Schneewittchen

Schneewittchen

Zusammenfassung: „Schneewittchen“ in drei Sätzen

Schneewittchen, eine Prinzessin von außerordentlicher Schönheit und Güte, wird von ihrer neidischen Stiefmutter, der Königin, verstoßen und findet Zuflucht bei den sieben Zwergen im Wald.

Die Königin versucht mehrmals, Schneewittchen mit List zu töten und es gelingt ihr schließlich mit einem vergifteten Apfel, der Schneewittchen in einen tiefen Schlaf fallen lässt.

Ein Prinz erweckt Schneewittchen mit einem Kuss zum Leben, die böse Königin findet ihr Ende durch ihren eigenen Neid und Schneewittchen und der Prinz leben glücklich bis an ihr Lebensende.

Schneewittchen – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 10 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen (KHM 53), ab 1812
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein Königreich, verborgen zwischen hohen Bergen und tiefen Wäldern, wo die Vögel in den buntesten Farben sangen und die Blumen das ganze Jahr über blühten. In diesem Reich lebte eine Prinzessin namens Schneewittchen, die für ihre Schönheit weit und breit bekannt war. Ihre Haut war so weiß wie Schnee, ihre Lippen so rot wie Blut und ihr Haar so schwarz wie Ebenholz. Schneewittchen war nicht nur von außerordentlicher Schönheit, sondern auch herzensgut und freundlich zu jedem Lebewesen. Schneewittchen Doch im Schloss lebte auch die Königin, Schneewittchens Stiefmutter, die einen magischen Spiegel besaß. Jeden Tag fragte sie diesen Spiegel: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Und so lange der Spiegel antwortete, dass sie, die Königin, die Schönste sei, war sie zufrieden. Doch eines Tages änderte sich die Antwort des Spiegels. „Schneewittchen ist nun die Schönste hier“, sagte er, und die Königin glühte vor Neid. Schneewittchen Voller Wut und Eifersucht fasste die Königin den dunklen Plan, Schneewittchen loszuwerden. Sie gab einem Jäger den Befehl, das Mädchen tief in den Wald zu bringen und dort zurückzulassen.
Doch der Jäger, der Schneewittchens Güte kannte, brachte es nicht übers Herz. „Lauf weit weg“, sagte er, „und komm nie wieder zurück.“ Dann ritt er allein zum Schloss und log die Königin an.
Schneewittchen irrte den ganzen Tag durch den Wald. Über spitze Steine und durch Dornen lief es, und die wilden Tiere schauten ihm nach, taten ihm aber nichts. Als es Abend wurde, sah es zwischen den Bäumen ein kleines Häuschen stehen.
Drinnen war alles winzig, aber blitzsauber: ein Tischlein mit sieben Tellerchen, sieben Messerchen und sieben Becherchen, und an der Wand standen sieben Bettchen nebeneinander. Schneewittchen war so müde, dass es sich in das siebte legte und einschlief.
Die sieben Zwerge, die tief im Berg nach Edelsteinen gruben, kamen spät nach Hause und leuchteten mit ihren Lichtern in das Bettchen. „Ei, du mein Gott“, riefen sie, „was ist das Kind schön!“ Sie ließen es schlafen. Am nächsten Morgen durfte es bleiben – und Schneewittchen kochte, deckte den Tisch und sang mit den Vögeln, während die Zwerge im Berg arbeiteten.
Schneewittchen Die Zwerge hatten Schneewittchen gewarnt: „Lass niemanden herein, solange wir im Berg sind.“ Schneewittchen versprach es.
Im Schloss aber trat die Königin eines Morgens wieder vor ihren Spiegel und fragte: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Und der Spiegel antwortete: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen über den Bergen bei den sieben Zwergen ist noch tausendmal schöner als Ihr.“
Da erschrak die Königin, denn sie wusste, dass der Spiegel nie log. Der Jäger hatte sie also belogen. Sie verkleidete sich als alte Krämerin, nahm bunte Schnürbänder mit und wanderte über die sieben Berge.
„Schöne Ware, schöne Ware!“, rief sie vor dem Häuschen. Schneewittchen schaute aus dem Fenster, sah die hübschen Bänder und dachte: Die alte Frau kann ich schon hereinlassen. „Kind“, sagte die Alte, „du bist ja ganz schlecht geschnürt, komm, ich mach dir das richtig.“ Und sie zog die Schnüre so fest, dass Schneewittchen die Luft wegblieb und es wie tot umfiel.
