Der Dachs und die Ameisen

Der Dachs und die Ameisen

Zusammenfassung: „Der Dachs und die Ameisen“ in drei Stichpunkten:

Nach einem gewaltigen Sturm sind viele Äste im Wald heruntergebrochen und liegen auf dem Boden. Der alte Dachs im Wald findet einige dieser Äste vor seinem Bau liegen, sodass er nicht mehr hinaus kann. Das einzige andere Tier, das er in der Nähe sieht, ist eine einzelne Ameise.

Der Dachs bittet die Ameise darum, Hilfe zu holen, da er feststeckt und die Zweige und Äste nicht selbst verrücken kann. Die Ameise geht auf seine Bitte ein und holt ihre Familie. Das verärgert den Dachs, da er sich starke, große Hilfe erhoffte.

Als die Ameise jedoch mit ihrer Kolonie auftaucht und sie wie ein großes Tier arbeiten, nimmt der Dachs seine Worte zurück. Er hat nun gesehen, wie stark Ameisen gemeinsam sind.

Der Dachs und die Ameisen – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab 4 Jahren, zum Selberlesen ab etwa 7
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
  • Zuletzt überarbeitet: 7. September 2026

Hier beginnt die Fabel

In der Nacht gab es über dem Wald einen gewaltigen Sturm, der an den Bäumen zerrte und deren Äste zu Boden warf. Erst am nächsten Morgen war es wieder ruhig und sicher im Wald, doch der alte Dachs hatte nun ein großes Problem: Der Sturm hatte ein paar der großen Zweige und Äste genau vor seinen Bau fallen gelassen, sodass er jetzt nicht mehr hinaus konnte.

Egal, wie sehr er an den Ästen zerrte und rüttelte: Er konnte sie allein nicht bewegen. Es waren viel zu viele und viel zu schwere Äste.
Der Dachs und die Ameisen Der Dachs seufzte tief und blickte hinaus durch einen kleinen Spalt, den einzigen Lichtblick in seinem dunklen Bau. „Wie soll ich hier nur herauskommen?“, murmelte er besorgt. Er wusste, dass er Hilfe brauchte, aber wer würde einem grummeligen alten Dachs zu Hilfe kommen?

Dann sah er nach einigen Minuten eine kleine Ameise, die allein einen neuen Weg ging. Sie war viel zu klein, um die Äste für ihn zu stemmen, aber der Dachs hatte eine Idee. „Vielleicht“, dachte er, „könnte dieses kleine Geschöpf mir helfen.“ Er rief so laut er konnte: „Hallo! Kann mir jemand helfen? Ich bin hier eingesperrt!“
Der Dachs und die Ameisen Die junge Ameise hörte den Ruf und näherte sich neugierig dem Bau des Dachses. „Wer bist du und warum rufst du?“, fragte sie durch den Spalt.

„Ich bin der Dachs. Ich stecke nach dem Sturm hier fest und kann allein nicht herauskommen“, erklärte er der Ameise. „Kannst du Hilfe holen, die diese Äste bewegen kann? Irgendjemand Großes und Starkes!“

Die Ameise überlegte kurz und lächelte dann. „Ja, ich kenne große Hilfe! Mach dir keine Sorgen, ich hole sie, so schnell ich kann!“ Während die kleine Ameise die Zweige hinab hüpfte, rieb sich der Dachs freudig die Pfoten. „Danke dir, kleine Ameise!“, rief er ihr freudig hinterher. Bald konnte er endlich wieder an die frische Luft!

Es dauerte auch nicht lange, bis der alte Dachs die kleine Ameise wieder sah – nur die große Hilfe konnte er nicht entdecken. Stattdessen sah er noch mehr Ameisen, die der ersten folgten – bestimmt eine ganze Kolonie.

„Wir sind hier, um zu helfen“, verkündete die junge Ameise. „Zeig uns, was zu tun ist.“
Der Dachs und die Ameisen Der Dachs stampfte wütend in seinem Bau und rief: „Wie sollen mir Ameisen helfen? Die Äste sind schwer und ich brauche große Hilfe!“

Der Dachs lief in seinem Bau umher und wollte nach einer neuen Lösung suchen. Doch da hörte er von draußen ein großes Rascheln und ein Knacken, sodass er schnell zurück zu seinem Eingang eilte. Durch den Spalt zwischen den Zweigen erkannte er, wie hunderte von Ameisen einen der großen Zweige abtrugen. Da staunte der Dachs nicht schlecht, als die kleinen Tiere einen Zweig nach dem anderen davon trugen.

Nach einiger Zeit konnte der Dachs endlich aus seinem Bau herauskriechen und sich strecken. Er betrachtete den großen Haufen Zweige neben seinem Bau und schämte sich für seine Wut.

„Ich danke euch, Ameisen“, sagte der Dachs. „Ohne euch wäre ich da niemals herausgekommen. Ihr seid zwar klein, aber zusammen habt ihr große Kraft!“

Die Ameisen summten fröhlich und waren stolz auf das, was sie erreicht hatten. „Wir tragen immer große Lasten“, sagte die junge Ameise, „aber wenn wir zusammenarbeiten, spüren wir das Gewicht kaum.“
Die Moral der Fabel „Der Dachs und die Ameisen“:

In der Fabel „Der Dachs und die Ameisen“ lernt der Dachs, dass auch kleine Tiere nicht zu unterschätzen sind und gemeinsam eine enorme Kraft aufwenden können. Allein mag eine einzelne Ameise zwar keinen Ast tragen können, doch durch ihre vereinten Kräfte können sie den überraschten Dachs befreien.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was ist in der Nacht passiert, und welches Problem hat der Dachs am Morgen?

