Die Plätzchen, die keiner mochte

Die Plätzchen, die keiner mochte

Zusammenfassung: „Die Plätzchen, die keiner mochte" in drei Sätzen

Jedes Jahr backt Oma Rethmeier Anisplätzchen, und jedes Jahr isst sie niemand.

In diesem Jahr sagt es ihr jemand.

Was dann passiert, hätte niemand vorhergesehen.

Die Plätzchen, die keiner mochte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es waren immer sechs Sorten.

Vanillekipferl, Zimtsterne, Butterplätzchen mit Zuckerguss, Schokoladenmakronen, Spitzbuben — und Anisplätzchen.

Die ersten fünf waren an Heiligabend weg.

Die Anisplätzchen standen bis Februar in einer Dose auf dem Schrank, wurden hart und wurden irgendwann weggeworfen, und im nächsten November hat Oma Rethmeier wieder welche gebacken.

Das ging so seit ungefähr zwanzig Jahren.

Anis schmeckt wie Lakritz, und Lakritz mögen Kinder in Deutschland überwiegend nicht, was daran liegt, wie Lakritz schmeckt.
Sechs Sorten auf dem Tisch In diesem Jahr war Vito da, neun, ein Enkel aus der anderen Hälfte der Familie, der selten kam und die Regeln nicht kannte.

Er hat eins probiert, das Gesicht verzogen und gesagt: „Die mag doch keiner."

Es wurde still.

Alle anderen wussten es seit Jahren und hatten seit Jahren nichts gesagt, weil es unhöflich gewesen wäre, und plötzlich lag der Satz auf dem Tisch.

Oma Rethmeier hat gesagt: „Ich weiß."

Dann hat sie gesagt, sie backe die nicht für uns.

Sie backe die, weil ihre Mutter sie gebacken habe, und weil sie beim Ausstechen an sie denke, und dass ihr das eine Stunde im Jahr wert sei, auch wenn sie danach in den Müll gehen.

Vito hat gesagt, das sei traurig.

Oma Rethmeier hat gesagt, nein, das sei praktisch: Man könne an jemanden denken, ohne darüber reden zu müssen.
Die Dose steht bis Februar auf dem Schrank Und dann kam die Sache mit den Vögeln.

Vitos Vorschlag war zuerst als Witz gemeint: Wenn sie sowieso weggeworfen werden, könne man sie doch nach draußen legen.

Es stellte sich heraus, dass Amseln Anisplätzchen sehr gut finden.

Nicht nur Amseln. Auch Elstern, ein Eichhörnchen und im Januar ein Buntspecht, der eigentlich etwas anderes hätte fressen sollen.

Die Plätzchen wurden auf dem Gartentisch verteilt, in Stücken, und waren am dritten Tag weg.

Seitdem gehören die Anisplätzchen zum Programm: Sie werden gebacken, sie werden probiert, jeder verzieht das Gesicht, und danach kommen sie nach draußen.

Oma Rethmeier backt seit zwei Jahren die doppelte Menge.
Vito verzieht das Gesicht Vito kommt jetzt jedes Jahr.

Er sagt, er komme wegen der Vögel, und das glaubt ihm niemand.

Beim Backen darf er ausstechen, was die undankbarste Aufgabe ist, weil man den Teig immer wieder zusammenkneten und neu ausrollen muss und weil er dabei jedes Mal wärmer und klebriger wird.

Er macht es trotzdem.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann stehen die Anisplätzchen noch heute jeden Dezember auf dem Gartentisch.
Sie backe die nicht für uns Amseln finden Anisplätzchen sehr gut Ausstechen ist die undankbarste Aufgabe Die Moral von „Die Plätzchen, die keiner mochte"

Zwanzig Jahre lang hat niemand etwas gesagt, aus Höflichkeit. Zwanzig Jahre lang wurden Plätzchen weggeworfen.

Vitos Satz war unhöflich und hat die Sache zum Besseren gewendet — nicht weil Unhöflichkeit gut ist, sondern weil Aussprechen manchmal die einzige Möglichkeit ist, etwas zu ändern.

Und Oma Rethmeier hat nicht aufgehört zu backen. Sie hat nur einen besseren Abnehmer gefunden.
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Diese Geschichte beim Plätzchenbacken vorlesen

Vier Minuten ohne Gefahr. Es gibt einen unangenehmen Moment, der gut ausgeht, und am Ende fressen Vögel auf einem Gartentisch.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Anis – ein Gewürz, das nach Lakritz schmeckt
  • Vanillekipferl – kleine gebogene Plätzchen mit Vanille und Puderzucker
  • Spitzbuben – zwei Plätzchen mit Marmelade dazwischen und Löchern oben
  • ausstechen – Formen aus ausgerolltem Teig ausschneiden
  • Buntspecht – ein schwarz-weiß-roter Specht, der auch im Winter hierbleibt

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum hat zwanzig Jahre lang niemand etwas gesagt?
  • Warum backt Oma Rethmeier die Plätzchen trotzdem?
  • Gibt es bei euch etwas, das immer gemacht wird, obwohl es keiner mag?

Warum „Die Plätzchen, die keiner mochte" zum Einschlafen passt

Zum Vogelfüttern: Plätzchen sind kein ideales Winterfutter — sie enthalten viel Zucker und Fett. Als gelegentliche Beigabe schadet es nicht, als Ersatz für Körner und Fettfutter sollte es nicht dienen. Stark gesalzenes oder schokoladenhaltiges Gebäck gehört nie nach draußen; Schokolade ist für Vögel giftig.

Der Kern der Geschichte ist der Satz der Großmutter: an jemanden denken, ohne darüber reden zu müssen. Für Kinder ist das oft ein neuer Gedanke.

Wenn „Die Plätzchen, die keiner mochte" gefallen hat

Mehr davon unter Adventsgeschichten und Weihnachtsgeschichten für Kinder.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: Ritter Emil & Zauberer Henry gibt es in sechs Bänden zum Vorlesen.

Häufige Fragen zu Die Plätzchen, die keiner mochte

Worum geht es in „Die Plätzchen, die keiner mochte"?

Oma Rethmeier backt seit zwanzig Jahren Anisplätzchen, die niemand isst. Ein Enkel sagt es ihr – und die Plätzchen bekommen einen neuen Abnehmer.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Darf man Vögeln wirklich Plätzchen geben?

Als gelegentliche Beigabe ja, als Winterfutter nein – zu viel Zucker und Fett. Salziges und alles mit Schokolade gehört nie nach draußen, Schokolade ist für Vögel giftig.

Passt die Geschichte zum Plätzchenbacken?

Ja, sie ist genau dafür gedacht.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Das PDF ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Hörfassung entsteht gerade – bei den älteren Geschichten steht der Abspieler schon unter dem Text.

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