Der Drache, der nicht baden wollte

Der Drache, der nicht baden wollte

Zusammenfassung: „Der Drache, der nicht baden wollte" in drei Sätzen

Der Drache Rosso ist nach einem Sommer voller Feuerspucken so rußig, dass man seine Farbe nicht mehr erkennt — aber ins Wasser geht er nicht.

Der Frosch Kalle versucht es mit Reden, mit Vorführen und mit einem Trick, und nichts davon hilft.

Erst als Rosso hinter dem Berg eine warme Quelle findet, stellt er fest, dass Wasser nicht gleich Wasser ist.

Der Drache, der nicht baden wollte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Der Drache Rosso war eigentlich rot.

Das wusste allerdings kaum noch jemand, weil man es nicht mehr sehen konnte.

Rosso spuckte nämlich gern Feuer. Nicht aus Bosheit — er fand es einfach schön. Er zündete morgens sein Frühstück an, er machte abends ein Feuerchen, und wenn ihm langweilig war, pustete er in die Luft und schaute den Funken nach.

Vom vielen Feuer wird man rußig. Erst an der Nase, dann am Hals, dann überall.

Nach einem ganzen Sommer war Rosso grau wie ein Ofenrohr.

„Du müsstest mal baden", sagte der Frosch Kalle, der am Teich wohnte und in solchen Dingen eine klare Meinung hatte.

„Nein", sagte Rosso.
Der rußige Drache Rosso spuckt Feuer auf sein Frühstück Kalle ließ nicht locker.

Am Montag erklärte er, wie gut sich Wasser anfühlt. Rosso hörte höflich zu und ging dann nach Hause.

Am Dienstag sprang Kalle vor Rossos Augen zwanzigmal in den Teich, um zu zeigen, wie einfach das ist. Rosso schaute zu und sagte: „Du bist ja auch ein Frosch."

Am Mittwoch versuchte Kalle es mit einem Trick. Er sagte, im Teich läge ein Goldstück.

Rosso ging bis zum Ufer. Er streckte eine Kralle aus und tippte auf die Wasseroberfläche.

Dann zog er sie zurück, als hätte ihn etwas gebissen.

„Kalt", sagte er.

Und das war der eigentliche Grund. Nicht Angst vor dem Wasser. Kälte.

Rosso war innen voller Feuer, und alles, was kalt war, fühlte sich für ihn falsch an. So wie sich für uns nasse Socken falsch anfühlen.
Der Frosch Kalle springt in den Teich, Rosso schaut zu Am Donnerstag kam Kalle mit einem nassen Blatt vorbei und wischte Rosso damit über die Nase. Da war ein roter Streifen. Rosso schaute ihn an, sagte „hm" und ging nach Hause.

Der Sommer ging zu Ende, und Rosso wurde immer grauer.

Die Vögel erkannten ihn nicht mehr. Ein Hase hielt ihn für einen Felsen und setzte sich auf ihn drauf. Und als Rosso in eine Pfütze schaute, sah ein staubiges graues Etwas zurück, das er selbst nicht kannte.

Da wurde ihm zum ersten Mal ein bisschen mulmig.

Im September ging er über den Berg, weil er hören wollte, wie es auf der anderen Seite aussieht.

Hinter dem Berg lag ein Tal, in dem es dampfte.

Rosso ging näher. Zwischen den Steinen stand ein Teich, klein und rund, und über dem Wasser hing eine Wolke aus warmem Nebel.

Es roch ein bisschen nach Ei, wie das bei solchen Quellen manchmal ist. Und der Boden ringsum war warm unter den Füßen, sogar im Schatten.

Er streckte eine Kralle aus.

Das Wasser war warm.
Rosso tippt mit einer Kralle ins kalte Wasser Rosso stand lange am Rand.

Er dachte an den Teich von Kalle und daran, wie sich die kalte Kralle angefühlt hatte. Dann schaute er wieder auf den Nebel, der über dem warmen Wasser hing.

Ein Drache denkt nicht schnell, aber er denkt gründlich.

Es dauerte eine Weile.

Dann setzte er einen Fuß hinein. Dann den zweiten. Dann setzte er sich, und das warme Wasser ging ihm bis zum Hals.

Es dauerte ungefähr drei Sekunden, bis er die Augen zumachte.

Es war das erste Mal in seinem Leben, dass Rosso von außen genauso warm war wie von innen.

Der Ruß löste sich in großen grauen Schlieren und schwamm davon. Erst kam die Nase zum Vorschein. Dann der Hals. Dann der ganze Rest.

Rosso war rot. Ziemlich leuchtend rot sogar.

Als er abends wieder über den Berg kam, saß Kalle am Teich und schaute ihn an, als wäre ein Fremder gekommen.

„Du bist ja rot."

„Ich weiß", sagte Rosso.

„Und das Wasser?"

„Warm", sagte Rosso. „Das ist ein Unterschied, den du als Frosch nicht verstehst."

Kalle machte den Mund auf, um etwas zu erwidern, und machte ihn wieder zu.

Er hatte drei Wochen lang geredet, vorgeführt und getrickst. Gefragt hatte er nie.

