Der Krokus im Schnee

Der Krokus im Schnee

Zusammenfassung: „Der Krokus im Schnee" in drei Sätzen

Im März kommen im Rasen die Krokusse heraus, und drei Tage später fällt noch einmal Schnee.

Alle sagen: Jetzt sind sie kaputt.

Sie sind nicht kaputt, und die Geschichte erklärt, warum.

Der Krokus im Schnee – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Krokusse kommen früh.

Sie sind unter der Erde als Knolle vorbereitet, den ganzen Winter über, mit fertiger Blüte darin — man kann eine Krokusknolle im Januar aufschneiden und sieht die Blüte schon liegen, zusammengefaltet wie ein Regenschirm.

Sie warten nur auf Wärme.

Im März in Ottersleben wurde es in der ersten Woche mild. Nach vier Tagen standen im Rasen vor dem Haus siebenundzwanzig Krokusse: violett, weiß und zwei gelbe.

Ida zählte sie. Sie zählte sie jeden Tag, weil jeden Tag welche dazukamen, und sie schrieb die Zahl mit Kreide an die Garagenwand.

Am fünften Tag kam der Schnee.
Siebenundzwanzig Krokusse im Rasen Es war der Sorte Schnee, mit der im März niemand mehr rechnet.

Nasser Schnee, schwer, der auf den Zweigen liegen bleibt und die Äste herunterzieht, und über Nacht lagen acht Zentimeter davon im Garten.

Von den Krokussen sah man nichts mehr.

„Die sind hin", sagte der Nachbar über den Zaun.

Ida, die sieben war, ging in Gummistiefeln hinaus und schaute nach.

Sie schob an einer Stelle vorsichtig den Schnee weg.

Darunter lagen die Krokusse flach am Boden, umgeknickt, mit geschlossenen Blüten und Blättern, die aussahen wie zerdrückt.
Über Nacht acht Zentimeter Schnee Ihre Mutter sagte, sie solle sie in Ruhe lassen.

Das war der wichtige Satz, auch wenn er sich nach nichts anhört.

Denn Krokusse sind nicht kaputt, wenn sie umgeknickt sind. Sie haben keine Holzstängel wie ein Baum, sondern weiche, wasserhaltige — und was weich ist, bricht nicht, sondern legt sich hin.

Schnee ist außerdem ein guter Schutz. Unter einer Schneedecke ist es null Grad, konstant. Darüber, in der klaren Nacht, kann es minus acht sein.

Ein Krokus unter Schnee hat es also wärmer als einer daneben.

Das ist einer der Sätze, die man dreimal lesen muss.

Es liegt daran, dass Schnee zu einem großen Teil aus Luft besteht. Zwischen den Kristallen ist Platz, und Luft leitet Wärme schlecht. Deshalb halten Iglus warm, deshalb überwintern Mäuse unter der Schneedecke, und deshalb ist ein Winter mit viel Schnee für Pflanzen weniger gefährlich als ein Winter ohne.

Was den Blumen wirklich schadet, ist Frost bei klarem Himmel und blankem Boden.
Ida schiebt den Schnee vorsichtig weg Der Schnee lag zwei Tage.

Am dritten wurde es mild, und er ging weg — nicht durch Tauen von oben, sondern indem er von unten weich wurde und in sich zusammensackte, wie Schnee im Frühling das macht.

Am Nachmittag sah Ida nach.

Sie hatte sich vorgenommen, nichts anzufassen, was schwerer ist, als es klingt, wenn man sieben ist und eine flach liegende Blume vor sich hat, die man ganz einfach aufrichten könnte.

Die Krokusse lagen immer noch flach.

Am nächsten Morgen standen achtzehn von siebenundzwanzig wieder aufrecht.

Am Tag darauf vierundzwanzig.

Die restlichen drei blieben liegen, und zwei davon waren tatsächlich hin, weil auf sie ein Ast gefallen war, was mit Schnee nichts zu tun hat.

Der Nachbar hat dazu nichts mehr gesagt.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kommen sie noch heute jedes Jahr wieder.
Die Krokusse liegen flach am Boden Zwei Tage später stehen sie wieder Die Moral von „Der Krokus im Schnee"

Alle sagen, die Blumen seien kaputt, weil sie flach am Boden liegen. Das sieht auch so aus.

