Der Eisenhans

Der Eisenhans

Zusammenfassung: „Der Eisenhans“ in drei Sätzen

Ein mutiger Jäger fängt den geheimnisvollen Eisenhans, der im Königswald lebt, und der Prinz befreit ihn später, wodurch sie Freunde werden und viele Abenteuer erleben.

Der Prinz berührt verbotenes Wasser, das sein Haar golden färbt, und er muss fliehen. In der Ferne wird er Gärtner und gewinnt durch seine Tapferkeit eine Prinzessin und ein Königreich.

Mit Hilfe des Eisenhans, der sich als verzauberter König entpuppt, besiegt der Prinz seine Feinde und lernt, dass Mut und Freundschaft das größte Glück bringen.

Der Eisenhans – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 8 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen (KHM 136)
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt das Märchen

Es war einmal ein König, dessen Schloss an einen großen Wald grenzte, in dem sich allerlei wilde Tiere tummelten. Eines Tages schickte er einen Jäger hinein, um ein Tier zu erlegen, aber der Jäger kehrte nicht zurück. „Vielleicht ist ihm ein Unglück zugestoßen“, sagte der König und schickte am nächsten Tag zwei weitere Jäger los, um ihn zu suchen, doch auch diese kehrten nicht zurück. Nun traute sich niemand mehr, in den Wald zu gehen.

Lange Zeit verging, da wagte sich ein unbekannter Jäger aus einem fernen Land ins Schloss und bot dem König seine Dienste an. Er versprach, in den gefährlichen Wald zu gehen und das Geheimnis zu lüften. Bewaffnet mit einer Axt betrat der Jäger den Wald und fand bald einen tiefen, geheimnisvollen See, an dessen Ufer er ein seltsames Wesen entdeckte, das ganz aus Eisen war und dessen Haar bis zu den Knien reichte. Es war der Eisenhans.
Der Eisenhans Der Jäger überwand seine Angst und fesselte das wilde Wesen mit seinen starken Eisenketten. Er brachte den Eisenhans zum Schloss, wo dieser in einen Käfig gesperrt wurde. Der König versprach, den Wald wieder sicher zu machen, und bald streiften die Menschen ohne Angst darin herum.

Jahre später spielte der kleine Prinz des Königs neben dem Käfig und ließ versehentlich seinen Ball hineinfallen. „Gib mir meinen Ball zurück“, rief der Prinz. „Nicht, bevor du den Schlüssel geholt und mich befreit hast“, antwortete der Eisenhans. Der junge Prinz, der von der wilden Gestalt fasziniert war, stahl den Schlüssel vom Gürtel seiner Mutter und befreite den Eisenhans, der ihn daraufhin tief in den Wald zu einem verborgenen Reich führte.
Der Eisenhans Dort lebten sie zusammen, und der Eisenhans zeigte dem Prinzen viele geheime Wunder des Waldes. „Du kannst alles haben, was du willst, aber nimm dich vor dem Brunnen in der Mitte des Waldes in Acht. Wenn du das Wasser berührst, wird ein großes Unglück über dich kommen“, warnte der Eisenhans. Der Prinz, der nun zu einem starken jungen Mann herangewachsen war, vergaß eines Tages die Warnung und berührte das Wasser des Brunnens, worauf sein Haar golden wurde.

