Die Prinzessin auf der Erbse

Die Prinzessin auf der Erbse

Zusammenfassung: „Die Prinzessin auf der Erbse“ in vier Sätzen

In diesem Märchen geht es um einen Prinzen, der eine echte Prinzessin heiraten möchte.

Ein Mädchen erscheint während eines Unwetters am Schloss und behauptet, eine Prinzessin zu sein.

Die Königin legt heimlich eine Erbse unter 20 Matratzen, um die Echtheit der Prinzessin zu testen.

Das Mädchen beweist durch ihre Empfindlichkeit, eine wahre Prinzessin zu sein und heiratet den Prinzen.

Die Prinzessin auf der Erbse – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 7 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Hans Christian Andersen, Dänemark 1835
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt das Märchen

Es war einmal ein Prinz, der wollte eine Prinzessin heiraten. Aber es musste eine wirkliche Prinzessin sein.

Also reiste er los, um eine zu finden. Er reiste durch die ganze Welt.

Prinzessinnen gab es genug. Er traf welche, die in großen Schlössern wohnten, und welche, die Kutschen mit sechs Pferden hatten. Er traf welche, die drei Sprachen sprachen, und eine, die Harfe spielen konnte, dass den Leuten die Tränen kamen.

Aber jedes Mal war irgendetwas.

Bei der einen war es die Art, wie sie über ihre Dienerschaft sprach. Bei der anderen war es, dass sie ihn gar nicht ansah, während sie mit ihm redete. Und bei der dritten stimmte alles — nur dass am Ende herauskam, dass ihr Vater erst seit zwei Jahren König war und vorher Tuchhändler gewesen.

Ob sie wirklich Prinzessinnen waren, konnte er nie ganz herausbekommen. Immer war etwas, das nicht in Ordnung war.

So kam er nach vielen Monaten wieder nach Hause und war sehr betrübt, denn er hätte so gern eine wirkliche Prinzessin gehabt.

Der Sommer ging, der Herbst kam, und mit dem Herbst kamen die Stürme.

An einem Abend war es besonders schlimm. Es blitzte und donnerte, der Regen strömte, dass man die Hand vor Augen nicht sah, und der Wind riss an den Fensterläden.

Mitten in diesem Wetter klopfte es an das Stadttor.
Die Prinzessin auf der Erbse Der alte König ging selbst hinunter und schloss auf.

Draußen stand ein Mädchen.

Aber wie das aussah. Das Wasser lief ihm aus den Haaren und aus den Kleidern, es lief in die Schuhe hinein und bei den Absätzen wieder heraus. Es fror so, dass die Zähne schlugen.

„Ich bin eine Prinzessin“, sagte es.

Der alte König sagte nichts dazu und ließ es herein. Aber die alte Königin, die oben an der Treppe stand, dachte sich ihren Teil. Nun, das werden wir bald wissen, dachte sie. Und sie sagte kein Wort, sondern ging in die Schlafkammer.

Dort nahm sie das ganze Bett auseinander. Sie nahm die Decken herunter, sie nahm die Kissen weg, sie nahm alle Matratzen heraus, bis nur noch die nackten Bretter der Bettstelle übrig waren.

Dann legte sie eine Erbse darauf. Eine einzige, ganz gewöhnliche getrocknete Erbse.

Darüber legte sie zwanzig Matratzen, und auf die zwanzig Matratzen legte sie noch zwanzig Betten aus Eiderdaunen.

Als alles fertig war, holte sie das Mädchen.

„Hier sollst du heute Nacht schlafen“, sagte sie freundlich.

Das Mädchen bedankte sich, kletterte hinauf — es brauchte eine Weile, so hoch war es — und legte sich hin.

Die alte Königin nahm die Kerze mit und machte die Tür zu.
Die Prinzessin auf der Erbse Das Mädchen zog die Decke bis ans Kinn.

Das Bett war das weichste, in dem es je gelegen hatte. Es war warm, es war still, draußen tobte der Sturm, und drinnen war nichts als Daunen.

Und trotzdem konnte es nicht einschlafen.

Es lag ganz oben unter der Decke und hatte das Gefühl, auf etwas zu liegen. Nicht auf etwas Großem. Auf etwas ganz Kleinem, Hartem, das irgendwo tief unter allen Matratzen sein musste — und das genau da war, wo man sich hinlegen wollte.

Das Mädchen rückte ein Stück zur Seite. Es half nichts.

Es rückte auf die andere Seite. Es half auch nichts.

Es dachte an den weiten Weg im Regen und an die nassen Schuhe, und es versuchte, an etwas Schönes zu denken. Aber immer, wenn es fast so weit war, war da wieder dieses kleine harte Ding.

Draußen ging der Sturm weiter. Ein Fensterladen schlug irgendwo im Hof gegen die Wand. Der Regen lief in Bächen über die Scheiben.

Aber daran lag es nicht.

