Das Huhn, das nicht in den Stall wollte

Das Huhn, das nicht in den Stall wollte

Zusammenfassung: „Das Huhn, das nicht in den Stall wollte" in drei Sätzen

Jeden Abend gehen achtzehn Hühner von allein in den Stall — und eins nicht.

Es heißt Berta, sitzt im Holunderbusch und muss jeden Abend geholt werden.

Erst als jemand nachschaut, warum, hört das auf.

Das Huhn, das nicht in den Stall wollte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Hühner gehen abends von allein in den Stall.

Das ist eine der wenigen Sachen auf einem Bauernhof, die vollkommen problemlos funktionieren. Wenn es dämmert, wird es ihnen ungemütlich draußen, und dann trippeln sie nacheinander die kleine Rampe hoch und setzen sich auf ihre Stange.

Achtzehn Hühner machten das.

Berta machte es nicht.
Abends gehen die Hühner von allein in den Stall Berta saß abends im Holunderbusch neben dem Zaun.

Sie saß ziemlich weit oben, ungefähr auf Kopfhöhe, und wenn jemand kam, schaute sie weg, was bei Hühnern etwa so aussieht, als würden sie plötzlich sehr angestrengt an etwas anderes denken.

Jeden Abend musste sie geholt werden.

Das machte meistens Ida, die neun war. Sie stellte sich auf einen Eimer, griff nach Berta, bekam sie zu fassen, und Berta protestierte laut, ließ sich aber tragen.

Dann setzte Ida sie in den Stall.

Nach ungefähr zwanzig Sekunden kam Berta wieder heraus.

Sie kam nicht schnell heraus. Sie kam so heraus, wie jemand einen Raum verlässt, in dem er nicht bleiben möchte: gemessen, ohne Hektik, und ohne sich noch einmal umzudrehen.

Dann musste Ida die Klappe zumachen, bevor Berta draußen war, und das klappte nicht immer.
Berta sitzt im Holunderbusch Das ging drei Wochen so.

Idas Vater sagte, das Huhn sei eben blöd, was auf Bauernhöfen eine gängige Erklärung ist.

Ida fand das unbefriedigend.

Also ging sie an einem Abend eine Stunde früher hin und setzte sich hinter die Regentonne.

Sie schaute zu, wie die Hühner nacheinander die Rampe hochgingen.

Sie schaute zu, wie Berta auch losging.

Und sie sah, was passierte, als Berta an der Rampe ankam.

Oben stand ein anderes Huhn und hackte nach ihr.

Nicht schlimm. Einmal, kurz, in Richtung Kopf.

Berta drehte um und ging in den Holunderbusch.

Ida blieb noch eine Weile hinter der Regentonne sitzen und schaute sich das an. Es passierte nicht noch einmal, weil danach kein Huhn mehr kam. Es reichte auch einmal.
Ida holt Berta vom Busch So etwas gibt es bei Hühnern.

Es gibt eine Rangordnung, und die wird an Engstellen durchgesetzt — an der Rampe, am Futter, am Nest. Ein Huhn, das ganz unten steht, kommt an der Rampe zuletzt dran und manchmal gar nicht.

Ida erzählte es beim Abendessen.

Ihr Vater sagte zuerst nichts.

Dann sagte er: „Dann bauen wir eine zweite."

Am Samstag bauten sie eine zweite Rampe an die andere Seite des Stalls, aus einem alten Brett und vier Leisten. Sie sah nicht gut aus.

Am selben Abend ging Berta hinauf.

Ganz normal, ohne Umweg, ohne Geschrei, als hätte sie das immer schon gemacht.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann gehen dort noch heute alle neunzehn hinein.
Ida beobachtet hinter der Regentonne Oben an der Rampe wird gehackt Die zweite Rampe wird gebaut Die Moral von „Das Huhn, das nicht in den Stall wollte"

Drei Wochen lang lautet die Erklärung: Das Huhn ist blöd.

Ida setzt sich eine Stunde hinter eine Regentonne und schaut nach. Das ist die ganze Leistung.

