Das hässliche Entlein

Das hässliche Entlein

Zusammenfassung: „Das hässliche Entlein“ in drei Sätzen

Ein graues, unscheinbares Entlein schlüpft inmitten gelber Geschwister und wird wegen seines Aussehens verspottet und ausgegrenzt.

Auf seiner einsamen Reise durch die Welt erlebt das Entlein Abenteuer und Gefahren, gibt aber nie auf.

Im Frühling erblickt das Entlein sein Spiegelbild im Wasser und erkennt, dass es ein prächtiger Schwan geworden ist, der von nun an bewundert und geliebt wird.

Das hässliche Entlein – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 9 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Hans Christian Andersen, Dänemark 1843
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal eine Entenmutter, die voller Vorfreude auf ihren Eiern saß und sehnsüchtig darauf wartete, dass ihre Küken schlüpften. Eines nach dem anderen pickten sich die flauschigen Küken aus ihren Eierschalen, doch das letzte Ei war größer als die anderen. Als es endlich aufging, schlüpfte ein großes, graues Küken mit einem etwas ungewöhnlichen Aussehen.

Die Entenmutter betrachtete ihr Küken mit Verwunderung, aber sie hatte es trotzdem genauso lieb wie die anderen. Stolz watschelte sie mit ihren Kleinen zum Ententeich. Doch als die anderen Enten das große, graue Küken erblickten, brachen sie in schallendes Gelächter aus und verspotteten es. "Was bist du denn für ein hässliches Entlein!", riefen sie höhnisch.
Das hässliche Entlein Das arme Entlein fühlte sich einsam und ausgegrenzt. Es versuchte vorsichtig, sich den anderen Küken anzuschließen und mit ihnen zu spielen, aber sie schnatterten nur abfällig und wandten sich von ihm ab. Traurig und mit gesenktem Kopf watschelte das Entlein davon und verkroch sich im dichten Schilf am Ufer des Teiches.

Die Zeit verging und aus dem kleinen Küken wurde eine junge Ente. Doch noch immer wurde sie von allen verspottet und gemieden. Das Entlein grübelte oft darüber nach, warum es so anders war. "Bin ich wirklich so hässlich, dass mich niemand liebhaben kann?", fragte es sich traurig.
Das hässliche Entlein Eines Tages fasste das Entlein einen mutigen Entschluss. Es wollte den Ententeich verlassen und in die weite Welt hinausziehen. Vielleicht gab es irgendwo da draußen einen Ort, an dem es willkommen war, ganz gleich, wie es aussah.

Mit pochendem Herzen machte sich das Entlein auf die Reise. Es wanderte über saftige Wiesen, durch dichte Wälder und über plätschernde Bäche, bis es an ein großes Moor kam. Dort lebten wilde Gänse. „Du bist wirklich hässlich", sagten sie, „aber das ist uns gleich. Komm mit, wenn du willst." Zum ersten Mal in seinem Leben lachte niemand über das Entlein.

Doch kaum war der Morgen da, krachten Schüsse über das Moor. Jäger waren gekommen. Rauch zog über das Schilf, Hunde sprangen durch das Wasser, und die wilden Gänse flogen auf und kamen nicht wieder. Das Entlein drückte sich tief ins Schilf und wagte kaum zu atmen.

Da stand plötzlich ein großer Jagdhund vor ihm. Die Zunge hing ihm aus dem Maul, die Augen glänzten, und er streckte die Schnauze bis dicht an das Entlein heran. Dann drehte er sich um und lief davon, ohne zuzuschnappen. „Ach", dachte das Entlein und zitterte am ganzen Körper, „ich bin wohl so hässlich, dass mich nicht einmal ein Hund beißen mag."
Das hässliche Entlein Am Abend fand das Entlein eine kleine, windschiefe Hütte. Die Tür hing so schief in den Angeln, dass ein Spalt offen blieb, und durch diesen Spalt schlüpfte das Entlein hinein. In der Hütte wohnte eine alte Frau mit ihrem Kater und ihrer Henne. Der Kater konnte schnurren und Funken sprühen, die Henne legte jeden Tag ein Ei, und beide hielten sich für sehr wichtig.

