Der zweite Advent bei Frau Kroll

Der zweite Advent bei Frau Kroll

Zusammenfassung: „Der zweite Advent bei Frau Kroll" in drei Sätzen

Jedes Jahr am zweiten Advent besucht Familie Doric die Nachbarin von gegenüber, und jedes Jahr findet Elin das schrecklich.

In diesem Jahr fällt der Besuch aus, weil Frau Kroll im Krankenhaus ist.

Elin merkt dabei, dass sie sich geirrt hat — nicht über den Besuch, sondern über sich selbst.

Der zweite Advent bei Frau Kroll – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Der Besuch dauerte immer neunzig Minuten und lief immer gleich.

Es gab Kaffee für die Erwachsenen, Kakao mit Haut für die Kinder, und einen Teller mit Plätzchen, die aus einer Packung stammten und trotzdem auf einem guten Teller lagen.

Frau Kroll fragte jedes Jahr, was Elin in der Schule mache, und Elin antwortete jedes Jahr dasselbe, und dann kam die Geschichte von der Straßenbahn.

Die Geschichte von der Straßenbahn ging so: 1961 hat Frau Kroll in Kassel eine Straßenbahn verpasst, und weil sie sie verpasst hat, ist sie in ein Café gegangen, und im Café saß der Mann, den sie später geheiratet hat.

Elin kannte diese Geschichte auswendig, inklusive der Stellen, an denen Frau Kroll lacht.

Sie fand die neunzig Minuten sehr lang.
Neunzig Minuten, immer gleich In diesem Jahr, am Freitag vor dem zweiten Advent, ist Frau Kroll gestürzt.

Nichts Schlimmes, hieß es. Handgelenk. Sie musste ein paar Tage bleiben.

Der zweite Advent fiel also aus.

Elins Mutter sagte am Sonntagmorgen: „Dann haben wir heute nichts vor."

Und dann war der Sonntag komisch.

Er war nicht schlecht. Sie haben gefrühstückt, sind spazieren gegangen, haben abends einen Film geguckt. Es war ein völlig in Ordnung gehender Sonntag.

Er hatte nur nichts, woran man ihn festmachen konnte.

Um sechs hat Elin gesagt, dass sie sich komisch fühle, und ihre Mutter hat gesagt, ihr gehe es genauso.
Elin kennt die Geschichte auswendig Am Mittwoch kam Frau Kroll zurück, mit Gips.

Elin ist am Donnerstag nach der Schule allein hinübergegangen, was sie noch nie gemacht hatte.

Sie hat geklingelt und gesagt, sie wolle nur kurz gucken, und Frau Kroll hat gesagt, sie solle hereinkommen, es gebe aber keine Plätzchen, weil sie mit einer Hand nicht einkaufen könne.

Elin hat gesagt, das sei ihr egal.

Sie sind neunzig Minuten geblieben — das hat Elin hinterher nachgerechnet, und sie fand es selbst erstaunlich.

Frau Kroll hat die Geschichte von der Straßenbahn erzählt.

Elin hat an der richtigen Stelle mitgelacht, und Frau Kroll hat gemerkt, dass sie das aus Höflichkeit tut, und hat gesagt: „Du kennst die schon."

Elin hat gesagt: „Ja. Erzähl trotzdem."

Frau Kroll hat sie einen Moment angeguckt und dann erzählt.
Am zweiten Advent bleibt das Fenster dunkel Der zweite Advent wurde nachgeholt, am dritten.

Es gab Kaffee, Kakao mit Haut, und Plätzchen, die Elin und ihre Mutter mitgebracht hatten.

Elin macht das jetzt jede Woche, nicht nur im Advent, immer donnerstags nach der Schule, meistens zwanzig Minuten.

Sie sagt, es sei keine große Sache.

Frau Kroll erzählt inzwischen andere Geschichten, weil man nach dreißig Donnerstagen mit der Straßenbahn nicht mehr weit kommt.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sitzen sie noch heute jeden Donnerstag zusammen.
Ein völlig in Ordnung gehender Sonntag Am Donnerstag geht sie allein hinüber Erzähl trotzdem Die Moral von „Der zweite Advent bei Frau Kroll"

Elin hat den Besuch neunzig Minuten lang jedes Jahr als Pflicht empfunden.

Erst als er ausfiel, hat sie gemerkt, dass er nicht die Pflicht war, sondern das, was den Tag zusammenhielt.

Das ist bei den meisten Bräuchen so, und es ist der Grund, warum man sie meistens erst schätzt, wenn sie einmal nicht stattgefunden haben.
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Diese Geschichte am zweiten Advent vorlesen

Vier ruhige Minuten. Es passiert nichts Schlimmes — jemand stürzt und kommt mit Gips zurück, und danach wird es besser als vorher.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Advent – die Zeit der vier Sonntage vor Weihnachten
  • Gips – der harte weiße Verband um einen gebrochenen Knochen
  • Handgelenk – die Stelle zwischen Hand und Arm
  • Höflichkeit – freundlich sein, auch wenn man gerade keine Lust hat
  • nachholen – etwas später machen, das ausgefallen ist

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum findet Elin den Besuch am Anfang schrecklich?
  • Was war an dem Sonntag ohne Besuch komisch?
  • Wen könntet ihr besuchen, der sich darüber freuen würde?

Warum „Der zweite Advent bei Frau Kroll" zum Einschlafen passt

Die Geschichte macht aus dem Besuch bei einer alten Nachbarin keine gute Tat. Elin geht hinüber, weil ihr etwas fehlt — das ist der ehrlichere und für Kinder nachvollziehbarere Antrieb.

Der Satz „Ja. Erzähl trotzdem." lohnt sich beim Vorlesen. Er ist der Kern der Geschichte und lässt sich gut kurz stehen lassen.

Wenn „Der zweite Advent bei Frau Kroll" gefallen hat

Mehr davon unter Adventsgeschichten und Weihnachtsgeschichten für Kinder.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: Ritter Emil & Zauberer Henry gibt es in sechs Bänden zum Vorlesen.

Häufige Fragen zu Der zweite Advent bei Frau Kroll

Worum geht es in „Der zweite Advent bei Frau Kroll"?

Elin findet den jährlichen Adventsbesuch bei der Nachbarin langweilig. Als er ausfällt, merkt sie, dass der Sonntag ohne ihn nicht funktioniert.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa sechs Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Ist die Geschichte traurig?

Nein. Frau Kroll kommt nach ein paar Tagen mit Gips zurück, und danach sehen sich die beiden öfter als vorher.

Passt die Geschichte in den Advent?

Ja, sie spielt am zweiten und dritten Adventssonntag.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Das PDF ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Hörfassung entsteht gerade – bei den älteren Geschichten steht der Abspieler schon unter dem Text.

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