Sie sind es nicht, und der Grund ist banal: Was weich ist, bricht nicht.

Für Kinder ist das eine sehr brauchbare Beobachtung, und sie gilt nicht nur für Krokusse. Und der zweite Teil ist mindestens so gut: Unter dem Schnee ist es wärmer als daneben. Manches, was von außen wie eine Katastrophe aussieht, ist in Wirklichkeit ein Schutz.

Die einzige Anweisung in dieser Geschichte lautet: in Ruhe lassen und einen Tag warten.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Warum können Krokusse schon so früh im Jahr blühen?

    Weil sie den ganzen Winter über als Knolle unter der Erde liegen, mit der fertigen Blüte schon darin, zusammengefaltet wie ein Regenschirm. Sie warten nur noch auf Wärme.

  2. 2Was macht Ida jeden Tag mit den Krokussen im Rasen?

    Sie zählt sie, weil jeden Tag welche dazukommen. Siebenundzwanzig waren es: violett, weiß und zwei gelbe. Die Zahl schreibt sie mit Kreide an die Garagenwand.

  3. 3Was sagt der Nachbar, als der Schnee kommt?

    „Die sind hin“, sagt er über den Zaun. Über Nacht lagen acht Zentimeter nasser, schwerer Schnee im Garten, und von den Krokussen sah man gar nichts mehr.

  4. 4Warum ist es unter dem Schnee für die Blumen sogar besser als daneben?

    Unter einer Schneedecke ist es null Grad, immer gleich. Darüber, in einer klaren Nacht, kann es minus acht sein. Schnee besteht nämlich zu einem großen Teil aus Luft, und Luft leitet Wärme schlecht — deshalb halten auch Iglus warm.

  5. 5Wie viele Krokusse stehen am Ende wieder aufrecht?

    Am Morgen nach dem Tauen achtzehn von siebenundzwanzig, am Tag darauf vierundzwanzig. Drei blieben liegen, und nur zwei davon waren wirklich hin — auf die war ein Ast gefallen, was mit dem Schnee gar nichts zu tun hatte.

Wörter aus der Geschichte

Knolle
der dicke, runde Teil unter der Erde, aus dem die Blume wächst
Krokusse
kleine Blumen, die im zeitigen Frühjahr aus dem Rasen kommen
Schneedecke
die geschlossene Schicht Schnee, die über allem liegt
Iglus
runde Häuser, die man aus Schneeblöcken baut
Frost
wenn es draußen so kalt ist, dass alles gefriert

Zum Weitererzählen

  • Ida soll die umgeknickten Blumen in Ruhe lassen. Wie schwer wäre dir das gefallen?
  • Was ist bei dir zu Hause weich genug, dass es sich lieber hinlegt, statt zu zerbrechen?
  • Warum glauben alle, dass die Krokusse kaputt sind, obwohl sie es nicht sind?
  • Wenn du etwas jeden Tag zählen und an eine Wand schreiben dürftest — was wäre das?
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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten ohne Gefahr. Es sieht kurz schlecht aus und wird dann wieder gut, und die Geschichte erklärt unterwegs, warum — mit Sätzen, die stimmen.

Warum „Der Krokus im Schnee" zum Einschlafen passt

Alles Sachliche in der Geschichte stimmt: Krokusknollen enthalten die fertige Blüte, weiche Stängel knicken statt zu brechen, und unter einer Schneedecke bleibt es bei null Grad.

Sie eignet sich gut für Kinder, die schnell finden, dass etwas kaputt ist. Die Anweisung lautet: einen Tag warten und noch mal schauen.

Wenn „Der Krokus im Schnee" gefallen hat

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Häufige Fragen zu Der Krokus im Schnee

Worum geht es in „Der Krokus im Schnee"?

Im März blühen siebenundzwanzig Krokusse, und dann fällt noch einmal Schnee. Alle sagen, sie seien kaputt – und die Geschichte erklärt, warum sie es nicht sind.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Stimmt das mit der Schneedecke?

Ja. Unter Schnee bleibt es bei null Grad, während es darüber in klaren Nächten deutlich kälter werden kann.

Gehen die Blumen kaputt?

Vierundzwanzig von siebenundzwanzig stehen nach zwei Tagen wieder. Zwei erwischt ein herabfallender Ast – das hat mit dem Schnee nichts zu tun.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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