Rotkäppchen

Rotkäppchen

Zusammenfassung: „Rotkäppchen“ in drei Sätzen

Rotkäppchen, ein junges Mädchen, bekommt von ihrer Mutter den Auftrag, ihrer kranken Großmutter Kuchen und Wein zu bringen.

Auf dem Weg durch den Wald begegnet sie einem Wolf, der sie dazu überredet, vom Pfad abzuweichen und der ihr zuvorkommt, um die Großmutter zu fressen und sich als sie zu verkleiden.

Als Rotkäppchen ankommt wird sie ebenfalls gefressen, jedoch von einem Jäger gemeinsam mit ihrer Großmutter aus dem Bauch des Wolfes gerettet.

Rotkäppchen – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 8 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen (KHM 26), ab 1812; ältere Fassung bei Charles Perrault, 1697
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein süßes Mädchen, das von allen, die sie kannten, geliebt wurde. Am meisten jedoch wurde sie von ihrer Großmutter geehrt, die ihr alles gab, was das Herz begehrte. Eines Tages schenkte die Großmutter dem Mädchen ein rotes Samtkäppchen und weil es ihr so gut stand und sie es fast immer trug, nannte jeder sie Rotkäppchen. Eines Morgens sagte die Mutter zu Rotkäppchen: „Deine Großmutter ist krank. Nimm diesen Korb mit Kuchen und einer Flasche Wein und bring sie ihr, um ihr ein wenig Freude zu machen. Geh aber schön auf dem Weg und lauf nicht in den Wald, damit dir nichts zustößt.“ Rotkäppchen Rotkäppchen versprach, auf ihre Mutter zu hören und machte sich auf den Weg zur Großmutter, die im anderen Dorf, jenseits des großen Waldes, wohnte. Doch als sie durch den Wald ging, begegnete sie dem Wolf. Der Wolf fragte sie, wo sie hinwollte und das naive Rotkäppchen erzählte ihm von ihrer kranken Großmutter und dass sie ihr Kuchen und Wein bringe. Der listige Wolf schmiedete einen bösen Plan. Er schlug Rotkäppchen vor, ein paar Blumen zu pflücken, als Geschenk für die Großmutter. Während das Mädchen abgelenkt war, lief der Wolf zum Haus der Großmutter und fraß sie. Rotkäppchen Als Rotkäppchen bei der Großmutter ankam, fand sie die Tür offen. Sie ging hinein und wunderte sich über das seltsame Gefühl, das sie hatte. „Ach, wie ist mir heute zumute. Sonst freue ich mich immer, wenn ich zu Großmutter komme“, sagte sie. Als sie das Schlafzimmer betrat, sah sie den Wolf, der sich in Großmutters Bett gelegt hatte und sich als sie ausgab. „Aber Großmutter, was hast du für große Ohren!“ sagte Rotkäppchen. „Damit ich dich besser hören kann“, antwortete der Wolf. „Und was hast du für große Augen!“ „Damit ich dich besser sehen kann.“ „Und was hast du für große Hände!“ „Damit ich dich besser packen kann.“ „Aber Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!“ „Damit ich dich besser fressen kann!“ Und kaum hatte der Wolf das gesagt, sprang er aus dem Bett und verschlang das arme Rotkäppchen.

Doch glücklicherweise war ein Jäger in der Nähe, der bemerkte, dass etwas nicht stimmte. Er ging ins Haus der Großmutter und fand den Wolf, der sich mit vollem Bauch schlafen gelegt hatte. Der Jäger nahm eine Schere und schnitt dem schlafenden Wolf den Bauch auf. Heraus sprangen Rotkäppchen und ihre Großmutter, lebendig und unversehrt. Sie füllten den Bauch des Wolfes mit großen Steinen, und als er aufwachte und versuchte zu fliehen, fiel er tot um.
Rotkäppchen Der Jäger holte große schwere Steine aus dem Bach und legte sie dem schlafenden Wolf in den Bauch. Als der Wolf aufwachte und weglaufen wollte, waren die Steine so schwer, dass er nicht weit kam.
Dann deckten Rotkäppchen und die Großmutter den Tisch. Sie aßen den Kuchen, tranken den Wein, und der Jäger bekam das größte Stück, weil er die beiden gerettet hatte. Die Großmutter, die noch ein wenig zitterte, wurde langsam wieder munter, und bald lachten alle drei.
Rotkäppchen aber saß still da und dachte nach. Und dann sagte sie leise zu sich selbst: „Nie wieder gehe ich allein vom Weg ab, wenn die Mutter es mir verboten hat.“
Rotkäppchen Einige Wochen später packte die Mutter wieder einen Korb. „Bring der Großmutter Kuchen“, sagte sie, „und du weißt ja jetzt, wie es geht.“ Rotkäppchen nickte und ging los.
Und wirklich: Kaum war sie im Wald, trat wieder ein Wolf zwischen den Bäumen hervor. „Sieh nur“, sagte er freundlich, „dort hinten blühen die schönsten Blumen des ganzen Waldes.“
Rotkäppchen schaute ihn nur kurz an. Sie sagte gar nichts, drehte den Kopf wieder nach vorn und ging schneller. Genau in der Mitte des Weges blieb sie, bis sie an der Tür der Großmutter stand.
Drinnen erzählte sie alles. Die Großmutter hörte zu und nickte. „Gut gemacht“, sagte sie. „Dann machen wir jetzt die Tür zu – und sie bleibt zu.“
Rotkäppchen Der Wolf schlich um das Haus und tat, als wäre er längst weitergezogen. Doch die Großmutter kannte ihn besser. Vor dem Haus stand ein großer Steintrog, und darin hatte sie am Morgen Würste gekocht.
„Rotkäppchen“, sagte sie, „nimm den Eimer und gieß das Wurstwasser in den Trog.“ Rotkäppchen tat es, Eimer für Eimer. Der Duft stieg hinauf bis aufs Dach, wo der Wolf saß und schnupperte. Er reckte den Hals, immer weiter und weiter, verlor den Halt und rutschte vom Dach geradewegs in den Trog. Dort blieb er sitzen, und die beiden hatten von diesem Tag an ihre Ruhe.
Am Abend brachte der Jäger Rotkäppchen nach Hause. Sie ging genau in der Mitte des Weges, sang ein Lied und war ein bisschen stolz auf sich.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Rotkäppchen“ basiert auf der Erzählung von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahr 1812. Sie wurde durch uns modernisiert, aber orientiert sich inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Rotkäppchen Die Moral von „Rotkäppchen“

Die Geschichte von Rotkäppchen zeigt uns die Bedeutung von Vorsicht und Gehorsam. Sie erzählt davon, wie wichtig es ist, auf die Ratschläge von Eltern und anderen Beschützern zu hören und sich nicht von Fremden oder unbekannten Situationen abbringen zu lassen. Zudem erinnert uns das Märchen daran, dass es in gefährlichen Zeiten Mut und Schnelligkeit braucht, um sich selbst und andere zu retten. Es ist eine Lektion darüber, wie kluges Handeln und die Unterstützung von mutigen Helfern dabei helfen können, selbst aus den schwierigsten Situationen unbeschadet hervorzugehen.

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