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Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.
Er ist groß und dünn und trägt einen Mantel aus bunten Flicken, mit einer Flöte am Gürtel. Später kommt er ein zweites Mal — dann in Jägerkleidung und mit rotem Hut.
Der Fremde spielt eine Melodie, die niemand kennt. Aus jeder Tür, jedem Keller und jedem Loch in der Mauer strömen die Ratten und laufen ihm nach — durch die Bäckerstraße, aus dem Tor hinaus und in die Weser.
Der Bürgermeister hatte tausend Gulden versprochen — mehr, als in der ganzen Stadtkasse lag —, weil er kein Wort geglaubt hatte. Danach lacht er den Fremden aus und bietet fünfzig.
Am 26. Juni, an einem Sonntagmorgen, als alle Erwachsenen in der Kirche sind. Er spielt eine andere Melodie, und hundertdreißig Kinder laufen ihm lachend nach, zum Koppenberg hinaus.
Eines, das blind ist und den Ort nicht zeigen kann, und eines, das nicht sprechen kann. In Hameln darf in der Bungelosenstraße bis heute nicht musiziert werden.
Band 1 – Die magische Rüstung der Drachenfelsen
Ritter Emil und Zauberer Henry sind Brüder: der eine geht voran, der andere denkt nach. In Band 1 finden sie an den Drachenfelsen eine Rüstung, die nur trägt, wer sie sich verdient hat. Der Einstieg in die Reihe.
Oder gleich alle sechs Bände: 79,00 € statt 90,00 €In einem Satz: Ein Fremder befreit Hameln mit seiner Flöte von den Ratten, wird um seinen Lohn betrogen — und holt sich mit derselben Flöte die Kinder der Stadt.
Hameln an der Weser ist eine reiche Stadt, bis die Ratten kommen. Sie fressen sich durch die Kornsäcke, sitzen am hellen Tag auf dem Markt und rascheln nachts in den Wänden. Fallen, Katzen und Gift helfen nichts. An einem Morgen im Juni steht ein großer, dünner Fremder in einem Mantel aus bunten Flicken auf dem Markt, eine Flöte am Gürtel. Er bietet an, die Stadt von allen Ratten zu befreien. Der Bürgermeister verspricht ihm tausend Gulden — mehr, als in der ganzen Stadtkasse liegt, denn er glaubt kein Wort.
Der Fremde stellt sich auf die Straße und spielt eine Melodie, die niemand kennt. Aus jeder Tür, jedem Keller, jedem Loch in der Mauer strömen die Ratten, und alle laufen ihm nach. Er geht durch die Bäckerstraße, am Weserto hinaus, hinunter ans Ufer und ins Wasser — die Ratten hinterher, bis zur letzten. Am Nachmittag verlangt er seinen Lohn. Der Bürgermeister lacht ihn aus: fünfzig Gulden, und sei still, sonst gar nichts. Der Fremde sagt nichts, sieht ihn lange an und geht.
Am 26. Juni, einem Sonntagmorgen, als alle Erwachsenen in der Kirche sind, kommt er zurück — diesmal in Jägerkleidung und mit rotem Hut — und spielt eine andere Melodie. Hundertdreißig Kinder laufen ihm lachend nach, aus dem Ostertor hinaus zum Koppenberg. Der Berg tut sich auf, sie gehen hinein, und er schließt sich wieder. Nur zwei Kinder kehren zurück: eines, das blind ist und den Ort nicht zeigen kann, und eines, das nicht sprechen kann. Die Kinder kommen nicht wieder. In Hameln darf in der Bungelosenstraße bis heute nicht musiziert werden, und an einem alten Haus steht das Datum: 26. Juni 1284.
Diese Inhaltsangabe folgt unserer Fassung für Kinder ab vier Jahren, etwa acht Minuten Vorlesezeit. Der Rattenfänger ist kein Märchen, sondern eine deutsche Sage; die Brüder Grimm haben sie 1816 in den „Deutschen Sagen" aufgeschrieben.
Das ist keine Geschichte mit gutem Ausgang, und das sollte man wissen, bevor man sie abends vorliest. Am Ende sind die Kinder fort. Für Kinder ab etwa sechs ist genau das der Reiz: eine Geschichte, die nicht aufgelöst wird. Für jüngere empfiehlt sich ein Nachmittag statt der Bettkante. Beim Vorlesen wirkt die Flöte am besten, wenn man sie leise erwähnt und nicht ausschmückt.
Anders als die meisten Geschichten hier ist das kein Märchen, sondern eine Sage: Sie ist an einen bestimmten Ort und ein bestimmtes Datum gebunden. Die Brüder Grimm nahmen sie 1816 in ihre „Deutschen Sagen" auf; überliefert ist der 26. Juni 1284 als Tag, an dem 130 Kinder aus Hameln verschwanden.
Was damals tatsächlich geschah, weiß niemand. Es gibt Vermutungen von Auswanderung über Krankheit bis zu einem Unglück. Genau diese Unklarheit hält die Sage seit siebenhundert Jahren lebendig – und macht sie zur besten Gutenachtfrage, die man einem Kind stellen kann.
Weiter mit Die Bremer Stadtmusikanten, Das Märchen vom Schlaraffenland und Der Eisenhans. Für einen ruhigen Abschluss: Gute-Nacht-Geschichten. Alles Weitere: alle 274 Kindergeschichten.
Nein, eine Sage. Sie ist an einen realen Ort und ein überliefertes Datum gebunden – den 26. Juni 1284.
Ab etwa sechs Jahren. Das Ende bleibt offen und die Kinder kehren nicht zurück – für jüngere Kinder abends oft zu viel.
Etwa acht Minuten.
Das weiß niemand. Es gibt Vermutungen von Auswanderung bis zu einem Unglück; belegt ist nichts.
Die Brüder Grimm nahmen sie 1816 in ihre Sammlung „Deutsche Sagen" auf.
Dass ein gegebenes Versprechen gilt – auch gegenüber jemandem, den man nicht mag. Der Rat von Hameln zahlt für den Wortbruch einen Preis, den er nicht erwartet hat.