Der kleine Schlepper im großen Hafen

Der kleine Schlepper im großen Hafen

Zusammenfassung: „Der kleine Schlepper im großen Hafen" in drei Sätzen

Im Hafen liegen riesige Frachtschiffe, und mittendrin arbeitet der Schlepper Pott, der kaum größer ist als ihr Rettungsboot.

Die großen Schiffe sehen ihn kaum, bis eines von ihnen im Wind quer zu treiben beginnt.

Was dann passiert, hat mit Kraft weniger zu tun als mit dem richtigen Winkel.

Der kleine Schlepper im großen Hafen – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Im Hafen von Norddeich lagen die großen Schiffe.

Container-Frachter, so lang wie drei Fußballfelder, mit Namen wie MARIA STAR und OCEAN LEADER und Türmen aus bunten Kisten auf dem Rücken.

Und dazwischen fuhr Pott.

Pott war ein Schlepper. Er war schwarz und rot, hatte einen dicken Wulst aus alten Reifen um den Bauch und war ungefähr so lang wie das Rettungsboot der MARIA STAR.

Wenn Pott neben einem Frachter lag, sah er aus wie ein Käfer neben einem Sofa.
Der Hafen von Norddeich mit den großen Frachtern Die großen Schiffe waren nicht unfreundlich.

Sie nahmen Pott nur nicht besonders wahr. Man nimmt vieles nicht wahr, was kleiner ist als man selbst.

„Der Kleine da unten", sagte die OCEAN LEADER einmal, „was macht der eigentlich?"

„Der zieht uns", sagte die MARIA STAR.

„Uns? Der?"

„Ja."

Die OCEAN LEADER lachte, was bei einem Frachter ein sehr tiefes Geräusch ist.

Pott hörte es. Er sagte nichts dazu. Er hatte um vierzehn Uhr einen Termin und fuhr los.
Pott liegt neben der MARIA STAR An einem Donnerstag im Februar kam Wind auf.

Nicht Sturm. Nur Wind, sechs Windstärken, was für die Nordsee ein normaler Donnerstag ist.

Die OCEAN LEADER sollte rückwärts aus dem Becken heraus.

Ein Schiff, das rückwärts fährt, lässt sich schlecht lenken. Und ein Schiff, das leer ist und hoch aus dem Wasser ragt, ist im Wind ungefähr so handlich wie ein Segel ohne Boot.

Nach hundert Metern fing das Heck an, nach Backbord zu treiben.

Der Kapitän gab Gegenruder. Es half nicht.

Vierhundert Meter weiter lag die Kaimauer.

Auf der Brücke wurde es sehr ruhig, so wie es überall ruhig wird, wenn eine Sache anfängt, sich von allein zu bewegen.
Die OCEAN LEADER treibt quer Pott lag zwanzig Meter entfernt und wartete schon.

Er wartete nicht, weil ihn jemand gerufen hatte. Er wartete, weil er das Becken kannte, den Wind kannte und wusste, was ein leeres Schiff bei Nordwest macht.

Die Leine wurde geworfen.

Und dann machte Pott etwas, das von der Kaimauer aus fast langweilig aussah.

Er zog nicht mit voller Kraft. Er stellte sich in einem Winkel von ungefähr sechzig Grad an das Heck und gab langsam Schub.

Ein Schlepper zieht kein Schiff, so wie ein Pferd einen Wagen zieht. Ein Schlepper dreht es. Er sucht den Punkt, an dem ein bisschen Kraft viel bewirkt, und dort bleibt er.

Das Heck kam zurück.

Zwei Minuten später lag die OCEAN LEADER wieder gerade im Wasser, und der Rest war Routine.
Pott stellt sich in den richtigen Winkel Die Moral von „Der kleine Schlepper im großen Hafen"

Pott gewinnt nicht durch Kraft. Er könnte auch gar nicht — ein Frachter wiegt zehntausendmal so viel wie er.

Er gewinnt, weil er den Punkt kennt, an dem wenig Kraft viel bewirkt, und weil er schon da ist, bevor jemand ruft.

Für Kinder ist das eine gute Version von „klein, aber wichtig", weil sie einen echten Grund mitliefert. Und Pott macht hinterher keine große Sache daraus, was die Geschichte noch etwas besser macht.
Das Schiff liegt wieder gerade Danach war es eine Weile still im Becken.

„Danke", sagte die OCEAN LEADER schließlich.

„Bitte", sagte Pott.