„Kannst du Eier legen?", fragte die Henne. „Nein", sagte das Entlein. „Kannst du schnurren?", fragte der Kater. „Nein", sagte das Entlein. „Dann halte den Schnabel", sagten beide.

Das Entlein saß in der Ecke und wurde immer stiller. Und dann kam eine Sehnsucht über es, die es sich selbst nicht erklären konnte: die Sehnsucht nach Wasser, nach Schwimmen, nach dem weiten Himmel darüber. Es erzählte der Henne davon. „Du hast nichts zu tun, deshalb kommen dir solche Gedanken", sagte die Henne. Da ging das Entlein wieder hinaus in die Welt.

Der Herbst kam. Die Blätter wurden gelb und braun, und der Wind trieb sie über das Wasser. Dann kam der Winter. Es wurde so kalt, dass das Wasser um das Entlein herum zu Eis wurde, und es musste immerzu schwimmen, damit das Loch im Eis offen blieb. Am Ende war es zu müde. Es blieb liegen und fror fest.
Das hässliche Entlein Ein Bauer, der über das Eis ging, sah den kleinen grauen Vogel festgefroren im Eis. Er schlug das Eis mit seinem Holzschuh auf, nahm das Entlein unter den Arm und trug es nach Hause zu seiner Frau. In der warmen Stube taute das Entlein langsam auf. Doch die Kinder wollten mit ihm spielen, und das Entlein erschrak so sehr, dass es in den Milchtopf flog, dann in die Mehltonne und schließlich durch die offene Tür hinaus in den Schnee.

Den ganzen Winter lag es draußen im Schilf. Es war ein harter Winter, aber auch er ging vorüber. Eines Morgens sang die Lerche wieder, die Sonne schien warm, und das Entlein spürte, wie kräftig seine Flügel geworden waren. Es breitete sie aus, und ehe es sich versah, flog es hoch über die Gärten hinweg bis zu einem großen Teich, auf dem drei weiße Schwäne schwammen.

„Ich fliege zu ihnen hin", dachte das Entlein, „auch wenn sie mich fortjagen, weil ich so hässlich bin. Lieber das, als noch einen Winter ganz allein." Es ließ sich auf dem Wasser nieder und senkte den Kopf.
Das hässliche Entlein Doch was sah es da im klaren Wasser? Sein eigenes Spiegelbild. Kein grauer, plumper Vogel mehr – ein Schwan mit weißen Federn und einem langen, geschwungenen Hals.

Die drei großen Schwäne kamen herbei, strichen ihm mit den Schnäbeln über die Federn und hießen ihn willkommen. Kinder liefen ans Ufer und warfen Brot ins Wasser, und das kleinste rief: „Der neue ist der allerschönste!" Da wurde dem jungen Schwan ganz verlegen zumute. Er steckte den Kopf unter den Flügel und wusste selbst nicht, wohin vor Glück. Er dachte daran, wie oft er verjagt und ausgelacht worden war, und er war nicht stolz, sondern einfach nur froh.

Dann hob er die Flügel, reckte den schlanken Hals und schwamm mit den anderen davon. Und wenn sie nicht fortgeflogen sind, dann ziehen sie noch heute ihre Kreise auf dem stillen Wasser.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Das hässliche Entlein" basiert auf dem Märchen von Hans Christian Andersen, das erstmals 1843 veröffentlicht wurde. Die vorliegende Fassung wurde sprachlich modernisiert, orientiert sich aber inhaltlich am Original. Daher spiegelt sie in Teilen nicht die Wertvorstellungen und Sichtweisen des 21. Jahrhunderts wider.
Das hässliche Entlein Die Moral von „Das hässliche Entlein“

Die zauberhafte Geschichte vom hässlichen Entlein offenbart eine wertvolle Lektion: Jeder Mensch ist einzigartig und auf seine eigene Art wunderschön. Auch wenn man sich manchmal anders oder ausgegrenzt fühlt, sollte man nie aufgeben und immer an sich glauben. Mit Geduld und Mut kann man Hindernisse überwinden und zu sich selbst finden. Denn wahre Schönheit kommt von innen und zeigt sich, wenn die Zeit reif ist. Das Märchen ermutigt uns, anderen mit Offenheit und Mitgefühl zu begegnen und die inneren Werte eines Menschen zu schätzen.

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