Der Sack, der zu schwer war

Der Sack, der zu schwer war

Zusammenfassung: „Der Sack, der zu schwer war" in drei Sätzen

Der Nikolaus im Dorf hat einen Sack, in den zweiundvierzig Päckchen passen, und er trägt ihn selbst.

In diesem Jahr geht das nicht mehr, weil sein Rücken anderer Meinung ist.

Die Lösung steht seit vier Jahren in der Scheune und hat vier Räder.

Der Sack, der zu schwer war – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Der Nikolaus im Dorf war seit neunzehn Jahren derselbe.

Er hieß im richtigen Leben Herr Sanders, war Rentner und hatte einen echten weißen Bart, was ihn im Dezember zur meistgebuchten Person im ganzen Ort machte.

Sein Sack war aus Jute und fasste zweiundvierzig Päckchen.

Voll wog er ungefähr achtzehn Kilo.

Neunzehn Jahre lang hatte er ihn über die Schulter genommen und war losgegangen, und jedes Jahr war er ein bisschen langsamer geworden, was niemandem aufgefallen war, ihm selbst am wenigsten.

Im zwanzigsten Jahr blieb er nach zwei Häusern stehen.
Achtzehn Kilo über der Schulter Er hat nicht gesagt, dass es nicht geht.

Er hat gesagt, er müsse kurz etwas prüfen, und hat den Sack abgestellt und die Hände auf den Rücken gelegt, was Erwachsene machen, wenn der Rücken etwas mitteilt.

Sein Enkel Neo, der zehn war und mitging, weil er das Buch trug, hat es gesehen.

Neo hat nichts gefragt.

Er ist nach Hause gerannt, in die Scheune, und hat den Bollerwagen geholt, der dort seit vier Jahren stand, weil niemand mehr klein genug war, um darin zu sitzen.

Er hat ihn ausgewischt, weil Mäuse darin gewesen waren, und eine Decke hineingelegt.
Die Hände auf dem Rücken Der Rest des Abends ging mit Bollerwagen.

Das sah anders aus, als es aussehen sollte. Ein Nikolaus zieht keinen Bollerwagen, ein Nikolaus trägt einen Sack — das steht auf jeder Karte und in jedem Buch.

Die Kinder in den vierzig restlichen Häusern haben es überhaupt nicht bemerkt.

Zwei haben gefragt, ob im Wagen noch mehr drin sei.

Herr Sanders ist an diesem Abend zum ersten Mal seit Jahren pünktlich beim letzten Haus angekommen und hat dort noch zehn Minuten gesessen und Kaffee getrunken.

Im Jahr darauf hat Neo den Wagen neu gestrichen, rot, weil Rot sich anbietet.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann rollt er noch heute jeden Dezember durch das Dorf.
Neo rennt zur Scheune Die Moral von „Der Sack, der zu schwer war"

Herr Sanders hätte den Sack noch ein Jahr getragen und wäre dabei langsamer geworden, bis es jemand hätte ansprechen müssen. Das wäre unangenehm geworden für alle.

Neo hat es nicht angesprochen. Er hat einen Wagen geholt.

Es gibt Probleme, über die man reden muss, und es gibt welche, bei denen Reden die schlechtere Lösung ist als Handeln. Der Unterschied liegt darin, ob jemand sich schämt.
Der Bollerwagen stand seit vier Jahren da Ein Nikolaus mit Bollerwagen

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wer ist der Nikolaus in diesem Dorf?

    Seit neunzehn Jahren derselbe: Herr Sanders, Rentner, mit einem echten weißen Bart, was ihn im Dezember zur meistgebuchten Person im ganzen Ort machte.

  2. 2Was passt in seinen Sack, und wie schwer ist der?

    Der Sack war aus Jute und fasste zweiundvierzig Päckchen. Voll wog er ungefähr achtzehn Kilo, und Herr Sanders hat ihn neunzehn Jahre lang selbst über die Schulter genommen.

  3. 3Was passiert im zwanzigsten Jahr nach zwei Häusern?

    Herr Sanders bleibt stehen. Er sagt nicht, dass es nicht geht — er sagt, er müsse kurz etwas prüfen, stellt den Sack ab und legt die Hände auf den Rücken, so wie Erwachsene das machen, wenn der Rücken etwas mitteilt.

  4. 4Was macht sein Enkel Neo, der das gesehen hat?

    Er fragt nichts. Er rennt nach Hause in die Scheune und holt den Bollerwagen, der dort seit vier Jahren stand, wischt ihn aus, weil Mäuse darin gewesen waren, und legt eine Decke hinein.

  5. 5Wie reagieren die Kinder in den restlichen vierzig Häusern auf den Bollerwagen?

    Sie haben es überhaupt nicht bemerkt. Zwei haben nur gefragt, ob im Wagen noch mehr drin sei. Herr Sanders kam an diesem Abend zum ersten Mal seit Jahren pünktlich beim letzten Haus an und hat dort noch zehn Minuten gesessen und Kaffee getrunken.

Wörter aus der Geschichte

Jute
ein grober brauner Stoff, aus dem man kräftige Säcke näht
Bollerwagen
ein Handwagen mit vier Rädern, den man hinter sich herzieht
Rentner
jemand, der so lange gearbeitet hat, dass er nicht mehr zur Arbeit muss
Scheune
ein großes Gebäude auf dem Hof, in dem Werkzeug, Heu und Wagen stehen
Päckchen
kleine eingepackte Geschenke

Zum Weitererzählen

  • Warum sagt Neo nichts, sondern holt einfach den Wagen?
  • Ein Nikolaus trägt einen Sack und zieht keinen Bollerwagen, steht auf jeder Karte. Stört dich das?
  • Woran könnte man merken, dass jemand Hilfe braucht, auch wenn er nichts sagt?
  • Wenn du jemandem helfen wolltest, ohne vorher zu fragen, was würdest du tun?
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Diese Geschichte am 6. Dezember vorlesen

Drei Minuten ohne Gefahr. Jemand kann etwas nicht mehr, und es wird gelöst, ohne dass darüber geredet werden muss.

Warum „Der Sack, der zu schwer war" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich gut für Kinder mit älteren Großeltern. Sie zeigt Nachlassen ohne Drama und ohne Rührseligkeit — der Großvater bleibt der Nikolaus, er zieht nur.

Der Kern lässt sich mit Kindern gut besprechen: Manchmal ist Fragen die freundlichere Art zu helfen, und manchmal ist es das stille Danebenstellen einer Lösung.

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Häufige Fragen zu Der Sack, der zu schwer war

Worum geht es in „Der Sack, der zu schwer war"?

Der Dorf-Nikolaus trägt seinen Sack seit neunzehn Jahren selbst. Im zwanzigsten geht es nicht mehr – und sein Enkel holt wortlos den Bollerwagen.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Ist die Geschichte traurig?

Nein. Es wird niemand bemitleidet und niemand hört auf – der Nikolaus zieht danach einfach.

Passt die Geschichte in den Dezember?

Ja, sie spielt am Nikolausabend im Dorf.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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