Theo und die Osterfee

Theo und die Osterfee

In einem kleinen, verträumten Dorf am Rande eines dichten Waldes wohnte ein kleiner Junge namens Theo. Theo war ein aufgeweckter Junge, der gerne den alten Wald erkundete, Abenteuer erlebte und immer alles hinterfragte, was er entdeckte oder lernte. So kam es auch, dass er seit einem Jahr nicht mehr an den Osterhasen glaubte. „Der Osterhase ist nur ein Märchen“, sagte Theo immer, wenn seine Freunde aufgeregt von den Ostervorbereitungen sprachen. Das sagte er auch, wenn sein kleiner Bruder, Tom, über Ostern und den Osterhasen sprach.

„Das sagst du nur, weil du den Osterhasen noch nie gesehen hast“, entgegnete Tom missmutig und ging, um allein weiterzuspielen.

Eines Abends, als es nur noch wenige Tage bis Ostern waren, stand der Mond hoch am Himmel und strahlte besonders hell. Der Wind strich leise durch die Bäume und Büsche um das Dorf herum und Theo konnte nicht schlafen. Seit Stunden drehte er sich von einer Seite zur anderen und versuchte, dem Wind zu lauschen. Doch es half nichts. Er lag in seinem Bett und sah müde zur Decke hoch. Da dachte Theo auch über den bevorstehenden Ostersonntag nach, doch er konnte keine Aufregung in sich spüren. „Es wird nur ein ganz normaler Tag“, murmelte er und drehte sich erneut in seinem Bett um, weg vom Fenster und dem hellen Mondschein.

Theo und die Osterfee – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 10 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Geschichte

Er dachte schon, dass er jetzt einschlafen konnte, so schwer waren seine Augenlider und so langsam bewegten sich seine Gedanken. Doch da kam wieder das Rauschen von draußen und der Wind klang dieses Mal wie eine leise Stimme.

Verwundert sah Theo zu seinem Fenster. Er konnte erkennen, wie sich die Zweige im Wind sanft hin und her bewegten, doch er sah niemanden, dem die Stimme hätte gehören können.

Zumindest nicht, bis ein kleines Licht durch sein offenes Fenster flog und in seinem Zimmer umherschwirrte. Er richtete sich neugierig auf und sah eine kleine Gestalt, die sich auf sein Fensterbrett setzte und zu warten schien. Zunächst hielt Theo die kleine Gestalt für ein Glühwürmchen, doch als er aus seinem Bett stieg und vorsichtig zum Fenster lief, sah die kleine Gestalt viel zu lang für ein Glühwürmchen aus.
Theo und die Osterfee Erst als er sich vorsichtig über das Fensterbrett beugte, konnte Theo das kleine Licht besser erkennen. Es war eine Fee! Sie hatte zarte Flügel, die im Mondlicht schimmerten – in allen möglichen Farben! Sie war lang und schlank wie eine Libelle und trug ein Kleid, das aussah wie gewebte Blütenblätter. „Guten Abend, Theo“, sagte die Fee mit einer klaren Stimme. „Ich bin Liana, die Osterfee.“

Theo runzelte die Stirn. „Die Osterfee? Aber ich dachte, es sollte nur den Osterhasen geben!“, sagte er skeptisch.

Liana kicherte leise. „Oh, der Osterhase ist gerade sehr beschäftigt. Er hat sehr viele Eier zu verstecken, bis ihr nach ihnen suchen könnt. Deshalb helfe ich ihm, die Freude des Osterfests zu verbreiten, nur auf eine etwas andere Art. Heute Nacht nehme ich dich mit auf eine magische Reise. Möchtest du kommen?“
Theo und die Osterfee Theo zögerte. „Wohin genau werden wir gehen? Wenn ich auch Flügel brauche, kann ich nicht mitkommen.“

„Um Flügel musst du dir keine Gedanken machen“, sagte Liana und streckte ihre Hand aus. „Ich nehme dich mit in mein Land, damit du dort deine Vorfreude auf Ostern wieder entdecken kannst – und vielleicht noch mehr.“

Theo überlegte noch kurz, nickte aber nach wenigen Augenblicken. Vorsichtig nahm er Lianas kleine Hand und im nächsten Moment schwebten sie zusammen durch sein Fenster, hinauf in den sternklaren Himmel. Der Wind schien ihnen zu folgen, da er immer dort am stärksten rauschte, wohin Liana flog. Theo wusste nicht, wie lange sie geflogen waren, ob Minuten oder Stunden, doch bald fühlte er, wie ihn Liana wieder zu Boden führte. Sie schwebten hinunter in den Wald, durch das Blätterdach, die vielen Zweige und dann tauchten sie ein in eine verborgene Welt, die nur von Feen bewohnt wurde.

