Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

Zusammenfassung: „Tischlein, deck dich!“ in drei Sätzen

Drei Brüder erhalten magische Geschenke: ein Tischlein, das sich selbst deckt, einen Goldesel und einen Knüppel, der Übeltäter verprügelt, nachdem sie von ihrem Vater wegen einer hungrigen Ziege fortgeschickt wurden.

Ein listiger Wirt stiehlt die Geschenke, aber der älteste Bruder holt sie mit Hilfe des Knüppels zurück.

Die Brüder kehren nach Hause zurück und bringen Wohlstand und Glück zu ihrer Familie.

Tischlein, deck dich! – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 10 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Herkunft: Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen (KHM 36)
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war einmal ein alter Schneider, der hatte drei Söhne und nur eine einzige Ziege. Weil die Ziege die ganze Familie mit ihrer Milch ernähren sollte, musste sie jeden Tag gut gefüttert werden. Also brachte sie jeden Tag ein anderer Sohn auf die Wiese.
Der älteste Sohn führte sie auf den Kirchhof, wo das schönste Gras stand, und ließ sie fressen, so viel sie wollte. Am Abend fragte er: „Ziege, bist du satt?“ Und die Ziege antwortete: „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt, meh! meh!“
Zufrieden brachte er sie heim. Doch als der Vater im Stall dieselbe Frage stellte, sagte die Ziege: „Wovon sollt ich satt sein? Ich sprang nur über Gräbelein und fand kein einzig Blättelein, meh! meh!“
Der Schneider wurde zornig. Er glaubte der Ziege und nicht seinem Sohn, und noch am selben Abend jagte er den Ältesten aus dem Haus.
Tischlein, deck dich! Am nächsten Morgen war der zweite Sohn an der Reihe. Er suchte der Ziege den besten Platz an der Hecke, wo die saftigsten Blätter wuchsen, und am Abend fragte er: „Ziege, bist du satt?“ – „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt, meh! meh!“
Aber im Stall sagte die Ziege dem Vater wieder dasselbe wie am Tag zuvor. Und wieder glaubte der Schneider der Ziege. So musste auch der zweite Sohn gehen.
Der jüngste Sohn nahm sich besonders viel Mühe. Er führte die Ziege an einen Bach, wo das Gras hoch und grün stand, und blieb den ganzen Tag bei ihr sitzen. Am Abend fragte auch er: „Ziege, bist du satt?“ – „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt, meh! meh!“
Und wieder klagte die Ziege dem Vater, sie habe nichts bekommen. Da wurde der Schneider so zornig, dass er auch seinen jüngsten Sohn fortjagte. Nun saß er allein in seinem Haus – nur er und die Ziege.
Tischlein, deck dich! Der jüngste Sohn zog traurig in die Welt hinaus und kam schließlich zu einem Meister, bei dem er das Handwerk eines Tischlers erlernte. Als seine Lehrzeit vorüber war, gab ihm sein Meister als Lohn ein kleines, besonderes Tischlein, das sich auf Kommando mit den köstlichsten Speisen decken konnte. „Tischlein, deck dich!“, musste man nur sagen. Glücklich über dieses wunderbare Geschenk machte sich der junge Mann auf den Heimweg, träumend von den Freuden, die er seinem Vater mit diesem magischen Tisch bieten könnte.

Auf dem Weg kehrte er in einer Herberge ein. Der neugierige Wirt, der von der magischen Kraft des Tisches hörte, tauschte ihn nachts heimlich gegen einen gewöhnlichen aus. Nichtsahnend setzte der junge Mann seine Reise fort und zeigte daheim stolz den Tisch. Als er jedoch „Tischlein, deck dich!“ rief, blieb der Tisch leer. Voller Scham glaubte sein Vater, er sei ein weiterer Versager, und der junge Mann fühlte sich tief enttäuscht und betrogen. Er ahnte nicht, dass der Wirt ihn hintergangen hatte.
Tischlein, deck dich! Der mittlere Bruder wurde währenddessen bei einem Müller ausgebildet. Als Lohn erhielt er einen Esel, der statt gewöhnlicher Lasten Goldstücke aus seinem Maul spucken konnte, wenn man vor ihm „Bricklebrit“ sagte. Doch auch dieser Bruder machte auf dem Heimweg Halt in derselben Herberge und auch sein Esel wurde durch einen gewöhnlichen ausgetauscht. Der arglose Bruder ahnte nicht, dass der listige Wirt seinen wertvollen Esel gegen einen normalen vertauscht hatte, um sich selbst zu bereichern.

