Vorlesen lassen
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Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.
Sie klettert gut, kennt alle sechzig Räume der Burg mit verbundenen Augen und hat einmal einen Schwarm Bienen aus dem Speisesaal gelotst, indem sie ein Fenster aufmachte und wartete. Trotzdem hat sie Angst davor, zweimal im Jahr auf dem Balkon zu stehen und der Menge zuzuwinken.
Wenn dreihundert Leute gleichzeitig hochschauen, spürt man das. Es ist, als würde jemand die Hand auf einen legen, und man weiß nicht, wohin man gucken soll, weil man nirgendwohin gucken kann, ohne dass es jemand ist. Ihr wird davon jedes Mal richtig schlecht, mit kalten Händen und dem Gefühl, dass der Balkon schwankt.
Ihr Vater sagt, das gehöre dazu und dauere nur zwanzig Minuten. Ihre Tante rät ihr, sich unten Kohlköpfe vorzustellen — ein sehr verbreiteter Rat, der noch nie jemandem geholfen hat. Der Hofmeister bietet an, die Sache zu verschieben, wenn Nore krank sei, und schaut sie dabei vielsagend an. Nore sagt nichts, weil sie nicht will, dass jemand für sie lügt.
Sie fragt: „Was genau ist das Schlimme?“ Das ist die erste Frage, die jemand stellt. Nore überlegt lange und sagt dann: „Dass ich da alleine stehe. Und dass ich nicht weiß, wann es aufhört.“ Also zwei Sachen.
Nore steht nicht mehr vorn an der Brüstung, sondern eine Handbreit dahinter, zwischen Großmutter und Bruder — der Unterschied zwischen ganz vorn und mittendrin merkt man sofort. Und aus den zwanzig Minuten machen sie etwas Zählbares: Ansprache, Lied, drei Trompeten, winken, hinein. Fünf Sachen, und Nore weiß bei jedem Punkt, wie viele noch kommen.
Band 2 – Die schwebende Stadt
Luna kommt in Band 2 dazu – sie kennt sich in der schwebenden Stadt aus, und ohne sie kämen Emil und Henry dort nicht weit. Kein Kleiderthema, sondern jemand, der weiß, was zu tun ist.
Oder gleich alle sechs Bände: 79,00 € statt 90,00 €Vier Minuten ohne Gefahr. Die unangenehmste Stelle ist ein Kind, dem auf einem Balkon schlecht wird, und die wird nicht dramatisiert, sondern gelöst.
Die Geschichte eignet sich gut für Kinder, die vor Auftritten Angst haben. Sie verspricht nicht, dass es leicht wird — Nore sagt selbst, es sei immer noch schrecklich gewesen.
Der brauchbare Teil sind die zwei konkreten Änderungen: nicht vorn stehen, und vorher wissen, wie viele Programmpunkte noch kommen. Beides lässt sich zu Hause übertragen.
Mehr davon unter Prinzessinnengeschichten und Mutgeschichten für Kinder.
Und wenn ein Buch daraus werden soll: In Band 2 von Ritter Emil & Zauberer Henry müssen die beiden auch etwas tun, wovor ihnen mulmig ist.
Prinzessin Nore muss zweimal im Jahr auf einem Balkon vor mehreren hundert Menschen stehen, und ihr wird jedes Mal schlecht. Ihre Großmutter fragt als Erste, was genau das Schlimme ist.
Ab etwa drei Jahren.
Rund vier Minuten.
Nicht im üblichen Sinn. Sie sagt selbst, es sei immer noch schrecklich – nur eben auszuhalten.
Ja. Sie enthält zwei konkrete Änderungen, die sich auf Schule und Vorspielen übertragen lassen.
Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.