Der Nussknacker und der Mäusekönig

Der Nussknacker und der Mäusekönig

Zusammenfassung: „Der Nussknacker und der Mäusekönig“ in drei Sätzen

Maries Patenonkel schenkt ihr zu Weihnachten einen hölzernen Nussknacker, der nachts zum Leben erwacht und darum bittet, ihm zu helfen.

Mit Maries Unterstützung und einem Zauberschwert gelingt es dem Nussknacker, den bösen Mäusekönig und seine Armee zu besiegen.

Nachdem der Mäusekönig besiegt ist, verwandelt sich der Nussknacker in einen Prinzen und heiratet Marie, die seine Königin im märchenhaften Zuckerland wird.

Der Nussknacker und der Mäusekönig – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 10 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: E. T. A. Hoffmann, 1816
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein kleines Mädchen namens Marie Stahlbaum. Sie lebte mit ihren Eltern und ihrem Bruder Fritz in einer schönen Stadt. Zu Weihnachten bekam sie von ihrem Patenonkel, dem Obergerichtsrat Drosselmeier, einen hölzernen Nussknacker geschenkt. Marie mochte den Nussknacker auf Anhieb sehr gerne, obwohl er mit seinem großen Mund und dem Zottelbart etwas hässlich aussah. Ihr Bruder Fritz ärgerte sie deswegen und knackte extra harte Nüsse mit dem Nussknacker, bis dessen Kinnlade locker wurde. Behutsam verband Marie den Nussknacker und legte ihn in ein Puppenbettchen. Der Nussknacker und der Mäusekönig In der Nacht erwachte der Nussknacker plötzlich zum Leben. "Hilf mir, liebe Marie!", rief er. "Der böse Mausekönig will mich vernichten." Da sah Marie, wie unzählige Mäuse aus ihren Löchern kamen, angeführt von einem furchteinflößenden Mäusekönig mit sieben Köpfen. Der Nussknacker stellte sich mutig mit den Zinnsoldaten von Maries Bruder gegen die Mäusearmee. Doch es sah nicht so aus, als würden die beiden gewinnen: Die Mäuse waren in der Überzahl und der Mäusekönig zielte mit seinen Zeptern auf den Nussknacker. Der Nussknacker und der Mäusekönig Kurzerhand streifte Marie ihren Schuh vom Fuß und warf ihn mitten unter die Mäuse. Ein Krachen, ein Splittern – ihr Arm war durch die Glasscheibe des Schranks gefahren. Doch die Mäuse stoben auseinander, und der Nussknacker war gerettet. Am nächsten Morgen fand sich Marie mit einem verbundenen Arm im Bett wieder. Niemand glaubte ihre Geschichte von der Schlacht in der Nacht. Nur ihr Patenonkel Drosselmeier hörte aufmerksam zu und nickte wissend.

Dann erzählte er ihr ein Märchen. „Es war einmal eine Prinzessin namens Pirlipat, die war das schönste Kind, das je in einer Wiege lag. Doch am Hof lebte auch Frau Mauserinks, die Königin der Mäuse. Als der König ihr die Speckvorräte wegnehmen ließ, schwor sie Rache. Eines Nachts schlich sie in die Wiege – und am Morgen war Pirlipat nicht mehr schön, sondern hatte einen dicken Kopf und einen breiten Mund, ganz wie ein Nussknacker."

„Der Hofastronom las in den Sternen", erzählte Drosselmeier weiter, „dass nur eines helfen konnte: Ein junger Mann musste die steinharte Nuss Krakatuk mit den Zähnen knacken, der Prinzessin den Kern reichen und danach sieben Schritte rückwärts gehen, ohne die Augen zu öffnen. Jahre suchte man die Nuss und den jungen Mann. Am Ende war es mein eigener Neffe, der es schaffte. Pirlipat wurde wieder schön. Doch beim siebten Schritt rückwärts trat er auf Frau Mauserinks – und im selben Augenblick fiel der Zauber auf ihn. Sein Kopf wurde groß, sein Mund wurde breit, und aus dem jungen Mann wurde ein hölzerner Nussknacker. Da wandte die schöne Pirlipat sich ab und wollte ihn nicht mehr ansehen."

Marie hörte zu und wusste auf einmal ganz genau, wen sie in ihrem Puppenbett liegen hatte. Und sie wusste auch: Der Fluch war noch nicht zu Ende. Der siebenköpfige Mäusekönig, der Sohn der Mauserinks, wollte den Nussknacker verderben – und er kam wieder.
Der Nussknacker und der Mäusekönig Von nun an kam der Mäusekönig jede Nacht an Maries Bett und fletschte seine sieben Gebisse. „Gib mir dein Marzipan", zischte er, „sonst zerbeiße ich deinen Nussknacker." Marie legte ihm ihr Marzipan hin. In der nächsten Nacht wollte er ihre Zuckerpüppchen, dann ihre bunten Bilderbücher, dann ihr neues Kleidchen. Marie gab alles her und wurde immer blasser, denn sie durfte niemandem etwas sagen.

