Der Ritter, der das Licht anließ

Der Ritter, der das Licht anließ

Zusammenfassung: „Der Ritter, der das Licht anließ" in drei Sätzen

Ritter Konrad ist tagsüber der tapferste im ganzen Land, aber nachts lässt er heimlich eine Kerze brennen.

Als sein Knappe das herausfindet, rechnet Konrad mit Gelächter — und bekommt stattdessen eine zweite Kerze geschenkt.

Seitdem brennen im Turm jede Nacht zwei Lichter, und im ganzen Dorf traut sich jeder zu sagen, wovor er sich fürchtet.

Der Ritter, der das Licht anließ – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Ritter Konrad war der tapferste Ritter im ganzen Land. Das sagten jedenfalls alle.

Er hatte einen Bären aus dem Dorf gescheucht, ohne mit der Wimper zu zucken. Er war durch den reißenden Fluss geritten, als die Brücke weg war. Und einmal hatte er sich zwischen einen wütenden Stier und drei Kinder gestellt und einfach nur sehr laut „Nein!" gesagt, bis der Stier umdrehte.

Wenn es abends dunkel wurde, ging Ritter Konrad in seinen Turm hinauf.

Er schloss die Tür. Er zog die Rüstung aus. Er legte sich hin.

Und dann stand er wieder auf und zündete eine Kerze an.
Ritter Konrad verscheucht ruhig einen Bären aus dem Dorf Das machte er jeden Abend.

Er stellte die Kerze auf den Hocker neben dem Bett, ganz nah, und legte sich so hin, dass er sie sehen konnte. Dann schlief er ein.

Niemand wusste davon. Konrad hatte extra einen Vorhang vor das Turmfenster gehängt, damit von unten kein Licht zu sehen war.

Manchmal dachte er: Ein Ritter, der ohne Licht nicht einschlafen kann. Wenn das jemand erfährt.

Dann wurde ihm heiß im Gesicht, und er drehte sich zur Wand.

Aber die Kerze ließ er trotzdem an.
Ritter Konrad liegt im Turmzimmer, daneben brennt eine Kerze Eines Abends kam sein Knappe Jonas die Treppe herauf, weil er das Schwert vergessen hatte.

Er klopfte nicht. Knappen klopfen selten.

Die Tür ging auf, und da lag der tapferste Ritter des Landes im Bett, und neben ihm brannte eine Kerze.

Konrad setzte sich so schnell auf, dass ihm schwindelig wurde. „Das ist wegen — ich lese noch."

Auf dem Hocker lag kein Buch.

Jonas sagte eine Weile gar nichts. Dann ging er wieder hinunter.

Konrad lag wach und wartete darauf, dass morgen alle Bescheid wussten.
Der Knappe Jonas steht in der Tür und sieht die Kerze Am nächsten Abend klopfte es. Diesmal richtig.

Jonas stand in der Tür und hielt etwas in beiden Händen. Es war eine Kerze — eine dicke, gute, von der Sorte, die lange brennt.

„Die hatte ich noch", sagte er. „Bei mir brennt auch eine. Seit ich klein bin."

Konrad schaute ihn an.

„Und dein Vater?"

„Der auch", sagte Jonas. „Und der Bäcker. Ich habe gefragt."

Sie stellten die zweite Kerze neben die erste, und der Raum wurde ein bisschen heller.

Seit diesem Abend hängt kein Vorhang mehr vor dem Turmfenster. Wer nachts durch das Dorf geht, sieht oben zwei kleine Lichter brennen. Und wer wissen will, warum, bekommt eine ehrliche Antwort.
Zwei brennende Kerzen im Turmfenster über dem dunklen Dorf Die Moral von „Der Ritter, der das Licht anließ"

Konrad hat keine Angst vor Bären, Flüssen oder Stieren. Er hat Angst im Dunkeln. Beides gleichzeitig geht — und Kinder ahnen das oft schon, bevor jemand es ihnen sagt.

Das Schlimmste an seiner Angst ist nicht die Angst. Es ist der Vorhang vor dem Fenster.

Und was hilft, ist nicht Mut, sondern Jonas: jemand, der eine zweite Kerze bringt und sagt, bei ihm brenne auch eine.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was hat Ritter Konrad getan, dass ihn alle für den Tapfersten halten?

