Mimi Maus und ihre Spielsachen

Mimi Maus und ihre Spielsachen

In einem verträumten Waldstück, verborgen unter dem dichten Blätterdach alter Eichen, befand sich das gemütliche Zuhause von Mimi Maus. Ihr Nest, liebevoll mit weichen Federn und duftenden Blüten ausgestattet, glich einem verborgenen Juwel, umgeben von der Magie der Natur. Mimi war im ganzen Wald dafür bekannt, eine Sammlung der schönsten Spielsachen zu besitzen. Von glänzend polierten Murmeln, die im Sonnenlicht funkelten, bis hin zu bunten Bändern, die lebendig im Wind wehten – Mimi hatte sie alle. Doch so prachtvoll ihre Sammlung auch war, Mimi hielt sie stets für sich. Sie spielte am liebsten allein, umgeben von ihren kostbaren Schätzen, die sie mit niemandem teilte.

In Mimis Welt galt eine einfache Regel: Was ihr gehörte, blieb ihr.

Sie konnte sich nicht vorstellen, ihre Spielsachen mit jemand anderem zu teilen. Die Vorstellung allein, dass jemand anderes ihre geliebten Gegenstände berühren könnte, ließ sie zusammenzucken.

Eines Tages, während Mimi in der Mittagssonne saß und ihre Murmeln nach Farben sortierte, näherte sich ein neugieriges Eichhörnchen-Mädchen. „Hallo, Mimi! Deine Murmeln glänzen so schön. Darf ich mit dir spielen?”, fragte das Eichhörnchen namens Anja mit einem hoffnungsvollen Blick.

Mimi schaute auf, ihre Pfote fest um eine besonders schön glänzende Murmel geschlossen. „Nein, tut mir leid. Das sind meine Spielsachen. Ich spiele lieber allein”, antwortete sie, ohne die Enttäuschung im Gesicht des Eichhörnchens Anja zu bemerken.

Mimi Maus und ihre Spielsachen – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 11 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

„Wieso möchtest du denn nicht mit anderen spielen?“, wollte Anja wissen. Sie befürchtete, dass Mimi sie nicht leiden konnte. Dabei hatte das Eichhörnchen-Mädchen die Maus noch nie mit anderen Tieren spielen sehen. Es hatte ihr Sorge bereitet, dass Mimi einsam war.

„Ich mag es nicht, wenn jemand meine Spielsachen anfasst. Sie gehören mir“, erklärte die Maus und drückte die Murmel enger an sich. Sie machte sich außerdem große Sorgen, dass plötzlich eines ihrer wertvollen Spielsachen fehlen könnte. Das wollte sie sich gar nicht erst ausmalen!

Anja zuckte leicht mit den Schultern und meinte nur: „Schade. Aber wenn du es dir anders überlegst, ich bin nicht weit. Deine Murmeln sind wirklich die schönsten im ganzen Wald.”

Nachdem das Eichhörnchen wieder verschwunden war, wandte sich Mimi wieder ihren Spielsachen zu. Doch das Glitzern der Murmeln schien plötzlich nicht mehr ganz so hell. Sie fragte sich, ob ihre Spielsachen wirklich nur ihr allein Freude bereiten sollten.
Mimi Maus und ihre Spielsachen Trotz dieses kleinen Zweifels schüttelte Mimi den Gedanken schnell wieder ab. „Was mir gehört, bleibt mein”, wiederholte sie leise für sich und legte die hübsche Murmel zu den anderen zurück.

Ein paar Tage später kehrte Aufregung in den Teil des Waldes ein. Es gab einen neuen Bewohner! Spike, das freundliche Stachelschwein. Verwunderlich war, dass er nichts als ein paar alte Kiefernzapfen dabei hatte. Diese waren jedoch in seinen Augen wundervolle Spielsachen. Mimi Maus, die aus der Ferne zusah, wie sich Spike ein Nest baute und sein Hab und Gut aufbaute, konnte nicht verstehen, wie Spike so viel Freude an so einfachen Dingen fand.

Tag für Tag beobachtete sie das Stachelschwein, wie es lachte und spielte, vollkommen zufrieden mit dem, was er hatte.

Nach einigen Tagen des Nachdenkens und Zögerns entschloss sich Mimi zu einem mutigen Schritt. Sie nahm eine ihrer glitzernden Murmeln und rollte sie vorsichtig in Spikes Richtung.
Mimi Maus und ihre Spielsachen Die Überraschung und Freude in Spikes Augen, als er die Murmel fand, war unbeschreiblich. Er blickte auf, suchte nach dem Ursprung dieses Geschenks und als sich ihre Blicke trafen, breitete sich ein breites Lächeln auf seinem Gesicht aus.

