Daumesdick

Daumesdick

Zusammenfassung: „Daumesdick“ in drei Sätzen

Daumesdick, ein winziger Junge so groß wie ein Daumen, hatte große Abenteuerlust und zog in die Welt hinaus, um seiner Familie zu helfen. Er erlebte viele spannende Dinge, wie eine Fahrt mit einem Bauern und eine Flucht vor einem Räuber.

Auf einer Reise geriet Daumesdick sogar in den Magen eines Wolfes, überredete ihn aber, ihn nach Hause zu seinen Eltern zu bringen, anstatt ihn zu fressen. Mit einem Trick überlistete Daumesdick den Wolf und rettete so die Vorräte seiner Familie.

Nach vielen Abenteuern beschloss Daumesdick, bei seinen Eltern zu bleiben und half ihnen, wo er nur konnte. Er wurde im Dorf für seine Klugheit und seinen Mut geliebt und lehrte andere Kinder wertvolle Lebenslektionen.

Daumesdick – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 9 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen (KHM 37)
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein armer Bauer, der sich sehnlichst ein Kind wünschte, auch wenn es nur so klein wie ein Daumen wäre. Bald darauf erfüllte sich sein Wunsch, denn seine Frau gebar einen kleinen Jungen, der nicht größer als ein Daumen war. Sie nannten ihn Daumesdick. Dieser winzige Junge war voller Lebensfreude und schlauer Ideen, und schon bald sollte er zeigen, dass Größe im Herzen und nicht in der Statur liegt.

Denn trotz seiner winzigen Größe hatte Daumesdick einen großen Mut und beschloss eines Tages, in die weite Welt hinauszuziehen, um seine Eltern zu unterstützen. Er bat seine Mutter, ihm ein kleines Hemdchen aus Mausfell zu nähen, das ihm im Winter warmhalten sollte. Mit einem glänzenden Stückchen Metall als Schwert ausgestattet, machte er sich auf den Weg.
Daumesdick Sein erstes Abenteuer erlebte Daumesdick, als er auf einen Bauern mit einem randvoll gefüllten Wagen voller köstlicher Speisen traf. Er bat den Bauern, ihn mitzunehmen, und versprach, ihm zu helfen. Der Bauer hörte Daumesdick lachen, konnte ihn aber nicht sehen. „Wo bist du?“ fragte der Bauer. „Hier auf dem Boden, schau genau hin!“, rief Daumesdick. Amüsiert über den winzigen Helfer, willigte der Bauer ein, und Daumesdick dirigierte die Pferde, während er zwischen ihren Ohren saß.

