Das Drachenrennen um den Hügel

Das Drachenrennen um den Hügel

Zusammenfassung: „Das Drachenrennen um den Hügel" in drei Sätzen

Jeden Sommer fliegen die jungen Drachen einmal um den Hügel, und jeden Sommer gewinnt Zack, weil er der Schnellste ist.

Dieses Jahr fliegt auch Mimi mit, die als Letzte startet und als Letzte ankommt — dafür weiß sie hinterher, wie viele Störche auf dem Kirchturm sitzen.

Im Jahr darauf fliegen die anderen zum ersten Mal nicht mehr um die Wette.

Das Drachenrennen um den Hügel – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Einmal im Sommer machten die jungen Drachen ein Rennen.

Es ging einmal um den Hügel herum, an der großen Eiche vorbei, über den Bach und wieder zurück.

Zack gewann jedes Jahr.

Zack war schnell. Das war nicht gelogen und auch nicht angeberisch — er war einfach schnell. Er startete, machte sich dünn wie ein Pfeil, und dann sah man ihn eine Weile nicht mehr, bis er wieder da war.

Wenn er ankam, sagte er: „Wieder gewonnen."

Und dann setzte er sich hin und war zufrieden.

Die anderen fanden das in Ordnung. Man kann jemandem schlecht böse sein, weil er schnell ist. Sie flogen trotzdem jedes Jahr mit, weil es zum Sommer gehörte wie warme Steine und lange Abende.
Die jungen Drachen sammeln sich zum Rennen um den Hügel Dieses Jahr flog Mimi zum ersten Mal mit.

Mimi war kleiner als die anderen und hatte Flügel, die etwas zu rund waren. Beim Start kam sie schlecht hoch. Beim Fliegen musste sie öfter schlagen.

Sie war nicht schnell. Das wusste sie selbst.

„Fliegst du trotzdem mit?", fragte Zack.

„Ja."

„Warum?"

Mimi zuckte mit den Schultern.

„Weil ich noch nie um den Hügel geflogen bin."

Das war eine Antwort, mit der Zack nichts anfangen konnte.

„Aber du gewinnst nicht."

„Nein."

„Und das ist dir egal?"

Mimi dachte darüber nach, ehrlich und ziemlich lange.

„Ich glaube schon", sagte sie dann.
Mimi kommt beim Start als Letzte hoch Das Rennen begann.

Zack war sofort weg. Die anderen hinterher. Mimi kam als Letzte hoch, weil sie beim Start ein bisschen mit den Füßen stolperte.

Sie flog los.

Und weil sie sowieso keine Chance hatte, schaute sie sich um.

Sie sah den Hügel von oben, mit dem Feldweg, der sich hinaufwindet wie eine Schnur.

Sie sah die große Eiche und darin ein Nest mit drei Jungvögeln, die alle gleichzeitig den Schnabel aufmachten.

Sie sah den Bach, der an einer Stelle über einen Stein läuft und dabei glitzert, als hätte jemand Silber verschüttet.

Sie sah das Dorf und auf dem Kirchturm zwei Störche.

Dann flog sie einmal um den Hügel und kam zurück.
Was Mimi im Flug sieht: Eiche, Nest, Bach und Kirchturm Zack saß schon da.

„Wieder gewonnen", sagte er.

„Ich weiß", sagte Mimi und setzte sich neben ihn.

Die anderen kamen nach und nach an. Alle waren außer Atem. Alle redeten über die Zeit und darüber, wer wo überholt hatte.

„Habt ihr die Störche gesehen?", fragte Mimi.

Alle schauten sie an.

„Welche Störche?"

„Auf dem Kirchturm. Es sind zwei. Einer steht auf einem Bein."

Niemand hatte Störche gesehen. Niemand hatte das Nest in der Eiche gesehen. Niemand hatte gesehen, dass der Bach an einer Stelle glitzert wie verschüttetes Silber.

Sie waren ja schnell geflogen.

