Niklas und der Wunschzettel

Niklas und der Wunschzettel

Es war einmal ein kleiner Junge namens Niklas, der voller Vorfreude auf Weihnachten wartete. Mit seinen sechs Jahren war er alt genug, um die Magie dieser besonderen Zeit zu verstehen. Niklas liebte es, wenn die Straßen mit glitzernden Lichtern geschmückt waren und der Duft von frisch gebackenen Plätzchen in der Luft lag. Er konnte es kaum erwarten, den Weihnachtsbaum zu schmücken und die fröhlichen Lieder zu singen. Aber am meisten freute er sich darauf, seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann zu schreiben. Jede Nacht träumte er von den Geschenken, die er sich wünschte und von der Freude, die er am Weihnachtsmorgen empfinden würde.

Eines Tages setzte sich Niklas an seinen kleinen Schreibtisch und holte Papier und Buntstifte hervor. Mit größter Sorgfalt begann er, seinen Wunschzettel zu schreiben. Ganz oben auf der Liste stand ein glänzendes, rotes Fahrrad. Niklas stellte sich vor, wie er damit durch den Park fahren und den Wind in seinen Haaren spüren würde. Als nächstes wünschte er sich einen großen, flauschigen Teddybären, den er nachts fest in seinen Armen halten konnte. Und schließlich ein Bilderbuch über Abenteuer in fernen Ländern, das seine Fantasie beflügeln würde.

Mit einem Lächeln im Gesicht malte Niklas bunte Bilder neben seine Wünsche. Er war so vertieft in seine Arbeit, dass er gar nicht bemerkte, wie sich draußen der Wind erhob. Gerade als er den letzten Wunsch aufgeschrieben hatte, kam eine starke Windböe durch das offene Fenster und wirbelte den Wunschzettel davon. Niklas sprang auf und versuchte, ihn zu fangen, aber es war zu spät. Der Zettel wurde vom Wind davongetragen und verschwand in den grauen Wolken am Himmel. Niklas schaute ihm fassungslos hinterher, Tränen stiegen ihm in die Augen. Wie sollte der Weihnachtsmann nun wissen, was er sich wünschte?

Niklas und der Wunschzettel – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 11 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

Doch Niklas gab nicht auf. Er zog seine wärmste Jacke an, setzte seine Mütze auf und machte sich entschlossen auf die Suche nach dem verlorenen Wunschzettel. Als er aus der Haustür trat, empfing ihn eine zauberhafte Winterlandschaft. Dicke Schneeflocken tanzten vom Himmel und bedeckten die Straßen und Dächer mit einer glitzernden weißen Decke. Die Bäume waren mit funkelnden Eiszapfen geschmückt und bunte Lichterketten erhellten die Dunkelheit.

Niklas stapfte durch den knirschenden Schnee, sein Atem bildete kleine Wolken in der kalten Luft. Überall um ihn herum herrschte geschäftiges Treiben. Menschen eilten mit Einkaufstüten bepackt durch die Straßen, Kinder lachten und spielten im Schnee. Der Duft von gebrannten Mandeln und Lebkuchen erfüllte die Luft und weckte in Niklas ein warmes Gefühl.
Niklas und der Wunschzettel Auf seiner Suche begegnete Niklas vielen freundlichen Menschen. Eine ältere Dame schenkte ihm einen selbstgebackenen Keks und wünschte ihm viel Glück. Ein Postbote, der gerade seine Runde drehte, versprach, die Augen nach dem Wunschzettel offen zu halten. Sogar die Tiere schienen zu spüren, dass Niklas Hilfe brauchte. Ein Eichhörnchen hüpfte aufgeregt um ihn herum, als wollte es ihm den Weg weisen und ein Rotkehlchen zwitscherte ermunternd von einem verschneiten Ast.

Niklas war dankbar für jedes aufmunternde Wort und jede helfende Hand. Obwohl er seinen Wunschzettel noch nicht gefunden hatte, spürte er, wie die Magie von Weihnachten sein Herz erwärmte. Mit jedem Schritt wurde ihm klarer, dass es nicht nur um die Geschenke ging, sondern um das Gefühl von Zusammenhalt.
Niklas und der Wunschzettel Auf seiner Suche nach dem Wunschzettel erlebte Niklas wunderbare Momente, die ihm die wahre Bedeutung von Weihnachten näherbrachten. In einem kleinen Park traf er auf einen weisen alten Mann, der auf einer Bank saß und die vorbeieilenden Menschen beobachtete. Der Mann lächelte Niklas an und winkte ihn zu sich herüber.

