Der kleine Glasschuh

Der kleine Glasschuh

Zusammenfassung: „Der kleine Glasschuh“ in drei Sätzen

Cinderella, ein gutes und sanftes Mädchen, lebt bei ihrer bösen Stiefmutter und Stiefschwestern, die sie schlecht behandeln und wie eine Dienerin halten. Sie träumt davon, ihrem traurigen Leben zu entkommen.

Eine freundliche Fee hilft Cinderella, sich in eine Prinzessin zu verwandeln, damit sie zu einem königlichen Ball gehen kann, wo sie den Prinzen trifft, der sich sofort in sie verliebt.

Nachdem Cinderella beim Verlassen des Balls ihren Glasschuh verliert, findet der Prinz sie mithilfe dieses Schuhs wieder. Sie heiraten und leben glücklich zusammen, und Cinderella vergibt ihren Stiefschwestern.

Der kleine Glasschuh – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 8 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Cinderella nach Charles Perrault, Frankreich 1697, die Fassung mit der guten Fee; die deutsche Variante der Brüder Grimm heißt Aschenputtel
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein wohlhabender Mann, der mit seiner wunderschönen Tochter Cinderella zusammenlebte. Leider starb seine Frau und Cinderellas Mutter, als das Mädchen noch ein Kind war. Der Vater heiratete bald darauf eine stolze und hochmütige Frau, die zwei ebenso hochmütige Töchter hatte. Diese neue Familie brachte großes Unglück für Cinderella, denn die Stiefmutter und ihre Töchter behandelten sie wie eine Dienerin und nicht wie ein Familienmitglied. Der kleine Glasschuh Als auch Cinderellas geliebter Vater verstorben war, musste das Waisenkind alle harten Hausarbeiten erledigen, während ihre Stiefschwestern in Pracht und Luxus lebten. Sie trug zerrissene Kleider und schlief in einem kalten, düsteren Zimmer im Dachboden, doch sie verlor nie ihren guten Mut. Trotz der Grausamkeit und Missgunst, die ihr täglich begegneten, bewahrte sie eine sanftmütige, freundliche Haltung und träumte davon, irgendwann ihrem Elend zu entfliehen. Der kleine Glasschuh Eines Tages verkündete der König, dass ein großer Ball im Palast stattfinden würde, damit der Prinz eine Braut auswählen könne. Cinderellas Stiefschwestern waren ganz aufgeregt und begannen sofort, ihre schönsten Kleider und Schmuckstücke vorzubereiten. Cinderella half ihnen dabei, obwohl sie selbst nicht zum Ball eingeladen war. Sie bügelte ihre Kleider, polierte ihre Schuhe und legte ihre Juwelen zurecht, während sie sich insgeheim wünschte, auch an diesem magischen Abend teilnehmen zu können.

Als der große Tag kam und die Stiefschwestern zum Ball aufbrachen, konnte Cinderella sich nicht zurückhalten und fing an zu weinen. Plötzlich erschien eine freundliche Fee, die sagte: „Warum weinst du, mein Kind?“ Cinderella erzählte ihr von ihrem großen Wunsch, auch zum Ball zu gehen. Die Fee lächelte, schwang ihren Zauberstab und verwandelte Cinderellas zerrissene Kleider in ein wunderschönes, schimmerndes Ballkleid. Sie berührte auch Cinderellas Füße, und sofort schimmerten dort gläserne Schuhe. „Aber vergiss nicht“, warnte die Fee, „dieser Zauber wird bei Mitternacht verschwinden!“ Mit einer Kutsche aus einem Kürbis und Mäusen, die zu Pferden wurden, machte sich Cinderella bereit, den Ball zu besuchen.