Im Feenland angekommen, setzte Liana Theo im weichen Moos ab und zeigte ihm als Erstes den magischen Garten. Die Blumen und Pilze wuchsen hier besonders hoch und in prächtigen Farben, doch hier wurden auch die Ostereier in allen Farben und mit allen erdenklichen Mustern bemalt. „Jedes dieser Eier muss noch versteckt werden, wenn es fertig bemalt wurde. Sie enthalten außerdem alle einen kleinen Zauber der Hoffnung und des Frühlings“, erklärte Liana. Theo war fasziniert von den schillernden Farben und den glücklichen Gesichtern der Feen, die sorgfältig jedes Ei verzierten.
Theo und die Osterfee Theo war so vertieft in das Schauspiel, dass er zunächst nicht bemerkte, wie Liana davonflog. Erst als sie ihm einen Pinsel und Farbe überreichte, riss sich Theo aus dem Bann.

„Jetzt bist du dran“, sagte Liana fröhlich. „Bemale dein eigenes Oster-Ei – egal, wie du willst!“ Theo machte sich an sein Osterei und bemalte es in leuchtenden Blautönen, mit kleinen Sternen darauf. Er fühlte, wie eine Welle der Freude durch ihn strömte. Das Malen fühlte sich so einfach an und doch schien das Ei danach zu strahlen und zu glänzen.

„Das sieht wunderschön aus“, rief Liana von ihrem Platz aus. „Bist du bereit, es zu verteilen?“

„Aber ich dachte, der Osterhase verteilt die Eier“, sagte Theo, als er den Pinsel ablegte.

Liana lächelte mit einem Funkeln in den Augen – fast, als hätte sie nur darauf gewartet, dass er diesen Satz spricht. „In den meisten Fällen, ja. Du musst aber noch etwas sehen.“

Liana flog zu Theo und hielt ihre Hand erneut aus. „Nimm dein Ei und komm mit!“

Theo nahm sein Ei vorsichtig an sich und ließ sich erneut wegfliegen. Er war nicht besonders überrascht, als Liana ihn zurück zu seinem Haus flog. Doch er wunderte sich, warum sie ihn in seinem Garten absetzte – genau unter dem Fenster seines kleinen Bruders.
„Such dir ein Versteck für dein Ei aus – ein guter Ort, wo es warten kann“, wies ihn Liana an und Theo schaute sich um. Das Mondlicht war noch hell, was den Garten in ein funkelndes Licht tauchte. Da erspähte Theo die Nelken, die nur wenige Schritte weiter wuchsen und lief auf sie zu. Er platzierte sein Ei vorsichtig in ihrer Mitte, wo es nicht sofort zu erkennen war, aber auch bis Ostern sicher sein würde.

Als Theo seine Hand zurückzog, sah er das Ei sanft leuchten. Das Gesicht eines schlafenden Kindes war kurz in dem Glanz zu sehen, wie es in seinem Schlaf zu lächeln begann. Es war Tom, sein Bruder!

Liana schwebte neben Theo und beobachtete zufrieden seinen erstaunten Gesichtsausdruck. „Du siehst, Theo, der Zauber der Osternacht Wirklichkeit, und Hoffnung ist ein Geschenk, das wir alle teilen können“, sagte Liana, während sie sich zum Abschied neigte.

Die kleine Fee flog davon, gefolgt vom leisen Rascheln des Windes und Theo beobachtete noch, wie ihr Licht immer kleiner und kleiner wurde – bis er es gar nicht mehr sehen konnte.

Nachdem die Osterfee verschwunden war, schlich sich Theo zurück in sein Bett, seine Augen müde, aber sein Herz voller Staunen und Freude. „Danke, Liana“, flüsterte er, als er in einen tiefen, friedlichen Schlaf fiel.

Am nächsten Morgen erwachte Theo mit einem Lächeln. Er rannte nach draußen und fand das blaue Ei, das er gemalt hatte, sorgfältig in seinem Garten versteckt. In diesem Moment wusste er, dass er immer an die Magie von Ostern und an die Osterfee glauben würde.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Warum gibt es Ärger zwischen Theo und seinem Bruder Tom?

