Der Bus, der immer zu früh war

Der Bus, der immer zu früh war

Zusammenfassung: „Der Bus, der immer zu früh war" in drei Sätzen

Die Linie 12 kommt an der Haltestelle Am Anger jeden Morgen zwei Minuten zu früh, seit Jahren.

Alle im Dorf haben sich daran gewöhnt und gehen entsprechend früher los.

Als endlich ein neuer Fahrplan gedruckt wird, ändert das gar nichts — und das ist der Witz an der Sache.

Der Bus, der immer zu früh war – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

An der Haltestelle Am Anger hielt die Linie 12.

Auf dem Schild stand: 7:14.

Der Bus kam um 7:12.

Nicht manchmal. Immer. Seit ungefähr sechs Jahren, seit Herr Kolbe diese Strecke fuhr.

Es lag nicht daran, dass Herr Kolbe raste. Es lag daran, dass er in Wittstedt zwei Minuten Puffer hatte und die zwei Minuten nicht abwarten wollte, weil Stehen langweilig ist.
Die Haltestelle Am Anger am Morgen Die Leute Am Anger wussten das.

Frau Grothe wusste es. Der Junge mit dem Cellokasten wusste es. Die beiden Schwestern, die in die siebte Klasse gingen, wussten es ganz genau, weil sie jeden Morgen bis zur letzten Sekunde im Bad standen.

Alle gingen zwei Minuten früher los.

Man sagte es auch weiter. Wenn jemand neu in die Straße zog, hörte er innerhalb der ersten Woche den Satz: „Der Zwölfer kommt um zwölf nach."

Es funktionierte tadellos.

Es stand sogar auf einem Zettel, den jemand innen an die Wartehäuschenscheibe geklebt hatte. Da stand: 12 NACH. Mehr nicht. Wer es nicht verstand, war neu.

Nur wenn Herr Kolbe Urlaub hatte, gab es Ärger. Dann kam der Bus um 7:14, wie es auf dem Schild stand, und alle standen zwei Minuten früher da und dachten, er sei weg.
Der Zwölfer kommt zwei Minuten zu früh Im Frühling schrieb jemand einen Brief an das Verkehrsunternehmen.

Es war ein sachlicher Brief. Darin stand, dass die Linie 12 an der Haltestelle Am Anger regelmäßig zwei Minuten vor der angegebenen Zeit eintreffe, und ob man den Fahrplan bitte anpassen könne.

Das Verkehrsunternehmen antwortete nach elf Wochen.

Man habe die Sache geprüft. Man werde den Fahrplan zum Fahrplanwechsel anpassen.

Im Dezember hingen neue Schilder.

Auf dem Schild Am Anger stand jetzt: 7:12.

Frau Grothe las es zweimal und fand, dass jetzt endlich Ordnung sei.
Das neue Fahrplanschild Am ersten Montag mit dem neuen Fahrplan kam der Bus um 7:10.

Herr Kolbe hatte nämlich in Wittstedt immer noch zwei Minuten Puffer.

An der Haltestelle standen sieben Leute und schauten dem Bus hinterher, der gerade abfuhr, und dann fingen sie alle gleichzeitig an zu lachen, was an einem Montagmorgen um zehn nach sieben ziemlich selten vorkommt.

Ab dem nächsten Tag gingen alle wieder zwei Minuten früher los.

Der Junge mit dem Cellokasten hat später erzählt, dass er Am Anger nie einen Bus verpasst hat, in sechs Jahren nicht, weil er einfach immer davon ausging, dass es früher ist, als es ist.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kommt der Zwölfer noch heute zu früh.
Sieben Leute schauen dem Bus hinterher Die Moral von „Der Bus, der immer zu früh war"

Diese Geschichte hat keine Lehre, sondern eine Pointe.

Trotzdem steckt etwas darin, das Kinder gut verstehen: Menschen richten sich nach dem, was tatsächlich passiert, und nicht nach dem, was auf dem Schild steht. Die Leute Am Anger hatten das Problem längst gelöst, bevor jemand es offiziell gelöst hat.

