Das Ei, das niemand fand

Das Ei, das niemand fand

Zusammenfassung: „Das Ei, das niemand fand" in drei Sätzen

Beim Ostereiersuchen im Garten werden dreiundzwanzig von vierundzwanzig Eiern gefunden.

Das vierundzwanzigste bleibt liegen, und der Vater weiß nicht mehr, wo er es versteckt hat.

Gefunden wird es im August, und zwar nicht von einem Menschen.

Das Ei, das niemand fand – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Am Ostersonntagmorgen versteckte Ellas Vater vierundzwanzig Eier im Garten.

Er machte das jedes Jahr, und er machte es gründlich: ein paar leichte für die Kleinen, ein paar mittlere, und drei bis vier, bei denen er selbst fand, dass er sich übertroffen hatte.

Es waren Plastikeier zum Aufmachen, mit Schokolade darin.

Um zehn Uhr durften die Kinder los.

Es waren fünf: Ella, ihr Bruder, zwei Cousinen und ein Nachbarskind, das eigentlich nur zum Zuschauen gekommen war und dann doch mitmachte, weil Zuschauen bei so etwas nicht funktioniert.
Der Vater versteckt am Morgen die Eier Nach einer halben Stunde waren zwanzig gefunden.

Nach vierzig Minuten zweiundzwanzig.

Das dreiundzwanzigste lag im Regenrohr und wurde entdeckt, weil die kleinere Cousine hineinschaute, was Erwachsene nie tun.

Dann fehlte noch eins.

Alle suchten weiter.

Nach einer Stunde fragten sie den Vater.

Der Vater sagte: „Moment."

Dann schaute er in den Garten und stellte fest, dass er es nicht mehr wusste.

Er wusste noch, dass er es irgendwo hinten gemacht hatte. Weiter kam er nicht.
Fünf Kinder suchen im Garten Sie suchten hinten.

Sie suchten unter dem Kompost, in der Hecke, in dem alten Schuh, der seit Jahren im Beet liegt und in dem schon zweimal ein Ei gewesen war.

Nichts.

Es gibt bei so einer Suche einen Punkt, an dem man anfängt, an Stellen zu schauen, an denen ganz sicher nichts ist. Ellas Bruder hat auf dem Dach nachgesehen. Das war ungefähr der Moment, an dem klar wurde, dass es so nicht klappt.

Die Kinder verloren nach anderthalb Stunden das Interesse, weil dreiundzwanzig Eier eine Menge Schokolade sind und man irgendwann satt ist.

Der Vater suchte noch bis nachmittags.

Dann gab er auf und sagte den Satz, den man in solchen Fällen sagt: „Das taucht schon wieder auf."

Das ist meistens gelogen.

Diesmal stimmte es.
Ein Ei fehlt – und der Vater weiß nicht mehr, wo Im August mähte Ellas Vater die Wiese hinter dem Schuppen.

Er mähte nicht besonders sorgfältig, weil da hinten nur Gras ist, und deshalb blieb ihm der Mäher an etwas hängen, das nicht Gras war.

Er stellte ab und schaute nach.

Es war das Ei.

Es lag in einer Kuhle unter einem Grasbüschel, ungefähr da, wo im April das Gras noch kurz gewesen war und man alles gesehen hätte.

Er machte es auf.

Innen war Schokolade, die vier Monate lang im Garten gelegen hatte, was man sich ungefähr vorstellen kann. Sie hatte die Form der Eierhälfte angenommen.

Er warf sie weg und nahm das Ei mit ins Haus.

Das Ei selbst war völlig in Ordnung. Plastik hält vier Monate im Gras aus, das ist ja gerade das Problem an Plastik.
Im August findet der Mäher es Die Moral von „Das Ei, das niemand fand"

Der Vater verliert die Übersicht über sein eigenes Versteck. Das ist der ehrlichste Teil der Geschichte, und jedes Kind, das schon mal etwas Verstecktes nicht wiedergefunden hat, erkennt es sofort.

Danach passiert vier Monate lang nichts.

Und dann taucht es auf, und aus einem misslungenen Versteck wird eine Familiensache, die es ohne den Fehler nie gegeben hätte.

Das ist der beste Fall: Etwas geht schief und wird dadurch besser.
Das Ei auf der Fensterbank Ella war neun und fand die Sache großartig.