„Möchtest du mit mir spielen?”, fragte Spike, die Murmel in der Hand haltend und zu Mimi schauend. Mimi, die sich bisher immer gescheut hatte, ihre Spielsachen zu teilen, fühlte sich plötzlich überwältigt von einer Welle der Aufregung. „Ja, das möchte ich sehr gerne”, antwortete sie schließlich glücklich.

Was zunächst als vorsichtiges Angebot begann, entwickelte sich rasch zu einer tiefen Freundschaft. Täglich kamen Mimi und Spike zusammen, um gemeinsam zu spielen und Abenteuer zu erleben. Zu Mimis Erstaunen bereicherte das Teilen ihrer Schätze das Spielerlebnis um ein Vielfaches.

Mimi zeigte Spike, wie man mit den Murmeln Ziele treffen konnte, indem sie sie sanft zwischen den Wurzeln der Bäume rollen ließen. Gleichzeitig waren die funkelnden Perlen sehr gut geeignet, um sie zu verstecken und anschließend zu suchen. Sie konnten gemeinsam Formen mit den Murmeln bauen und austesten, wer diese am weitesten rollen konnte. Spike hatte am Anfang noch Probleme damit, doch Mimi freute sich, ihm zeigen zu können, wie er die Murmeln richtig in den Pfoten halten musste.

Spike brachte Mimi mit seiner geschickten Art bei, wie die Kiefernzapfen in einem lustigen Wettrennen über kleine, aus Zweigen gebaute Rampen springen konnten. Zusammen lachten sie über die unerwarteten Sprünge und Drehungen ihrer einzigartigen Spielzeuge und jeder Erfolg wurde gemeinsam gefeiert.
Mimi Maus und ihre Spielsachen Doch das war erst der Anfang. In den folgenden Tagen gesellten sich weitere Tiere des Waldes zu ihnen. Wanda, die Libelle und Freddy, der Biber, wurden Teil ihrer Spielrunden. Gemeinsam erfanden sie neue Spiele, lachten zusammen und erlebten Abenteuer, die Mimi nie für möglich gehalten hätte.

Eines Tages, als sie nach einem langen Spielnachmittag zusammensaßen, sagte Mimi: „Ich hätte nie gedacht, dass Teilen so viel Freude bereiten kann. Eure Freundschaft bedeutet mir mehr als alle Spielsachen der Welt.”

Spike antwortete mit einem Grinsen: „Uns bedeutet diese Freundschaft auch viel! Es macht so viel Spaß, die Abenteuer mit euch zu erleben. Ich bin froh, hierher gekommen zu sein.”

Wanda, die über ihnen in der Luft schwebte, ließ sich neben Mimi nieder und sagte: „Und wir haben gelernt, dass Freundschaft das schönste Geschenk ist, das man teilen kann.”

Freddy, der mit einem Stock im Wasser planschte, fügte hinzu: „Genau, Mimi. Und das Beste daran ist, dass Freundschaft wächst, je mehr man sie teilt.”

Mimi hatte in der Zeit ein Tier nicht vergessen und sie wollte es wiedergutmachen, dass sie so gemein gewesen war.

Entschlossen, den verlorenen Moment wiedergutzumachen, machte sich Mimi am nächsten Tag auf die Suche nach dem Eichhörnchen-Mädchen namens Anja. Sie fand sie schließlich auf einer Lichtung, wo das Eichhörnchen versuchte, aus kleinen Zweigen und Blättern ein eigenes Spiel zu basteln.

„Hallo Anja“, begrüßte Mimi das Eichhörnchen, das sie überrascht ansah. Mit der Maus hatte sie gar nicht mehr gerechnet. „Hallo Mimi, wie geht es dir?“, fragte Anja freundlich wie immer.

„Ich wollte mich entschuldigen, dass ich vor ein paar Tagen so gemein zu dir gewesen bin“, erklärte Mimi und senkte etwas den Kopf. Jetzt, wo sie erkannt hat, wie viel Spaß es macht, die Freude zu teilen, schämte sie sich.
„Das ist schon in Ordnung, Mimi. Ich verzeihe dir“, sagte Anja und klopfte Mimi auf die Schulter. Die Maus strahlte sie daraufhin an. Sie hatte schon Sorge gehabt, dass sie das Eichhörnchen-Mädchen verschreckt hatte.

„Wirklich? Möchtest du mit mir und meinen Murmeln spielen?”, fragte Mimi, eine ihrer schönsten Murmeln hervorholend.

Das Gesicht des Eichhörnchens erhellte sich und mit einem freudigen „Ja” begann eine weitere Freundschaft zu blühen.

