Der Nebel, der nicht wegging

Der Nebel, der nicht wegging

Zusammenfassung: „Der Nebel, der nicht wegging" in drei Sätzen

An einem Morgen im Oktober ist der Nebel so dicht, dass man den Zaun am anderen Ende des Gartens nicht sieht.

Er geht auch um zehn nicht weg und um zwölf nicht und um drei nicht.

Der ganze Tag findet deshalb in einem Umkreis von dreißig Metern statt, und das stellt sich als überraschend gut heraus.

Der Nebel, der nicht wegging – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es gibt Nebel, der wie ein Schleier über der Wiese liegt und um neun verschwunden ist.

Und es gibt den anderen.

Der andere ist im Oktober und kommt aus dem Flusstal herauf, und wenn er da ist, dann ist er wirklich da. Man geht aus der Haustür und sieht den Briefkasten. Dahinter kommt Weiß.

Hedda ging an diesem Morgen zur Schule und fand den Weg nur, weil sie ihn kannte. Der gelbe Poller an der Ecke tauchte auf, als wäre er gerade erst aufgestellt worden. Das Auto, das vorbeifuhr, hörte man, bevor man es sah, und danach hörte man es noch lange.

In der Schule sagte Herr Wilmes, dass die große Pause draußen ausfalle.

Das war der erste gute Teil.
Hinter dem Briefkasten kommt Weiß Ohne Pausenhof geht eine Klasse in die Aula, und in der Aula gibt es Bänke und keine Aufsicht am Klettergerüst, sondern eine Aufsicht auf einem Stuhl, die liest.

Es entstand ein Spiel, das keinen Namen hatte und darin bestand, über die Bänke zu kommen, ohne den Boden zu berühren.

Nach der Schule war der Nebel immer noch da.

Heddas Mutter hatte eigentlich vorgehabt, in die Stadt zu fahren. Sie fuhr nicht, weil man bei diesem Nebel nicht gern fährt, und daraus wurde ein Nachmittag, an dem niemand irgendwohin musste.

Sie gingen in den Garten, weil man in einen Garten auch bei Nebel gehen kann.

Der Garten war kleiner geworden.
Der gelbe Poller taucht aus dem Nebel auf Das ist das Merkwürdige am Nebel: Er macht Sachen nicht unsichtbar, er macht die Welt kürzer.

Der Zaun war weg, das Nachbarhaus war weg, der Kirchturm war weg. Übrig war ein Kreis von etwa dreißig Metern, in dem alles ganz normal aussah — nur dass dahinter nichts mehr kam.

Man hörte trotzdem alles. Sogar mehr als sonst. Der Nachbar hustete, ein Hund bellte zwei Straßen weiter, jemand schloss ein Garagentor.

Hedda und ihre Mutter machten ein Feuer in der Feuerschale, was bei Nebel eine gute Idee ist, weil der Rauch nicht weiß, wohin, und einfach in der Luft stehen bleibt.

Sie steckten Brot auf Stöcke.

Es wurde außen schwarz und innen roh, so wie immer.
Große Pause in der Aula Um halb sechs war es dunkel, und der Nebel war immer noch nicht weg.

Im Dunkeln wird Nebel gelb, wenn eine Straßenlaterne drinsteht, und die Straßenlaterne sieht dann aus wie etwas, das leuchtet und schwebt und nirgendwo befestigt ist.

Hedda hat das eine ganze Weile angeschaut.

Am nächsten Morgen war er weg, als wäre nie etwas gewesen. Man sah den Kirchturm, man sah bis zum Waldrand, es war ein völlig gewöhnlicher Tag.

Hedda hat später oft gesagt, dass der Nebeltag der beste Tag in dem ganzen Oktober war, und ihre Mutter hat jedes Mal gesagt, dass sie eigentlich in die Stadt gemusst hätte.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann steht der Nebel noch heute jeden Oktober im Flusstal.
Der Rauch weiß nicht, wohin Außen schwarz und innen roh Im Nebel wird die Laterne gelb und schwebt Die Moral von „Der Nebel, der nicht wegging"

Der Nebel hat an diesem Tag alles abgesagt: die Fahrt in die Stadt, die große Pause, den Blick bis zum Waldrand.

Übrig blieb ein Kreis von dreißig Metern, und in diesem Kreis war der Tag besser als geplant.

Das passiert öfter, als man denkt. Wenn die Auswahl kleiner wird, wird das, was übrig bleibt, deutlicher — nicht schlechter.
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Gefahr und ohne Höhepunkt. Es passiert wenig, und genau das ist der Punkt.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Nebel – sehr kleine Wassertröpfchen in der Luft, so dicht, dass man kaum durchsieht
  • Flusstal – das Tal, durch das ein Fluss fließt; dort entsteht besonders oft Nebel
  • Poller – ein kurzer Pfosten am Straßenrand, damit dort niemand parkt
  • Aula – der große Saal in einer Schule
  • Feuerschale – eine flache Metallschale, in der man draußen ein kleines Feuer macht

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum wird der Garten im Nebel kleiner?
  • Warum hört man im Nebel mehr als sonst?
  • Was war bei euch schon mal besser, weil etwas ausgefallen ist?

Warum „Der Nebel, der nicht wegging" zum Einschlafen passt

Der Nebel im Flusstal ist echte Physik: Über Wasser kühlt die Luft nachts stärker ab, der Wasserdampf wird zu winzigen Tröpfchen, und im Herbst hält sich das den ganzen Tag, weil die Sonne zu flach steht.

Eine gute Geschichte für graue Tage, an denen etwas ausfällt. Sie tröstet nicht mit Worten, sondern zeigt einen Tag, der ohne Programm auskommt.

Wenn „Der Nebel, der nicht wegging" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Nebel, der nicht wegging

Worum geht es in „Der Nebel, der nicht wegging"?

An einem Oktobertag ist der Nebel so dicht, dass alles ausfällt – die Fahrt in die Stadt, die große Pause, der Blick bis zum Waldrand. Der Tag wird trotzdem gut.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Warum entsteht im Herbst so oft Nebel?

Über Flüssen kühlt die Luft nachts stark ab, der Wasserdampf wird zu winzigen Tröpfchen. Im Herbst steht die Sonne zu flach, um sie schnell aufzulösen.

Passt die Geschichte in den Herbst?

Ja, besonders im Oktober und November.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Das PDF ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Hörfassung entsteht gerade – bei den älteren Geschichten steht der Abspieler schon unter dem Text.

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