Der Froschkönig

Der Froschkönig

Zusammenfassung: „Der Froschkönig“ in drei Sätzen

Eine Prinzessin verliert ihre goldene Kugel in einem Brunnen und ein Frosch bietet Hilfe an, verlangt dafür aber, ihr Freund zu werden und an ihrem Leben teilzunehmen.

Als sie versucht, ihr Versprechen zu brechen, verwandelt sich der Frosch durch ihre unbedachte Handlung in einen Prinzen, der durch den Bruch eines Fluchs befreit wurde.

Ihre anfängliche Abneigung weicht tiefer Freundschaft und Liebe, was zu einer prächtigen Hochzeit führt und sie leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Der Froschkönig – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 10 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen (KHM 1), ab 1812
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt das Märchen

In alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein König, der hatte drei Töchter. Alle drei waren schön, aber die jüngste war so schön, dass sogar die Sonne sich wunderte, wenn sie ihr ins Gesicht schien.

Hinter dem Schloss lag ein großer, dunkler Wald, und in dem Wald stand unter einer alten Linde ein Brunnen. Wenn es an heißen Tagen im Schloss nicht auszuhalten war, ging die jüngste Prinzessin hinaus in den Wald und setzte sich an den Rand des kühlen Brunnens.

Sie hatte eine goldene Kugel dabei. Die war ihr liebstes Spielzeug, und sie spielte immer dasselbe damit: Sie warf sie in die Höhe und fing sie wieder auf. Hoch und auffangen. Hoch und auffangen. Manchmal eine ganze Stunde lang.

An diesem Tag warf sie die Kugel besonders hoch. Sie hielt die Hände auf – aber die Kugel fiel daneben, schlug einmal auf den Steinrand und rollte ins Wasser.

Es machte nur ein leises Platsch.

Die Prinzessin beugte sich über den Rand und schaute hinunter. Aber der Brunnen war tief. So tief, dass man den Grund nicht sehen konnte, sondern nur das eigene Gesicht ganz weit unten im dunklen Wasser.

Da fing sie an zu weinen, und sie weinte immer lauter und konnte gar nicht mehr aufhören.

Und mitten in das Weinen hinein sagte jemand: „Was hast du denn, Königstochter? Du schreist ja, dass sich ein Stein erbarmen möchte.“

Die Prinzessin sah sich um. Niemand da. Dann schaute sie noch einmal ins Wasser – und da streckte ein Frosch seinen dicken, hässlichen Kopf heraus.
Der Froschkönig „Ach, du bist es“, sagte sie. „Ich weine über meine goldene Kugel. Die ist mir in den Brunnen gefallen.“

„Sei still und weine nicht“, sagte der Frosch. „Ich kann dir helfen. Aber was gibst du mir dafür?“

„Was du haben willst“, sagte die Prinzessin schnell. „Meine Kleider. Meine Perlen. Meine Edelsteine. Sogar die goldene Krone, die ich trage.“

Der Frosch schüttelte den Kopf, so gut ein Frosch das kann.

„Deine Kleider und deine Perlen und deine Krone, die mag ich nicht. Aber wenn du mich liebhaben willst, und ich soll dein Freund sein und neben dir sitzen an deinem Tischlein, von deinem goldenen Tellerlein essen, aus deinem Becherlein trinken und in deinem Bettlein schlafen: Wenn du mir das versprichst, dann steige ich hinunter und hole dir die goldene Kugel wieder herauf.“

Die Prinzessin schaute den Frosch an.

„Ja, ja, ich verspreche es“, sagte sie. Und sie dachte dabei: Was der dumme Frosch schwätzt. Der sitzt im Wasser bei seinesgleichen und quakt und kann keines Menschen Geselle sein.

Der Frosch aber, als er das Versprechen gehört hatte, tauchte unter. Es dauerte eine Weile. Dann kam er wieder herauf, und in seinem Maul trug er die goldene Kugel. Er legte sie ins Gras.

Die Prinzessin war so froh, dass sie sie an sich riss und losrannte.

„Warte doch!“, rief der Frosch hinter ihr her. „Nimm mich mit! Ich kann nicht so laufen wie du!“

Aber sie hörte nicht hin. Sie lief den ganzen Weg bis zum Schloss und hatte den armen Frosch schon vergessen, bevor sie die Tür hinter sich zumachte.
Der Froschkönig Am nächsten Abend saß die Königsfamilie beim Essen. Es war ganz still im Saal, nur die Löffel klapperten.

