Der Dino, der Blumen sammelte

Der Dino, der Blumen sammelte

Zusammenfassung: „Der Dino, der Blumen sammelte" in drei Sätzen

Der Iguanodon Fried frisst kein Gras, wenn Blumen darin stehen — er sammelt sie und legt sie auf einen Stein.

Seine Herde findet das jahrelang merkwürdig und lässt ihn machen.

Als die Trockenzeit kommt, stellt sich heraus, wofür der Steinhaufen gut war.

Der Dino, der Blumen sammelte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Fried war ein Iguanodon.

Iguanodons fressen Pflanzen. Sie gehen über eine Wiese, senken den Kopf und nehmen mit, was da ist — Farne, Schachtelhalme, junge Triebe, alles durcheinander.

Fried nicht ganz.

Wenn zwischen den Pflanzen eine Blume stand, hielt er an, biss sie vorsichtig am Stiel ab und legte sie zur Seite.

Er fraß sie nicht.

Am Abend hatte er dann einen kleinen Haufen beisammen, und den trug er zu einem flachen Stein am Rand der Weide und legte ihn dort ab.
Fried beißt vorsichtig eine Blume ab Die Herde fand das merkwürdig.

Nicht schlimm, nur merkwürdig, so wie man es merkwürdig findet, wenn jemand seine Socken nach Farben sortiert.

„Warum machst du das?", fragte einer.

Fried überlegte lange, weil er ehrlich sein wollte.

„Weiß nicht."

Das war keine gute Antwort und es war die richtige.

Die Blumen auf dem Stein trockneten. Nach ein paar Tagen waren sie hart und dünn und raschelten, und die Samen fielen heraus und blieben in den Ritzen des Steins liegen.

Fried legte trotzdem weiter Blumen dazu.

Vier Jahre lang.

Es war nicht jeden Tag gleich viel. In manchen Wochen fand er drei Blumen, in anderen dreißig. Im Hochsommer war der Haufen so groß wie ein Kissen, im Herbst lag manchmal wochenlang nichts Neues dazu.

Der Stein wurde davon langsam anders. Zwischen den Steinritzen sammelte sich, was von den trockenen Blumen übrig blieb: Stiele, Blätter, Staub. Das ist der Anfang von Erde.
Der Blumenhaufen auf dem flachen Stein Im fünften Jahr kam die Trockenzeit früh.

Der Regen, der sonst im Frühling kommt, kam nicht. Die Weide wurde erst gelb, dann braun. Die Schachtelhalme am Bach hielten sich am längsten, aber auch nicht ewig.

Die Herde zog weiter nach Norden, was Herden in so einem Fall machen.

Fried ging als Letzter.

Auf dem Weg kam er an seinem flachen Stein vorbei.

Und um den Stein herum, in einem Kreis von ungefähr vier Schritten Durchmesser, wuchs es grün.

Blumen. Sehr viele. Vier Jahre Samen, die aus den Ritzen in die Erde gefallen und dort geblieben waren, wo der Stein sie vor Wind und Sonne geschützt hatte.

Es war kein Feld. Es war ein Fleck.

Aber es war grün.

Fried stand ziemlich lange davor. Er hat später nie behauptet, dass er das geplant hatte, was ihm hoch anzurechnen ist, weil es sehr verlockend gewesen wäre.
Die Herde findet es merkwürdig Fried rief die Herde zurück.

Das dauerte, weil eine Herde ungern umkehrt, und weil niemand glauben wollte, dass ausgerechnet der mit den Blumen etwas gefunden hatte.

Sie kamen dann doch.

Der Fleck reichte für elf Tiere ungefähr zwei Tage, was nicht viel ist, aber zwei Tage sind zwei Tage, und zwei Tage später kam der Regen.

Danach hat niemand mehr gefragt, warum Fried Blumen sammelt.

Sie haben ihm sogar geholfen. Vor allem die Jungen, die es als Spiel verstanden und ihm abends Blumen brachten, von denen die Hälfte zerkaut war.

Fried nahm auch die zerkauten.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann liegt auf dem flachen Stein noch heute ein Haufen.
Die Trockenzeit kommt Um den Stein herum wächst es grün Die Herde frisst an dem grünen Fleck Die Moral von „Der Dino, der Blumen sammelte"

Fried weiß vier Jahre lang nicht, warum er das macht. Er sagt das auch so: „Weiß nicht."

Das ist der ehrlichste Teil der Geschichte. Die meisten Sachen, die Leute regelmäßig machen, haben keinen Grund, den man aufschreiben könnte, und manche davon stellen sich Jahre später als nützlich heraus.

Für Kinder steckt darin die schöne Erlaubnis, etwas zu tun, wofür man keine Begründung hat. Und ein zweiter Gedanke: Samen brauchen einen Ort, an dem sie liegen bleiben dürfen.
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten ohne Gefahr. Die Trockenzeit klingt bedrohlich, wird aber ganz sachlich erzählt, und zwei Tage später kommt der Regen.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Iguanodon – ein großer pflanzenfressender Dinosaurier
  • Schachtelhalm – eine Pflanze mit hohen grünen Stängeln – gab es schon zur Dinozeit
  • Trieb – der junge, weiche Teil einer Pflanze
  • Samen – die Körner, aus denen neue Pflanzen wachsen
  • Ritze – ein schmaler Spalt, hier im Stein

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum sammelt Fried die Blumen?
  • Wie kommt es, dass um den Stein herum etwas wächst?
  • Machst du etwas regelmäßig, ohne genau zu wissen, warum?

Warum „Der Dino, der Blumen sammelte" zum Einschlafen passt

Die Geschichte erklärt nebenbei, wie Samen und Standort zusammenhängen, ohne dass sie belehrend wird — Fried versteht es ja selbst erst am Ende.

Es gibt keinen Schreckmoment. Die Trockenzeit ist ernst, aber nicht bedrohlich erzählt, und der Schluss ist warm.

Wenn „Der Dino, der Blumen sammelte" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Dino, der Blumen sammelte

Worum geht es in „Der Dino, der Blumen sammelte"?

Der Iguanodon Fried sammelt vier Jahre lang Blumen und legt sie auf einen flachen Stein, ohne zu wissen warum. Als die Trockenzeit kommt, zeigt sich, wozu das gut war.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Wird die Trockenzeit bedrohlich erzählt?

Nein. Sie wird sachlich beschrieben, und zwei Tage nach dem Fund kommt der Regen.

Kommen gefährliche Dinos vor?

Nein. Es wird niemand gejagt und niemand gefressen.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Das PDF ja, kostenlos und ohne Anmeldung. Die Hörfassung entsteht gerade – bei den älteren Geschichten steht der Abspieler schon unter dem Text.

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