Der kleinste Drache der Welt

Der kleinste Drache der Welt

Zusammenfassung: „Der kleinste Drache der Welt" in drei Sätzen

Der Drache Piko ist so klein, dass er in eine Teetasse passt, und wird deshalb ständig übersehen.

Als der Schlüssel zur Vorratskammer hinter den schweren Schrank fällt, ist er der Einzige, der noch hinkommt.

Seitdem hat er in der Küche einen eigenen Platz — auf dem Regal, in einer Tasse mit einem Loch als Fenster.

Der kleinste Drache der Welt – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Piko war ein Drache.

Er war grün, er hatte Flügel, er konnte Feuer machen — alles, was dazugehört.

Nur war er ungefähr so groß wie ein Daumen.

Wenn Piko Feuer machte, war das ein Fünkchen. Wenn er brüllte, hörte man ein Piepsen. Und wenn er sich in die Sonne legte, hielt ihn jemand für ein Blatt und kehrte ihn weg.

Das passierte öfter, als man denkt.
Piko sitzt hinter den Gewürzdosen auf dem Regal Piko wohnte in der Küche eines Gasthauses.

Die Wirtin wusste, dass er da war. Die Küchenmagd wusste es auch. Die anderen bemerkten ihn nicht.

Er saß meistens auf dem Regal hinter den Gewürzdosen und schaute zu, wie unten gekocht wurde.

„Bist du nicht traurig?", fragte ihn die Küchenmagd einmal.

Piko dachte darüber nach.

„Manchmal", sagte er.

Es war ein sehr leises Manchmal, aber sie hörte es.
Piko wird für ein Blatt gehalten und fast weggekehrt An einem Freitag im Herbst passierte etwas.

Die Wirtin ließ den Schlüssel zur Vorratskammer fallen.

Er sprang zweimal, drehte sich einmal und rutschte unter den großen Eichenschrank, der seit vierzig Jahren an der Wand stand und ungefähr so schwer war wie ein kleines Pferd.

Die Wirtin schaute darunter. Die Küchenmagd holte einen Besenstiel. Der Knecht kam und versuchte, den Schrank zu rücken, und schaffte drei Fingerbreit.

Der Schlüssel lag ganz hinten, in der Ecke, im Staub.

„Da kommt keiner hin", sagte der Knecht.

Von oben kam ein Piepsen.

„Doch", sagte Piko.
Der Schlüssel liegt unter dem schweren Eichenschrank Er flog hinunter, schlüpfte in den Spalt und war weg.

Es dauerte eine Weile. Unter einem Schrank ist es dunkel, und ein Schlüssel ist für einen Daumengroßen ungefähr so handlich wie ein Ruderboot.

Man hörte Schaben. Man hörte ein Husten. Dann kam er rückwärts wieder heraus und zog den Schlüssel hinter sich her.

In der Küche war es sehr still.

Dann klatschte die Küchenmagd, und danach klatschten alle.

Piko setzte sich auf den Schlüssel und war ein bisschen außer Atem.
Piko zieht den Schlüssel unter dem Schrank hervor Die Moral von „Der kleinste Drache der Welt"

Piko ist nicht traurig, weil er klein ist. Er ist traurig, weil ihn niemand sieht — das sind zwei verschiedene Dinge.

Was sich am Ende ändert, ist auch nicht seine Größe. Es ist eine Tasse auf einem Regal, mit einem Loch als Fenster und seinem Namen daneben.

Für Kinder, die in einer großen Gruppe oft untergehen, ist das die tröstlichste Art von Schluss: Man muss nicht größer werden, um einen Platz zu haben.
Pikos eigene Tasse auf dem Küchenregal Am selben Abend räumte die Wirtin auf dem Regal eine Gewürzdose zur Seite.

An ihre Stelle stellte sie eine alte Teetasse, in die Seite hatte sie ein Loch geschlagen, damit man hinausschauen kann. Innen lag ein Stück Filz.

„Deiner", sagte sie.