Zack sagte den ganzen Abend nichts mehr dazu. Er saß auf seinem warmen Stein und schaute in Richtung Kirchturm, aber von hier unten sah man ihn nicht.
Nach dem Rennen fragt Mimi nach den Störchen Die Moral von „Das Drachenrennen um den Hügel"

Mimi will nicht gewinnen. Sie will einmal um den Hügel fliegen. Das ist ein anderes Ziel, und deshalb ist sie am Ende auch nicht enttäuscht.

Zack merkt erst ein Jahr später, dass ihm bei all seinen Siegen etwas entgangen ist — und fragt dann als Erster nach.

Kinder, die bei Wettrennen selten vorne liegen, hören hier etwas Wichtiges: Es gibt mehr als eine Art, gut anzukommen.
Zack und Mimi fliegen im nächsten Sommer langsam Im nächsten Sommer machten sie das Rennen wieder.

Zack gewann. Selbstverständlich gewann Zack.

Aber danach fragte er: „Was hast du diesmal gesehen?"

Und Mimi erzählte ihm, dass in der Eiche jetzt vier Jungvögel sitzen und dass auf dem Dach der Mühle ein Schuh liegt, von dem niemand weiß, wie er dahin gekommen ist.

Im Sommer darauf flogen sie zu zweit.

Nicht um die Wette. Nur einmal um den Hügel.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fliegen sie noch heute langsam.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie geht das Rennen der jungen Drachen, und wer gewinnt jedes Jahr?

    Es geht einmal um den Hügel herum, an der großen Eiche vorbei, über den Bach und wieder zurück. Zack gewinnt jedes Jahr, weil er einfach schnell ist — er macht sich dünn wie ein Pfeil, und dann ist er weg.

  2. 2Warum fliegt Mimi mit, obwohl sie weiß, dass sie nicht gewinnen kann?

    Sie sagt: „Weil ich noch nie um den Hügel geflogen bin.“ Das ist eine Antwort, mit der Zack erst einmal gar nichts anfangen kann.

  3. 3Was sieht Mimi unterwegs, weil sie sowieso keine Chance hat?

    Den Feldweg, der sich den Hügel hinaufwindet wie eine Schnur. Ein Nest mit drei Jungvögeln in der großen Eiche. Den Bach, der über einen Stein glitzert, als hätte jemand Silber verschüttet. Und zwei Störche auf dem Kirchturm.

  4. 4Was antworten die anderen Drachen, als Mimi nach den Störchen fragt?

    Sie schauen sie alle an und fragen: „Welche Störche?“ Niemand hat sie gesehen, niemand das Nest in der Eiche. Sie waren ja schnell geflogen.

  5. 5Was fragt Zack im nächsten Sommer nach dem Rennen?

    „Was hast du diesmal gesehen?“ Und Mimi erzählt ihm, dass jetzt vier Jungvögel in der Eiche sitzen und dass auf dem Dach der Mühle ein Schuh liegt, von dem niemand weiß, wie er dahin gekommen ist.

Wörter aus der Geschichte

Eiche
ein großer, kräftiger Baum, an dem Eicheln wachsen
Kirchturm
der hohe, spitze Turm einer Kirche, in dem die Glocken hängen
Störche
große weiße Vögel mit langem rotem Schnabel und langen Beinen
Jungvögel
kleine Vögel, die noch im Nest sitzen und gefüttert werden
Mühle
ein Haus, in dem aus Getreidekörnern Mehl gemahlen wird

Zum Weitererzählen

  • Zack sagt den ganzen Abend nichts mehr und schaut in Richtung Kirchturm. Woran denkt er wohl?
  • Ist Mimi bei diesem Rennen Letzte geworden — oder hat sie etwas ganz anderes gemacht?
  • Im dritten Sommer fliegen die beiden nur noch zu zweit und nicht um die Wette. Wie ist das wohl für Zack?
  • Wenn du langsam um einen Hügel fliegen könntest — was würdest du dir von oben ansehen?
Weil hier ein Drache vorkommt

Band 4 – Die Drachen von Quelinda

Wer bei Drachen hellhörig wird: In Band 4 finden Emil und Henry ein Drachenei – und ein Drachenei ist kein Spielzeug. Es muss warm bleiben, es braucht Ruhe, und irgendwann schlüpft etwas daraus.