Eines Abends beugte sich der Nussknacker über den Rand seines Bettchens. „Gib nichts mehr her, liebe Marie", sagte er leise. „Besorg mir nur ein Schwert, dann mache ich dem ein Ende." Marie lief zu ihrem Bruder Fritz. Der überlegte nicht lange, schnallte einem alten Husaren aus seinem Regiment den Säbel ab und gab ihn Marie.

In der Nacht darauf hörte Marie ein Schaben und Quieken, ein Klirren und ein dünnes, wildes Fauchen. Dann wurde es still. Als sie die Augen öffnete, stand der Nussknacker vor ihr, den Säbel in der Hand, und in der anderen hielt er sieben kleine goldene Kronen.

„Die gehören dir", sagte er, „denn du hast für mich gekämpft, als niemand sonst an mich geglaubt hat. Willst du mit mir kommen? Ich habe dir etwas zu zeigen." Und er streckte ihr seine kleine Holzhand entgegen.
Der Nussknacker und der Mäusekönig Marie nahm die kleine Hand, und der Nussknacker führte sie zum großen Kleiderschrank im Flur. Er kletterte an der Quaste des Pelzmantels hinauf, den Vater dort hängen hatte, und plötzlich stand vor ihnen kein Ärmel mehr, sondern eine Wiese, die nach Zimt und Zucker duftete.

Sie gingen über die Kandiswiese, wo bunte Zuckerhirten ihre Zuckerschafe hüteten. Sie kamen durch den Weihnachtswald, in dem an jedem Zweig kleine Lichter brannten und Goldpapier raschelte. Ein Bach aus Orangensaft floss durch das Tal, und weiter unten rauschte breit und gelb der Limonadenfluss. Am Ufer lag die Mandelstadt, in der die Häuser aus Lebkuchen gebaut waren und die Dächer aus glasiertem Zucker glitzerten.

Ganz zuletzt kamen sie zum Marzipanschloss mit hundert Türmchen und rosafarbenen, durchsichtigen Fenstern. Auf der Treppe standen vier kleine Schwestern des Nussknackers und riefen vor Freude durcheinander. Und als der Nussknacker die Stufen hinaufstieg, war er auf einmal kein Nussknacker mehr, sondern ein freundlicher junger Mann, der sich zu Marie umdrehte und sich verbeugte.

„All das hier", sagte er, „verdanke ich dir. Du hast mich nicht angesehen wie ein hässliches Stück Holz, sondern wie einen Freund."
Der Nussknacker und der Mäusekönig Als Marie am nächsten Morgen aufwachte, lag sie in ihrem eigenen Bett, und draußen fuhr die Kutsche des Milchmanns über das Pflaster. „Du hast geträumt", sagte die Mutter. „Du hattest Fieber." Und niemand wollte etwas von Kandiswiesen und Limonadenflüssen hören.

Da lief Marie zum Glasschrank, holte etwas aus ihrer Schublade und legte es auf den Tisch: sieben winzige goldene Kronen, so fein gearbeitet, wie sie kein Goldschmied der Stadt hätte machen können. Der Vater nahm eine in die Hand und drehte sie im Licht, und Patenonkel Drosselmeier lachte leise in sich hinein und sagte kein Wort.

Ein Jahr später stand ein fremder junger Mann in der Stube – der Neffe des Patenonkels. Marie erkannte ihn sofort, noch bevor er den Mund aufmachte. Er verbeugte sich vor ihr und hielt um ihre Hand an, und sie sagte Ja. So wurde Marie Königin im Zuckerland, wo die Lichter in den Bäumen nie ausgehen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann regieren sie dort noch heute.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Nussknacker und Mäusekönig" basiert auf der Erzählung von E. T. A. Hoffmann aus dem Jahr 1816. Sie wurde durch uns modernisiert, orientiert sich aber inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Der Nussknacker und der Mäusekönig Die Moral von „Der Nussknacker und der Mäusekönig“

Die Geschichte vom Nussknacker und Mausekönig zeigt uns, dass wahre Schönheit von innen kommt. Marie liebt den Nussknacker trotz seines ungewöhnlichen Aussehens, weil sie sein gutes Herz erkennt. Durch ihren Mut und ihre Zuneigung kann sie den Fluch brechen und dem Nussknacker seine wahre Gestalt zurückgeben. Das Märchen zeigt, dass wir anderen helfen und an sie glauben sollten, egal wie sie aussehen. Mit Liebe und Mitgefühl können wir Wunder vollbringen und das Gute zum Vorschein bringen.

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