    Theo glaubt seit einem Jahr nicht mehr an den Osterhasen und sagt jedes Mal: „Der Osterhase ist nur ein Märchen.“ Tom antwortet missmutig: „Das sagst du nur, weil du den Osterhasen noch nie gesehen hast“ — und geht allein weiterspielen.

  2. 2Wer kommt nachts durch Theos Fenster?

    Zuerst hält Theo das kleine Licht für ein Glühwürmchen. Doch auf dem Fensterbrett sitzt eine Fee mit schimmernden Flügeln, schlank wie eine Libelle, in einem Kleid aus gewebten Blütenblättern. „Ich bin Liana, die Osterfee“, sagt sie.

  3. 3Warum gibt es überhaupt eine Osterfee?

    Liana kichert und erklärt: Der Osterhase ist gerade sehr beschäftigt, er hat viele Eier zu verstecken. Deshalb hilft sie ihm, die Freude des Osterfests zu verbreiten — nur auf eine etwas andere Art.

  4. 4Was darf Theo im Feenland tun?

    Liana drückt ihm Pinsel und Farbe in die Hand: „Bemale dein eigenes Oster-Ei — egal, wie du willst.“ Theo malt es in leuchtenden Blautönen mit kleinen Sternen darauf, und danach strahlt und glänzt das Ei.

  5. 5Wo versteckt Theo sein Ei, und was sieht er dabei?

    Liana setzt ihn in seinem eigenen Garten ab, genau unter dem Fenster seines kleinen Bruders. Theo legt das Ei mitten in die Nelken. Als er die Hand zurückzieht, leuchtet es sanft, und im Glanz ist kurz das Gesicht des schlafenden Tom zu sehen, der im Schlaf zu lächeln beginnt.

Wörter aus der Geschichte

Glühwürmchen
ein kleines Käferchen, das im Dunkeln von selbst leuchtet
Libelle
ein schlankes Insekt mit vier durchsichtigen Flügeln
Fensterbrett
das schmale Brett unten am Fenster
Nelken
duftende Blumen mit gezacktem Rand
skeptisch
wenn man etwas erst einmal nicht so recht glauben mag

Zum Weitererzählen

  • Warum sucht Theo ausgerechnet unter dem Fenster seines Bruders ein Versteck?
  • Was glaubst du, warum Theo am nächsten Morgen wieder an den Zauber von Ostern glaubt?
  • Tom ist traurig, weil Theo nicht an den Osterhasen glaubt. Wie hätte Theo das anders sagen können?
  • Wie würdest du dein eigenes Osterei bemalen, wenn du gar keine Regeln beachten müsstest?
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Theo und die Osterfee vorlesen – so wird der Abend rund

Theo hinterfragt alles und glaubt seit einem Jahr nicht mehr an den Osterhasen – für Kinder, die gerade an dieser Schwelle stehen, ist das die richtige Geschichte. Sie nimmt seinen Zweifel ernst, statt ihn lächerlich zu machen. Zehn Minuten. Beim Vorlesen lohnt es sich, Theos skeptische Sätze wirklich trocken zu sprechen; der Kontrast zum Ende ist dann größer.

Warum „Theo und die Osterfee" zum Einschlafen passt

Es gibt keinen Streit und niemanden, der Theo überredet. Er ändert seine Meinung, weil er etwas erlebt – das ist die einzige Art, die bei skeptischen Kindern funktioniert.

Der Schluss ist ein Morgen: Theo findet sein eigenes blaues Ei im Garten versteckt. Ein ruhiges, zufriedenes Ende, das nichts erklärt und nichts erklären muss.

Wenn „Theo und die Osterfee" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Theo und die Osterfee

Worum geht es in „Theo und die Osterfee"?

Theo hinterfragt alles und glaubt seit einem Jahr nicht mehr an den Osterhasen. Dann passiert etwas, das er sich nicht erklären kann.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa zehn Minuten.

Für welche Kinder passt sie?

Für Kinder, die gerade anfangen zu zweifeln. Die Geschichte nimmt Theos Skepsis ernst, statt sie lächerlich zu machen.

Ab welchem Alter eignet sie sich?

Ab etwa fünf Jahren.

Wie endet sie?

Theo findet am Morgen sein eigenes bemaltes Ei im Garten versteckt – und die Geschichte erklärt nichts.

Gibt es die Geschichte als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Geschichte.

Download als PDF

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