Und die Lösung hat es dann wieder kaputt gemacht. So etwas passiert öfter, als man denkt, und ist zum Glück meistens nicht schlimm.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was steht auf dem Schild an der Haltestelle Am Anger, und wann kommt der Bus wirklich?

    Auf dem Schild steht 7:14. Der Bus kommt um 7:12 — nicht manchmal, sondern immer, seit ungefähr sechs Jahren, seit Herr Kolbe diese Strecke fährt.

  2. 2Warum ist Herr Kolbe jeden Morgen zwei Minuten zu früh?

    Nicht weil er rast. Er hat in Wittstedt zwei Minuten Puffer und will die nicht abwarten, weil Stehen langweilig ist.

  3. 3Wie kommen die Leute Am Anger damit zurecht?

    Sie gehen alle zwei Minuten früher los und sagen es weiter. Wer neu in die Straße zieht, hört in der ersten Woche den Satz: „Der Zwölfer kommt um zwölf nach.“ Innen an der Wartehäuschenscheibe klebt sogar ein Zettel, auf dem nur steht: 12 NACH.

  4. 4Was passiert am ersten Montag mit dem neuen Fahrplan?

    Auf dem Schild steht jetzt 7:12 — und der Bus kommt um 7:10, weil Herr Kolbe in Wittstedt immer noch zwei Minuten Puffer hat. Sieben Leute stehen da, schauen dem Bus hinterher und fangen alle gleichzeitig an zu lachen, was an einem Montagmorgen ziemlich selten vorkommt.

  5. 5Was erzählt der Junge mit dem Cellokasten später?

    Dass er Am Anger in sechs Jahren nie einen Bus verpasst hat. Er ging einfach immer davon aus, dass es früher ist, als es ist.

Wörter aus der Geschichte

Puffer
eine Zeit, die man zusätzlich einplant, falls etwas länger dauert
Fahrplanwechsel
der Tag, an dem für Busse und Bahnen neue Zeiten gelten
Verkehrsunternehmen
die Firma, der die Busse gehören und die die Fahrpläne macht
Cellokasten
der große Koffer, in dem man ein Cello trägt
tadellos
so gut, dass gar nichts daran auszusetzen ist

Zum Weitererzählen

  • Die Leute wussten die richtige Zeit längst. Warum hat trotzdem jemand einen Brief geschrieben?
  • Warum mussten alle lachen, als der Bus wieder zu früh war?
  • Was ist besser: ein Schild mit der richtigen Zeit oder Leute, die Bescheid wissen?
  • Wenn du einen Bus fahren würdest — würdest du lieber warten oder früher losfahren?
Für Kinder, die wissen wollen, wie etwas funktioniert

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Drei Minuten ohne Gefahr, mit einer Pointe am Ende. Sie eignet sich gut, wenn zum Abschluss noch einmal gelacht werden darf.

Warum „Der Bus, der immer zu früh war" zum Einschlafen passt

Die Geschichte endet mit einem Witz statt mit einer ruhigen Szene. Wenn danach noch Energie im Zimmer ist, passt eine zweite, leisere Geschichte gut hinterher.

Für Kinder, die anfangen, die Uhr zu lesen, ist sie außerdem ein netter Anlass, über Minuten zu reden.

Wenn „Der Bus, der immer zu früh war" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Bus, der immer zu früh war

Worum geht es in „Der Bus, der immer zu früh war"?

An der Haltestelle Am Anger kommt die Linie 12 seit sechs Jahren zwei Minuten vor der angegebenen Zeit. Alle haben sich daran gewöhnt – bis der Fahrplan geändert wird.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Ist die Geschichte lustig?

Ja, sie endet mit einer Pointe.

Ist der Busfahrer der Böse?

Nein. Herr Kolbe wartet nur ungern herum, und alle im Dorf kommen damit bestens zurecht.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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