Für Kinder ist das eine sehr klare Geschichte: Wenn jemand etwas nicht macht, was alle machen, gibt es meistens einen Grund — und man findet ihn nicht durch Nachdenken, sondern durch Hinschauen.

Und die Lösung ist am Ende ein Brett mit vier Leisten.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was machen die achtzehn Hühner jeden Abend von allein — und was macht Berta?

    Wenn es dämmert, trippeln die achtzehn nacheinander die kleine Rampe hoch und setzen sich auf ihre Stange. Berta nicht: Sie sitzt im Holunderbusch neben dem Zaun, ungefähr auf Kopfhöhe, und schaut weg, wenn jemand kommt.

  2. 2Wie holt Ida die Henne jeden Abend, und was passiert danach?

    Sie stellt sich auf einen Eimer, bekommt Berta zu fassen und trägt sie in den Stall — Berta protestiert laut, lässt sich aber tragen. Nach ungefähr zwanzig Sekunden kommt sie in aller Ruhe wieder heraus.

  3. 3Was sagt Idas Vater zuerst über Berta?

    Das Huhn sei eben blöd — was auf Bauernhöfen eine gängige Erklärung ist. Ida findet das unbefriedigend.

  4. 4Was sieht Ida, als sie sich eine Stunde früher hinter die Regentonne setzt?

    Berta geht mit den anderen los. Aber oben an der Rampe steht ein anderes Huhn und hackt nach ihr — nicht schlimm, einmal, kurz, in Richtung Kopf. Berta dreht um und geht in den Holunderbusch.

  5. 5Wie wird das Problem am Ende gelöst?

    Am Samstag bauen Ida und ihr Vater eine zweite Rampe an die andere Seite des Stalls, aus einem alten Brett und vier Leisten. Sie sieht nicht gut aus — aber am selben Abend geht Berta ganz normal hinauf, ohne Umweg und ohne Geschrei.

Wörter aus der Geschichte

Holunderbusch
ein großer Strauch mit weißen Blütentellern und später schwarzen Beeren
Rampe
ein schräges Brett, über das man hinauf- oder hinuntergehen kann
Regentonne
ein großes Fass im Garten, in dem Regenwasser gesammelt wird
Rangordnung
wer bei Tieren zuerst drankommt und wer zuletzt
Leisten
schmale lange Holzstücke, die man zum Bauen verwendet

Zum Weitererzählen

  • Drei Wochen lang heißt die Erklärung: Das Huhn ist blöd. Warum kommt niemand früher auf die Idee, einfach nachzuschauen?
  • Ida sitzt eine ganze Stunde hinter einer Regentonne. Wärst du so lange still sitzen geblieben?
  • Berta kommt aus dem Stall heraus wie jemand, der einen Raum verlässt, in dem er nicht bleiben möchte. Wie sieht das wohl aus?
  • Wenn du bei jemandem herausfinden wolltest, warum er etwas nicht mitmacht — wie würdest du das anstellen?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Gefahr. Es wird einmal kurz nach einem Huhn gehackt, sonst passiert nichts, und am Ende gehen alle neunzehn in den Stall.

Warum „Das Huhn, das nicht in den Stall wollte" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich gut, um über Gruppen zu sprechen — dass jemand außen vor bleibt, ist nicht immer die Schuld desjenigen.

Sie ist ruhig und kurz und endet mit einer sehr einfachen Lösung: ein zweites Brett.

Wenn „Das Huhn, das nicht in den Stall wollte" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Das Huhn, das nicht in den Stall wollte

Worum geht es in „Das Huhn, das nicht in den Stall wollte"?

Achtzehn Hühner gehen abends von allein in den Stall, eines nicht. Ida schaut eine Stunde lang zu und findet heraus, warum.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Passiert dem Huhn etwas?

Nein. Es wird einmal kurz nach ihm gehackt, mehr nicht.

Gibt es die Hackordnung wirklich?

Ja. Bei Hühnern ist sie sehr ausgeprägt und wird an Engstellen wie einer Rampe durchgesetzt.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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