Seitdem geht Rosso jede Woche einmal über den Berg. Kalle kommt manchmal mit, auf Rossos Kopf, weil der Weg für einen Frosch sehr weit ist.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann dampft die warme Quelle noch heute.
Rosso entdeckt hinter dem Berg die warme Quelle Rosso badet in der warmen Quelle und wird wieder rot Die Moral von „Der Drache, der nicht baden wollte"

Kalle macht drei Wochen lang alles falsch. Er erklärt, er führt vor, er trickst — und nie fragt er, warum Rosso eigentlich nicht will.

Der Grund ist gar nicht Angst. Es ist die Kälte. Und sobald das Wasser warm ist, geht Rosso von ganz allein hinein.

Für Kinder, mit denen abends über Zähneputzen, Haarewaschen oder Badewannen verhandelt wird, steckt darin ein freundlicher Hinweis: Meistens gibt es einen Grund, und meistens ist er kleiner, als man denkt.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Warum weiß kaum noch jemand, dass Rosso rot ist?

    Weil man es nicht mehr sehen kann. Rosso spuckt gern Feuer, nicht aus Bosheit — er findet es einfach schön. Vom vielen Feuer wird man rußig, erst an der Nase, dann am Hals, dann überall. Nach einem ganzen Sommer ist er grau wie ein Ofenrohr.

  2. 2Was versucht der Frosch Kalle an den ersten drei Tagen?

    Am Montag erklärt er, wie gut sich Wasser anfühlt. Am Dienstag springt er zwanzigmal in den Teich, um zu zeigen, wie einfach das ist. Am Mittwoch versucht er es mit einem Trick und sagt, im Teich läge ein Goldstück.

  3. 3Was ist der wirkliche Grund, warum Rosso nicht ins Wasser geht?

    Nicht Angst — Kälte. Er tippt mit einer Kralle auf die Wasseroberfläche und zieht sie zurück, als hätte ihn etwas gebissen. Er ist innen voller Feuer, und alles Kalte fühlt sich für ihn falsch an, so wie sich für uns nasse Socken falsch anfühlen.

  4. 4Was findet Rosso im September hinter dem Berg?

    Ein Tal, in dem es dampft. Zwischen den Steinen steht ein kleiner runder Teich, über dem eine Wolke aus warmem Nebel hängt. Es riecht ein bisschen nach Ei, und der Boden ringsum ist warm unter den Füßen, sogar im Schatten.

  5. 5Was passiert, als Rosso sich in die warme Quelle setzt?

    Nach ungefähr drei Sekunden macht er die Augen zu. Zum ersten Mal in seinem Leben ist er von außen genauso warm wie von innen. Der Ruß löst sich in großen grauen Schlieren und schwimmt davon — erst kommt die Nase zum Vorschein, dann der Hals, dann der ganze Rest. Rosso ist rot, ziemlich leuchtend rot sogar.

Wörter aus der Geschichte

rußig
schwarz vom Ruß, also von dem feinen Dreck, den Feuer macht
Ofenrohr
das graue Rohr, durch das der Rauch aus einem Ofen zieht
Schlieren
lange Streifen, die sich im Wasser verteilen
mulmig
unangenehm und ein bisschen ängstlich zumute
warme Quelle
eine Stelle, an der warmes Wasser aus der Erde kommt

Zum Weitererzählen

  • Kalle erklärt, führt vor und trickst — gefragt hat er nie. Was hätte er fragen können?
  • Ein Hase hält Rosso für einen Felsen und setzt sich auf ihn drauf. Wie fühlt sich das für Rosso wohl an?
  • Rosso sagt: „Das ist ein Unterschied, den du als Frosch nicht verstehst.“ Hat er damit recht?
  • Wenn du etwas nicht magst — woran liegt es dann meistens?
Weil hier ein Drache vorkommt

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten ohne jeden Schreckmoment. Die Geschichte endet in warmem Wasser und dampfendem Nebel — ruhiger kann ein Schluss kaum sein.

Warum „Der Drache, der nicht baden wollte" zum Einschlafen passt

Die Geschichte eignet sich gut für Abende, an denen das Baden schwierig war. Sie belehrt niemanden: Rosso geht am Ende freiwillig ins Wasser, weil es endlich passt.

Der letzte Absatz ist bewusst leise. Wer langsam liest, endet bei dampfendem Wasser und einem Drachen mit geschlossenen Augen.

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Häufige Fragen zu Der Drache, der nicht baden wollte

Worum geht es in „Der Drache, der nicht baden wollte"?

Der Drache Rosso ist nach einem Sommer voller Feuerspucken grau vor Ruß. Ins kalte Wasser geht er trotzdem nicht — bis er hinter dem Berg eine warme Quelle findet.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Ist die Geschichte aufregend?

Nein. Es gibt keinen Bösewicht und keinen Schreckmoment.

Eignet sie sich, wenn mein Kind nicht gern badet?

Ja. Rosso wird nicht überredet und nicht ausgelacht – er findet am Ende selbst heraus, dass warmes Wasser etwas anderes ist als kaltes.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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