Aus Angst, dass der Eisenhans ihn erwischen würde, floh der Prinz und kam in eine ferne Stadt, wo er seine goldenen Haare unter einem Hut verbarg. Er fand Arbeit als Gärtner im Schloss eines mächtigen Königs. Dort verliebte er sich in die Tochter des Königs. Sein Geheimnis aber behielt er für sich und nahm das Hütchen nie ab, so oft man ihn auch darum bat.
Der Eisenhans Eines Tages zog ein feindliches Heer gegen das Königreich, und der König musste in den Krieg ziehen. Der Gärtnerjunge bat, mitreiten zu dürfen. Die Knechte lachten ihn aus und gaben ihm einen alten, lahmen Gaul. „Damit kommst du wenigstens nicht weit“, riefen sie.
Der Junge ritt trotzdem los. Als er allein im Wald war, rief er dreimal laut: „Eisenhans! Eisenhans! Eisenhans!“
Da stand der wilde Mann vor ihm. „Was willst du?“ – „Ein starkes Pferd, denn ich will in den Krieg.“ – „Das sollst du haben“, sagte der Eisenhans, „und noch mehr dazu.“
Es rauschte im Wald, und heraus kam ein Stallknecht mit einem Pferd, das schnaubte und kaum zu halten war. Hinter ihm ritt eine ganze Schar Krieger in eiserner Rüstung, alle schweigend, alle bereit.
Mit ihnen ritt der Junge in die Schlacht. Wo er hinkam, wichen die Feinde zurück, und ehe der Abend kam, war der Kampf gewonnen. Der Junge aber ritt zurück in den Wald, gab dem Eisenhans Pferd und Krieger wieder und kam auf seinem lahmen Gaul nach Hause geschaukelt. „Da ist ja unser Held“, spotteten die Knechte. Er sagte nichts dazu.
Der Eisenhans Nach dem Sieg ließ der König ein großes Fest ausrufen, das drei Tage dauern sollte. Seine Tochter durfte jeden Tag einen goldenen Apfel in die Menge werfen; wer ihn fänge, sollte sich zeigen.
Am ersten Tag kam ein Ritter in roter Rüstung auf einem Fuchs herangeritten, fing den Apfel aus der Luft und war verschwunden, ehe ihn jemand fragen konnte.
Am zweiten Tag kam er in schwarzer Rüstung auf einem Rappen – und wieder fing er den Apfel und ritt davon. Der König wurde ärgerlich. „Beim dritten Mal“, sagte er, „sollen ihm meine Leute nachsetzen.“
Der Gärtnerjunge aber saß jeden Abend still in seiner Kammer und legte die Äpfel unter das Kopfkissen. Niemand im ganzen Schloss kam auf den Gedanken, dass der stille Junge mit dem Hütchen etwas damit zu tun haben könnte.
Der Eisenhans Am dritten Tag ritt er in weißer Rüstung auf einem Schimmel heran und fing den letzten Apfel. Doch als er davonsprengte, trafen ihn die Reiter des Königs am Bein, und im Gerüttel fiel ihm der Helm vom Kopf. Da sahen alle sein langes goldenes Haar.
Sie ritten zurück und erzählten es dem König. Am nächsten Morgen fragte die Königstochter den Gärtner nach seinem Gehilfen. „Das ist nur der Junge mit dem Hütchen“, sagte der Gärtner. „Die Kinder haben ihm heute drei goldene Äpfel geschenkt.“
Der König ließ ihn holen. Der Junge kam, das Hütchen tief im Gesicht. „Nimm es ab“, sagte die Königstochter, und weil er zögerte, nahm sie es ihm selbst herunter. Da fiel ihm das goldene Haar über die Schultern, und es war so schön, dass alle staunten.
„Ich bin ein Königssohn“, sagte er. „Und ich bin es gewesen, der die Schlacht gewonnen und die drei Äpfel gefangen hat.“ Da wurde die Hochzeit beschlossen, und seine Eltern kamen von weit her und weinten vor Freude, denn sie hatten ihren Sohn längst verloren geglaubt.
Mitten im Fest ging die Tür auf, und ein stolzer König trat herein, mit goldenem Haar und einem großen Gefolge. Er ging auf den jungen Mann zu und umarmte ihn. „Ich bin der Eisenhans“, sagte er. „Ein Zauber hatte mich in einen wilden Mann verwandelt. Du hast mich erlöst. Alles, was ich besitze, soll dir gehören.“

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Der Eisenhans“ basiert auf der Erzählung von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahr 1812. Sie wurde durch uns modernisiert, aber orientiert sich inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Der Eisenhans Die Moral des Märchens

In diesem Märchen lernen wir, dass Mut und Freundlichkeit uns durch schwierige Zeiten helfen können. Der junge Prinz befreite den Eisenhans, obwohl er gefährlich aussah, und das brachte ihm später großes Glück. Es zeigt uns auch, dass wir unsere Ängste überwinden müssen, um unsere wahren Stärken zu finden. Und nicht zuletzt lehrt es uns, dass Freunde und Liebe uns helfen, jedes Problem zu überwinden und ein glückliches Leben zu führen.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie wird der Eisenhans gefangen?

