Der kleine Däumling

Der kleine Däumling

Zusammenfassung: „Der kleine Däumling“ in drei Sätzen

Der kleine Däumling und seine Brüder wurden von ihren Eltern im Wald ausgesetzt, weil Not herrschte, aber Däumling benutzte Kieselsteine und später Brotkrumen, um den Weg zurück zu finden.

Nachdem sie sich verirrten, trickste Däumling einen Oger aus, indem er die Mützen tauschte, so dass der Oger seine eigenen Töchter fraß, wodurch die Brüder entkommen konnten.

Sie entkamen dem Oger, fanden sein Gold und kehrten sicher nach Hause zurück, wo sie fortan glücklich und sorgenfrei lebten.

Der kleine Däumling – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 9 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Charles Perrault, Frankreich 1697
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein armer Holzfäller und seine Frau, die sieben Kinder hatten. Alle Jungen waren kräftig und gesund, doch der jüngste war sehr klein, kaum größer als ein Daumen, weshalb man ihn Däumling nannte. Obwohl er der Kleinste war, hatte er ein großes Herz und einen scharfen Verstand, der ihn oft klüger handeln ließ als viele, die doppelt so groß waren wie er. Seine Intelligenz und sein Mut machten ihn zu einem besonderen Kind in der Familie. Der kleine Däumling In einer Zeit großer Not, als eine schlimme Hungersnot das Land heimsuchte, beschlossen die verzweifelten Eltern, ihre Kinder im Wald zurückzulassen, da sie nicht mehr in der Lage waren, sie zu ernähren. Der kleine Däumling hörte das Gespräch seiner Eltern und beschloss, einen Plan zu schmieden. Er füllte seine Taschen mit kleinen, weißen Kieselsteinen, die im Mondlicht leuchteten, und entwickelte eine clevere Strategie, um sich und seine Brüder sicher zurück nach Hause zu führen, falls sie sich verirren sollten. Der kleine Däumling Am nächsten Tag, als die Familie tief in den Wald ging, ließ der Däumling heimlich die Kieselsteine auf den Weg fallen. Nachdem die Eltern ihre Kinder unter einem Vorwand allein gelassen hatten, wartete der Däumling bis zum Abend. Dann führte er seine Brüder sicher nach Hause, indem er den leuchtenden Steinen im Mondschein folgte, die einen schimmernden Pfad durch die dunkle, undurchdringliche Nacht bildeten, wobei er geschickt sicherstellte, dass jeder Schritt sie näher nach Hause brachte.

Als die Eltern ihre Kinder zu Hause vorfanden, waren sie zugleich erstaunt und erleichtert. Doch die Hungersnot dauerte an, und erneut planten die Eltern, die Kinder im Wald zu lassen. Diesmal sammelte der Däumling Taschen voller Brotkrumen, da keine Kieselsteine mehr zu finden waren. Aber die Vögel kamen und pickten alle Krümel auf, sodass der Plan scheiterte und die Kinder sich im Wald verirrten. Verloren und ohne Wegweiser blieben sie in der tiefen, dunklen Wildnis zurück, gefangen zwischen den dichten Bäumen und der ungewissen Zukunft..

