Der Eisenhans

Der Eisenhans

Zusammenfassung: „Der Eisenhans“ in drei Sätzen

Ein mutiger Jäger fängt den geheimnisvollen Eisenhans, der im Königswald lebt, und der Prinz befreit ihn später, wodurch sie Freunde werden und viele Abenteuer erleben.

Der Prinz berührt verbotenes Wasser, das sein Haar golden färbt, und er muss fliehen. In der Ferne wird er Gärtner und gewinnt durch seine Tapferkeit eine Prinzessin und ein Königreich.

Mit Hilfe des Eisenhans, der sich als verzauberter König entpuppt, besiegt der Prinz seine Feinde und lernt, dass Mut und Freundschaft das größte Glück bringen.

Der Eisenhans – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 10 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen (KHM 136)
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein König, dessen Schloss an einen großen Wald grenzte, in dem sich allerlei wilde Tiere tummelten. Eines Tages schickte er einen Jäger hinein, um ein Tier zu erlegen, aber der Jäger kehrte nicht zurück. „Vielleicht ist ihm ein Unglück zugestoßen“, sagte der König und schickte am nächsten Tag zwei weitere Jäger los, um ihn zu suchen, doch auch diese kehrten nicht zurück. Nun traute sich niemand mehr, in den Wald zu gehen.

Lange Zeit verging, da wagte sich ein unbekannter Jäger aus einem fernen Land ins Schloss und bot dem König seine Dienste an. Er versprach, in den gefährlichen Wald zu gehen und das Geheimnis zu lüften. Bewaffnet mit einer Axt betrat der Jäger den Wald und fand bald einen tiefen, geheimnisvollen See, an dessen Ufer er ein seltsames Wesen entdeckte, das ganz aus Eisen war und dessen Haar bis zu den Knien reichte. Es war der Eisenhans.
Der Eisenhans Der Jäger überwand seine Angst und fesselte das wilde Wesen mit seinen starken Eisenketten. Er brachte den Eisenhans zum Schloss, wo dieser in einen Käfig gesperrt wurde. Der König versprach, den Wald wieder sicher zu machen, und bald streiften die Menschen ohne Angst darin herum.

Jahre später spielte der kleine Prinz des Königs neben dem Käfig und ließ versehentlich seinen Ball hineinfallen. „Gib mir meinen Ball zurück“, rief der Prinz. „Nicht, bevor du den Schlüssel geholt und mich befreit hast“, antwortete der Eisenhans. Der junge Prinz, der von der wilden Gestalt fasziniert war, stahl den Schlüssel vom Gürtel seiner Mutter und befreite den Eisenhans, der ihn daraufhin tief in den Wald zu einem verborgenen Reich führte.
Der Eisenhans Dort lebten sie zusammen, und der Eisenhans zeigte dem Prinzen viele geheime Wunder des Waldes. „Du kannst alles haben, was du willst, aber nimm dich vor dem Brunnen in der Mitte des Waldes in Acht. Wenn du das Wasser berührst, wird ein großes Unglück über dich kommen“, warnte der Eisenhans. Der Prinz, der nun zu einem starken jungen Mann herangewachsen war, vergaß eines Tages die Warnung und berührte das Wasser des Brunnens, worauf sein Haar golden wurde.

Aus Angst, dass der Eisenhans ihn erwischen würde, floh der Prinz und kam in eine ferne Stadt, wo er seine goldenen Haare unter einem Hut verbarg. Er fand Arbeit als Gärtner im Schloss eines mächtigen Königs. Dort verliebte er sich in die schöne Prinzessin, die eines Tages sein goldenes Haar entdeckte und sich ebenfalls in ihn verliebte.

