Der Drache in der Burgküche

Der Drache in der Burgküche

Zusammenfassung: „Der Drache in der Burgküche" in drei Sätzen

In der Burgküche verschwindet nachts nichts — aber morgens liegen kleine rußige Fußabdrücke vor dem Ofen.

Die Köchin Frieda bleibt eine Nacht wach und findet einen winzigen Drachen, der nichts gestohlen hat.

Er ist nur hergekommen, weil der Ofen die einzige warme Stelle in der ganzen Burg ist.

Der Drache in der Burgküche – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

In der Burgküche arbeitete eine Köchin, die Frieda hieß und Ordnung mochte.

Jeden Morgen fegte sie den Boden, und jeden Morgen waren da wieder diese Abdrücke.

Kleine Füße. Vier Zehen. Rußig.

Sie führten vom Fenster bis vor den großen Ofen und dann wieder zurück.

Frieda zählte das Brot. Alles da. Sie zählte die Würste. Alle da. Sie zählte sogar die Rosinen, was sehr lange dauerte.

Es fehlte nichts.

„Merkwürdig", sagte Frieda.
Köchin Frieda findet rußige Fußabdrücke auf dem Küchenboden In der dritten Nacht setzte sie sich mit einer Decke hinter das Mehlfass und wartete.

Um Mitternacht schob sich etwas durchs Fenster.

Es war ein Drache, ungefähr so groß wie ein Brotlaib. Er hatte einen dicken Kopf, dünne Beine und Flügel, die im Mondlicht durchsichtig aussahen.

Er schaute sich nicht nach dem Brot um. Er schaute sich nicht nach den Würsten um.

Er ging schnurstracks zum Ofen, wo die Steine von gestern noch warm waren, legte sich davor und rollte sich zusammen wie eine Katze.

Dann seufzte er.

Frieda saß hinter ihrem Mehlfass und sagte lange nichts.
Der kleine Drache klettert nachts durchs Küchenfenster Am nächsten Abend legte sie einen alten Sack vor den Ofen.

In der Nacht kam der Drache, sah den Sack an, roch daran und legte sich darauf.

Am Abend darauf stellte Frieda noch eine Schale Milch dazu. Die Milch war am Morgen leer, der Sack war warm, und die Fußabdrücke gingen jetzt nur noch vom Fenster bis zum Sack.

„Von mir aus", sagte Frieda.

Der Ritter der Burg erfuhr nie etwas davon. Er hätte vermutlich eine Jagd veranstaltet, und Frieda fand, dafür gebe es keinen Grund.

Es fehlte ja nichts.
Der Drache rollt sich vor dem warmen Ofen zusammen Im Winter wurde es in der Burg richtig kalt.

Da schlief der kleine Drache nicht mehr nur vor dem Ofen, sondern manchmal auch auf Friedas Fußbank, wenn sie Gemüse schnitt.

Er machte keinen Ärger. Er machte nur ab und zu ein Geräusch, das ungefähr klang wie ein sehr kleines Schnarchen.

Wenn heute jemand in dieser Burgküche steht und morgens rußige Fußabdrücke findet, dann weiß er, was los ist.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann liegt der kleine Drache noch heute vor dem Ofen.
Der Drache schläft auf dem Sack vor dem Ofen Die Moral von „Der Drache in der Burgküche"

Frieda zählt erst das Brot, dann die Würste, dann die Rosinen. Und als nichts fehlt, macht sie das Naheliegende: Sie schaut nach, statt sich etwas auszudenken.

Was sie findet, ist kein Dieb. Es ist jemand, dem kalt ist.

Kinder verstehen an dieser Stelle sehr schnell, dass ein bisschen Nachsehen oft besser ist als eine schnelle Vermutung — und dass ein alter Sack vor dem Ofen manchmal reicht.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Was findet die Köchin Frieda jeden Morgen auf dem Küchenboden?

    Kleine Fußabdrücke, vier Zehen, rußig. Sie führen vom Fenster bis vor den großen Ofen und dann wieder zurück.

  2. 2Wie prüft Frieda, ob etwas gestohlen wurde?

    Sie zählt das Brot — alles da. Sie zählt die Würste — alle da. Sie zählt sogar die Rosinen, was sehr lange dauert. Es fehlt nichts. „Merkwürdig“, sagt Frieda.

  3. 3Was sieht sie, als sie sich in der dritten Nacht hinter das Mehlfass setzt?

    Um Mitternacht schiebt sich etwas durchs Fenster: ein Drache, ungefähr so groß wie ein Brotlaib, mit dickem Kopf, dünnen Beinen und Flügeln, die im Mondlicht durchsichtig aussehen.

  4. 4Was macht der kleine Drache in der Küche?

    Er schaut sich weder nach dem Brot noch nach den Würsten um. Er geht schnurstracks zum Ofen, wo die Steine von gestern noch warm sind, legt sich davor und rollt sich zusammen wie eine Katze. Dann seufzt er.

  5. 5Wie richtet Frieda es für ihn ein?

    Am nächsten Abend legt sie einen alten Sack vor den Ofen, am Abend darauf stellt sie eine Schale Milch dazu. Morgens ist die Milch leer, der Sack ist warm, und die Fußabdrücke gehen nur noch vom Fenster bis zum Sack. „Von mir aus“, sagt Frieda. Der Ritter der Burg erfährt nie etwas davon.

Wörter aus der Geschichte

Mehlfass
ein großes Fass, in dem das Mehl aufbewahrt wird
Brotlaib
ein ganzes Brot, so wie es aus dem Ofen kommt
schnurstracks
auf dem kürzesten Weg, ohne links und rechts zu schauen
Fußbank
ein kleines Bänkchen, auf das man beim Sitzen die Füße stellt
rußig
schwarz vom Ruß, dem feinen Dreck aus dem Ofen

Zum Weitererzählen

  • Frieda schaut nach, statt sich etwas auszudenken. Warum ist das eine gute Idee?
  • Der Ritter hätte vermutlich eine Jagd veranstaltet. Was hältst du davon, dass Frieda ihm nichts erzählt?
  • Was braucht der kleine Drache eigentlich — und was braucht er gar nicht?
  • Wenn nachts jemand Kleines bei dir Wärme suchen würde: Wo würdest du ihm einen Platz machen?
Weil hier ein Ritter vorkommt

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Drei Minuten, kein Bösewicht, kein Streit. Der Höhepunkt der Geschichte ist ein kleiner Drache, der sich vor einem warmen Ofen zusammenrollt und seufzt.

Warum „Der Drache in der Burgküche" zum Einschlafen passt

Diese Geschichte ist absichtlich sehr ereignisarm. Sie eignet sich für Abende, an denen schon genug los war.

Das letzte Bild – ein kleiner Drache, der leise schnarcht – ist als Einschlafbild gemeint. Danach muss nichts mehr kommen.

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Häufige Fragen zu Der Drache in der Burgküche

Worum geht es in „Der Drache in der Burgküche"?

Die Köchin Frieda findet jeden Morgen rußige Fußabdrücke vor dem Ofen, aber es fehlt nie etwas. In der dritten Nacht bleibt sie wach und findet heraus, wer kommt und warum.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Passiert etwas Gruseliges?

Nein. Es gibt eine Nachtszene, aber keinen Schreckmoment und keinen Bösewicht.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören?

Ja, unter der Geschichte steht ein Abspieler.

Kann ich sie ausdrucken?

Ja, als PDF mit allen Bildern, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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