Während sie umherirrten, entdeckten sie ein merkwürdiges, großes Haus. Der Däumling, mutig wie immer, klopfte an die Tür. Ein riesiger Mann öffnete, es war ein Oger, der bekannt dafür war, Kinder zu fressen. Mit schlauen Worten überzeugte der Däumling den Oger, sie für die Nacht aufzunehmen. In der Nacht, als der Oger beschloss, die Jungen zu verschlingen, vertauschte der Däumling die Mützen seiner Brüder mit denen der Oger-Töchter. Verwirrt durch den Tausch verschlang der Oger im Dunkeln seine eigenen Töchter, ein tragischer Fehler, der den Brüdern die Flucht ermöglichte.
Der kleine Däumling Die Frau des Ogers versteckte die sieben Brüder unter dem Bett. Doch als der Oger heimkam, schnupperte er und brummte: „Hier riecht es nach Menschenkindern.“ Sie redete auf ihn ein, bis er endlich sagte: „Gut. Morgen früh.“ Dann ging er schlafen.
Im Zimmer nebenan schliefen die sieben Töchter des Ogers. Jede von ihnen trug im Schlaf ein goldenes Krönchen auf dem Kopf, so war es bei Ogern üblich. Die sieben Brüder dagegen hatten schlichte Zipfelmützen bekommen.
Däumling konnte nicht einschlafen. Mitten in der Nacht stand er auf, schlich hinüber und tauschte: Er nahm den Mädchen leise die Krönchen ab und setzte ihnen die Zipfelmützen auf. Die Krönchen setzte er seinen Brüdern auf den Kopf. Dann legte er sich wieder hin.
Und wirklich: Noch vor Sonnenaufgang kam der Oger die Treppe herauf. Es war stockdunkel, und er tastete nur nach den Köpfen. Wo er Gold spürte, ging er weiter. Wo er Wolle spürte, blieb er stehen – und stand vor den Betten seiner eigenen Töchter.
„Das hätte ins Auge gehen können“, brummte er, kratzte sich am Kopf und ging wieder hinunter, um sich erst einmal einen Kaffee zu kochen. In diesem Augenblick waren die sieben Brüder schon aus dem Fenster und rannten, so schnell sie konnten, in den Wald hinein.
Der kleine Däumling Als der Oger am Morgen merkte, dass die sieben Brüder fort waren, wurde er fürchterlich wild. Er ging an den Schrank und holte seine Siebenmeilenstiefel heraus – mit einem einzigen Schritt kam er damit sieben Meilen weit.
Die Brüder hörten es donnern und sahen den Oger über die Hügel setzen. Däumling zog sie schnell unter einen hohlen Felsen und legte den Finger auf die Lippen. Sieben Brüder, kein einziger Atemzug.
Der Oger kam genau bis zu diesem Felsen. Er war müde von den vielen Meilen, setzte sich obendrauf, grübelte ein wenig – und schlief ein. Bald schnarchte er so laut, dass die Steine wackelten.
„Lauft nach Hause“, flüsterte Däumling seinen Brüdern zu. „Ich komme nach.“ Dann kletterte er ganz vorsichtig hinauf und zog dem schlafenden Oger die Stiefel von den Füßen, einen nach dem anderen.
Der kleine Däumling Die Stiefel waren riesig – doch kaum hatte Däumling hineingeschlüpft, zogen sie sich zusammen, bis sie ihm passten wie angemessen. So sind Siebenmeilenstiefel: Sie werden immer genau so groß wie der Fuß, der in ihnen steckt.
Ein Schritt – und Däumling stand am Waldrand. Noch ein Schritt – und er stand vor dem Elternhaus. Seine Brüder kamen erst eine Stunde später außer Atem hinterher.
Von diesem Tag an brauchte kein Bote im ganzen Königreich mehr ein Pferd. Däumling brachte Nachrichten von einem Ende des Landes zum anderen, schneller als der Wind, und der König bezahlte ihn gut dafür. Sein Vater musste nie wieder Holz schlagen, und Brot gab es jeden Tag.
Und wenn abends alle sieben Brüder um den Tisch saßen, dann sagte die Mutter manchmal leise: „Der Kleinste hat uns alle gerettet.“ Däumling hörte es und sagte nichts dazu. Aber er ließ die Stiefel neben seinem Bett stehen – für alle Fälle.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: „Der kleine Däumling“ wurde 1697 von Charles Perrault in Frankreich aufgeschrieben. Diese Fassung wurde durch uns modernisiert und für Kinder entschärft; das Original ist an einigen Stellen deutlich düsterer und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Der kleine Däumling Die Moral des Märchens

Die Geschichte des kleinen Däumlings zeigt uns, wie wichtig es ist, schlau und mutig zu sein, auch wenn man der Kleinste ist. Däumling nutzte seine Klugheit, um seine Brüder sicher nach Hause zu bringen und sie vor einem gefährlichen Oger zu retten. Dieses Märchen lehrt uns, dass man mit Einfallsreichtum und Mut große Herausforderungen überwinden und seine Familie schützen kann. Es zeigt auch, dass selbst in schwierigen Zeiten Hoffnung und Lösungen gefunden werden können, wenn man zusammenhält und klug handelt.

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