Als das Königreich von einem feindlichen Heer bedroht wurde, bat der junge Mann den Eisenhans um Hilfe, der ihm eine Armee aus dem Wasser schickte. Mit dieser Armee besiegte der junge Mann die Feinde und wurde als Held gefeiert. Der König bot ihm die Hand seiner Tochter an, und die Hochzeit wurde vorbereitet.
Der Eisenhans Eines Tages zog ein feindliches Heer gegen das Königreich, und der König musste in den Krieg ziehen. Der Gärtnerjunge bat, mitreiten zu dürfen. Die Knechte lachten ihn aus und gaben ihm einen alten, lahmen Gaul. „Damit kommst du wenigstens nicht weit“, riefen sie.
Der Junge ritt trotzdem los. Als er allein im Wald war, rief er dreimal laut: „Eisenhans! Eisenhans! Eisenhans!“
Da stand der wilde Mann vor ihm. „Was willst du?“ – „Ein starkes Pferd, denn ich will in den Krieg.“ – „Das sollst du haben“, sagte der Eisenhans, „und noch mehr dazu.“
Es rauschte im Wald, und heraus kam ein Stallknecht mit einem Pferd, das schnaubte und kaum zu halten war. Hinter ihm ritt eine ganze Schar Krieger in eiserner Rüstung, alle schweigend, alle bereit.
Mit ihnen ritt der Junge in die Schlacht. Wo er hinkam, wichen die Feinde zurück, und ehe der Abend kam, war der Kampf gewonnen. Der Junge aber ritt zurück in den Wald, gab dem Eisenhans Pferd und Krieger wieder und kam auf seinem lahmen Gaul nach Hause geschaukelt. „Da ist ja unser Held“, spotteten die Knechte. Er sagte nichts dazu.
Der Eisenhans Nach dem Sieg ließ der König ein großes Fest ausrufen, das drei Tage dauern sollte. Seine Tochter durfte jeden Tag einen goldenen Apfel in die Menge werfen; wer ihn fänge, sollte sich zeigen.
Am ersten Tag kam ein Ritter in roter Rüstung auf einem Fuchs herangeritten, fing den Apfel aus der Luft und war verschwunden, ehe ihn jemand fragen konnte.
Am zweiten Tag kam er in schwarzer Rüstung auf einem Rappen – und wieder fing er den Apfel und ritt davon. Der König wurde ärgerlich. „Beim dritten Mal“, sagte er, „sollen ihm meine Leute nachsetzen.“
Der Gärtnerjunge aber saß jeden Abend still in seiner Kammer und legte die Äpfel unter das Kopfkissen. Niemand im ganzen Schloss kam auf den Gedanken, dass der stille Junge mit dem Hütchen etwas damit zu tun haben könnte.
Der Eisenhans Am dritten Tag ritt er in weißer Rüstung auf einem Schimmel heran und fing den letzten Apfel. Doch als er davonsprengte, trafen ihn die Reiter des Königs am Bein, und im Gerüttel fiel ihm der Helm vom Kopf. Da sahen alle sein langes goldenes Haar.
Sie ritten zurück und erzählten es dem König. Am nächsten Morgen fragte die Königstochter den Gärtner nach seinem Gehilfen. „Das ist nur der Junge mit dem Hütchen“, sagte der Gärtner. „Die Kinder haben ihm heute drei goldene Äpfel geschenkt.“
Der König ließ ihn holen. Der Junge kam, das Hütchen tief im Gesicht. „Nimm es ab“, sagte die Königstochter, und weil er zögerte, nahm sie es ihm selbst herunter. Da fiel ihm das goldene Haar über die Schultern, und es war so schön, dass alle staunten.
„Ich bin ein Königssohn“, sagte er. „Und ich bin es gewesen, der die Schlacht gewonnen und die drei Äpfel gefangen hat.“ Da wurde die Hochzeit beschlossen, und seine Eltern kamen von weit her und weinten vor Freude, denn sie hatten ihren Sohn längst verloren geglaubt.
Mitten im Fest ging die Tür auf, und ein stolzer König trat herein, mit goldenem Haar und einem großen Gefolge. Er ging auf den jungen Mann zu und umarmte ihn. „Ich bin der Eisenhans“, sagte er. „Ein Zauber hatte mich in einen wilden Mann verwandelt. Du hast mich erlöst. Alles, was ich besitze, soll dir gehören.“

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Der Eisenhans“ basiert auf der Erzählung von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahr 1812. Sie wurde durch uns modernisiert, aber orientiert sich inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Der Eisenhans Die Moral des Märchens

In diesem Märchen lernen wir, dass Mut und Freundlichkeit uns durch schwierige Zeiten helfen können. Der junge Prinz befreite den Eisenhans, obwohl er gefährlich aussah, und das brachte ihm später großes Glück. Es zeigt uns auch, dass wir unsere Ängste überwinden müssen, um unsere wahren Stärken zu finden. Und nicht zuletzt lehrt es uns, dass Freunde und Liebe uns helfen, jedes Problem zu überwinden und ein glückliches Leben zu führen.

Noch mehr Geschichten für heute Abend

Diese Geschichte ist eine von 75 kostenlosen Gute-Nacht-Geschichten auf emhema.de – alle zum Vorlesen und als PDF zum Ausdrucken.