Der Kürbis, der nicht durch die Tür passte

Der Kürbis, der nicht durch die Tür passte

Zusammenfassung: „Der Kürbis, der nicht durch die Tür passte" in drei Sätzen

Für das Erntedankfest soll der größte Kürbis des Dorfes vorne in die Kirche.

Der größte Kürbis wiegt hundertvierzehn Kilo und gehört Herrn Bültmann.

Die Kirchentür ist einundneunzig Zentimeter breit.

Der Kürbis, der nicht durch die Tür passte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Ein Kürbis wird nicht groß, weil er will.

Er wird groß, weil jemand ihm den ganzen Sommer lang alle anderen Kürbisse wegschneidet, damit die Pflanze ihre ganze Kraft in einen einzigen steckt.

Das hatte Herr Bültmann gemacht. Seit Mai. Mit Notizen.

Am Erntedanksonntag sollte der Kürbis vorne vor dem Altar liegen, zusammen mit Äpfeln, Brot, Getreide und einer sehr großen Zuckerrübe von Familie Kordes.

Um acht Uhr morgens fuhr ein Anhänger vor.

Auf dem Anhänger lag der Kürbis auf einer Palette, orange, breiter als hoch und leicht schief, weil so große Kürbisse immer schief werden.

Vier Männer hoben ihn ab.
Hundertvierzehn Kilo auf einer Palette Bis zur Kirchentür ging alles gut.

An der Kirchentür ging es nicht weiter.

Sie ist einundneunzig Zentimeter breit, was 1743 als großzügig galt, und der Kürbis war an seiner breitesten Stelle einen Meter und sechs.

Man versuchte es schräg.

Bei einem Kürbis hilft schräg nicht, weil er in alle Richtungen dick ist.

Man diskutierte fünfzehn Minuten. Es wurde vorgeschlagen: die Tür aushängen, ein Stück abschneiden, einen anderen Kürbis nehmen, den Gottesdienst nach draußen verlegen.

Gegen jeden Vorschlag sprach etwas, meistens Herr Bültmann.
Vier Männer heben ihn ab Die Lösung kam von Merle, die sieben war und die ganze Zeit danebenstand.

Sie sagte, man könne ihn doch draußen hinlegen.

Ein Erwachsener erklärte ihr, dass er in die Kirche solle.

Sie sagte, dann müsse die Kirche eben rausgehen.

Das ist der Satz, an den sich im Dorf alle erinnern, und er hat funktioniert: Der Kürbis blieb vor der Tür liegen, und der Pastor hielt den Teil des Gottesdienstes, in dem es um die Ernte geht, draußen auf der Treppe.

Die Leute standen halb drinnen und halb draußen.

Es war der einzige Erntedank seit Jahren, bei dem alle etwas gesehen haben.
Einundneunzig Zentimeter Tür, ein Meter sechs Kürbis Nach dem Gottesdienst wurde der Kürbis gewogen: hundertvierzehn Komma zwei Kilo.

Danach wurde er aufgeschnitten, was mit einer Säge gemacht wurde, und in Stücke verteilt.

Er schmeckte, ehrlich gesagt, nicht besonders. Sehr große Kürbisse sind wässrig; das weiß jeder, der schon mal einen hatte, und Herr Bültmann wusste es auch.

Es ging aber nie ums Essen.

Merle bekam die Kerne, weil sie die Idee gehabt hatte, und im nächsten Mai hat sie zwei davon eingepflanzt.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann liegt jedes Jahr im Oktober ein Kürbis vor der Kirchentür.
Merle steht die ganze Zeit daneben Der Gottesdienst findet auf der Treppe statt Die Kerne bekommt, wer die Idee hatte Die Moral von „Der Kürbis, der nicht durch die Tür passte"

Alle Erwachsenen haben versucht, den Kürbis zum Problem zu machen: zu breit, zu schwer, zu spät.

Merle hat als Einzige die Tür zum Problem gemacht.

Das ist derselbe Vorgang von der anderen Seite, und es ist meistens die brauchbarere Seite. Wenn etwas nicht passt, liegt es genauso oft an dem, wohinein es soll.
Passend zu dieser Geschichte

Band 6 – Die Piratenbrüder

Auch in Band 6 geht es darum, sich aufeinander zu verlassen: Auf einem Schiff hat jeder eine Aufgabe, und keine geht ohne die anderen. Emil, Henry und eine Piratenmannschaft, in der niemand entbehrlich ist.

