Vorlesen lassen
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Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.
Mit fünfzehn Jahren. Dann darf sie sich auf einen Felsen setzen und den Schiffen zusehen. Die jüngste ist als Letzte an der Reihe und hat am längsten darauf gewartet.
Weil die kleine Meerjungfrau ihn zwar aus dem Sturm zieht und an den Strand legt, sich dann aber hinter einem Felsen versteckt. Ein Mädchen aus dem Kloster findet ihn — und ihm schlägt er die Augen auf.
Ihre Stimme. Die Hexe legt ihr die Hand an die Kehle, und die Stimme gleitet als heller Faden in eine Muschel. Dazu kommt: Jeder Schritt tut weh, als träte sie auf ein Messer, und zurück kann sie nie mehr.
Ein Messer. Sie haben ihr langes Haar der Meerhexe dafür gegeben. Berührt die kleine Meerjungfrau damit den Prinzen vor Sonnenaufgang, wird sie wieder eine Meerjungfrau.
Sie steht lange vor dem Zelt, sieht den Prinzen im Schlaf lächeln — und lässt die Hand sinken. Bei Sonnenaufgang wirft sie das Messer ins Meer und springt hinterher. Statt zu Schaum zu werden, steigt sie auf zu den Töchtern der Luft.
Band 5 – Ein Erfinderprinz beim Drachenrennen
In Band 5 gewinnt beim großen Drachenrennen nicht der Schnellste, sondern der mit der besseren Idee. Ein Erfinder mischt sich ein – und baut etwas, mit dem niemand gerechnet hat.
Oder gleich alle sechs Bände: 79,00 € statt 90,00 €In einem Satz: Die jüngste Tochter des Meerkönigs rettet einen Prinzen aus dem Sturm, tauscht bei der Meerhexe ihre Stimme gegen zwei Beine — und verzichtet am Ende darauf, ihr altes Leben zurückzugewinnen, weil sie ihm dafür wehtun müsste.
Tief unten auf dem Meeresgrund steht das Schloss des Meerkönigs, mit Mauern aus Korallen, Fenstern aus Bernstein und einem Dach aus Muscheln. Dort lebt er mit seinen sechs Töchtern. Die jüngste ist die stillste: Sie sitzt am liebsten in ihrem kleinen Garten und hört der Großmutter zu, die von Schiffen, Städten und Wäldern oben erzählt. Mit fünfzehn darf jede zum ersten Mal auftauchen. Als die Jüngste an der Reihe ist, liegt ganz in der Nähe ein großes Schiff, auf dem der Geburtstag eines jungen Prinzen gefeiert wird. Dann dreht sich der Wind. Der Sturm zerbricht das Schiff, und sie zieht den Prinzen aus den Wellen, hält seinen Kopf über Wasser und legt ihn am Morgen an einen Strand. Ein Mädchen aus dem Kloster findet ihn — und er glaubt, dieses Mädchen habe ihn gerettet.
Von da an ist sie noch stiller. Sie fragt die Großmutter, ob Menschen ewig leben und ob Meerleute nach dreihundert Jahren wirklich zu Schaum werden, und die Antwort macht es nicht leichter. Schließlich schwimmt sie hinter die brausenden Strudel zur Meerhexe, die in einem Haus aus schwarzen Korallen und Schiffsplanken wohnt. Die Hexe nennt den Preis, ohne etwas zu beschönigen: Jeder Schritt wird sich anfühlen wie auf einem Messer, zurück kann sie nie mehr, und heiratet der Prinz eine andere, zerspringt am Morgen danach ihr Herz. Bezahlt wird mit dem Einzigen, was die Hexe haben will — ihrer Stimme, die als heller Faden in eine Muschel gleitet. An Land findet der Prinz sie, nennt sie sein Findelkind und nimmt sie überall mit. Sagen, wer ihn gerettet hat, kann sie nicht.
Der Prinz wird zu einer Königstochter im Nachbarland geschickt — und es ist das Mädchen aus dem Kloster. Die Hochzeit wird noch am selben Tag verkündet. In der Nacht davor tauchen die fünf Schwestern mit abgeschnittenem Haar auf: Sie haben es der Hexe gegeben und bringen ein Messer. Berührt sie damit den Prinzen vor Sonnenaufgang, wird sie wieder eine Meerjungfrau. Sie geht zum Zelt, schiebt den Vorhang beiseite — der Prinz lächelt im Schlaf. Lange steht sie da. Dann lässt sie die Hand sinken. Bei Sonnenaufgang wirft sie das Messer ins Meer und springt hinterher. Doch statt zu Schaum zu werden, wird sie leichter und leichter und steigt auf zu den Töchtern der Luft — und hört zum ersten Mal seit langem wieder ihre eigene Stimme.
Unsere Fassung folgt Hans Christian Andersen (1837) samt seinem eigenen Schluss mit den Töchtern der Luft — nicht dem später erfundenen Happy End.
Andersens Fassung endet nicht so, wie die meisten sie in Erinnerung haben: Es gibt keine Hochzeit. Wer das Kind auf ein Happy End vorbereitet hat, steht am Schluss vor einer Frage. Besser ist es, gar nichts zu versprechen. Die Geschichte trägt auch ohne – sie ist von Anfang an leise und traurig-schön, und Kinder ertragen das gut, wenn Erwachsene es nicht wegerklären.
Hans Christian Andersen veröffentlichte „Den lille havfrue" 1837 in Dänemark. Es ist ein Kunstmärchen – erfunden, nicht gesammelt – und es folgt bewusst nicht der Regel, dass am Ende geheiratet wird.
In Kopenhagen sitzt seit 1913 eine kleine Bronzefigur am Hafen, die diese Geschichte weltweit bekannt gemacht hat. Unsere Fassung folgt Andersen und ist an den härtesten Stellen behutsam gekürzt, aber wir haben ihm kein anderes Ende gegeben.
Weiter mit Die Schneekönigin, Das hässliche Entlein und Der standhafte Zinnsoldat – alle von Andersen. Mehr vom Meer: Meergeschichten für Kinder. Danach: Gute-Nacht-Geschichten.
Der Prinz heiratet eine andere. Die kleine Meerjungfrau wird zu Schaum auf den Wellen – ein stilles, kein bitteres Ende.
Ab etwa fünf Jahren. Sie ist leise und traurig; ein Gespräch danach hilft.
Etwa elf Minuten.
Weil die Meerhexe sie als Preis für zwei Beine verlangt. Ohne Stimme kann sie dem Prinzen nicht sagen, wer ihn gerettet hat – das ist der eigentliche Knoten der Geschichte.
Von Hans Christian Andersen, Dänemark 1837.
Ja, kostenlos unter der Geschichte, ohne Anmeldung.