Und weil eine Tasse mit Namensschild schwer zu übersehen ist, sagt seitdem jeder, der die Küche betritt, erst einmal Hallo nach oben.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sitzt Piko noch heute in seiner Tasse.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie klein ist Piko, und was passiert deshalb ständig?

    Er ist ungefähr so groß wie ein Daumen. Wenn er Feuer macht, ist das ein Fünkchen, wenn er brüllt, hört man ein Piepsen — und wenn er sich in die Sonne legt, hält ihn jemand für ein Blatt und kehrt ihn weg.

  2. 2Wo wohnt Piko, und wer weiß überhaupt von ihm?

    Er wohnt in der Küche eines Gasthauses und sitzt meistens auf dem Regal hinter den Gewürzdosen, von wo aus er beim Kochen zuschaut. Die Wirtin weiß, dass er da ist, und die Küchenmagd auch. Die anderen bemerken ihn nicht.

  3. 3Was antwortet Piko, als die Küchenmagd ihn fragt, ob er nicht traurig sei?

    Er denkt erst darüber nach und sagt dann: „Manchmal.“ Es ist ein sehr leises Manchmal, aber sie hört es.

  4. 4Was passiert an dem Freitag im Herbst mit dem Schlüssel?

    Die Wirtin lässt den Schlüssel zur Vorratskammer fallen. Er springt zweimal und rutscht unter den großen Eichenschrank, der seit vierzig Jahren an der Wand steht und so schwer ist wie ein kleines Pferd. Der Knecht schafft es, ihn drei Fingerbreit zu rücken, dann sagt er: „Da kommt keiner hin.“

  5. 5Was bekommt Piko am selben Abend?

    Die Wirtin räumt auf dem Regal eine Gewürzdose zur Seite und stellt dorthin eine alte Teetasse mit einem Loch in der Seite zum Hinausschauen und einem Stück Filz darin. „Deiner“, sagt sie. Seitdem sagt jeder, der die Küche betritt, erst einmal Hallo nach oben.

Wörter aus der Geschichte

Vorratskammer
ein kleiner Raum, in dem Essen für später aufbewahrt wird
Küchenmagd
früher die Frau, die in der Küche mitgearbeitet hat
Knecht
früher der Mann, der auf einem Hof die schwere Arbeit gemacht hat
Wirtin
die Frau, der ein Gasthaus gehört und die dort für die Gäste sorgt
Filz
ein dickes weiches Tuch aus gepresster Wolle

Zum Weitererzählen

  • Piko ist nicht traurig, weil er klein ist, sondern weil ihn niemand sieht. Was ist der Unterschied?
  • Alle sagen, an den Schlüssel komme keiner heran — und Piko sagt einfach „Doch“. Was braucht man dafür?
  • Am Ende ist Piko genauso klein wie vorher. Was hat sich trotzdem verändert?
  • Wo gibt es in eurer Wohnung eine Stelle, die nur dir gehört — oder wo hättest du gern eine?
Weil hier ein Drache vorkommt

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Drei Minuten ohne Gefahr. Die spannendste Stelle ist ein Drache, der unter einem Schrank verschwindet und rückwärts wieder herauskommt — mehr Aufregung braucht die Geschichte nicht.

Warum „Der kleinste Drache der Welt" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich gut für Kinder, die sich in Gruppen oft übersehen fühlen. Piko wird am Ende nicht größer und nicht lauter – er bekommt einen Platz.

Das letzte Bild ist eine Tasse auf einem Regal. Ruhiger geht ein Schluss kaum, und danach muss nichts mehr kommen.

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Häufige Fragen zu Der kleinste Drache der Welt

Worum geht es in „Der kleinste Drache der Welt"?

Piko ist so groß wie ein Daumen und wird ständig übersehen. Als der Schlüssel zur Vorratskammer unter einen sehr schweren Schrank fällt, ist er der Einzige, der noch hinkommt.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Ist die Geschichte aufregend?

Nein. Es gibt keinen Bösewicht und keine gefährliche Stelle.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören?

Ja, unter der Geschichte steht ein Abspieler.

Kann ich sie ausdrucken?

Ja, als PDF mit allen Bildern, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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