Die Bremer Stadtmusikanten

Die Bremer Stadtmusikanten

Zusammenfassung: „Die Bremer Stadtmusikanten“ in drei Sätzen

Ein alter Esel, ein Jagdhund, eine Katze und ein Hahn, alle von ihren Besitzern wegen ihres Alters und nachlassender Nützlichkeit verstoßen, beschließen, nach Bremen zu gehen, um dort als Stadtmusikanten ein neues Leben zu beginnen.

Unterwegs finden sie ein von Räubern bewohntes Haus, vertreiben diese mit einem listigen Plan durch lautes Musizieren und nehmen das Haus für sich in Besitz.

Die vier Freunde leben fortan glücklich und in Freundschaft in ihrem neuen Zuhause, da die Räuber, erschreckt durch die vermeintlichen Geister, nicht zurückkehren.

Die Bremer Stadtmusikanten – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 8 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen (KHM 27)
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein alter Esel, der nach vielen Jahren harter Arbeit keine Kraft mehr hatte, die schweren Säcke zu tragen. Sein Herr wollte ihn deshalb loswerden, aber der kluge Esel bemerkte das und beschloss, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Er machte sich auf den Weg nach Bremen, um dort Stadtmusikant zu werden. Auf seiner Reise traf er einen Jagdhund, der, weil er zu alt zum Jagen war, von seinem Herrn verjagt worden war. „Komm mit mir nach Bremen“, sagte der Esel, „du für die Jagd, ich für die Lasten, zusammen werden wir Musiker.“ Der Hund, froh über die Gesellschaft, schloss sich dem Esel an. Die Bremer Stadtmusikanten Nicht weit des Weges trafen sie eine alte Katze, die wegen ihrer nachlassenden Schärfe keine Mäuse mehr fangen konnte und deshalb von ihrer Besitzerin nicht mehr gewollt war. Der Esel lud die Katze ein, sich ihnen anzuschließen: „Komm nach Bremen, du als Sängerin, wir als Musiker.“ Die Katze, die ihre letzten Tage in Frieden verbringen wollte, stimmte freudig zu. Als die drei Weggefährten weiterzogen, begegneten sie einem Hahn, der zu alt war, um den Morgen mit seinem Krähen zu begrüßen. Der Hahn klagte, dass er für den nächsten Tag zum Suppenhuhn bestimmt sei. „Fliehe mit uns nach Bremen“, ermunterte der Esel, „deine Stimme soll das Publikum begeistern.“ Der Hahn, erleichtert, einer traurigen Bestimmung entkommen zu können, gesellte sich zu der Gruppe. Die Bremer Stadtmusikanten So zogen die vier neuen Freunde gemeinsam weiter, voller Hoffnung auf ein zweites Leben in Bremen als Stadtmusikanten. Doch der Weg war weit und als die Nacht hereinbrach, fanden sie sich in einem dichten Wald wieder. Müde und hungrig suchten sie nach einem Platz zum Ausruhen und entdeckten schließlich ein Licht, das durch die Bäume schimmerte. Sie folgten dem Licht und fanden ein Räuberhaus, aus dem leises Reden und Lachen zu hören war. Hungrig und erschöpft beschlossen sie, die Räuber zu vertreiben und sich das Haus anzueignen.

Der Esel schaute zum Fenster herein, der Hund sprang auf den Rücken des Esels, die Katze kletterte auf den Hund und der Hahn flog auf die Katze. Dann, auf ein Zeichen hin, fingen sie alle gleichzeitig an, zu schreien, zu bellen, zu miauen und zu krähen. Der Lärm war so furchteinflößend, dass die Räuber glaubten, ein Gespenst sei in ihr Haus eingedrungen und flohen in größter Eile. Die vier Freunde betraten das Haus, fanden den Tisch reich gedeckt mit Speisen und Getränken, die die Räuber zurückgelassen hatten. Sie ließen es sich gutgehen und ruhten sich danach in den Betten der Räuber aus, zufrieden mit ihrem Abenteuer.
Die Bremer Stadtmusikanten Die vier setzten sich an den Tisch und aßen, als müssten sie vier Wochen lang hungern. Dann löschten sie das Licht und suchten sich einen Schlafplatz, jeder nach seiner Art.
Der Esel legte sich draußen auf den Misthaufen. Der Hund legte sich hinter die Tür. Die Katze rollte sich auf dem Herd bei der warmen Asche zusammen. Und der Hahn flog hinauf auf den Balken unter der Decke.
Weil sie von dem weiten Weg müde waren, schliefen alle vier sofort ein.
Die Bremer Stadtmusikanten Um Mitternacht sahen die Räuber von weitem, dass im Haus kein Licht mehr brannte und alles still war. „Da haben wir uns unnötig ins Bockshorn jagen lassen“, sagte der Hauptmann und schickte einen von ihnen zurück, um nachzusehen.
Der Räuber fand alles ruhig. Er ging in die Küche und wollte ein Licht anzünden. Weil ihm die feurigen Augen der Katze wie glühende Kohlen vorkamen, hielt er ein Schwefelhölzchen daran, damit es Feuer fänge.
Aber die Katze verstand keinen Spaß. Sie sprang ihm ins Gesicht, spie und kratzte. Der Räuber erschrak furchtbar und wollte zur Hintertür hinaus – doch dort lag der Hund und biss ihn ins Bein.
Und als er über den Hof am Misthaufen vorbeirannte, gab ihm der Esel einen kräftigen Schlag mit dem Hinterfuß. Der Hahn aber, den der Lärm aufgeweckt hatte, rief vom Balken herunter: „Kikeriki!“
Die Bremer Stadtmusikanten Außer Atem kam er bei den anderen an. „Ach“, keuchte er, „in dem Haus sitzt eine gräuliche Hexe, die hat mich angehaucht und mir mit ihren langen Fingern das Gesicht zerkratzt.
Und vor der Tür steht ein Mann mit einem Messer, der hat mir ins Bein gestochen. Und auf dem Hof liegt ein schwarzes Ungeheuer, das hat mit einer Holzkeule auf mich losgeschlagen.
Und oben auf dem Dach, da sitzt der Richter und ruft: Bringt mir den Schelm her! Da habe ich gemacht, dass ich fortkam.“
Von diesem Tag an traute sich kein Räuber mehr in die Nähe des Hauses. Den vier Musikanten aber gefiel es darin so gut, dass sie gar nicht wieder heraus wollten. Nach Bremen sind sie nie gekommen – aber gesungen haben sie trotzdem jeden Abend.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann musizieren sie noch heute.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Die Bremer Stadtmusikanten“ basiert auf der Erzählung von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahr 1812. Sie wurde durch uns modernisiert, aber orientiert sich inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Die Bremer Stadtmusikanten Die Moral von „Die Bremer Stadtmusikanten“

In der Geschichte der Bremer Stadtmusikanten zeigt sich die Moral, dass Freundschaft und Zusammenhalt uns befähigen, selbst die größten Herausforderungen zu überwinden. Unabhängig von Alter oder vergangenen Misserfolgen können Neuanfänge gefunden werden, wenn wir uns mit anderen zusammenschließen, die unsere Träume teilen. Es lehrt uns, dass in der Einheit Stärke liegt und dass jeder, egal wie unbedeutend er scheinen mag, einen wertvollen Beitrag zum gemeinsamen Ziel leisten kann.

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