Die Prinzessin auf der Erbse

Die Prinzessin auf der Erbse

Zusammenfassung: „Die Prinzessin auf der Erbse“ in vier Sätzen

In diesem Märchen geht es um einen Prinzen, der eine echte Prinzessin heiraten möchte.

Ein Mädchen erscheint während eines Unwetters am Schloss und behauptet, eine Prinzessin zu sein.

Die Königin legt heimlich eine Erbse unter 20 Matratzen, um die Echtheit der Prinzessin zu testen.

Das Mädchen beweist durch ihre Empfindlichkeit, eine wahre Prinzessin zu sein und heiratet den Prinzen.

Die Prinzessin auf der Erbse – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 6 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Hans Christian Andersen, Dänemark 1835
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein Prinz, der unbedingt eine echte Prinzessin heiraten wollte. Er reiste durch die ganze Welt, um eine zu finden, aber keine schien ihm die Richtige zu sein. Enttäuscht kehrte er in sein Schloss zurück.

Eines Abends tobte ein fürchterliches Unwetter. Es blitzte, donnerte und der Regen prasselte nur so vom Himmel. Die Bäume bogen sich im Wind und die Blätter wirbelten durch die Luft. Da klopfte es plötzlich am Schlosstor.
Die Prinzessin auf der Erbse Der alte König öffnete und draußen stand ein Mädchen. Sie war völlig durchnässt, das Wasser tropfte von ihren Haaren und Kleidern. Doch sie behauptete, eine echte Prinzessin zu sein. Die alte Königin wusste sofort, wie sie das herausfinden konnte.

Sie ging in das Schlafzimmer, nahm alle Decken und Matratzen vom Bett und legte eine kleine Erbse auf den Boden der Bettstelle. Dann stapelte sie zwanzig Matratzen und zwanzig Daunendecken darüber. "Hier wirst du heute Nacht schlafen", sagte sie zu dem Mädchen und führte es in das Gemach.
Die Prinzessin auf der Erbse Das Mädchen kletterte die vielen Matratzen hinauf und kuschelte sich in das weiche Bett. Doch so sehr sie sich auch bemühte, sie konnte einfach nicht einschlafen. Irgendetwas störte sie, aber sie wusste nicht was. Sie wälzte sich hin und her, drehte sich von einer Seite auf die andere, aber es half nichts.

Die ganze Nacht lag sie wach und fand keine Ruhe. Als die Sonne aufging, klopfte es an der Tür. Die Königin trat ein und fragte, wie die Prinzessin geschlafen habe. "Entsetzlich schlecht!", klagte das Mädchen. "Ich habe kein Auge zugetan. Irgendetwas Hartes lag in meinem Bett. Jetzt bin ich am ganzen Körper grün und blau!"

Da wussten der Prinz und seine Eltern, dass sie eine echte Prinzessin gefunden hatten. Denn nur eine Prinzessin konnte so empfindlich sein, dass sie eine kleine Erbse unter zwanzig Matratzen und zwanzig Daunendecken spüren konnte.
Die Prinzessin auf der Erbse Sie drehte sich auf die rechte Seite. Sie drehte sich auf die linke Seite. Sie legte sich auf den Rücken und zählte die Balken an der Decke, so weit sie sie im Dunkeln erkennen konnte.
Nichts half. Irgendwo tief unter ihr, unter zwanzig Matratzen und zwanzig Federbetten, war etwas Hartes. Ganz klein, aber hart. Und egal, wie sie lag – sie spürte es.
Draußen tobte immer noch der Sturm, der Regen klatschte an die Scheiben, und der Wind rüttelte an den Läden. Aber daran lag es nicht. Es lag an dem kleinen harten Ding.
Als endlich der Morgen graute, war die Prinzessin so müde wie noch nie in ihrem Leben. Sie kletterte die vielen Matratzen wieder hinunter, strich sich das Haar glatt und ging hinunter zum Frühstück.
Die Prinzessin auf der Erbse Am nächsten Morgen saßen alle beim Frühstück, und die alte Königin fragte ganz beiläufig: „Nun, wie haben Sie geschlafen?“
„Entsetzlich schlecht!“, sagte die Prinzessin. „Ich habe fast die ganze Nacht kein Auge zugetan. Weiß der Himmel, was in dem Bett gewesen ist. Ich habe auf etwas Hartem gelegen, und jetzt bin ich am ganzen Körper braun und blau. Es ist schrecklich!“
Da sahen sich der König, die Königin und der Prinz an, und keiner sagte ein Wort. Denn nun wussten sie es: Nur eine wirkliche Prinzessin spürt eine Erbse durch zwanzig Matratzen und zwanzig Federbetten hindurch. So empfindlich kann sonst niemand sein.
Der Prinz nahm sie zur Frau, denn jetzt wusste er, dass er eine wirkliche Prinzessin gefunden hatte. Die Hochzeit war groß und dauerte drei Tage. Und in der Brautkammer, so heißt es, lag nur eine einzige Matratze – aber eine sehr gute.
Die Prinzessin auf der Erbse Die Erbse aber wurde nicht weggeworfen. Sie kam in die Kunstkammer des Schlosses, in eine kleine Vitrine aus Glas, zwischen die alten Kronen und die Muscheln aus fernen Ländern. Ein Schildchen stand davor, und darauf stand nur ein Wort: Erbse.
Dort kann man sie heute noch sehen – wenn sie niemand mitgenommen hat.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: „Die Prinzessin auf der Erbse“ wurde 1835 von Hans Christian Andersen in Dänemark geschrieben. Diese Fassung wurde durch uns modernisiert, folgt aber dem Original bis zum Schluss – auch die Erbse in der Kunstkammer steht so bei Andersen.
Die Prinzessin auf der Erbse Die Moral von „Die Prinzessin auf der Erbse“

Das Märchen lehrt uns, genau hinzuschauen und die besonderen Gaben jedes Einzelnen zu erkennen und wertzuschätzen. Manchmal steckt etwas Außergewöhnliches in jemandem, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht – so wie die Erbse unter den vielen Matratzen.

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