Da hörte man auf der Marmortreppe etwas. Platsch, platsch, platsch. Als käme etwas Nasses die Stufen heraufgehüpft. Dann klopfte es an die Tür, und eine Stimme rief:

„Königstochter, jüngste, mach mir auf!“

Die Prinzessin stand auf und machte die Tür einen Spalt weit auf. Als sie sah, wer da saß, schlug sie sie schnell wieder zu und setzte sich mit rotem Gesicht an den Tisch.

Der König merkte, dass ihr das Herz klopfte. „Mein Kind, was fürchtest du dich? Steht da draußen ein Riese und will dich holen?“

„Nein“, sagte sie leise. „Es ist kein Riese. Es ist ein garstiger Frosch.“

Und dann erzählte sie alles: den Brunnen, die Kugel, das Versprechen.

Der König hörte zu und legte seinen Löffel hin.

„Was du versprochen hast, das musst du auch halten“, sagte er. „Geh und mach ihm auf.“

Da blieb ihr nichts übrig. Der Frosch hüpfte herein, hüpfte hinter ihr her bis zu ihrem Stuhl und rief: „Heb mich herauf zu dir.“ Sie tat es, langsam. Dann wollte er auf den Tisch, und als er oben saß, sagte er: „Nun schieb mir dein goldenes Tellerlein näher, damit wir zusammen essen.“

Sie schob es hin. Der Frosch aß mit gutem Appetit, ihr aber blieb fast jeder Bissen im Hals stecken.

Endlich sagte er: „Ich habe mich satt gegessen und bin müde. Nun trag mich in dein Kämmerlein.“

Die Prinzessin fing an zu weinen. Sie mochte den kalten Frosch nicht anfassen, und nun sollte er auch noch in ihrem schönen, sauberen Bett schlafen.

Aber der König wurde ernst. „Wer dir geholfen hat, als du in Not warst, den sollst du hernach nicht verachten.“

Da nahm sie ihn mit zwei Fingern hoch, trug ihn hinauf und setzte ihn in eine Ecke. Doch als sie im Bett lag, kam er angekrochen und sagte: „Ich bin müde, ich will schlafen wie du. Heb mich herauf, oder ich sage es deinem Vater.“

Da wurde sie bitterböse. Sie packte den Frosch und warf ihn mit aller Kraft gegen die Wand.

„Nun wirst du Ruhe haben, du garstiger Frosch!“

Aber als er herunterfiel, war er kein Frosch mehr. Vor ihr stand ein Königssohn mit freundlichen Augen.
Der Froschkönig Der Prinz setzte sich zu ihr und erzählte, wie alles gekommen war. Eine böse Hexe hatte ihn verwunschen, und niemand auf der ganzen Welt hätte ihn aus dem Brunnen holen können – nur sie allein.

„Ich habe jeden Tag gewartet“, sagte er. „Und jeden Tag ist jemand am Brunnen vorbeigegangen. Der Förster. Die Mägde mit den Krügen. Einmal sogar deine älteste Schwester. Aber geweint hat nur eine.“

Die Prinzessin schwieg eine Weile. Dann sagte sie: „Es tut mir leid, dass ich weggelaufen bin.“

„Ich weiß“, sagte er. „Und es tut mir leid, dass ich gedroht habe. Ich hatte nur solche Angst, dass ich wieder allein im Wasser sitze.“

Danach war es leichter zwischen ihnen.

