Der Ritter, der das Licht anließ

Der Ritter, der das Licht anließ

Zusammenfassung: „Der Ritter, der das Licht anließ" in drei Sätzen

Ritter Konrad ist tagsüber der tapferste im ganzen Land, aber nachts lässt er heimlich eine Kerze brennen.

Als sein Knappe das herausfindet, rechnet Konrad mit Gelächter — und bekommt stattdessen eine zweite Kerze geschenkt.

Seitdem brennen im Turm jede Nacht zwei Lichter, und im ganzen Dorf traut sich jeder zu sagen, wovor er sich fürchtet.

Der Ritter, der das Licht anließ – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Ritter Konrad war der tapferste Ritter im ganzen Land. Das sagten jedenfalls alle.

Er hatte einen Bären aus dem Dorf gescheucht, ohne mit der Wimper zu zucken. Er war durch den reißenden Fluss geritten, als die Brücke weg war. Und einmal hatte er sich zwischen einen wütenden Stier und drei Kinder gestellt und einfach nur sehr laut „Nein!" gesagt, bis der Stier umdrehte.

Wenn es abends dunkel wurde, ging Ritter Konrad in seinen Turm hinauf.

Er schloss die Tür. Er zog die Rüstung aus. Er legte sich hin.

Und dann stand er wieder auf und zündete eine Kerze an.
Ritter Konrad verscheucht ruhig einen Bären aus dem Dorf Das machte er jeden Abend.

Er stellte die Kerze auf den Hocker neben dem Bett, ganz nah, und legte sich so hin, dass er sie sehen konnte. Dann schlief er ein.

Niemand wusste davon. Konrad hatte extra einen Vorhang vor das Turmfenster gehängt, damit von unten kein Licht zu sehen war.

Manchmal dachte er: *Ein Ritter, der ohne Licht nicht einschlafen kann. Wenn das jemand erfährt.*

Dann wurde ihm heiß im Gesicht, und er drehte sich zur Wand.

Aber die Kerze ließ er trotzdem an.
Ritter Konrad liegt im Turmzimmer, daneben brennt eine Kerze Eines Abends kam sein Knappe Jonas die Treppe herauf, weil er das Schwert vergessen hatte.

Er klopfte nicht. Knappen klopfen selten.

Die Tür ging auf, und da lag der tapferste Ritter des Landes im Bett, und neben ihm brannte eine Kerze.

Konrad setzte sich so schnell auf, dass ihm schwindelig wurde. „Das ist wegen — ich lese noch."

Auf dem Hocker lag kein Buch.

Jonas sagte eine Weile gar nichts. Dann ging er wieder hinunter.

Konrad lag wach und wartete darauf, dass morgen alle Bescheid wussten.
Der Knappe Jonas steht in der Tür und sieht die Kerze Am nächsten Abend klopfte es. Diesmal richtig.

Jonas stand in der Tür und hielt etwas in beiden Händen. Es war eine Kerze — eine dicke, gute, von der Sorte, die lange brennt.

„Die hatte ich noch", sagte er. „Bei mir brennt auch eine. Seit ich klein bin."

Konrad schaute ihn an.

„Und dein Vater?"

„Der auch", sagte Jonas. „Und der Bäcker. Ich habe gefragt."

Sie stellten die zweite Kerze neben die erste, und der Raum wurde ein bisschen heller.

Seit diesem Abend hängt kein Vorhang mehr vor dem Turmfenster. Wer nachts durch das Dorf geht, sieht oben zwei kleine Lichter brennen. Und wer wissen will, warum, bekommt eine ehrliche Antwort.
Zwei brennende Kerzen im Turmfenster über dem dunklen Dorf Die Moral von „Der Ritter, der das Licht anließ"

Konrad hat keine Angst vor Bären, Flüssen oder Stieren. Er hat Angst im Dunkeln. Beides gleichzeitig geht — und Kinder ahnen das oft schon, bevor jemand es ihnen sagt.

Das Schlimmste an seiner Angst ist nicht die Angst. Es ist der Vorhang vor dem Fenster.

Und was hilft, ist nicht Mut, sondern Jonas: jemand, der eine zweite Kerze bringt und sagt, bei ihm brenne auch eine.
Passend zu dieser Geschichte

Band 1 – Die magische Rüstung der Drachenfelsen

Wenn Ritter das Thema sind: In Band 1 findet Emil eine Rüstung an den Drachenfelsen, die sich nicht einfach anziehen lässt. Sein Bruder Henry löst das Rätsel dahinter. Der Einstieg in die Reihe.

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten für den Abend, an dem ein Kind nicht zugeben will, dass es sich fürchtet. Es kommt nichts Bedrohliches vor: Der einzige Konflikt der Geschichte ist die Scham, und die löst sich auf, indem ein anderer zuerst etwas zugibt.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Knappe – ein junger Helfer, der bei einem Ritter lernt
  • Turm – ein hohes, rundes Gebäude – hier wohnt der Ritter ganz oben
  • Vorhang – ein Stoff vor dem Fenster, damit niemand hineinsehen kann

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum hängt Konrad einen Vorhang vor sein Fenster?
  • Was hätte passiert, wenn Jonas gelacht hätte?
  • Gibt es etwas, das dir hilft, wenn es dunkel ist?

Warum „Der Ritter, der das Licht anließ" zum Einschlafen passt

Der Schluss ist bewusst ruhig: zwei Kerzen, ein dunkles Dorf, keine Aufregung mehr. Wer das Licht im Kinderzimmer anlassen möchte, findet in dieser Geschichte ein gutes Argument dafür.

Wenn Ihr Kind gerade nicht zugeben mag, dass es Angst hat, lohnt sich eine Pause an der Stelle, an der Jonas die zweite Kerze bringt. Mehr braucht es meistens nicht.

Wenn „Der Ritter, der das Licht anließ" gefallen hat

Mehr davon gibt es unter Mutgeschichten für Kinder und Ritter- und Drachengeschichten.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 1 von Ritter Emil & Zauberer Henry lernt Emil, dass Mut allein nicht reicht.

Häufige Fragen zu Der Ritter, der das Licht anließ

Worum geht es in „Der Ritter, der das Licht anließ"?

Ritter Konrad gilt als der tapferste im Land, kann aber nachts nicht ohne Kerze einschlafen. Als sein Knappe das entdeckt, bringt der ihm am nächsten Abend eine zweite Kerze.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren. Es kommt nichts Bedrohliches vor, der Bär wird nur weggescheucht.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten. Eine der kürzeren Geschichten für den Abend, an dem es schnell gehen muss.

Eignet sie sich bei Angst vor dem Dunkeln?

Ja, dafür ist sie geschrieben. Sie sagt nicht „da ist doch nichts", sondern zeigt jemanden, der die Kerze einfach anlässt.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören?

Ja, unter der Geschichte steht ein Abspieler.

Kann ich sie ausdrucken?

Ja, als PDF mit allen Bildern, kostenlos und ohne Anmeldung.

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