Der Zweikampf, der ausfiel

Der Zweikampf, der ausfiel

Zusammenfassung: „Der Zweikampf, der ausfiel" in drei Sätzen

Ritter Marek soll gegen den Drachen von Halm kämpfen, weil das seit dreihundert Jahren so gemacht wird.

Als er ankommt, sitzt der Drache vor seiner Höhle und schält Kartoffeln.

Was danach passiert, steht in keiner Chronik, weil es viel zu unspektakulär ist.

Der Zweikampf, der ausfiel – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Ritter Marek bekam den Auftrag an einem Dienstag.

„Der Drache von Halm", sagte der Verwalter und zeigte auf eine Karte. „Zweikampf. Sonnenaufgang. Ist so üblich."

„Was hat er denn gemacht?", fragte Marek.

Der Verwalter schaute in seine Papiere.

„Er ist ein Drache."

„Ja, aber was hat er gemacht?"

Der Verwalter blätterte weiter, vor und zurück, und fand nichts. Er fand eine Notiz über eine Brücke, eine Rechnung über Hafer und ein Blatt, auf dem nur „erledigt" stand, ohne dass dabeistand, was.

„Das steht hier nicht. Es ist eben seit dreihundert Jahren so."
Der Verwalter erteilt Marek den Auftrag Marek ritt zwei Tage.

Er hatte Zeit zum Nachdenken, was bei einem Auftrag dieser Art nicht immer günstig ist.

Am dritten Morgen kam er zur Höhle von Halm.

Vor der Höhle saß ein sehr großer grauer Drache auf einem Stein.

Er hatte eine Schüssel zwischen den Vorderpfoten und schälte Kartoffeln. Mit einer Klaue. Sehr geschickt, in einem einzigen langen Streifen.

Marek blieb stehen.

„Guten Morgen", sagte der Drache, ohne aufzuschauen.

„Guten Morgen."

„Ihr seid der Zweikampf?"

„Ja."

„Setzt Euch. Ich bin gleich fertig."
Marek reitet zwei Tage nach Halm Marek setzte sich, weil ihm nichts Besseres einfiel.

Der Drache schälte die letzten drei Kartoffeln, stellte die Schüssel beiseite und schaute Marek zum ersten Mal an.

„Also", sagte er. „Ihr wollt kämpfen."

„Ich soll."

„Aha. Und warum?"

Marek machte den Mund auf.

Dann machte er ihn wieder zu, weil ihm auffiel, dass er es nicht wusste.

„Weil es seit dreihundert Jahren so ist", sagte er schließlich.

Der Drache nickte, als hätte er genau das erwartet.

„Es kommt ungefähr alle zwölf Jahre einer", sagte er. „Ich frage jedes Mal dasselbe. Bisher wusste es keiner."

„Und dann?"

„Dann haben wir zusammen gegessen. Bis auf einen, der beleidigt war und wieder weggeritten ist."
Der Drache von Halm schält Kartoffeln Sie aßen Kartoffeln.

Der Drache kochte sie in einem Topf, der ungefähr so groß war wie Mareks Schild, und tat Butter daran und Salz und etwas Grünes, das im Frühling neben der Höhle wächst.

Marek aß drei Portionen. Es waren die besten Kartoffeln, die er je gegessen hatte, und er sagte das auch, worauf der Drache eine Weile sehr zufrieden aussah und dann so tat, als wäre ihm das egal.

Sie redeten über den Weg, über Pferde und darüber, warum Kartoffeln in großen Töpfen besser werden als in kleinen.

Am Nachmittag stand Marek auf.

„Ich muss zurück."

„Was schreibt Ihr in den Bericht?"

Marek überlegte lange.

„Zweikampf ausgefallen", sagte er. „Grund: kein Grund."
Marek und der Drache essen zusammen Die Moral von „Der Zweikampf, der ausfiel"

„Das ist seit dreihundert Jahren so" ist der einzige Grund, den irgendjemand in dieser Geschichte nennen kann. Weder der Verwalter noch Marek noch der Drache wissen mehr.

Der Drache stellt seit zwölf Rittern immer dieselbe Frage: Warum? Und keiner konnte sie beantworten.

Für Kinder ist das eine sehr befriedigende Geschichte, weil sie genau das ernst nimmt, was Kinder ohnehin dauernd fragen. Und der Schluss ist ehrlich: Der nächste Ritter kommt trotzdem. Manches ändert sich nur langsam, und ein Blatt im Archiv ist schon mal ein Anfang.
Der Bericht: Grund – kein Grund Der Verwalter war nicht begeistert.

Er las den Bericht dreimal, drehte das Blatt um, ob hinten noch etwas stand, und schaute Marek dann sehr lange an.

„Kein Grund?"

„Kein Grund."

„Das kann ich so nicht ablegen."

„Dann legt es woanders ab", sagte Marek.

Es gab ein bisschen Ärger, aber nicht viel, weil niemand genau wusste, wer für diese Sache eigentlich zuständig war.

In zwölf Jahren wird wieder ein Ritter nach Halm geschickt. So etwas hört nicht auf, nur weil es einmal ausgefallen ist.

Aber im Archiv liegt jetzt ein Blatt, auf dem steht: Grund: kein Grund. Und wer vorher hineinschaut, spart sich den Weg — oder nimmt gleich Butter mit.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schält der Drache von Halm noch heute Kartoffeln.
Passend zu dieser Geschichte

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten, in denen der angekündigte Kampf nie stattfindet. Stattdessen gibt es Kartoffeln mit Butter und ein Gespräch — die Geschichte ist von Anfang bis Ende ungefährlich.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Zweikampf – ein Kampf zwischen genau zwei Gegnern
  • Verwalter – jemand, der die Aufträge und Papiere einer Burg ordnet
  • Chronik – ein Buch, in dem aufgeschrieben wird, was passiert ist
  • Archiv – der Raum, in dem alte Papiere aufbewahrt werden
  • ablegen – ein Schriftstück an seinen Platz in der Ordnung einsortieren

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum soll Marek gegen den Drachen kämpfen?
  • Welche Frage stellt der Drache jedes Mal – und warum kann sie niemand beantworten?
  • Gibt es etwas, das ihr macht, „weil man das so macht"?

Warum „Der Zweikampf, der ausfiel" zum Einschlafen passt

Trotz des Titels kommt in dieser Geschichte kein Kampf vor, auch kein angedeuteter. Sie eignet sich für Kinder, die Ritter mögen, aber keine Kampfszenen brauchen.

Das Ende ist bewusst nüchtern: Der nächste Ritter kommt trotzdem. Wer möchte, spricht darüber – wer möchte, macht einfach das Licht aus.

Wenn „Der Zweikampf, der ausfiel" gefallen hat

Mehr davon unter Ritter- und Drachengeschichten und Fünf-Minuten-Geschichten.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 4 von Ritter Emil & Zauberer Henry stellt sich auch heraus, dass Drachen ganz anders sind als ihr Ruf.

Häufige Fragen zu Der Zweikampf, der ausfiel

Worum geht es in „Der Zweikampf, der ausfiel"?

Ritter Marek soll gegen den Drachen von Halm kämpfen, weil man das seit dreihundert Jahren so macht. Als er ankommt, schält der Drache Kartoffeln und fragt ihn, warum eigentlich.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Kommt ein Kampf vor?

Nein, trotz des Titels nicht. Der Zweikampf fällt aus, und stattdessen wird gegessen.

Ist der Drache gefährlich?

Nein. Er ist der freundlichste Teil der ganzen Geschichte.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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