Sie stellte das Ei auf die Fensterbank in der Küche und ließ es dort stehen.

Im nächsten Jahr, am Ostersonntag, war es das erste, was sie suchte — und ihr Vater hatte es tatsächlich wieder versteckt, weil er die Idee auch gut fand.

Diesmal lag es im Blumentopf vor der Haustür, also an einer Stelle, an der man am Ostersonntag ungefähr fünfzigmal vorbeigeht, ohne hinzuschauen.

Es wurde nach elf Minuten gefunden, weil Ella als Erstes an der Haustür anfing statt hinten im Garten. Sie hatte sich das ein Jahr lang überlegt.

Seitdem gibt es in dieser Familie jedes Jahr ein Ei, das anders ist als die anderen, und alle wissen Bescheid, und keiner sagt es den Gästen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie es noch heute jedes Jahr.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie viele Eier versteckt Ellas Vater am Ostersonntag, und wie gründlich macht er das?

    Vierundzwanzig. Ein paar leichte für die Kleinen, ein paar mittlere — und drei bis vier, bei denen er selbst findet, dass er sich übertroffen hat.

  2. 2Wo lag das dreiundzwanzigste Ei, und wer hat es entdeckt?

    Im Regenrohr. Gefunden hat es die kleinere Cousine, weil sie hineingeschaut hat — und das tun Erwachsene nie.

  3. 3Was sagt der Vater, als die Kinder ihn nach dem letzten Ei fragen?

    Zuerst „Moment“. Dann schaut er in den Garten und merkt, dass er es selbst nicht mehr weiß. Er weiß nur noch, dass er es irgendwo hinten versteckt hat.

  4. 4Wie taucht das Ei im August wieder auf?

    Ellas Vater mäht die Wiese hinter dem Schuppen, und der Mäher bleibt an etwas hängen, das kein Gras ist. Das Ei liegt in einer Kuhle unter einem Grasbüschel.

  5. 5Was passiert im nächsten Jahr mit genau diesem Ei?

    Der Vater versteckt es wieder, diesmal im Blumentopf vor der Haustür. Ella findet es nach elf Minuten, weil sie an der Haustür anfängt statt hinten im Garten — das hatte sie sich ein Jahr lang überlegt.

Wörter aus der Geschichte

Regenrohr
das Rohr an der Hauswand, durch das das Regenwasser vom Dach nach unten läuft
Kompost
ein Haufen im Garten, auf dem aus Gartenabfällen langsam Erde wird
Kuhle
eine kleine Mulde im Boden
Grasbüschel
ein dichtes Bündel Grashalme, die eng zusammen wachsen
Mäher
die Maschine, mit der man das Gras kurz schneidet

Zum Weitererzählen

  • Der Vater sagt: „Das taucht schon wieder auf.“ Glaubst du, er hat das selbst geglaubt?
  • Ellas Bruder schaut irgendwann auf dem Dach nach. Kennst du das Gefühl, überall zu suchen, nur nicht an der richtigen Stelle?
  • Ella stellt das Ei auf die Fensterbank und lässt es dort stehen. Warum wohl?
  • Wenn du ein Ei so verstecken dürftest, dass es niemand findet — wohin würdest du es legen?
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Fünf Minuten ohne Gefahr und ohne Streit. Der größte Ärger ist ein Vater, der sein eigenes Versteck vergessen hat, und die Geschichte endet in einer Küche.

Warum „Das Ei, das niemand fand" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich gut vor oder nach dem Ostereiersuchen und ist ein schöner Anlass für eine eigene Familienregel — bei uns bleibt jedes Jahr eins liegen.

Sie hat keinen Schreckmoment und endet ruhig, mit einem Ei auf einer Fensterbank.

Wenn „Das Ei, das niemand fand" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Das Ei, das niemand fand

Worum geht es in „Das Ei, das niemand fand"?

Beim Ostereiersuchen werden dreiundzwanzig von vierundzwanzig Eiern gefunden. Das letzte taucht erst im August wieder auf – beim Rasenmähen.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Kommt der Osterhase vor?

Nein. Die Eier versteckt in dieser Geschichte der Vater.

Ist die Geschichte lustig?

Ja, vor allem die Stelle, an der der Vater sein eigenes Versteck nicht mehr findet.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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