„Morgen früh“, sagte er, „fahren wir zusammen in mein Königreich.“

Am nächsten Morgen weckte sie die Sonne. Vor dem Schloss stand ein Wagen, und davor waren acht weiße Pferde gespannt. Sie trugen weiße Federn auf dem Kopf und gingen in goldenen Ketten. Hinten auf dem Wagen aber stand ein Diener, den die Prinzessin noch nie gesehen hatte.
Der Froschkönig Der Diener hieß Heinrich. Er hatte dem jungen König gedient, seit die beiden Kinder waren. Und als sein Herr damals in einen Frosch verwandelt wurde, war Heinrich so traurig geworden, dass er glaubte, sein Herz würde zerspringen.
Da war er zum Schmied gegangen. „Leg mir drei eiserne Bänder um das Herz“, hatte er gesagt, „damit es mir vor Kummer nicht zerbricht.“ Der Schmied hatte den Kopf geschüttelt – aber er hatte es getan.
Sieben Jahre lang hatte Heinrich die Bänder getragen. Nun aber war sein Herr erlöst. Er hob die beiden in den Wagen, stellte sich hinten wieder auf und war so froh, dass er kein einziges Wort herausbrachte.
Der Froschkönig Sie waren noch nicht weit gefahren, da krachte es hinter dem Wagen, als wäre etwas zerbrochen. Der junge König drehte sich um und rief:
„Heinrich, der Wagen bricht!“
„Nein, Herr, der Wagen nicht,
es ist ein Band von meinem Herzen,
das da lag in großen Schmerzen,
als Ihr in dem Brunnen saßt,
als Ihr noch ein Frosch wart.“
Und noch einmal krachte es. Und noch einmal. Drei Mal insgesamt – für jedes Band, das von Heinrichs Herzen absprang, weil sein Herr wieder glücklich war.
So fuhren sie in das Königreich des jungen Königs. Die goldene Kugel nahm die Prinzessin natürlich mit – aber gespielt hat sie von da an lieber zu zweit.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Der Froschkönig“ basiert auf der Erzählung von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahr 1812. Sie wurde durch uns modernisiert, aber orientiert sich inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Der Froschkönig Die Moral von „Der Froschkönig“

Das Versprechen am Brunnen gibt die Prinzessin, weil es sie nichts zu kosten scheint. Genau so werden die meisten Versprechen gegeben. Teuer werden sie erst am nächsten Abend, wenn es an der Tür klopft.

Der König sagt dazu den Satz, um den sich die ganze Geschichte dreht: „Wer dir geholfen hat, als du in Not warst, den sollst du hernach nicht verachten.“ Er sagt nicht, dass sie den Frosch mögen muss. Nur, dass sie ihn nicht wegwerfen darf, weil er unbequem geworden ist.

Und dann ist da noch Heinrich, der sich drei eiserne Bänder ums Herz legen ließ, damit es ihm vor Kummer nicht zerspringt. Kinder fragen an dieser Stelle fast immer nach. Es lohnt sich, kurz stehen zu bleiben: So sehr kann man jemanden vermissen.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was verspricht die Königstochter dem Frosch?

    Dass er ihr Gefährte sein darf: von ihrem Tellerchen essen und in ihrem Zimmer schlafen. Dafür holt er ihre goldene Kugel aus dem Brunnen. Kaum hat sie die Kugel, läuft sie davon und denkt nicht mehr an ihn.

  2. 2Warum muss sie den Frosch trotzdem hereinlassen?

    Weil ihr Vater darauf besteht. Ein gegebenes Wort gilt, sagt der König — auch wenn man es in der Not unbedacht gegeben hat. Also muss sie den Frosch an den Tisch heben.

  3. 3Wodurch wird der Frosch erlöst?

    Dadurch, dass die Königstochter ihn vor Wut gegen die Wand wirft. In diesem Augenblick fällt der Zauber ab. In manchen anderen Fassungen genügt ein Kuss — bei uns ist es der Wurf.

  4. 4Wer hatte den Prinzen verwünscht?

    Eine böse Hexe. Sie hatte ihn in einen Frosch verwandelt, und niemand außer der Königstochter hätte ihn aus dem Brunnen holen können.

  5. 5Warum kracht es auf der Heimfahrt dreimal?

    Das sind die eisernen Bänder des treuen Heinrich. Er hatte sie sich vor Kummer um das Herz legen lassen, damit es nicht zerspringt. Auf der Fahrt springen sie nacheinander ab — vor Freude, nicht vor Schaden.

Wörter aus der Geschichte

Brunnen
ein tiefes Loch im Boden, aus dem man Wasser holt
verwünschen
jemanden durch Zauber in etwas anderes verwandeln
Geselle
ein Gefährte — jemand, mit dem man seine Zeit verbringt
eiserne Bänder
Ringe aus Eisen, die sich der treue Heinrich um das Herz legen ließ
der treue Heinrich
der Diener des Prinzen, der ihn all die Jahre nicht vergessen hat

Zum Weitererzählen

  • Warum will die Prinzessin ihr Versprechen nicht halten?
  • Was hättest du an ihrer Stelle gemacht, als der Frosch an die Tür klopft?
  • Warum besteht der König darauf, dass sie Wort hält?
  • Wer ist der treue Heinrich – und warum springen seine Bänder am Ende ab?
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Inhaltsangabe: Der Froschkönig kurz zusammengefasst

In einem Satz: Eine Königstochter verspricht einem Frosch die Freundschaft für ihre goldene Kugel, will das Versprechen brechen — und erlöst ihn gerade dadurch.