Er sagte nichts weiter. Er ging auch nicht darauf ein, dass ihn vorher jemand ausgelacht hatte, weil das erledigt war und weil er um sechzehn Uhr den nächsten Termin hatte.

Große Schiffe reden übrigens nicht viel miteinander, aber es spricht sich trotzdem alles herum.

Seitdem fragt niemand mehr im Hafen von Norddeich, was der Kleine da unten eigentlich macht.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann zieht Pott noch heute.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Wie sieht Pott neben den großen Schiffen aus?

    Er ist schwarz und rot, hat einen dicken Wulst aus alten Reifen um den Bauch und ist ungefähr so lang wie das Rettungsboot der MARIA STAR. Wenn er neben einem Frachter liegt, sieht er aus wie ein Käfer neben einem Sofa.

  2. 2Was denken die großen Schiffe über Pott?

    Sie sind nicht unfreundlich, sie nehmen ihn nur nicht wahr. „Der Kleine da unten“, fragt die OCEAN LEADER einmal, „was macht der eigentlich?“ Und als die MARIA STAR sagt, er ziehe sie, lacht sie — was bei einem Frachter ein sehr tiefes Geräusch ist.

  3. 3Was geht an dem Donnerstag im Februar schief?

    Bei sechs Windstärken soll die leere OCEAN LEADER rückwärts aus dem Becken. Nach hundert Metern fängt das Heck an, nach Backbord zu treiben, das Gegenruder hilft nicht — und vierhundert Meter weiter liegt die Kaimauer.

  4. 4Warum wartet Pott schon zwanzig Meter entfernt?

    Nicht weil ihn jemand gerufen hätte. Er wartet, weil er das Becken kennt, den Wind kennt und weiß, was ein leeres Schiff bei Nordwest macht.

  5. 5Was macht Pott, als die Leine geworfen ist?

    Er zieht nicht mit voller Kraft. Er stellt sich in einem Winkel von ungefähr sechzig Grad an das Heck und gibt langsam Schub, denn ein Schlepper zieht ein Schiff nicht, er dreht es. Zwei Minuten später liegt die OCEAN LEADER wieder gerade im Wasser.

Wörter aus der Geschichte

Schlepper
ein kleines starkes Boot, das große Schiffe im Hafen bewegt
Frachter
ein großes Schiff, das Waren über das Meer transportiert
Kaimauer
die feste Mauer am Rand des Hafens, an der Schiffe liegen
Heck
das hintere Ende eines Schiffes
Backbord
die linke Seite eines Schiffes, wenn man nach vorn schaut

Zum Weitererzählen

  • Pott sagt nichts, als die OCEAN LEADER über ihn lacht. Warum wohl nicht?
  • Er kennt den Punkt, an dem wenig Kraft viel bewirkt. Wo im Alltag ist das auch so?
  • Nach dem Danke macht Pott keine große Sache daraus, sondern fährt zum nächsten Termin. Wie findest du das?
  • Was kannst du gut, obwohl du kleiner bist als die anderen?
Für Kinder, die wissen wollen, wie etwas funktioniert

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Vier Minuten mit einer spannenden Stelle in der Mitte — ein Schiff, das quer treibt — die nach zwei Absätzen gelöst ist. Es geht nichts kaputt und niemand kommt zu Schaden.

Warum „Der kleine Schlepper im großen Hafen" zum Einschlafen passt

Die Geschichte erklärt nebenbei, wie ein Schlepper wirklich arbeitet — er dreht, er zieht nicht. Kinder, die Schiffe mögen, merken sich so etwas.

Die spannende Stelle ist kurz und geht gut aus. Danach wird die Geschichte ruhig und endet mit einem Schlepper, der zum nächsten Termin fährt.

Wenn „Der kleine Schlepper im großen Hafen" gefallen hat

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Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 6 von Ritter Emil & Zauberer Henry geht es aufs Meer – mit Piraten und einem ordentlichen Sturm.

Häufige Fragen zu Der kleine Schlepper im großen Hafen

Worum geht es in „Der kleine Schlepper im großen Hafen"?

Der Schlepper Pott ist winzig neben den Containerschiffen, die er bewegt. Als ein leeres Schiff im Wind quer zu treiben beginnt, zeigt sich, warum es ihn braucht.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Passiert ein Unglück?

Nein. Es wird kurz eng, und dann ist es gelöst.

Stimmt das mit dem Winkel?

Ja. Schlepper ziehen große Schiffe nicht einfach hinter sich her, sondern drehen sie – der Winkel ist entscheidend.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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