Das Drachenrennen um den Hügel

Das Drachenrennen um den Hügel

Zusammenfassung: „Das Drachenrennen um den Hügel" in drei Sätzen

Jeden Sommer fliegen die jungen Drachen einmal um den Hügel, und jeden Sommer gewinnt Zack, weil er der Schnellste ist.

Dieses Jahr fliegt auch Mimi mit, die als Letzte startet und als Letzte ankommt — dafür weiß sie hinterher, wie viele Störche auf dem Kirchturm sitzen.

Im Jahr darauf fliegen die anderen zum ersten Mal nicht mehr um die Wette.

Das Drachenrennen um den Hügel – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Einmal im Sommer machten die jungen Drachen ein Rennen.

Es ging einmal um den Hügel herum, an der großen Eiche vorbei, über den Bach und wieder zurück.

Zack gewann jedes Jahr.

Zack war schnell. Das war nicht gelogen und auch nicht angeberisch — er war einfach schnell. Er startete, machte sich dünn wie ein Pfeil, und dann sah man ihn eine Weile nicht mehr, bis er wieder da war.

Wenn er ankam, sagte er: „Wieder gewonnen."

Und dann setzte er sich hin und war zufrieden.

Die anderen fanden das in Ordnung. Man kann jemandem schlecht böse sein, weil er schnell ist. Sie flogen trotzdem jedes Jahr mit, weil es zum Sommer gehörte wie warme Steine und lange Abende.
Die jungen Drachen sammeln sich zum Rennen um den Hügel Dieses Jahr flog Mimi zum ersten Mal mit.

Mimi war kleiner als die anderen und hatte Flügel, die etwas zu rund waren. Beim Start kam sie schlecht hoch. Beim Fliegen musste sie öfter schlagen.

Sie war nicht schnell. Das wusste sie selbst.

„Fliegst du trotzdem mit?", fragte Zack.

„Ja."

„Warum?"

Mimi zuckte mit den Schultern.

„Weil ich noch nie um den Hügel geflogen bin."

Das war eine Antwort, mit der Zack nichts anfangen konnte.

„Aber du gewinnst nicht."

„Nein."

„Und das ist dir egal?"

Mimi dachte darüber nach, ehrlich und ziemlich lange.

„Ich glaube schon", sagte sie dann.
Mimi kommt beim Start als Letzte hoch Das Rennen begann.

Zack war sofort weg. Die anderen hinterher. Mimi kam als Letzte hoch, weil sie beim Start ein bisschen mit den Füßen stolperte.

Sie flog los.

Und weil sie sowieso keine Chance hatte, schaute sie sich um.

Sie sah den Hügel von oben, mit dem Feldweg, der sich hinaufwindet wie eine Schnur.

Sie sah die große Eiche und darin ein Nest mit drei Jungvögeln, die alle gleichzeitig den Schnabel aufmachten.

Sie sah den Bach, der an einer Stelle über einen Stein läuft und dabei glitzert, als hätte jemand Silber verschüttet.

Sie sah das Dorf und auf dem Kirchturm zwei Störche.

Dann flog sie einmal um den Hügel und kam zurück.
Was Mimi im Flug sieht: Eiche, Nest, Bach und Kirchturm Zack saß schon da.

„Wieder gewonnen", sagte er.

„Ich weiß", sagte Mimi und setzte sich neben ihn.

Die anderen kamen nach und nach an. Alle waren außer Atem. Alle redeten über die Zeit und darüber, wer wo überholt hatte.

„Habt ihr die Störche gesehen?", fragte Mimi.

Alle schauten sie an.

„Welche Störche?"

„Auf dem Kirchturm. Es sind zwei. Einer steht auf einem Bein."

Niemand hatte Störche gesehen. Niemand hatte das Nest in der Eiche gesehen. Niemand hatte gesehen, dass der Bach an einer Stelle glitzert wie verschüttetes Silber.

Sie waren ja schnell geflogen.

Zack sagte den ganzen Abend nichts mehr dazu. Er saß auf seinem warmen Stein und schaute in Richtung Kirchturm, aber von hier unten sah man ihn nicht.
Nach dem Rennen fragt Mimi nach den Störchen Die Moral von „Das Drachenrennen um den Hügel"

Mimi will nicht gewinnen. Sie will einmal um den Hügel fliegen. Das ist ein anderes Ziel, und deshalb ist sie am Ende auch nicht enttäuscht.

Zack merkt erst ein Jahr später, dass ihm bei all seinen Siegen etwas entgangen ist — und fragt dann als Erster nach.

Kinder, die bei Wettrennen selten vorne liegen, hören hier etwas Wichtiges: Es gibt mehr als eine Art, gut anzukommen.
Zack und Mimi fliegen im nächsten Sommer langsam Im nächsten Sommer machten sie das Rennen wieder.

Zack gewann. Selbstverständlich gewann Zack.

Aber danach fragte er: „Was hast du diesmal gesehen?"

Und Mimi erzählte ihm, dass in der Eiche jetzt vier Jungvögel sitzen und dass auf dem Dach der Mühle ein Schuh liegt, von dem niemand weiß, wie er dahin gekommen ist.

Im Sommer darauf flogen sie zu zweit.

Nicht um die Wette. Nur einmal um den Hügel.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fliegen sie noch heute langsam.
Passend zu dieser Geschichte

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten ohne Streit und ohne Gefahr. Die Mitte der Geschichte ist eine reine Bilderfolge — Hügel, Nest, Bach, Kirchturm — und die eignet sich gut, um langsamer zu lesen.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Eiche – ein großer Laubbaum, der sehr alt werden kann
  • Bach – ein kleiner Fluss
  • Storch – ein großer weißer Vogel mit rotem Schnabel, der gern auf Dächern nistet
  • Mühle – ein Haus, in dem Korn zu Mehl gemahlen wird

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum fliegt Mimi mit, obwohl sie weiß, dass sie verliert?
  • Was hat Mimi gesehen, was die anderen nicht gesehen haben?
  • Was würdest du sehen, wenn du einmal über euer Zuhause fliegen könntest?

Warum „Das Drachenrennen um den Hügel" zum Einschlafen passt

Diese Geschichte hat bewusst keinen Höhepunkt. Sie wird von Absatz zu Absatz ruhiger und endet mit zwei Drachen, die langsam fliegen.

Der Mittelteil eignet sich zum Weitererzählen: Was würde man selbst sehen? Manche Kinder schlafen über dieser Frage ein, was hier ausdrücklich erlaubt ist.

Wenn „Das Drachenrennen um den Hügel" gefallen hat

Mehr davon unter Ritter- und Drachengeschichten und Fünf-Minuten-Geschichten.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 5 von Ritter Emil & Zauberer Henry gibt es ein richtiges Drachenrennen – mit einem Ausgang, den keiner erwartet.

Häufige Fragen zu Das Drachenrennen um den Hügel

Worum geht es in „Das Drachenrennen um den Hügel"?

Beim jährlichen Drachenrennen fliegt Mimi zum ersten Mal mit. Sie wird Letzte – und ist hinterher die Einzige, die den Bach glitzern und die Störche auf dem Kirchturm gesehen hat.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Wird Mimi ausgelacht, weil sie Letzte wird?

Nein. Die anderen sind einfach nur überrascht, dass sie etwas verpasst haben.

Ist die Geschichte aufregend?

Nein, bewusst nicht. Es gibt kein Unglück und keinen Bösewicht.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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