Als sie den Ballsaal betrat, hielt jeder den Atem an. Der Prinz, der von keiner der anwesenden Damen beeindruckt war, sah sofort zu Cinderella hinüber und verliebte sich auf den ersten Blick. Er eilte durch die Menge, um sie zu begrüßen, und lud sie zu einem Tanz ein. Während sie zusammen tanzten, konnte niemand seinen Blick abwenden; sie schienen in ihrer eigenen Welt zu sein, umgeben von bewundernden Blicken und flüsternden Kommentaren.
Der kleine Glasschuh Sie tanzten die ganze Nacht miteinander, und Cinderella fühlte sich wie in einem Traum. Doch als die Uhr zwölf schlug, fiel ihr die Warnung der Fee ein. Sie riss sich los und rannte die Treppe hinunter, und im Hof stand statt der Kutsche nur noch ein Kürbis im Gras.
Am nächsten Abend gab der König noch einen zweiten Ball. Wieder kam die Fee, wieder wurde aus dem Kürbis eine Kutsche und aus den Mäusen ein Sechsergespann, und wieder tanzte der Prinz nur mit ihr.
Diesmal aber war Cinderella so glücklich, dass sie die Zeit vergaß. Erst beim ersten Glockenschlag von Mitternacht schrak sie auf. Sie sprang auf und lief – und weil sie so schnell lief, blieb einer ihrer gläsernen Schuhe auf der großen Schlosstreppe liegen.
Der Prinz kam die Treppe heruntergestürzt, aber da war nur noch der Schuh. Er hob ihn auf und hielt ihn ganz vorsichtig in beiden Händen, als wäre er aus Eis.
Der kleine Glasschuh Ein paar Tage später ritt ein Herold durch die Stadt und ließ ausrufen: Der Prinz werde das Mädchen heiraten, dem der gläserne Schuh passe. Von Haus zu Haus ging es, und in jedem Haus probierten die Töchter.
Auch die beiden Stiefschwestern versuchten es. Sie drückten und schoben und hielten die Luft an, aber der Schuh war viel zu klein. „Darf ich es auch einmal versuchen?“, fragte Cinderella leise aus der Ecke.
Die Schwestern lachten. Der Herold aber sah das Mädchen an und sagte: „Der Befehl lautet: jede. Setz dich.“ Cinderella setzte sich, streckte den Fuß aus – und der Schuh glitt hinein, als wäre er für sie gemacht.
Im Zimmer wurde es ganz still. Dann griff Cinderella in ihre Schürzentasche und holte den zweiten Glasschuh heraus. Sie zog ihn an. In diesem Augenblick stand die gute Fee im Zimmer, berührte Cinderellas alte Kleider mit ihrem Stab, und da stand sie in einem Kleid, das noch schöner war als das vom Ball.
Der kleine Glasschuh Die Stiefschwestern erkannten sie erst, als sie ihr ins Gesicht sahen. Da warfen sie sich ihr zu Füßen und baten um Verzeihung für alles, was sie ihr angetan hatten.
Cinderella hob sie auf, umarmte beide und sagte, sie verzeihe ihnen von Herzen und sie sollten sie immer lieb haben. Dann fuhr sie in den Palast.
Die Hochzeit war so schön, wie man es sich nur denken kann. Cinderella ließ ihre beiden Stiefschwestern im Schloss wohnen, und noch im selben Jahr verheiratete sie die beiden mit zwei angesehenen Männern des Hofes.
Den einen Glasschuh aber ließ der Prinz in einer kleinen Vitrine aufstellen, mitten im Schloss. Und wenn Kinder fragten, wozu ein einzelner Schuh dort stehe, dann sagte Cinderella: „Damit ich nicht vergesse, wo ich hergekommen bin.“

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: Diese Geschichte ist die französische Fassung des Aschenputtel-Stoffes, die Charles Perrault 1697 aufgeschrieben hat – mit der guten Fee, dem Kürbis und dem gläsernen Schuh. Die deutsche Fassung der Brüder Grimm heißt „Aschenputtel“ und erzählt dieselbe Geschichte ganz anders. Sie finden sie ebenfalls hier im Blog.
Der kleine Glasschuh Die Moral des Märchens

Die Geschichte von "Der kleine Glasschuh" zeigt uns, wie wichtig es ist, immer nett und stark zu bleiben, auch wenn es manchmal schwierig ist. Cinderella bleibt immer freundlich und hoffnungsvoll, auch wenn ihre Stiefmutter und Stiefschwestern sie schlecht behandeln. Am Ende wird Cinderellas gutes Herz belohnt, und sie findet ihr Glück. Das Märchen erzählt uns, dass die schönsten Dinge im Leben oft die sind, die wir nicht sehen können, wie ein gutes Herz und Geduld. Wer gemein und oberflächlich ist, wird am Ende nicht glücklich sein.

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