„Mein junger Freund“, sagte der Mann mit sanfter Stimme, „ich sehe, dass du etwas verloren hast. Aber lass mich dir eines sagen: Die wichtigsten Dinge im Leben kann man nicht auf einen Zettel schreiben. Sie kommen von Herzen und erfüllen uns mit Liebe.“

Niklas setzte sich neben den Mann und lauschte seinen Worten. Er erzählte ihm von den vielen Weihnachtsfesten, die er erlebt hatte, und von den kostbaren Erinnerungen, die er mit seiner Familie teilte. Der alte Mann ermutigte Niklas, die kleinen Wunder um ihn herum zu entdecken und dankbar für das zu sein, was er hatte.

Inspiriert von den weisen Worten des Mannes, begann Niklas, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Er bemerkte die strahlenden Gesichter der Kinder, die voller Begeisterung Weihnachtslieder sangen und die liebevollen Gesten der Menschen, die sich umarmten und beschenkten.

Als Niklas seinen Weg fortsetzte, sah er eine Gruppe von Obdachlosen, die in einer Gasse Schutz vor der Kälte suchten. Ohne zu zögern, nahm er seinen Schal ab und reichte ihn einem frierenden Mann. Der Mann dankte ihm mit Tränen in den Augen und wünschte ihm frohe Weihnachten. Niklas spürte ein warmes Gefühl in seinem Herzen, das ihm zeigte, wie viel Freude es bereiten konnte, anderen zu helfen.
Niklas und der Wunschzettel Später traf Niklas auf ein kleines Mädchen, das traurig auf einer Parkbank saß. Sie hatte ihr Lieblingsspielzeug verloren und konnte es nirgends finden. Niklas tröstete sie und versprach, ihr bei der Suche zu helfen. Gemeinsam durchkämmten sie den Park und fanden schließlich den vermissten Teddy unter einem Busch. Das Lächeln auf dem Gesicht des Mädchens war das schönste Geschenk, das Niklas an diesem Tag erhielt.

Mit jeder Begegnung und jeder guten Tat wuchs Niklas' Verständnis für die wahre Magie von Weihnachten. Er erkannte, dass es nicht die Geschenke waren, die ihn glücklich machten, sondern die Liebe und das Mitgefühl, die er mit anderen teilte. Als die Sonne langsam unterging und die Straßenlaternen ihr warmes Licht verbreiteten, machte sich Niklas auf den Heimweg. Und obwohl er seinen Wunschzettel noch immer nicht gefunden hatte, fühlte sich Niklas reicher und erfüllter als je zuvor.

Zu Hause angekommen, wurde Niklas von seiner Familie mit offenen Armen empfangen. Sie saßen gemeinsam im Wohnzimmer, das von den sanften Lichtern des Weihnachtsbaumes erhellt wurde. Niklas erzählte ihnen von seinen Abenteuern und den besonderen Menschen, denen er begegnet war. Er berichtete von dem weisen alten Mann im Park, der ihm die Augen für die wichtigen Dinge im Leben geöffnet hatte und von dem Obdachlosen, dem er seinen Schal geschenkt hatte.

Niklas Eltern hörten aufmerksam zu und waren gerührt von den Erfahrungen ihres Sohnes. Sie erkannten, wie sehr er an diesem Tag gewachsen war und wie viel er über die Bedeutung von Mitgefühl und Nächstenliebe gelernt hatte. Niklas Vater legte ihm liebevoll die Hand auf die Schulter und sagte: „Mein Sohn, du hast heute etwas sehr Wertvolles gefunden. Nicht deinen Wunschzettel, sondern die Erkenntnis, dass Weihnachten nicht nur von Geschenken lebt.“
Am Weihnachtsmorgen erwachte Niklas voller Vorfreude. Doch als er unter den Weihnachtsbaum blickte, sah er zu seiner Überraschung nur wenige Geschenke. Für einen kurzen Moment war er enttäuscht, doch dann erinnerte er sich an die wertvollen Lektionen, die er auf seiner Suche nach dem Wunschzettel gelernt hatte.

Niklas setzte sich zu seiner Familie und sie lachten, erzählten Geschichten und genossen die gemeinsame Zeit. In diesem Moment erkannte Niklas, dass das größte Geschenk von allen die Liebe und Verbundenheit seiner Familie war.