Anfang

Eine Königstochter spielt am liebsten mit einer goldenen Kugel an einem Brunnen im Wald. Eines Tages fällt die Kugel ins tiefe Wasser, und das Mädchen weint. Ein Frosch taucht auf und bietet an, sie heraufzuholen — als Gegenleistung will er ihr Gefährte sein, von ihrem Teller essen und in ihrem Zimmer schlafen. Sie verspricht es, nimmt die Kugel und läuft davon, ohne an den Frosch zu denken.

Mitte

Am nächsten Tag klopft es beim Essen an das Schlosstor: Der Frosch ist da und erinnert an die Abmachung. Die Königstochter will ihn wegschicken, doch ihr Vater besteht darauf, dass ein gegebenes Wort gilt. Also muss sie ihn an den Tisch heben und von ihrem Tellerchen essen lassen. Als er auch noch mit in ihr Zimmer will, wird ihr die Sache zu viel.

Ende

In ihrer Wut packt sie den Frosch und wirft ihn gegen die Wand. Genau in diesem Augenblick fällt der Zauber ab: Vor ihr steht ein Königssohn, den eine böse Hexe verwunschen hatte — und niemand außer ihr hätte ihn aus dem Brunnen holen können. Sein treuer Diener, der eiserne Heinrich, hatte sich vor Kummer drei eiserne Bänder um das Herz legen lassen; auf der Heimfahrt springen sie nacheinander mit lautem Krachen ab, vor Freude, nicht vor Schaden.

Diese Inhaltsangabe folgt unserer Fassung für Kinder ab vier Jahren, etwa zehn Minuten Vorlesezeit. Sie geht auf die Brüder Grimm zurück (Kinder- und Hausmärchen Nr. 1, ab 1812); vollständig heißt das Märchen „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich".

Der Froschkönig vorlesen – so wird der Abend rund

Der Froschkönig ist das erste Märchen der Brüder Grimm, und man merkt es: Es ist kurz, klar und hat einen Satz, den man sich merkt – „Was du versprichst, das musst du auch halten." Der Frosch darf beim Vorlesen quaken; das nimmt der Geschichte die Strenge. Die Stelle, an der die Prinzessin den Frosch an die Wand wirft, überrascht viele Erwachsene – geküsst wird bei Grimm nämlich nicht.

Woher Der Froschkönig kommt

Der Froschkönig ist Nummer 1 in den „Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm – das allererste Märchen der Sammlung. Sein vollständiger Titel lautet „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich".

Der zweite Teil des Titels gehört zum Diener, der oft vergessen wird: Heinrich hatte sich drei eiserne Bänder ums Herz legen lassen, damit es vor Kummer nicht zerspringt, als sein Herr in einen Frosch verwandelt wurde. Am Ende springen sie ab – deshalb kracht es hinter dem Wagen.

Wenn Der Froschkönig gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Froschkönig

Wird der Frosch im Märchen wirklich geküsst?

Bei den Brüdern Grimm nicht. Dort wirft die Prinzessin den Frosch vor Ärger gegen die Wand – und in diesem Moment wird er zum Prinzen. Der Kuss stammt aus späteren Nacherzählungen.

Wer ist der eiserne Heinrich?

Der treue Diener des Prinzen. Er hatte sich drei eiserne Bänder ums Herz legen lassen, damit es vor Kummer nicht zerspringt. Als sein Herr erlöst ist, springen die Bänder mit lautem Krachen ab.

Ab welchem Alter eignet sich Der Froschkönig?

Ab etwa vier Jahren. Es ist eines der freundlichsten Grimm-Märchen und eignet sich gut als Einstieg.

Wie lange dauert Der Froschkönig zum Vorlesen?

Etwa zehn Minuten.

Gibt es Der Froschkönig kostenlos als PDF?

Ja, direkt unter der Geschichte – ohne Anmeldung zum Ausdrucken.

Was ist die Moral vom Froschkönig?

Dass ein Versprechen auch dann gilt, wenn man es leichtfertig gegeben hat – und dass sich hinter einem unangenehmen Äußeren etwas ganz anderes verbergen kann.

Von wem stammt Der Froschkönig?

Von den Brüdern Grimm, Kinder- und Hausmärchen Nummer 1, ab 1812. Vollständig heißt es „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich“ – es steht ganz am Anfang der Sammlung.

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