Oder gleich alle sechs Bände: 79,00 € statt 90,00 €

Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Streit und ohne Gefahr. Die Mitte der Geschichte ist eine reine Bilderfolge — Hügel, Nest, Bach, Kirchturm — und die eignet sich gut, um langsamer zu lesen.

Warum „Das Drachenrennen um den Hügel" zum Einschlafen passt

Diese Geschichte hat bewusst keinen Höhepunkt. Sie wird von Absatz zu Absatz ruhiger und endet mit zwei Drachen, die langsam fliegen.

Der Mittelteil eignet sich zum Weitererzählen: Was würde man selbst sehen? Manche Kinder schlafen über dieser Frage ein, was hier ausdrücklich erlaubt ist.

Wenn „Das Drachenrennen um den Hügel" gefallen hat

Mehr davon unter Ritter- und Drachengeschichten und Fünf-Minuten-Geschichten.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 5 von Ritter Emil & Zauberer Henry gibt es ein richtiges Drachenrennen – mit einem Ausgang, den keiner erwartet.

Häufige Fragen zu Das Drachenrennen um den Hügel

Worum geht es in „Das Drachenrennen um den Hügel"?

Beim jährlichen Drachenrennen fliegt Mimi zum ersten Mal mit. Sie wird Letzte – und ist hinterher die Einzige, die den Bach glitzern und die Störche auf dem Kirchturm gesehen hat.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Wird Mimi ausgelacht, weil sie Letzte wird?

Nein. Die anderen sind einfach nur überrascht, dass sie etwas verpasst haben.

Ist die Geschichte aufregend?

Nein, bewusst nicht. Es gibt kein Unglück und keinen Bösewicht.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

Morgen Abend weiterlesen? Ritter Emil und Zauberer Henry gibt es gedruckt – sechs Bände zum Vorlesen ab vier Jahren, alle sechs zusammen 79,00 € statt 90,00 €.

Noch mehr Geschichten für heute Abend

Diese Geschichte ist eine von 214 kostenlosen Gute-Nacht-Geschichten auf emhema.de – alle zum Vorlesen und als PDF zum Ausdrucken.

  • Den 23. mit Kugelschreiber eingetragen

    Der längste Dezember

    7 Minuten Vorlesezeit

    Im Jahr, in dem Mattea zwölf wird, dauert der Dezember gefühlt neun Wochen. Es liegt daran, dass ihr Vater seit August in einer anderen Stadt arbeitet und erst am 23. kommt. Die drei...

  • Drei Wochen alt und über der Heizung

    Der Kranz, der zu früh brannte

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am vierten Advent brennen vier Kerzen auf einem Kranz, der seit drei Wochen auf der Heizung steht. Als alle kurz in der Küche sind, fängt er an zu brennen. Was dann passiert, dauert ...

  • Neunzig Minuten, immer gleich

    Der zweite Advent bei Frau Kroll

    4 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr am zweiten Advent besucht Familie Doric die Nachbarin von gegenüber, und jedes Jahr findet Elin das schrecklich. In diesem Jahr fällt der Besuch aus, weil Frau Kroll im Kr...

  • Der Dezember ist der längste Monat

    Warten ist ein Beruf

    4 Minuten Vorlesezeit

    Am 2. Dezember erklärt Jost, dass Warten das Schlimmste sei, was es gibt. Sein Onkel, der bei der Bahn arbeitet, widerspricht ihm. Er zeigt ihm etwas, das Jost danach vier Wochen lan...

  • Der Kranz steht in der Mitte

    Das Wachs auf dem Tisch

    3 Minuten Vorlesezeit

    Am dritten Advent kippt eine Kerze um, und auf dem Esstisch liegt ein Fleck aus rotem Wachs. Der Tisch gehört der Familie seit vier Generationen. Was danach passiert, ist deutlich we...

  • Sechs Sorten auf dem Tisch

    Die Plätzchen, die keiner mochte

    3 Minuten Vorlesezeit

    Jedes Jahr backt Oma Rethmeier Anisplätzchen, und jedes Jahr isst sie niemand. In diesem Jahr sagt es ihr jemand. Was dann passiert, hätte niemand vorhergesehen.