Das Drachenei im Hühnerstall

Das Drachenei im Hühnerstall

Zusammenfassung: „Das Drachenei im Hühnerstall" in drei Sätzen

Auf dem Hof der Familie Bollmann liegt eines Morgens ein Ei im Nest, das viel zu groß und gepunktet ist.

Die Henne Adele brütet es trotzdem aus, und heraus kommt kein Küken, sondern ein winziger Drache, der nicht gackern kann und dem im Regen die Flügel hängen.

Am Ende bleibt er auf dem Hof — als einziges Huhn im Land, das den Fuchs mit einem Nieser vertreibt.

Das Drachenei im Hühnerstall – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Auf dem Hof der Familie Bollmann gab es siebzehn Hühner, zwei Kühe, einen Hund namens Rosine und eine Henne, die Adele hieß und sich für die Wichtigste hielt.

Adele saß am liebsten ganz hinten links im Stall, auf dem Nest mit dem gemütlichsten Stroh. Wenn ein anderes Huhn dort sitzen wollte, schaute Adele es so lange an, bis es wieder ging.

An einem Dienstagmorgen im Mai kam der Bauer in den Stall, um die Eier einzusammeln.

Er ging von Nest zu Nest. Ein Ei. Zwei Eier. Noch eins.

Dann kam er zu Adele.

Unter ihr lag ein Ei, das war so groß wie ein Fußball. Es war blassgrün und über und über mit dunklen Punkten gesprenkelt.

Der Bauer setzte sich erst mal auf den Melkschemel.
Der Bauer findet ein riesiges grünes Ei im Hühnernest Die ganze Familie kam in den Stall und schaute sich das Ei an.

„Das ist ein Straußenei", sagte der Bauer.

„Das ist grün", sagte seine Frau.

„Das ist ein Drachenei", sagte Marla, die jüngste Tochter, die sieben war und viel las.

Alle lachten. Marla nicht.

Adele ließ sowieso niemanden ans Ei. Wenn eine Hand kam, hackte sie danach. Sie saß drei Wochen lang darauf, stand nur zum Fressen auf und schimpfte alle an, die zu nahe kamen.

Am einundzwanzigsten Tag knackte es.

Die Schale sprang auf, und heraus kam etwas Grünes mit einem viel zu großen Kopf, zwei kleinen ledrigen Flügeln und einem Schwanz.

Es machte nicht „piep".

Es machte „röff".
Die Familie Bollmann staunt über das gepunktete Ei Adele war das ziemlich egal.

Sie schob den kleinen Drachen unter ihren Flügel, wo er kaum hineinpasste, und wärmte ihn wie jedes andere Küken auch. Wenn er zu weit weglief, holte sie ihn. Wenn ihn ein Huhn schief ansah, ging sie dazwischen.

Marla nannte ihn Puck.

Puck wuchs schnell. Nach vier Wochen war er so groß wie Rosine der Hund, nach acht so groß wie ein Kalb. Er lernte, wo das Futter stand und wann es Zeit war, in den Stall zu gehen.

Nur zwei Dinge klappten nicht.

Gackern konnte er nicht. Er hatte es wirklich versucht, wochenlang, und alles, was herauskam, war ein leises Rumpeln.

Und fliegen konnte er auch nicht. Bei Regen hingen ihm die Flügel am Körper wie nasse Wäsche, und Puck saß dann unter dem Vordach und schaute zu, wie die Schwalben es besser machten.
Aus dem Ei schlüpft ein kleiner grüner Drache Im Herbst kam der Fuchs.

Er kam nachts, wie Füchse das tun, und er hatte den Hof schon zweimal ausgekundschaftet. Die Hühner schrien, Rosine bellte im Haus, und der Bauer kam mit der Taschenlampe angerannt.

Aber vor der Stalltür stand Puck.

Er wusste selbst nicht genau, was er tun sollte. Also machte er das Einzige, was er konnte: Er holte tief Luft, so tief, dass sein Bauch dabei rundwurde — und nieste.

Es war ein ordentlicher Nieser. Es kam auch ein bisschen Feuer dabei heraus, ungefähr so viel wie aus einem Feuerzeug.

Der Fuchs machte kehrt und war weg.

Seitdem schläft Puck vor der Stalltür, mit Adele daneben, weil sie darauf besteht. Fliegen kann er immer noch nicht, und gackern erst recht nicht.

Aber auf dem Hof der Bollmanns hat seit vier Jahren kein Fuchs mehr ein Huhn geholt. Und wenn jemand fragt, warum, sagt Marla nur: „Wir haben da so ein Huhn."

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann niest Puck noch heute.
Puck steht im Regen unter dem Vordach und schaut den Schwalben nach Puck vertreibt den Fuchs mit einem Nieser Die Moral von „Das Drachenei im Hühnerstall"

Adele fragt nicht, was in dem Ei ist. Sie setzt sich drauf. Und als etwas herauskommt, das „röff" macht statt „piep", schiebt sie es unter den Flügel wie jedes andere Küken.