Anja nahm ihre Blätter und Stöcker an sich, um Mimi zu ihren anderen Freunden zu folgen. Durch die vielen unterschiedlichen Tiere und Spielsachen hatte sich eine beachtliche Sammlung zusammengetragen. Täglich kamen sie auf eine neue Idee, denn ihrer Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Die Maus hatte gelernt, ihre Spielsachen zu teilen und auf diese Art neue Freunde gefunden. Mimi war durch diese Erkenntnis zu einer anderen Maus geworden. Sie war freundlich und hilfsbereit zu anderen und nicht mehr besitzergreifend oder gar egoistisch. Denn Teilen war besser als allein zu sein.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was sammelt Mimi Maus, und wie geht sie mit ihren Sachen um?

    Sie besitzt die schönste Spielsachensammlung im ganzen Wald: glänzend polierte Murmeln und bunte Bänder, die im Wind wehen. Aber sie behält alles für sich, denn in Mimis Welt gilt eine einfache Regel: Was ihr gehört, bleibt ihr.

  2. 2Was möchte das Eichhörnchen Anja, und was antwortet Mimi?

    Anja fragt hoffnungsvoll, ob sie mitspielen darf. Mimi drückt ihre Murmel fester und sagt: „Nein, tut mir leid. Das sind meine Spielsachen. Ich spiele lieber allein.“ Die Enttäuschung in Anjas Gesicht bemerkt sie gar nicht.

  3. 3Wer zieht neu in den Wald, und was hat er dabei?

    Spike, das freundliche Stachelschwein. Er bringt nichts mit außer ein paar alten Kiefernzapfen — und für ihn sind das wundervolle Spielsachen. Mimi beobachtet ihn Tag für Tag und versteht nicht, wie er an so einfachen Dingen so viel Freude hat.

  4. 4Was ist Mimis mutiger Schritt?

    Nach einigen Tagen des Nachdenkens nimmt sie eine ihrer glitzernden Murmeln und rollt sie vorsichtig zu Spike hinüber. Er strahlt übers ganze Gesicht und fragt: „Möchtest du mit mir spielen?“ — und Mimi sagt Ja.

  5. 5Wie macht Mimi es bei Anja wieder gut?

    Sie sucht das Eichhörnchen auf einer Lichtung und entschuldigt sich dafür, dass sie so gemein war. Anja verzeiht ihr sofort, und mit einem freudigen „Ja“ auf Mimis Frage beginnt eine weitere Freundschaft.

Wörter aus der Geschichte

Murmeln
kleine bunte Glaskugeln, mit denen man spielen und zielen kann
Stachelschwein
ein Tier mit langen, spitzen Stacheln auf dem Rücken
Kiefernzapfen
die braunen Zapfen, die an einer Kiefer wachsen
Libelle
ein schlankes Insekt mit vier durchsichtigen Flügeln, das gern am Wasser fliegt
besitzergreifend
wenn jemand nichts hergeben mag, weil alles ihm allein gehören soll

Zum Weitererzählen

  • Warum glänzen Mimis Murmeln nach Anjas Besuch plötzlich nicht mehr so hell?
  • Spike freut sich über ein paar Kiefernzapfen. Was ist für dich ein tolles Spielzeug, das gar nichts kostet?
  • Gibt es etwas, das du nur ungern herleihst? Und woran liegt das?
  • Wenn du morgen jemandem eine Freude machen wolltest, so wie Mimi mit der Murmel — was würdest du tun?
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Mimi Maus und ihre Spielsachen vorlesen – so wird der Abend rund

Mimi hat die schönsten Spielsachen im ganzen Wald und will keines davon hergeben – ein Thema, das in fast jedem Kinderzimmer vorkommt. Die Geschichte verurteilt sie dafür nicht, sie lässt sie merken, was ihr fehlt. Elf Minuten. Beim Vorlesen die Aufzählung der Spielsachen ruhig genießen; Kinder hören dort sehr genau hin.

Warum „Mimi Maus und ihre Spielsachen" zum Einschlafen passt

Es gibt keinen Streit und keine Strafe – Mimi verliert nichts, sie gewinnt etwas dazu. Die Geschichte bleibt über die ganze Länge freundlich.

Der Schluss ist eine ruhige Feststellung: Teilen war besser als allein zu sein. Kein Ereignis, sondern eine Erkenntnis – gut geeignet, um den Abend leise ausklingen zu lassen.

Wenn „Mimi Maus und ihre Spielsachen" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Mimi Maus und ihre Spielsachen

Worum geht es in „Mimi Maus und ihre Spielsachen"?

Mimi Maus besitzt die schönste Spielzeugsammlung im ganzen Wald – und niemanden, mit dem sie spielt. Bis sie anfängt zu teilen.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa elf Minuten.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa vier Jahren.

Wird Mimi bestraft?

Nein. Sie verliert nichts – sie merkt nur, was ihr fehlt, und gewinnt etwas dazu.

Passt sie zum Thema Teilen?

Genau dafür. Die Geschichte endet mit der Erkenntnis, dass Teilen besser ist als allein zu sein.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

Download als PDF

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