Der älteste Bruder erlernte auf seinem Weg das Handwerk eines Drechslers. Als Dank für seine harte Arbeit bekam er einen Knüppel in einem Sack, der auf das Kommando „Knüppel, aus dem Sack!“ hervorsprang und Übeltäter verprügelte. Auch er übernachtete bei demselben Wirt, der versuchte, diesen wunderbaren Gegenstand zu stehlen. Doch als er den Befehl aussprach, sprang der Knüppel heraus und prügelte so lange auf ihn ein, bis er gestand, wo er den Zaubertisch und den Goldesel versteckt hatte.

Die Brüder kehrten stolz mit allen drei Gegenständen nach Hause zurück und der alte Schneider konnte seinen Lebensabend in Wohlstand und Glück verbringen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute und erzählen jedem, wie wichtig es ist, niemals das Vertrauen in seine Familie zu verlieren.


Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Tischlein, deck dich!“ basiert auf der Erzählung von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahr 1812. Sie wurde durch uns modernisiert, aber orientiert sich inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Tischlein, deck dich! Während die Söhne in der Welt unterwegs waren, hatte der Schneider die Ziege selbst auf die Wiese gebracht. Er ließ sie fressen, so viel sie wollte, und fragte sie am Abend: „Ziege, bist du satt?“
Die Ziege antwortete: „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt, meh! meh!“
Zu Hause aber, im Stall, fragte er sie noch einmal. Und da sagte sie: „Wovon sollt ich satt sein? Ich sprang nur über Gräbelein und fand kein einzig Blättelein, meh! meh!“
Da wurde dem Schneider ganz kalt. Jetzt begriff er, dass die Ziege gelogen hatte – und dass er seine drei Söhne umsonst fortgejagt hatte. Er holte das Schermesser, schor der Ziege den Kopf kahl und jagte sie zum Hof hinaus.
Dann setzte er sich an seinen Tisch und war allein. Und jeden Abend schaute er aus dem Fenster, ob nicht doch einer seiner Jungen die Straße herunterkommen würde.
Tischlein, deck dich! Am nächsten Tag kamen die drei Söhne nach Hause – der eine mit dem Tischlein, der andere mit dem Goldesel, der dritte mit dem Sack.
Der Schneider freute sich so sehr, dass er gar nicht wusste, wohin mit sich. Er lud alle Verwandten und Nachbarn ein. Dann stellte der jüngste Sohn sein Tischlein in die Mitte der Stube und sagte: „Tischlein, deck dich!“ Da lagen auf einmal Braten und Fisch und Kuchen darauf, und es wurde gegessen und gelacht bis tief in die Nacht.
Danach führte der mittlere Sohn den Esel herein, breitete ein Tuch aus und rief: „Bricklebrit!“ Und die Goldstücke kullerten über das Tuch, bis niemand mehr zählen konnte.
Der Schneider aber nahm seine Nadel und seinen Zwirn und legte beides in die Schublade. „Die brauche ich nicht mehr“, sagte er. Und dann sagte er noch etwas, das ihm viel schwerer fiel: „Es tut mir leid, dass ich euch fortgeschickt habe.“

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Hinweis: Diese moderne Variante des Märchens „Tischlein, deck dich!“ basiert auf der Erzählung von den Gebrüdern Grimm aus dem Jahr 1812. Sie wurde durch uns modernisiert, aber orientiert sich inhaltlich am Original und spiegelt in Teilen nicht die Wertvorstellungen des 21. Jahrhunderts wider.
Tischlein, deck dich! Die Moral des Märchens

Die Geschichte von "Tischlein, deck dich!" zeigt uns, wie wichtig es ist, ehrlich zu sein und Versprechen zu halten. Die drei Brüder lernten viele Fähigkeiten und bekamen magische Geschenke, die ein listiger Wirt ihnen stahl. Aber durch Mut und Klugheit bekamen sie alles zurück. Das Märchen lehrt uns, dass Gerechtigkeit und Ehrlichkeit am Ende zum Erfolg führen, und dass wir immer für unsere Familie da sein sollten, um gemeinsam Schwierigkeiten zu überwinden.

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