Der kleinste Pirat und der große Knoten

Der kleinste Pirat und der große Knoten

Zusammenfassung: „Der kleinste Pirat und der große Knoten" in drei Sätzen

An Bord der WILDEN JETTE gibt es ein Tau, in dem sich ein Knoten festgezogen hat, den niemand aufbekommt.

Vier starke Matrosen scheitern nacheinander, und der Kapitän will das Tau schon durchschneiden.

Dann probiert es Jonte, der neun ist und die kleinsten Finger an Bord hat.

Der kleinste Pirat und der große Knoten – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Die WILDE JETTE hatte einen Knoten.

Er saß in der dicken Trosse am Vordeck, war irgendwann bei Sturm entstanden und hatte sich unter Zug so fest zusammengezogen, dass er nicht mehr aussah wie ein Knoten, sondern wie ein Stein aus Tau.

Das Tau war teuer. Ein neues gab es erst im nächsten Hafen, und der war acht Tage weg.

Also versuchten sie es.
Der festgezogene Knoten in der Trosse Zuerst versuchte es Olf, der der Stärkste an Bord war.

Er zog. Er zerrte. Er stemmte einen Fuß dagegen. Nach zehn Minuten war der Knoten unverändert und Olf rot im Gesicht.

Dann versuchte es Marta mit einem Marlspieker, einem spitzen Eisen, mit dem man Knoten aufhebelt. Sie kam ein Stück weit und dann nicht weiter.

Dann versuchten es zwei gleichzeitig, jeder an einem Ende, was den Knoten noch fester machte.

Der Kapitän kam nach vorn, schaute sich das an und sagte: „Schneidet es durch."

Und da sagte Jonte: „Darf ich mal?"
Olf zieht mit aller Kraft Jonte war neun.

Er war an Bord, weil sein Onkel Koch war, und er machte hauptsächlich Sachen, die niemand sonst machen wollte.

Er hatte keine starken Arme.

Was er hatte, waren sehr kleine Finger.

Er setzte sich vor den Knoten und schaute ihn erst einmal an. Ziemlich lange. Von oben, von der Seite, von unten.

„Zieh doch einfach", sagte Olf.

„Ziehen habt ihr schon gemacht", sagte Jonte.

Er suchte die Stelle, an der die letzte Schlaufe über die anderen gelegt worden war. Bei einem Knoten gibt es immer eine, die zuletzt kam, und die ist die Einzige, an der man anfangen kann.

Dann schob er einen Finger hinein und lockerte sie.

Nur einen Millimeter.

Dann noch einen.
Jonte schaut sich den Knoten an Es dauerte vierzig Minuten.

Jonte machte nichts Kräftiges. Er schob, drehte und lockerte, immer nur ein kleines Stück, und wenn es nicht weiterging, hörte er auf und schaute wieder.

Nach zwanzig Minuten sagte niemand mehr etwas.

Nach dreißig standen alle drum herum.

Nach vierzig fiel der Knoten auseinander, ganz plötzlich, so wie Knoten das tun, und das Tau lag da, als hätte es nie ein Problem gegeben.

Olf schaute es an.

„Wie hast du das gemacht?"

„Ich hab die richtige Schlaufe gesucht", sagte Jonte.

„Und dann?"

„Und dann hab ich gewartet, bis sie nachgibt."

Seitdem holen sie auf der WILDEN JETTE bei Knoten immer Jonte.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann macht er noch heute Knoten auf.
Ein kleiner Finger in der richtigen Schlaufe Der Knoten ist auf Die Moral von „Der kleinste Pirat und der große Knoten"

Vier Erwachsene ziehen an dem Knoten, und jedes Ziehen macht ihn fester. Das ist bei Knoten so, und es ist bei einigen anderen Dingen auch so.

Jonte macht zwei Sachen anders: Er schaut sich das Ding erst an, und er sucht die Stelle, an der man überhaupt anfangen kann.

Für Kinder ist das eine sehr befriedigende Geschichte, weil das Kind hier nicht durch Glück gewinnt, sondern durch Geduld und kleine Finger — und beides haben sie tatsächlich.
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Gefahr und ohne Streit. Die Spannung besteht darin, ob ein Knoten aufgeht — mehr passiert nicht, und das reicht vollkommen.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Trosse – ein besonders dickes Tau auf einem Schiff
  • Marlspieker – ein spitzes Eisen, mit dem Seeleute Knoten aufhebeln
  • Schlaufe – eine Schlinge im Seil
  • Vordeck – der vordere Teil des Schiffsdecks

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum wird der Knoten durch Ziehen fester?
  • Was macht Jonte, bevor er anfängt?
  • Gibt es etwas, bei dem Geduld besser hilft als Kraft?

Warum „Der kleinste Pirat und der große Knoten" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich gut für Kinder, die oft die Kleinsten oder die Jüngsten sind. Jonte gewinnt nicht durch Zufall, sondern durch etwas, das er wirklich kann.

Sie ist außerdem ein netter Anlass, danach selbst einen Knoten zu machen und wieder aufzumachen — am besten am nächsten Tag und nicht mehr abends.

Wenn „Der kleinste Pirat und der große Knoten" gefallen hat

Mehr davon unter Meergeschichten für Kinder und kurze Geschichten unter vier Minuten.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 6 von Ritter Emil & Zauberer Henry geht es zu den Piraten – auch dort ist nicht der Stärkste der Wichtigste.

Häufige Fragen zu Der kleinste Pirat und der große Knoten

Worum geht es in „Der kleinste Pirat und der große Knoten"?

In einem dicken Tau sitzt ein Knoten, den niemand aufbekommt. Vier erwachsene Matrosen scheitern – und der neunjährige Jonte schafft es in vierzig Minuten.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Ist die Geschichte aufregend?

Nur ganz mild. Es gibt keinen Kampf, keinen Sturm und keine Gefahr.

Wird das Kind ernst genommen?

Ja. Nach zwanzig Minuten sagt niemand mehr etwas, und nach dreißig stehen alle drum herum.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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