Es lag an dem, was ganz unten lag.
Die Prinzessin auf der Erbse Sie drehte sich auf die rechte Seite. Sie drehte sich auf die linke Seite. Sie legte sich auf den Rücken und zählte die Balken an der Decke, so weit sie sie im Dunkeln erkennen konnte.
Nichts half. Irgendwo tief unter ihr, unter zwanzig Matratzen und zwanzig Federbetten, war etwas Hartes. Ganz klein, aber hart. Und egal, wie sie lag – sie spürte es.
Draußen tobte immer noch der Sturm, der Regen klatschte an die Scheiben, und der Wind rüttelte an den Läden. Aber daran lag es nicht. Es lag an dem kleinen harten Ding.
Als endlich der Morgen graute, war die Prinzessin so müde wie noch nie in ihrem Leben. Sie kletterte die vielen Matratzen wieder hinunter, strich sich das Haar glatt und ging hinunter zum Frühstück.
Die Prinzessin auf der Erbse Am nächsten Morgen saßen alle beim Frühstück, und die alte Königin fragte ganz beiläufig: „Nun, wie haben Sie geschlafen?“
„Entsetzlich schlecht!“, sagte die Prinzessin. „Ich habe fast die ganze Nacht kein Auge zugetan. Weiß der Himmel, was in dem Bett gewesen ist. Ich habe auf etwas Hartem gelegen, und jetzt bin ich am ganzen Körper braun und blau. Es ist schrecklich!“
Da sahen sich der König, die Königin und der Prinz an, und keiner sagte ein Wort. Denn nun wussten sie es: Nur eine wirkliche Prinzessin spürt eine Erbse durch zwanzig Matratzen und zwanzig Federbetten hindurch. So empfindlich kann sonst niemand sein.
Der Prinz nahm sie zur Frau, denn jetzt wusste er, dass er eine wirkliche Prinzessin gefunden hatte. Die Hochzeit war groß und dauerte drei Tage. Und in der Brautkammer, so heißt es, lag nur eine einzige Matratze – aber eine sehr gute.
Die Prinzessin auf der Erbse Die Erbse aber wurde nicht weggeworfen. Sie kam in die Kunstkammer des Schlosses, in eine kleine Vitrine aus Glas, zwischen die alten Kronen und die Muscheln aus fernen Ländern. Ein Schildchen stand davor, und darauf stand nur ein Wort: Erbse.
Dort kann man sie heute noch sehen – wenn sie niemand mitgenommen hat.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: „Die Prinzessin auf der Erbse“ wurde 1835 von Hans Christian Andersen in Dänemark geschrieben. Diese Fassung wurde durch uns modernisiert, folgt aber dem Original bis zum Schluss – auch die Erbse in der Kunstkammer steht so bei Andersen.
Die Prinzessin auf der Erbse Die Moral von „Die Prinzessin auf der Erbse“

Andersen hat dieses Märchen mit einem Augenzwinkern geschrieben, und man darf es beim Vorlesen ruhig so nehmen. Der Beweis für eine echte Prinzessin ist bei ihm nämlich kein besonders schmeichelhafter: Sie ist so empfindlich, dass sie durch vierzig Lagen hindurch eine Erbse spürt und am nächsten Morgen darüber klagt.

Für Kinder liegt der Spaß trotzdem woanders — beim Stapeln. Zwanzig Matratzen und zwanzig Federbetten, und ganz unten eine einzelne Erbse. Das ist ein Bild, das im Kopf bleibt und das man beim Vorlesen langsam auszählen sollte.

Und dann die schönste Pointe von allen: Die Erbse landet danach in einer Vitrine im Museum. Sie steht bei Andersen wirklich so da.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was sucht der Prinz auf seiner Reise?

    Eine wirkliche Prinzessin. Er trifft viele — eine mit sechs Pferden vor der Kutsche, eine, die drei Sprachen spricht, eine, die Harfe spielt —, aber jedes Mal stimmt etwas nicht. Betrübt kehrt er heim.

  2. 2Wie kommt das Mädchen ans Schloss?

    Bei einem Gewitter im Herbst klopft es am Stadttor. Das Wasser läuft ihm aus den Haaren und bei den Absätzen wieder aus den Schuhen heraus. Es sagt, es sei eine Prinzessin.

  3. 3Wie baut die alte Königin das Bett auf?

    Sie nimmt es bis auf die nackten Bretter auseinander und legt eine einzige getrocknete Erbse hinein. Darüber kommen zwanzig Matratzen und darauf noch zwanzig Federbetten aus Eiderdaunen.

  4. 4Wie hat die Prinzessin geschlafen?

    Entsetzlich schlecht. Sie habe die ganze Nacht kein Auge zugetan; irgendetwas Hartes habe gedrückt, und sie sei am ganzen Körper braun und blau.

  5. 5Was passiert am Ende mit der Erbse?

    Sie kommt in eine Vitrine in der Kunstkammer des Schlosses, wo man sie noch heute sehen kann — wenn sie niemand mitgenommen hat.