    Er hat einen Bären aus dem Dorf gescheucht, ohne mit der Wimper zu zucken, ist durch den reißenden Fluss geritten, als die Brücke weg war, und hat sich einmal zwischen einen wütenden Stier und drei Kinder gestellt und einfach sehr laut „Nein!“ gesagt, bis der Stier umdrehte.

  2. 2Was macht Konrad jeden Abend in seinem Turm?

    Er legt sich hin, steht wieder auf und zündet eine Kerze an. Die stellt er ganz nah auf den Hocker neben dem Bett und legt sich so hin, dass er sie sehen kann. Dann schläft er ein.

  3. 3Warum hängt ein Vorhang vor dem Turmfenster?

    Damit von unten kein Licht zu sehen ist und niemand davon erfährt. Wenn Konrad daran dachte, dass es jemand herausfinden könnte, wurde ihm heiß im Gesicht und er drehte sich zur Wand.

  4. 4Wie kommt der Knappe Jonas dahinter?

    Er kommt abends die Treppe herauf, weil er das Schwert vergessen hat, und klopft nicht, denn Knappen klopfen selten. Konrad setzt sich so schnell auf, dass ihm schwindelig wird, und sagt: „Das ist wegen — ich lese noch.“ Auf dem Hocker lag aber kein Buch.

  5. 5Was bringt Jonas am nächsten Abend mit?

    Eine Kerze, eine dicke, gute, von der Sorte, die lange brennt. Er sagt: „Bei mir brennt auch eine. Seit ich klein bin.“ Und sein Vater und der Bäcker machen es auch so — er hat gefragt.

Wörter aus der Geschichte

Knappe
ein Junge, der bei einem Ritter lernt und ihm hilft
Rüstung
die harte Kleidung aus Metall, die einen Ritter schützt
Hocker
ein kleiner Sitz ohne Lehne
Stier
ein erwachsenes männliches Rind mit Hörnern
Vorhang
ein Stoff, den man vor ein Fenster hängt, damit man nicht hindurchsehen kann

Zum Weitererzählen

  • Warum ist der Vorhang vor dem Fenster schlimmer als die Angst selbst?
  • Wie fühlt sich Konrad wohl, als Jonas mit der zweiten Kerze in der Tür steht?
  • Kann jemand gleichzeitig mutig sein und sich fürchten?
  • Was hilft dir, wenn es abends dunkel wird?
Weil hier ein Ritter vorkommt

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Drei Minuten für den Abend, an dem ein Kind nicht zugeben will, dass es sich fürchtet. Es kommt nichts Bedrohliches vor: Der einzige Konflikt der Geschichte ist die Scham, und die löst sich auf, indem ein anderer zuerst etwas zugibt.

Warum „Der Ritter, der das Licht anließ" zum Einschlafen passt

Der Schluss ist bewusst ruhig: zwei Kerzen, ein dunkles Dorf, keine Aufregung mehr. Wer das Licht im Kinderzimmer anlassen möchte, findet in dieser Geschichte ein gutes Argument dafür.

Wenn Ihr Kind gerade nicht zugeben mag, dass es Angst hat, lohnt sich eine Pause an der Stelle, an der Jonas die zweite Kerze bringt. Mehr braucht es meistens nicht.

Wenn „Der Ritter, der das Licht anließ" gefallen hat

Mehr davon gibt es unter Mutgeschichten für Kinder und Ritter- und Drachengeschichten.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 1 von Ritter Emil & Zauberer Henry lernt Emil, dass Mut allein nicht reicht.

Häufige Fragen zu Der Ritter, der das Licht anließ

Worum geht es in „Der Ritter, der das Licht anließ"?

Ritter Konrad gilt als der tapferste im Land, kann aber nachts nicht ohne Kerze einschlafen. Als sein Knappe das entdeckt, bringt der ihm am nächsten Abend eine zweite Kerze.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren. Es kommt nichts Bedrohliches vor, der Bär wird nur weggescheucht.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten. Eine der kürzeren Geschichten für den Abend, an dem es schnell gehen muss.

Eignet sie sich bei Angst vor dem Dunkeln?

Ja, dafür ist sie geschrieben. Sie sagt nicht „da ist doch nichts", sondern zeigt jemanden, der die Kerze einfach anlässt.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören?

Ja, unter der Geschichte steht ein Abspieler.

Kann ich sie ausdrucken?

Ja, als PDF mit allen Bildern, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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