Der Adventskalender aus Klopapierrollen

Der Adventskalender aus Klopapierrollen

Zusammenfassung: „Der Adventskalender aus Klopapierrollen" in drei Sätzen

Am 28. November stellt Familie Enders fest, dass niemand einen Adventskalender gekauft hat.

Vierundzwanzig Klopapierrollen sind allerdings da, weil jemand im Sommer gehamstert hat.

Der Kalender, der daraus entsteht, hängt inzwischen im fünften Jahr.

Der Adventskalender aus Klopapierrollen – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war ein Freitagabend, und die Feststellung kam von Mira, elf, die einfach gefragt hatte, wo der Kalender sei.

Beide Eltern haben in dem Moment dasselbe Gesicht gemacht.

Sie hatten sich gegenseitig für zuständig gehalten, seit ungefähr Oktober, ohne dass darüber je gesprochen worden wäre. So etwas passiert in jedem Haushalt einmal im Jahr, meistens bei etwas Wichtigerem.

Samstagmorgen war der 29. November.

Kaufen wäre gegangen, aber gute Kalender waren weg und die übrigen kosteten zwanzig Euro und enthielten Schokolade, die niemand mag.

Miras Vater ging in den Keller und kam mit einem Karton hoch.
Beide hatten den anderen für zuständig gehalten In dem Karton waren Klopapierrollen. Nicht volle — die leeren Pappröhren.

Miras Mutter sammelte die seit Jahren, weil man daraus angeblich alles Mögliche basteln kann, und hatte in fünf Jahren nichts daraus gebastelt.

Es waren einunddreißig Stück.

Sie brauchten vierundzwanzig.

Der Rest des Samstags ging so: Jede Rolle an einem Ende flach drücken und die Kanten nach innen falten, dann hat man einen Boden. Etwas hineintun. Das andere Ende genauso zufalten, so dass ein kleines Päckchen entsteht.

Dann bemalen oder mit Papier bekleben und eine Zahl draufschreiben.

Dann alle vierundzwanzig an eine Schnur hängen, was mit Wäscheklammern am besten geht.
Einunddreißig Rollen im Keller Was hineinkam, war das eigentlich Interessante.

Sie hatten kein Budget mehr für vierundzwanzig Kleinigkeiten, also haben sie gemischt: in acht Rollen etwas Gekauftes, in acht etwas aus dem Haus, das noch gut war — Haargummis, Sticker, eine Murmel, ein Bleistift —, und in acht einen Zettel.

Auf den Zetteln standen keine Sachen, sondern Sachen zum Machen.

„Heute Abend darfst du bestimmen, was gekocht wird."
„Zwanzig Minuten länger aufbleiben."
„Wir gehen nach dem Dunkelwerden einmal um den Block."
„Du darfst dir aussuchen, welche Kerze am Sonntag angezündet wird."

Mira hat später gesagt, die Zettel seien die besten gewesen, und ihre Eltern haben das erst nicht geglaubt.
Ein Ende flach drücken, Kanten einfalten Der Kalender hängt inzwischen im fünften Jahr.

Er sieht mittlerweile ziemlich mitgenommen aus. Zwei Rollen sind eingerissen und mit Klebeband repariert, die Zahlen sind teilweise abgerieben, und die Sechs ist irgendwann verloren gegangen und durch eine neue ersetzt worden, die anders aussieht.

Gekaufte Kalender wurden seitdem nicht mehr erwogen.

Der Anteil der Zettel ist von acht auf sechzehn gestiegen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann hängt er noch heute jeden Dezember im Flur.
Vierundzwanzig Rollen an einer Schnur Auf den Zetteln stehen Sachen zum Machen Im fünften Jahr, mit Klebeband repariert Die Moral von „Der Adventskalender aus Klopapierrollen"

Der beste Adventskalender dieser Familie entstand, weil sie den Kauf vergessen hatten.

Das ist kein Argument dafür, Sachen zu vergessen. Es ist eines dafür, nicht sofort loszufahren und etwas zu kaufen, wenn etwas fehlt.

Was fehlt, ist manchmal die Gelegenheit, es selbst zu machen — und Zettel, auf denen etwas zum Machen steht, halten deutlich länger als Schokolade.
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Diese Geschichte Ende November vorlesen

Vier Minuten ohne Gefahr. Etwas wurde vergessen, es wird gerettet, und am Ende hängt etwas Selbstgemachtes im Flur.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Pappröhre – die Rolle aus Pappe in der Mitte einer Klopapierrolle
  • Wäscheklammer – die Klammer, mit der man Wäsche an die Leine hängt
  • Budget – das Geld, das für etwas eingeplant ist
  • erwogen – überlegt, ob man es macht
  • mitgenommen – abgenutzt, weil etwas lange benutzt wurde

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum ist der selbstgemachte Kalender am Ende besser?
  • Welcher Zettel würde dir am besten gefallen?
  • Was liegt bei euch herum, aus dem man etwas machen könnte?

Warum „Der Adventskalender aus Klopapierrollen" zum Einschlafen passt

Die Anleitung funktioniert: leere Papprolle an einem Ende flach drücken, die beiden Kanten nach innen falten — das hält ohne Kleber. Befüllen, andere Seite genauso schließen, bekleben, nummerieren, mit Wäscheklammern an eine Schnur hängen.

Die Zettel-Idee ist der eigentliche Kern und lässt sich bei jedem gekauften Kalender ergänzen: Gutscheine für gemeinsame Zeit halten im Rückblick länger als Süßigkeiten.

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Mehr davon unter Adventsgeschichten und Weihnachtsgeschichten für Kinder.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: Ritter Emil & Zauberer Henry gibt es in sechs Bänden zum Vorlesen.

Häufige Fragen zu Der Adventskalender aus Klopapierrollen

Worum geht es in „Der Adventskalender aus Klopapierrollen"?

Am 28. November merkt eine Familie, dass niemand einen Adventskalender gekauft hat. Aus einundreißig Papprollen im Keller wird einer, der fünf Jahre hält.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Wie baut man den Kalender?

Papprolle an einem Ende flach drücken und die Kanten nach innen falten, befüllen, andere Seite genauso schließen, bekleben, nummerieren, an eine Schnur klammern.

Was kommt hinein, wenn das Geld knapp ist?

Zettel mit Gutscheinen – länger aufbleiben, das Essen aussuchen, abends einmal um den Block. In der Geschichte sind das am Ende die beliebtesten.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Das PDF ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Hörfassung entsteht gerade – bei den älteren Geschichten steht der Abspieler schon unter dem Text.

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