    Ein fremder Jäger wagt sich mit einer Axt in den Wald, findet an einem tiefen See das Wesen ganz aus Eisen — mit Haar bis zu den Knien — und fesselt es. Im Schloss wird es in einen Käfig gesperrt.

  2. 2Warum lässt der Prinz ihn frei?

    Weil sein Ball in den Käfig gefallen ist und der Eisenhans ihn nur gegen den Schlüssel zurückgibt. Der Junge stiehlt den Schlüssel vom Gürtel seiner Mutter — und muss danach mit in den Wald.

  3. 3Was passiert am Brunnen im Wald?

    Der Eisenhans hat gewarnt: Wer das Wasser berührt, über den kommt ein Unglück. Der Junge vergisst es, berührt das Wasser — und sein Haar wird golden. Aus Angst läuft er davon.

  4. 4Wie gewinnt der Gärtnerjunge die Schlacht?

    Er ruft im Wald dreimal „Eisenhans!“. Da bekommt er ein Pferd, das kaum zu halten ist, und eine schweigende Schar Krieger in eiserner Rüstung. Danach gibt er beides zurück und kommt auf seinem lahmen Gaul heim.

  5. 5Wie fliegt sein Geheimnis auf?

    Beim dritten goldenen Apfel treffen ihn die Reiter des Königs am Bein, und im Gerüttel fällt ihm der Helm vom Kopf. Da sehen alle das lange goldene Haar.

Wörter aus der Geschichte

Eisenhans
der wilde Mann aus dem Waldsee — ein verzauberter König
Käfig
ein Gitterkasten — darin wird der Eisenhans zuerst gefangen gehalten
Gärtnerjunge
ein Junge, der im Schlossgarten arbeitet
Gaul
ein altes oder schlechtes Pferd — die Knechte geben ihm spöttisch eines
Rüstung
ein Schutzanzug aus Metall, den Ritter im Kampf tragen

Zum Weitererzählen

  • Warum lässt der Junge den Eisenhans frei, obwohl es verboten ist?
  • Warum versteckt er seine goldenen Haare unter einem Hütchen?
  • War der Eisenhans böse oder nur wild?
  • Warum sagt er den Knechten nicht, dass er die Schlacht gewonnen hat?
Weil hier ein Ritter vorkommt

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Inhaltsangabe: „Der Eisenhans“ kurz zusammengefasst

In einem Satz: Ein Königssohn befreit den wilden Mann aus dem Käfig seines Vaters, verliert im Wald sein Geheimnis an einen verzauberten Brunnen und gewinnt als Gärtnerjunge mit goldenem Haar eine Schlacht, drei goldene Äpfel und eine Königstochter.

Anfang

An das Schloss eines Königs grenzt ein Wald, aus dem kein Jäger zurückkehrt. Erst ein fremder Jäger wagt sich mit einer Axt hinein, findet an einem tiefen See ein Wesen ganz aus Eisen, dessen Haar bis zu den Knien reicht, fesselt es und bringt es ins Schloss, wo es in einen Käfig gesperrt wird. Der Wald ist wieder sicher. Jahre später fällt dem kleinen Prinzen sein Ball in den Käfig. Der Eisenhans gibt ihn nur gegen den Schlüssel zurück. Der Junge stiehlt ihn vom Gürtel seiner Mutter, öffnet den Käfig — und muss mit, tief in den Wald.