Das ist die eine Hälfte der Geschichte. Die andere ist Puck selbst, der zwei Dinge nicht kann, die alle um ihn herum können — und am Ende mit genau der Eigenschaft nützlich wird, die keiner der anderen hat.

Kinder, die gerade merken, dass sie etwas nicht können, hören diesen Schluss besonders aufmerksam.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was findet der Bauer an einem Dienstagmorgen im Mai unter der Henne Adele?

    Ein Ei, so groß wie ein Fußball, blassgrün und über und über mit dunklen Punkten gesprenkelt. Der Bauer setzt sich erst mal auf den Melkschemel.

  2. 2Was glauben die Leute, was das für ein Ei ist?

    Der Bauer sagt „Das ist ein Straußenei“, seine Frau sagt „Das ist grün“, und Marla, die jüngste Tochter, sagt „Das ist ein Drachenei“. Alle lachen — Marla nicht.

  3. 3Was macht Adele, als aus dem Ei kein Küken kommt, sondern etwas Grünes, das „röff“ macht?

    Das ist ihr ziemlich egal. Sie schiebt den kleinen Drachen unter ihren Flügel, wo er kaum hineinpasst, und wärmt ihn wie jedes andere Küken. Wenn ihn ein Huhn schief ansieht, geht sie dazwischen.

  4. 4Welche zwei Dinge klappen bei Puck nicht?

    Gackern kann er nicht — er hat es wochenlang versucht, und heraus kam nur ein leises Rumpeln. Und fliegen kann er auch nicht: Bei Regen hängen ihm die Flügel am Körper wie nasse Wäsche.

  5. 5Wie vertreibt Puck im Herbst den Fuchs?

    Er holt tief Luft, so tief, dass sein Bauch dabei rund wird, und niest. Es kommt auch ein bisschen Feuer dabei heraus, ungefähr so viel wie aus einem Feuerzeug — und der Fuchs macht kehrt.

Wörter aus der Geschichte

Melkschemel
ein niedriger Hocker, auf den man sich zum Melken der Kuh setzt
Straußenei
das Ei eines Straußes, des größten Vogels der Welt
gesprenkelt
über und über mit kleinen Punkten bedeckt
Vordach
ein Dach, das ein Stück über die Hauswand ragt, damit man trocken steht
ausgekundschaftet
heimlich vorher angeschaut, wie es irgendwo aussieht

Zum Weitererzählen

  • Adele fragt gar nicht, was in dem Ei ist. Was ist ihr wohl wichtiger?
  • Alle lachen über Marla, und sie hat am Ende recht. Wie geht es ihr in diesem Moment wohl?
  • Puck sitzt bei Regen unter dem Vordach und schaut den Schwalben zu. Was denkt er sich dabei?
  • Wenn du etwas könntest, das sonst niemand kann — was sollte das sein?
Weil hier ein Drache vorkommt

Band 4 – Die Drachen von Quelinda

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten mit einem freundlichen Ende und genau einem kleinen Schreckmoment — dem Fuchs, der nach zwei Sätzen wieder weg ist. Gut geeignet für Kinder, die Tiere mögen und sich für den Bauernhof interessieren, und für alle, die gerade etwas noch nicht können.

Warum „Das Drachenei im Hühnerstall" zum Einschlafen passt

Der Fuchs kommt nachts und ist mit einem Nieser wieder weg. Wenn Ihr Kind empfindlich ist, sagen Sie vorher, dass der Fuchs niemanden erwischt — dann bleibt die Stelle spannend, ohne aufzuwühlen.

Der Schluss ist bewusst unspektakulär: Puck schläft vor der Stalltür, Adele daneben. Kein Triumph, nur ein Platz, an dem er hingehört.

Wenn „Das Drachenei im Hühnerstall" gefallen hat

Mehr davon unter Ritter- und Drachengeschichten und Tiergeschichten für Kinder.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 4 von Ritter Emil & Zauberer Henry müssen Emil und Henry Dracheneier nach Quelinda bringen und dort ausbrüten.

Häufige Fragen zu Das Drachenei im Hühnerstall

Worum geht es in „Das Drachenei im Hühnerstall"?

Auf einem Bauernhof liegt eines Morgens ein viel zu großes, grün gepunktetes Ei im Hühnernest. Die Henne Adele brütet es aus, und heraus kommt ein kleiner Drache.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren. Der Fuchs ist der einzige Schreckmoment und nach zwei Sätzen wieder weg.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Kommt Feuer vor?

Nur ein kleiner Nieser, ungefähr so viel wie aus einem Feuerzeug. Es passiert niemandem etwas.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören?

Ja, unter der Geschichte steht ein Abspieler.

Kann ich sie ausdrucken?

Ja, als PDF mit allen Bildern, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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