer Henry gibt es gedruckt – sechs Bände zum Vorlesen ab vier Jahren, alle sechs zusammen 79,00 € statt 90,00 €.

Noch mehr Geschichten für heute Abend

Diese Geschichte ist eine von 214 kostenlosen Gute-Nacht-Geschichten auf emhema.de – alle zum Vorlesen und als PDF zum Ausdrucken.

  • Den 23. mit Kugelschreiber eingetragen

    Der längste Dezember

    7 Minuten Vorlesezeit

    Im Jahr, in dem Mattea zwölf wird, dauert der Dezember gefühlt neun Wochen. Es liegt daran, dass ihr Vater seit August in einer anderen Stadt arbeitet und erst am 23. kommt. Die drei...

  • Drei Wochen alt und über der Heizung

    Der Kranz, der zu früh brannte

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am vierten Advent brennen vier Kerzen auf einem Kranz, der seit drei Wochen auf der Heizung steht. Als alle kurz in der Küche sind, fängt er an zu brennen. Was dann passiert, dauert ...

  • Neunzig Minuten, immer gleich

    Der zweite Advent bei Frau Kroll

    4 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr am zweiten Advent besucht Familie Doric die Nachbarin von gegenüber, und jedes Jahr findet Elin das schrecklich. In diesem Jahr fällt der Besuch aus, weil Frau Kroll im Kr...

  • Der Dezember ist der längste Monat

    Warten ist ein Beruf

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am 2. Dezember erklärt Jost, dass Warten das Schlimmste sei, was es gibt. Sein Onkel, der bei der Bahn arbeitet, widerspricht ihm. Er zeigt ihm etwas, das Jost danach vier Wochen lan...

  • Der Kranz steht in der Mitte

    Das Wachs auf dem Tisch

    3 Minuten Vorlesezeit

    Am dritten Advent kippt eine Kerze um, und auf dem Esstisch liegt ein Fleck aus rotem Wachs. Der Tisch gehört der Familie seit vier Generationen. Was danach passiert, ist deutlich we...

  • Sechs Sorten auf dem Tisch

    Die Plätzchen, die keiner mochte

    3 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr backt Oma Rethmeier Anisplätzchen, und jedes Jahr isst sie niemand. In diesem Jahr sagt es ihr jemand. Was dann passiert, hätte niemand vorhergesehen.