    Ein gewaltiger Sturm hat an den Bäumen gezerrt und die Äste zu Boden geworfen. Ein paar große Zweige sind genau vor den Bau des Dachses gefallen, sodass er nicht mehr hinaus kann.

  2. 2Wen sieht der Dachs, und worum bittet er sie?

    Nach einigen Minuten entdeckt er eine kleine Ameise, die allein einen neuen Weg geht. Er ruft so laut er kann und bittet sie, Hilfe zu holen — irgendjemand Großes und Starkes, der die Äste bewegen kann.

  3. 3Warum wird der Dachs wütend, als die Ameise zurückkommt?

    Statt großer, starker Helfer bringt sie noch mehr Ameisen mit, bestimmt eine ganze Kolonie. Der Dachs stampft in seinem Bau und ruft: „Wie sollen mir Ameisen helfen?“

  4. 4Was sieht der Dachs dann durch den Spalt?

    Draußen raschelt und knackt es laut. Als er zum Eingang eilt, erkennt er, wie hunderte Ameisen einen großen Zweig nach dem anderen forttragen.

  5. 5Was sagt der Dachs zu den Ameisen, als er endlich draußen ist?

    Er streckt sich, schämt sich für seine Wut und dankt ihnen: „Ohne euch wäre ich da niemals herausgekommen. Ihr seid zwar klein, aber zusammen habt ihr große Kraft!“

Wörter aus der Geschichte

Bau
die Höhle unter der Erde, in der ein Dachs wohnt
Kolonie
eine sehr große Ameisenfamilie, die zusammenlebt
Spalt
ein schmaler Zwischenraum, durch den man gerade so hindurchschauen kann
grummelig
leicht schlecht gelaunt und immer ein bisschen am Brummen
stemmen
etwas Schweres mit aller Kraft hochheben

Zum Weitererzählen

  • Warum glaubt der Dachs zuerst, dass ihm nur große Tiere helfen können?
  • Die Ameise lächelt, als der Dachs nach großer Hilfe ruft. Was denkt sie sich wohl in diesem Moment?
  • Der Dachs schämt sich hinterher für seine Wut. Wie könnte er sich bei den Ameisen entschuldigen?
  • Wobei würdest du gern einmal mit ganz vielen anderen zusammen anpacken?
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Der Dachs und die Ameisen vorlesen – worauf es ankommt

Der Dachs bittet um Hilfe und ist dann enttäuscht, wer da kommt. Diese kleine Unhöflichkeit ist der Kern der Fabel, und sie funktioniert beim Vorlesen am besten, wenn man sie nicht wegmildert: Der Dachs denkt wirklich, eine Ameise nütze ihm nichts. Was danach passiert, wirkt umso stärker. Wenn Kinder gern mitzählen, lohnt sich die Stelle, an der die Kolonie eintrifft.

Die Moral von „Der Dachs und die Ameisen"

Wer klein ist, ist nicht schwach – viele Kleine zusammen sind stärker als ein Großer. Die Fabel sagt das nicht als Sprichwort, sondern zeigt es: Der Ast bewegt sich erst, als hunderte Ameisen daran ziehen.

Der zweite Teil der Lehre gehört dem Dachs: Er muss sich für seine Enttäuschung entschuldigen. Dass eine Fabel den Hilfesuchenden korrigiert und nicht den Helfer, ist ungewöhnlich – und ein guter Anlass, über Vorurteile zu sprechen.

Diese Fabel im Unterricht

Vier Minuten, zwei sehr ungleiche Figuren, eine klare Lehre über Zusammenhalt – geeignet ab Klasse 2. Aufgabe: Aufschreiben, was der Dachs am Anfang über Ameisen denkt und was am Ende. Der Unterschied ist die Moral, in eigenen Worten.

Wenn „Der Dachs und die Ameisen" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Dachs und die Ameisen

Worum geht es in „Der Dachs und die Ameisen"?

Nach einem Sturm ist der Bau des alten Dachses von Ästen versperrt. Er bittet eine einzelne Ameise um Hilfe – und ist enttäuscht, bis ihre ganze Kolonie anrückt und die Äste wegträgt.

Was ist die Moral der Fabel?

Dass man Kleine nicht unterschätzen sollte: Gemeinsam bringen sie eine Kraft auf, die ein Einzelner nicht hat.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Etwa vier Minuten.

Wofür steht die Ameise in Fabeln?

Für Fleiß, Ausdauer und Gemeinschaft. Seit Äsop ist sie das Gegenbild zum sorglosen Einzelgänger.

Für welche Klassenstufe eignet sich die Fabel?

Ab Klasse 2, besonders für die Themen Zusammenhalt und Vorurteile.

Gibt es die Fabel als PDF?

Ja, kostenlos und ohne Anmeldung unter der Fabel.

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