Plötzlich klopfte es an der Tür. Niklas Vater öffnete und fand einen Korb mit Geschenken und einen Brief, der an Niklas adressiert war. Mit zitternden Händen öffnete Niklas den Umschlag und fand darin seinen verloren geglaubten Wunschzettel. Auf der Rückseite stand eine Nachricht: „Lieber Niklas, deine selbstlose Güte und dein mitfühlendes Herz sind die größten Geschenke, die du mir und der Welt machen konntest. Du hast die wahre Bedeutung von Weihnachten verstanden. Frohe Weihnachten, dein Weihnachtsmann.“

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was schreibt Niklas auf seinen Wunschzettel?

    Ganz oben steht ein glänzendes, rotes Fahrrad, mit dem er durch den Park fahren möchte. Dann ein großer, flauschiger Teddybär zum Festhalten in der Nacht — und schließlich ein Bilderbuch über Abenteuer in fernen Ländern.

  2. 2Wie verliert Niklas den Zettel?

    Während er malt, erhebt sich draußen der Wind. Gerade als er den letzten Wunsch aufgeschrieben hat, kommt eine starke Windböe durch das offene Fenster und wirbelt den Zettel davon, hinauf in die grauen Wolken.

  3. 3Wem begegnet Niklas bei seiner Suche in der Stadt?

    Einer älteren Dame, die ihm einen selbstgebackenen Keks schenkt, einem Postboten, der die Augen offen halten will, einem Eichhörnchen und einem Rotkehlchen. Und einem weisen alten Mann im Park, der sagt: „Die wichtigsten Dinge im Leben kann man nicht auf einen Zettel schreiben.“

  4. 4Was gibt Niklas dem frierenden Mann in der Gasse?

    Ohne zu zögern nimmt er seinen Schal ab und reicht ihn ihm. Der Mann dankt ihm mit Tränen in den Augen — und Niklas spürt ein warmes Gefühl im Herzen.

  5. 5Was liegt am Weihnachtsmorgen vor der Tür?

    Ein Korb mit Geschenken und ein Brief an Niklas. Darin steckt sein verloren geglaubter Wunschzettel, und auf der Rückseite steht eine Nachricht vom Weihnachtsmann: Seine selbstlose Güte und sein mitfühlendes Herz seien die größten Geschenke gewesen.

Wörter aus der Geschichte

Windböe
ein plötzlicher kräftiger Windstoß
Eiszapfen
spitze Eisstücke, die an Dächern und Zweigen herunterhängen
Rotkehlchen
ein kleiner Vogel mit orangeroter Brust
Postbote
jemand, der Briefe und Pakete zu den Häusern bringt
Nächstenliebe
wenn man freundlich zu anderen ist und ihnen gern hilft

Zum Weitererzählen

  • Niklas gibt seinen Schal weg, obwohl es kalt ist. Was denkst du darüber?
  • Der alte Mann sagt, die wichtigsten Dinge kann man nicht auf einen Zettel schreiben. Was könnte er damit meinen?
  • Warum ist Niklas am Ende nicht traurig, obwohl unter dem Baum nur wenige Geschenke liegen?
  • Was würdest du auf deinen Wunschzettel schreiben — und was davon kann man gar nicht einpacken?
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Niklas und der Wunschzettel vorlesen – so wird der Abend rund

Niklas ist sechs und schreibt seinen Wunschzettel – wenn bei Ihnen gerade dasselbe ansteht, ist das der richtige Abend dafür. Die Geschichte dreht die Sache am Ende um, und das lohnt sich: Es geht nicht darum, was Niklas bekommt, sondern was er gibt. Elf Minuten, viel Dezemberduft. Der Brief am Schluss lässt sich sehr schön langsam vorlesen.

Warum „Niklas und der Wunschzettel" zum Einschlafen passt

Es gibt keine Gefahr und keinen Konflikt – die Geschichte lebt von Vorfreude und einer freundlichen Wendung.

Der Schluss ist ein Brief des Weihnachtsmanns, der Niklas für sein mitfühlendes Herz dankt. Ein sehr warmes Ende, das ein Kind gern mit in den Schlaf nimmt – und ein guter Anlass, danach selbst etwas zu schreiben.

Wenn „Niklas und der Wunschzettel" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Niklas und der Wunschzettel

Worum geht es in „Niklas und der Wunschzettel"?

Der sechsjährige Niklas schreibt seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann – und bekommt am Ende eine Antwort, die er nicht erwartet hat.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa elf Minuten.

Wann passt sie am besten?

An dem Abend, an dem bei Ihnen der Wunschzettel geschrieben wird.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa vier Jahren. Es gibt keine Gefahr und keinen Konflikt.

Worum geht es im Kern?

Nicht darum, was Niklas bekommt, sondern darum, was er gibt.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

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