Wörter aus der Geschichte

Erbse
ein kleines rundes Gemüsekorn
Matratze
die weiche Unterlage im Bett — hier liegen zwanzig übereinander
Eiderdaunen
die besonders weichen Federn der Eiderente — daraus sind die Federbetten
Kunstkammer
ein Raum im Schloss, in dem Besonderheiten ausgestellt werden
empfindlich
jemand, der schon Kleinigkeiten spürt, die andere gar nicht bemerken

Zum Weitererzählen

  • Kann man wirklich eine Erbse durch zwanzig Matratzen spüren?
  • Warum will die Königin das überhaupt prüfen?
  • Was wäre ein besserer Test, um jemanden kennenzulernen?
  • Wie fühlt sich eine Nacht an, in der man kein Auge zutut?
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Inhaltsangabe: Die Prinzessin auf der Erbse kurz zusammengefasst

In einem Satz: Ein Prinz sucht vergeblich eine echte Prinzessin, bis eine alte Königin die durchnässte Fremde mit einer einzigen Erbse unter vierzig Lagen prüft.

Anfang

Ein Prinz will heiraten, aber es muss eine wirkliche Prinzessin sein. Er reist durch die ganze Welt und trifft viele: eine mit sechs Pferden vor der Kutsche, eine, die drei Sprachen spricht, eine, die Harfe spielt. Jedes Mal stimmt etwas nicht — die Art, wie eine über ihre Dienerschaft redet, oder dass der Vater einer anderen vor zwei Jahren noch Tuchhändler war. Betrübt kehrt er nach Hause zurück.

Mitte

Im Herbst tobt eines Abends ein Gewitter, und es klopft am Stadttor. Draußen steht ein Mädchen, das Wasser läuft ihm aus den Haaren und bei den Absätzen wieder aus den Schuhen heraus. Es sagt, es sei eine Prinzessin. Die alte Königin sagt kein Wort, geht in die Schlafkammer und nimmt das Bett bis auf die nackten Bretter auseinander. Darauf legt sie eine einzige getrocknete Erbse, darüber zwanzig Matratzen und darauf noch zwanzig Federbetten aus Eiderdaunen.

Ende

Das Mädchen klettert hinauf und findet keinen Schlaf. Es dreht sich auf die eine Seite, auf die andere, auf den Rücken — irgendwo tief unten liegt etwas Kleines, Hartes. Am Morgen fragt die Königin beiläufig, wie sie geschlafen habe. „Entsetzlich schlecht", sagt die Prinzessin, sie sei am ganzen Körper braun und blau. Damit ist es bewiesen: So empfindlich kann nur eine wirkliche Prinzessin sein. Der Prinz heiratet sie, und die Erbse kommt in eine Vitrine in der Kunstkammer des Schlosses, wo man sie noch heute sehen kann — wenn sie niemand mitgenommen hat.

Diese Inhaltsangabe folgt unserer Fassung für Kinder ab vier Jahren, etwa sieben Minuten Vorlesezeit. Das Märchen schrieb Hans Christian Andersen 1835 in Dänemark; auch die Erbse in der Kunstkammer steht so bei ihm.

Die Prinzessin auf der Erbse vorlesen – so wird der Abend rund

Mit sieben Minuten ist das eines der kürzesten Märchen hier – und eines der wenigen, die nur aus einer einzigen Idee bestehen. Zwanzig Matratzen, zwanzig Federbetten, darunter eine Erbse. Kinder wollen danach fast immer wissen, ob man das ausprobieren kann. Man kann: ein Erbsenkorn unter die Matratze, morgens nachfragen. Der Abend endet dann garantiert mit Gelächter.

Woher Die Prinzessin auf der Erbse kommt

Hans Christian Andersen veröffentlichte „Prinsessen på ærten" 1835 in Dänemark, in seinem allerersten Märchenband – zusammen mit dem Feuerzeug und Kleiner Klaus und großer Klaus.

Die Kritik der Zeit war nicht begeistert: zu kurz, zu wenig Moral, zu respektlos gegenüber dem Adel. Genau das macht die Geschichte heute charmant. Andersen erzählt sie mit einem Augenzwinkern, und sein letzter Satz – dass die Erbse ins Museum kam, wo sie noch liegt, wenn sie niemand mitgenommen hat – nimmt das ganze Märchen sanft auf die Schippe.

Wenn Die Prinzessin auf der Erbse gefallen hat

Weiter mit Das hässliche Entlein, Der standhafte Zinnsoldat und Dornröschen. Weitere kurze Geschichten: drei Minuten. Danach: Gute-Nacht-Geschichten.

Häufige Fragen zu Die Prinzessin auf der Erbse

Worum geht es in Die Prinzessin auf der Erbse?

Eine Königin legt eine Erbse unter zwanzig Matratzen, um herauszufinden, ob ihr nächtlicher Gast wirklich eine Prinzessin ist.

Wie viele Matratzen sind es?

Zwanzig Matratzen und zwanzig Federbetten – und darunter eine einzige Erbse.

Ab welchem Alter eignet sich das Märchen?

Ab etwa drei Jahren. Es ist kurz, freundlich und ohne jede Bedrohung.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa sieben Minuten – eines der kürzesten Märchen hier.

Von wem stammt die Geschichte?

Von Hans Christian Andersen, Dänemark 1835, aus seinem ersten Märchenband.

Gibt es die Geschichte kostenlos als PDF?

Ja, unter der Geschichte, ohne Anmeldung.

Download als PDF

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