Doch bald wurde Daumesdick von einem Räuber entführt, der ihn an einen reichen Mann als Wunder verkaufen wollte. Der kleine Held flüchtete jedoch mit einer List und fand Unterschlupf in einem Mäuseloch, wo er erst einmal sicher war. Aber die Sehnsucht nach Abenteuern ließ ihn nicht lange stillsitzen. Er verließ sein Versteck, nachdem er sorgfältig geplant hatte, wie er sich besser vor Gefahren schützen könne, und begab sich auf weitere Reisen, entschlossen, neue Welten zu erkunden und Freunde zu finden.
Daumesdick Auf dem Weg kamen zwei fremde Männer vorbei, die einen sprechenden Winzling für Geld herumzeigen wollten. Sie kauften Daumesdick dem Bauern ab. Doch Daumesdick war schlauer als die beiden: Er ließ sich auf die Hutkrempe des einen setzen, sprang bei der ersten Gelegenheit herunter und verschwand in einem Mauseloch. „Gute Nacht, ihr Herren“, rief er heraus, „geht nur ohne mich weiter!“
Als es dunkel wurde, kroch er in ein leeres Schneckenhaus und wollte gerade einschlafen, da hörte er zwei Männer draußen flüstern. Sie hatten vor, dem Pfarrer sein Geld zu stehlen.
„Ich helfe euch“, rief Daumesdick aus dem Schneckenhaus. „Ich passe durch jedes Gitter.“ Die Diebe staunten, nahmen ihn mit und setzten ihn vor das Fenster der Schatzkammer. Doch statt leise zu sein, schrie Daumesdick, so laut er konnte: „Wollt ihr alles haben? Wollt ihr wirklich alles haben?“
Da wachte die Magd auf, die Diebe rannten davon, und Daumesdick blieb allein in der Nacht zurück.
Daumesdick Am Abend suchte sich Daumesdick ein Nachtlager im Heu einer Scheune. Er kroch tief hinein, machte es sich gemütlich und schlief ein.
Doch in der Frühe kam die Magd und holte einen Arm voll Heu für die Kuh – genau das Büschel, in dem Daumesdick lag. Ehe er auch nur piepsen konnte, hatte die Kuh ihn mitsamt dem Heu hinuntergeschluckt.
Im Kuhmagen war es dunkel, warm und ziemlich eng. „Hier ist ja gar kein Fenster“, sagte Daumesdick. „Und es kommt immer mehr Heu nach!“ Er musste aufpassen, dass er nicht unter den frischen Büscheln begraben wurde.
Als die Magd zum Melken kam, rief er aus dem Bauch der Kuh, so laut er konnte: „Ist bald genug Heu da?“ Die Magd erschrak so sehr, dass sie vom Schemel fiel und den Eimer umstoßen ließ.
Daumesdick Der Bauer, dem die Kuh gehörte, verstand die Stimme nicht und dachte, in seinem Stall sei ein Geist. Am nächsten Morgen wurde die Kuh geschlachtet, und der Magen mitsamt Daumesdick landete auf dem Misthaufen.
Kaum lag er dort, kam ein hungriger Wolf vorbei und verschluckte den ganzen Magen mit einem Happs. Nun saß Daumesdick im Wolfsbauch. Aber weil es dort dunkel und langweilig war, fing er an nachzudenken.
„Du“, rief er nach oben, „ich weiß einen Ort, wo es das beste Essen der ganzen Gegend gibt.“ Der Wolf spitzte die Ohren. „Wo denn?“ – „In dem Haus dort drüben. Durch das Loch neben dem Ausguss kommst du hinein, und dann findest du Kuchen, Speck und Würste, so viel du willst.“
Der Wolf ließ sich das nicht zweimal sagen. In der Nacht zwängte er sich durch das Loch in die Vorratskammer – und Daumesdick hatte ihm natürlich das Haus seiner eigenen Eltern beschrieben. Der Wolf fraß und fraß, bis nichts mehr übrig war.
Daumesdick Der Wolf war so voll, dass er sich kaum noch bewegen konnte. Als er durch das Loch zurück wollte, blieb er stecken. Genau darauf hatte Daumesdick gewartet. Er fing an zu schreien, so laut er nur konnte.
„Sei still“, zischte der Wolf, „du weckst die Leute auf!“ – „Du hast dich sattgefressen“, rief Daumesdick, „jetzt will ich auch meinen Spaß haben!“ Und er schrie weiter.
Davon wachten der Vater und die Mutter auf. Sie liefen mit einem Licht in die Kammer und sahen den Wolf. Der Vater holte die Axt, die Mutter die Sense. „Bleib hinter mir“, sagte der Vater. „Ich schlage zuerst zu, und wenn er dann noch lebt, dann du.“
Da hörte die Mutter eine ganz kleine Stimme aus dem Bauch des Wolfes rufen: „Liebe Eltern, ich bin hier drin!“ – „Ach Gott“, rief der Vater, „unser Kind lebt!“ Vorsichtig öffneten sie den Bauch, und Daumesdick kletterte heraus, staubig und zerzaust, aber gesund.
„Wo bist du überall gewesen?“, fragte die Mutter. „Ach“, sagte Daumesdick, „im Mausloch, im Schneckenhaus, im Kuhmagen und im Wolfsbauch. Jetzt bleibe ich bei euch.“ Dann bekam er zu essen und ein neues Hemd, denn das alte war auf der ganzen Reise ziemlich zerdrückt worden.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Daumesdick“ basiert auf der Erzählung von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahr 1812. Sie wurde durch uns modernisiert, aber orientiert sich inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Daumesdick Die Moral des Märchens

Die Geschichte von Daumesdick zeigt uns, dass man nicht groß sein muss, um Großes zu erreichen. Mut, Schlauheit und ein gutes Herz sind viel wichtiger als die Körpergröße. Daumesdick hat viele Abenteuer erlebt und dabei immer Mut und Klugheit gezeigt. Er hat gelernt, dass es wichtig ist, anderen zu helfen und zusammenzuhalten. Seine Geschichte erinnert uns daran, dass jede Person, egal wie klein, etwas Großartiges bewirken kann, wenn sie nur daran glaubt und sich bemüht.

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