15,00 € Zum Buch

Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Gefahr. Ein Problem, vier Minuten Streit unter Erwachsenen und ein Kind, das ihn beendet.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Erntedank – ein Fest im Herbst, bei dem für die eingebrachte Ernte gedankt wird
  • Palette – ein flaches Holzgestell, auf dem schwere Sachen transportiert werden
  • Altar – der Tisch vorn in einer Kirche
  • Zuckerrübe – eine große weiße Rübe, aus der Zucker gemacht wird
  • Pastor – der Mann oder die Frau, die in einer Kirche den Gottesdienst hält

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum passt der Kürbis nicht?
  • Merle sagt: Dann muss die Kirche rausgehen. Was meint sie damit?
  • Wann habt ihr zuletzt ein Problem von der anderen Seite gelöst?

Warum „Der Kürbis, der nicht durch die Tür passte" zum Einschlafen passt

Riesenkürbisse entstehen wirklich so: Alle weiteren Fruchtansätze werden entfernt, damit die Pflanze ihre gesamte Kraft in eine einzige Frucht steckt. Und sie schmecken tatsächlich schlechter als kleine — viel Wasser, wenig Aroma.

Eine gute Geschichte für Kinder, die bei Erwachsenengesprächen danebenstehen und selten gefragt werden. Hier hat das Zuhören einen Nutzen.

Wenn „Der Kürbis, der nicht durch die Tür passte" gefallen hat

Mehr davon unter Herbstgeschichten für Kinder und Naturgeschichten für Kinder.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: Ritter Emil & Zauberer Henry gibt es in sechs Bänden zum Vorlesen.

Häufige Fragen zu Der Kürbis, der nicht durch die Tür passte

Worum geht es in „Der Kürbis, der nicht durch die Tür passte"?

Zum Erntedankfest soll der größte Kürbis des Dorfes in die Kirche. Er ist einen Meter sechs breit, die Kirchentür einundneunzig Zentimeter.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Wann ist Erntedank?

Meist am ersten Sonntag im Oktober, in manchen Gemeinden schon Ende September.

Wie werden Kürbisse so groß?

Indem man alle anderen Früchte der Pflanze entfernt, sodass die ganze Kraft in eine einzige geht. Schmecken tun sie dann allerdings kaum noch.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Das PDF ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Hörfassung entsteht gerade – bei den älteren Geschichten steht der Abspieler schon unter dem Text.

Noch mehr Geschichten für heute Abend

Diese Geschichte ist eine von 214 kostenlosen Gute-Nacht-Geschichten auf emhema.de – alle zum Vorlesen und als PDF zum Ausdrucken.

  • Den 23. mit Kugelschreiber eingetragen

    Der längste Dezember

    7 Minuten Vorlesezeit

    Im Jahr, in dem Mattea zwölf wird, dauert der Dezember gefühlt neun Wochen. Es liegt daran, dass ihr Vater seit August in einer anderen Stadt arbeitet und erst am 23. kommt. Die drei...

  • Drei Wochen alt und über der Heizung

    Der Kranz, der zu früh brannte

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am vierten Advent brennen vier Kerzen auf einem Kranz, der seit drei Wochen auf der Heizung steht. Als alle kurz in der Küche sind, fängt er an zu brennen. Was dann passiert, dauert ...

  • Neunzig Minuten, immer gleich

    Der zweite Advent bei Frau Kroll

    4 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr am zweiten Advent besucht Familie Doric die Nachbarin von gegenüber, und jedes Jahr findet Elin das schrecklich. In diesem Jahr fällt der Besuch aus, weil Frau Kroll im Kr...

  • Der Dezember ist der längste Monat

    Warten ist ein Beruf

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am 2. Dezember erklärt Jost, dass Warten das Schlimmste sei, was es gibt. Sein Onkel, der bei der Bahn arbeitet, widerspricht ihm. Er zeigt ihm etwas, das Jost danach vier Wochen lan...

  • Der Kranz steht in der Mitte

    Das Wachs auf dem Tisch

    3 Minuten Vorlesezeit

    Am dritten Advent kippt eine Kerze um, und auf dem Esstisch liegt ein Fleck aus rotem Wachs. Der Tisch gehört der Familie seit vier Generationen. Was danach passiert, ist deutlich we...

  • Sechs Sorten auf dem Tisch

    Die Plätzchen, die keiner mochte

    4 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr backt Oma Rethmeier Anisplätzchen, und jedes Jahr isst sie niemand. In diesem Jahr sagt es ihr jemand. Was dann passiert, hätte niemand vorhergesehen.