Am Abend kamen die Zwerge nach Hause und erschraken furchtbar. Doch dann sahen sie die Bänder, schnitten sie durch – und Schneewittchen holte tief Luft und wurde wieder wach. „Die alte Krämerin war niemand anders als die Königin“, sagten die Zwerge. „Lass ja niemanden mehr herein.“
Schneewittchen Wieder trat die Königin vor ihren Spiegel, und wieder bekam sie dieselbe Antwort. Da färbte sie sich das Gesicht und verkleidete sich als eine andere alte Frau. Diesmal hatte sie einen giftigen Kamm dabei.
„Gute Ware, gute Ware!“, rief sie vor dem Fenster. Schneewittchen sagte: „Ich darf niemanden hereinlassen.“ – „Dann schau ihn dir wenigstens an“, sagte die Alte und hielt den Kamm hoch. Er sah so hübsch aus, dass Schneewittchen die Tür doch öffnete. Kaum steckte der Kamm in seinem Haar, fiel es um.
Zum Glück war es schon fast Abend. Die Zwerge kamen heim, sahen den Kamm und zogen ihn heraus – und Schneewittchen wurde wieder wach. „Jetzt aber wirklich“, sagten sie, „nicht öffnen. Egal, wer klopft.“
Beim dritten Mal machte die Königin einen Apfel. Er war rot und weiß und roch wunderbar, aber nur die rote Hälfte war vergiftet. Als Bauersfrau verkleidet hielt sie ihn ans Fenster. „Ich darf nichts annehmen“, sagte Schneewittchen. „Dann teilen wir ihn“, sagte die Alte, schnitt den Apfel entzwei und aß die weiße Hälfte selbst.
Da traute sich Schneewittchen und biss in die rote Hälfte. Kaum hatte es den Bissen im Mund, fiel es zu Boden. Die Königin aber lachte und lief nach Hause zu ihrem Spiegel.
Schneewittchen Als die Zwerge am Abend heimkamen, fanden sie Schneewittchen auf dem Boden. Diesmal half kein Aufschnüren und kein Kämmen. Sie wuschen es mit Wasser und Wein, aber es half alles nichts.
Drei Tage lang saßen die sieben bei ihm und weinten. Begraben aber wollten sie es nicht. „So etwas Schönes kann man nicht in die schwarze Erde legen“, sagte der Älteste. Also machten sie einen Sarg aus Glas, schrieben Schneewittchens Namen mit goldenen Buchstaben darauf und trugen ihn hinauf auf den Berg.
Immer blieb einer von ihnen dort und hütete den Sarg. Und auch die Vögel kamen: zuerst eine Eule, dann ein Rabe und zuletzt eine Taube. Schneewittchen aber lag da, als würde es schlafen – weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarzhaarig wie Ebenholz.
Lange Zeit später kam ein Königssohn in den Wald und sah den Sarg. Er bat die Zwerge so lange, bis sie ihn ihm schenkten. Seine Diener hoben ihn auf die Schultern und trugen ihn den Berg hinunter.
Da stolperte einer von ihnen über einen Strauch. Der Sarg wackelte, und von dem Stoß fuhr das Stück Apfel, das Schneewittchen abgebissen hatte, aus seinem Hals heraus. Es schlug die Augen auf, hob den Deckel und setzte sich auf. „Ach Gott, wo bin ich?“
Die Hochzeit wurde groß gefeiert, und die sieben Zwerge saßen in der ersten Reihe. Die Königin aber fragte ihren Spiegel nie wieder – den hatte sie zerschlagen, als er ihr zum letzten Mal die Wahrheit sagte.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Schneewittchen“ basiert auf der Erzählung von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahr 1812. Sie wurde durch uns modernisiert, aber orientiert sich inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Schneewittchen Die Moral von „Schneewittchen“

Die Geschichte von Schneewittchen lehrt uns, dass wahre Schönheit und Güte aus dem Inneren der Menschen kommen und mächtiger sind als Neid und Bosheit. Sie zeigt uns, dass trotz der Herausforderungen und Gefahren, die das Leben bereithalten mag, Freundlichkeit und ein reines Herz am Ende triumphieren. Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt können uns durch schwere Zeiten tragen und das Böse kommt so letztlich durch seine eigenen Machenschaften zu Fall.

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