Aschenputtel

Aschenputtel

Zusammenfassung: „Aschenputtel“

Nach dem Tod seiner Mutter wird Aschenputtel von der Stiefmutter und den beiden Stiefschwestern zur Magd gemacht und findet Trost allein an dem Haselbaum auf dem Grab der Mutter, in dem ein weißes Vöglein wohnt.

Als der König ein dreitägiges Fest gibt, schüttet die Stiefmutter Linsen in die Asche – doch die Tauben helfen beim Auslesen, und der Baum wirft Aschenputtel Kleider aus Gold und Silber herunter, sodass der Königssohn nur noch mit ihm tanzen will.

Am dritten Abend bleibt der goldene Schuh auf der mit Pech bestrichenen Treppe kleben, die Stiefschwestern versuchen vergeblich hineinzupassen, und die zwei Täubchen verraten dem Königssohn, wer die rechte Braut ist.

Aschenputtel – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 10 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen (KHM 21), ab 1812
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein liebes Mädchen, das Aschenputtel genannt wurde. Sie hatte ein goldenes Herz, aber ihr Leben war nicht einfach. Nachdem ihre liebe Mutter gestorben war, heiratete ihr Vater wieder. Ihre Stiefmutter und deren zwei Töchter behandelten Aschenputtel sehr schlecht. Sie musste alle Hausarbeiten erledigen und durfte nur in der Asche am Herd schlafen. Trotz ihrer harten Arbeit und der schlechten Behandlung verlor Aschenputtel nie ihren Glauben an das Gute und träumte von einem besseren Leben. Aschenputtel Eines Tages wollte der Vater auf die Messe reiten. Er fragte die beiden Stieftöchter, was er ihnen mitbringen solle. „Schöne Kleider“, sagte die eine. „Perlen und Edelsteine“, sagte die andere. „Und du, Aschenputtel?“, fragte er. „Vater“, sagte sie, „das erste Reis, das euch auf dem Heimweg an den Hut stößt, das brecht für mich ab.“
Er kaufte den Schwestern Kleider und Perlen, und auf dem Rückweg streifte ihn ein Haselzweig und stieß ihm den Hut vom Kopf. Den brach er ab und brachte ihn mit.
Aschenputtel pflanzte den Zweig auf das Grab seiner Mutter und weinte dabei so sehr, dass die Tränen darauf niederfielen. Der Zweig wuchs, und aus ihm wurde ein schöner Baum.
Dreimal am Tag ging Aschenputtel hin und setzte sich unter den Baum. Und jedes Mal kam ein weißes Vöglein geflogen und setzte sich auf einen Ast. Wenn Aschenputtel sich etwas wünschte, warf ihm das Vöglein herunter, was es sich gewünscht hatte.
Da geschah es, dass der König ein großes Fest ausrufen ließ, das drei Tage dauern sollte. Alle schönen Mädchen im Land waren eingeladen, denn der Königssohn sollte sich eine Braut aussuchen. Die beiden Schwestern waren guter Dinge und riefen: „Aschenputtel, kämm uns die Haare und bürste uns die Schuhe!“
Aschenputtel Aschenputtel bat: „Lasst mich doch auch mitgehen.“ – „Du?“, lachte die Stiefmutter. „Du hast keine Kleider und kannst nicht tanzen.“ Und weil Aschenputtel nicht aufhörte zu bitten, schüttete sie eine Schüssel Linsen in die Asche und sagte: „Wenn du die in zwei Stunden wieder ausgelesen hast, darfst du mit.“
Aschenputtel ging durch die Hintertür in den Garten und rief: „Ihr zahmen Täubchen, ihr Turteltauben, all ihr Vöglein unter dem Himmel, kommt und helft mir auslesen:
die guten ins Töpfchen,
die schlechten ins Kröpfchen.“
Da kamen zwei weiße Täubchen zum Küchenfenster herein, und nach ihnen kamen alle Vöglein unter dem Himmel. Sie ließen sich um die Asche nieder und pickten pick, pick, pick, pick – und ehe eine Stunde herum war, lagen alle guten Linsen in der Schüssel.
Aschenputtel brachte die Schüssel und freute sich. Doch die Stiefmutter sagte nur: „Es hilft dir alles nichts. Du kommst nicht mit, du hast ja keine Kleider und kannst nicht tanzen. Wir müssten uns deiner schämen.“ Dann drehte sie sich um und ging mit ihren beiden Töchtern davon.
Aschenputtel Als die Schwestern fort waren, ging Aschenputtel zum Grab seiner Mutter unter den Haselbaum und rief:
„Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich,
wirf Gold und Silber über mich.“