Mitte

Der Eisenhans zeigt ihm die Wunder des Waldes und warnt ihn vor dem Brunnen in der Mitte: Wer das Wasser berührt, über den kommt ein Unglück. Der Prinz vergisst die Warnung, und sein Haar wird golden. Aus Angst flieht er, versteckt das Haar unter einem Hut und findet in einer fernen Stadt Arbeit als Gärtnerjunge. Die Königstochter entdeckt sein goldenes Haar. Als ein feindliches Heer heranzieht, geben ihm die Knechte spöttisch einen lahmen Gaul. Im Wald ruft er dreimal „Eisenhans!“ — und bekommt ein schnaubendes Pferd und eine schweigende Schar Krieger in eiserner Rüstung. Mit ihnen gewinnt er die Schlacht, gibt Pferd und Krieger zurück und schaukelt auf dem lahmen Gaul nach Hause, wo die Knechte ihn wieder auslachen.

Ende

Zur Siegesfeier wirft die Königstochter an drei Tagen einen goldenen Apfel in die Menge. Ein Ritter in roter, dann in schwarzer, dann in weißer Rüstung fängt ihn jedes Mal und ist verschwunden, ehe jemand fragen kann. Der Gärtnerjunge legt die Äpfel abends unter sein Kopfkissen. Beim dritten Mal treffen ihn die Reiter des Königs am Bein, der Helm fällt, und alle sehen das goldene Haar. Vor dem König nimmt die Königstochter ihm selbst das Hütchen ab. „Ich bin ein Königssohn“, sagt er, „und ich habe die Schlacht gewonnen und die drei Äpfel gefangen.“ Beim Hochzeitsfest tritt ein stolzer König mit goldenem Haar herein: der Eisenhans, den ein Zauber in den wilden Mann verwandelt hatte — erlöst, und bereit, alles zu geben, was er besitzt.

Unsere Fassung folgt der Erzählung der Brüder Grimm in moderner, vorlesefreundlicher Sprache.

Der Eisenhans vorlesen – so wird der Abend rund

Der Eisenhans ist das Märchen, in dem ein Kind etwas falsch macht und trotzdem nicht bestraft wird. Der Königssohn lässt den wilden Mann frei, verliert den goldenen Ball, taucht den Finger ins Wasser – lauter Fehler, und jeder führt weiter statt ins Verderben. Für Kinder, die gerade lernen, dass Fehler nicht das Ende sind, ist das eine gute Geschichte.

Woher Der Eisenhans kommt

Der Eisenhans steht als Nummer 136 in den „Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm. Er gehört zu den weniger bekannten Märchen der Sammlung, ist aber eines der wenigen, in denen ein Junge im Mittelpunkt steht und über die ganze Geschichte hinweg erwachsen wird.

Bekannt wurde er im zwanzigsten Jahrhundert noch einmal neu, weil der amerikanische Dichter Robert Bly ihn zum Ausgangspunkt eines vielgelesenen Buches über Männlichkeit machte. Für den Vorleseabend spielt das keine Rolle – dort ist es einfach ein gutes Abenteuer.

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Häufige Fragen zu Der Eisenhans

Wer ist der Eisenhans?

Ein wilder Mann, der auf dem Grund eines Waldsees lebt und braun wie rostiges Eisen ist. Er wird gefangen, von einem Königssohn befreit und wird dessen Beschützer.

Ab welchem Alter eignet sich Der Eisenhans?

Ab etwa fünf Jahren. Es ist eines der längeren Grimm-Märchen mit mehreren Stationen.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa acht Minuten.

Von wem stammt Der Eisenhans?

Von den Brüdern Grimm, Kinder- und Hausmärchen Nummer 136.

Was ist die Moral vom Eisenhans?

Dass Fehler weiterführen können, wenn man zu ihnen steht – und dass Hilfe oft von dem kommt, vor dem alle gewarnt haben.

Gibt es das Märchen kostenlos als PDF?

Ja, unter der Geschichte, ohne Anmeldung.

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