Da warf ihm der Vogel ein Kleid aus Gold und Silber herunter und dazu Pantoffeln, mit Seide bestickt. Aschenputtel zog sich an und ging zum Fest.
Die Schwestern erkannten es nicht. Sie hielten es für eine fremde Königstochter, so schön sah es aus. An Aschenputtel dachten sie überhaupt nicht – das saß ja zu Hause in der Asche und suchte Linsen.
Der Königssohn kam ihm entgegen, nahm es bei der Hand und tanzte mit ihm. Er wollte mit keiner anderen tanzen und ließ seine Hand nicht mehr los.
Als es Abend wurde, wollte Aschenputtel nach Hause. Der Königssohn wollte mitgehen, doch es entwischte ihm und sprang in den Taubenschlag. Am zweiten Tag war es genauso – nur dass Aschenputtel diesmal auf einen Birnbaum kletterte, ehe der Königssohn um die Ecke kam.
Aschenputtel Am dritten Tag ging Aschenputtel wieder zum Grab und sagte seinen Spruch. Diesmal warf der Vogel ihm ein Kleid herunter, so glänzend, wie es noch keines gegeben hatte, und dazu ein Paar Schuhe aus reinem Gold.
Als Aschenputtel in den Saal trat, wusste niemand mehr, was er sagen sollte. Der Königssohn tanzte den ganzen Abend nur mit ihm, und wenn ein anderer es holen wollte, sagte er: „Das ist meine Tänzerin.“
Am Abend wollte Aschenputtel wieder fort. Doch der Königssohn hatte diesmal etwas vorbereitet: Er hatte die ganze Treppe mit Pech bestreichen lassen. Als das Mädchen die Stufen hinuntersprang, blieb der linke Schuh kleben.
Der Königssohn hob ihn auf. Er war klein und zierlich und ganz aus Gold. Am nächsten Morgen ging er damit zu seinem Vater und sagte: „Keine andere soll meine Frau werden als die, an deren Fuß dieser goldene Schuh passt.“
Aschenputtel Der Königssohn ritt mit dem Schuh von Haus zu Haus. Als er zum Haus der Stiefmutter kam, freuten sich die beiden Schwestern, denn sie hatten schöne Füße.
Die Älteste ging mit dem Schuh in die Kammer. Die große Zehe passte nicht hinein. Da reichte ihr die Mutter ein Messer und sagte: „Hau die Zehe ab. Wenn du Königin bist, brauchst du nie mehr zu Fuß zu gehen.“ Das Mädchen tat es, zwängte den Fuß in den Schuh und ritt mit dem Königssohn davon.
Doch als sie am Grab vorbeikamen, saßen die zwei Täubchen auf dem Haselbaum und riefen:
„Rucke di guck, rucke di guck,
Blut ist im Schuh:
Der Schuh ist zu klein,
die rechte Braut sitzt noch daheim.“
Der Königssohn sah hinunter, drehte sein Pferd um und brachte das Mädchen zurück. Bei der zweiten Schwester ging es genauso – nur dass es diesmal die Ferse war, die nicht in den Schuh wollte.
„Habt ihr keine andere Tochter?“, fragte der Königssohn. „Nur ein kleines verstaubtes Aschenputtel“, sagte der Vater. „Das kann unmöglich die Braut sein.“
Aber Aschenputtel wusch sich Hände und Gesicht, kam herein und zog den goldenen Schuh an. Er passte, als wäre er für sie gegossen. Und als sie aufstand und der Königssohn ihr ins Gesicht sah, erkannte er das Mädchen, mit dem er drei Abende lang getanzt hatte.
„Das ist die rechte Braut“, rief er. Die beiden Täubchen aber flogen herbei und setzten sich Aschenputtel auf die Schultern, eines rechts und eines links, und blieben dort sitzen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Aschenputtel“ basiert auf der Erzählung von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahr 1812. Sie wurde durch uns modernisiert, aber orientiert sich inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Aschenputtel Die Moral von „Aschenputtel“

Die Geschichte von Aschenputtel lehrt uns, dass Güte und ein reines Herz letztendlich über Ungerechtigkeit und Bösartigkeit siegen können. Trotz der harten Prüfungen und der schlechten Behandlung, die Aschenputtel von ihrer Stiefmutter und den Stiefschwestern erfuhr, verlor sie nie ihren Glauben an das Gute und behielt ihre freundliche und fürsorgliche Natur bei. Diese innere Schönheit und Stärke zogen letztlich das Glück in ihr Leben und führten dazu, dass ihre Träume in Erfüllung gingen.

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