Der Drache, der Pilze suchte

Der Drache, der Pilze suchte

Zusammenfassung: „Der Drache, der Pilze suchte" in drei Sätzen

Der Drache Molm geht jeden Herbst in den Wald und sucht Pilze, und er ist sehr schlecht darin.

Die Eichhörnchen schauen ihm seit Jahren dabei zu und haben aufgehört, sich darüber zu wundern.

In diesem Jahr findet er einen einzigen Steinpilz — und die Geschichte erzählt, was er damit macht.

Der Drache, der Pilze suchte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 5 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Jeden Herbst ging der Drache Molm in den Wald und suchte Pilze.

Das dauerte lange, weil ein Drache beim Pilzesuchen zwei Nachteile hat.

Erstens ist er groß. Wenn er sich bückt, verdeckt er das ganze Licht, und dann sieht er nichts mehr.

Zweitens hat er Krallen. Ein Pilz ist weich. Krallen und Pilze passen ungefähr so gut zusammen wie eine Heugabel und ein Pudding.

Molm wusste das. Er ging trotzdem.

Er hatte damit angefangen, als seine Großmutter noch lebte. Die war klein für eine Drächin und hatte deshalb immer welche gefunden, körbeweise. Molm hatte nie welche gefunden, schon damals nicht.

Er ging trotzdem jedes Jahr mit.
Molm sucht gebückt im Herbstlaub nach Pilzen In der ersten Woche fand er nichts.

In der zweiten fand er drei Fliegenpilze, die er nicht mitnahm, weil er sich auskannte, sowie einen sehr überzeugenden braunen Stein.

Die Eichhörnchen im Wald kannten ihn längst.

Sie saßen auf ihren Ästen und schauten zu. Früher hatten sie gelacht. Inzwischen nicht mehr — man lacht nicht ewig über dasselbe.

Eines fragte einmal: „Warum machst du das?"

Molm richtete sich auf.

„Weil Herbst ist", sagte er.

Das Eichhörnchen dachte darüber nach und fand die Antwort ziemlich gut.

Es erzählte sie den anderen Eichhörnchen weiter, und seitdem sagen die Eichhörnchen in diesem Wald „weil Herbst ist", wenn sie für irgendetwas keinen besseren Grund haben. Sie sagen es ziemlich oft.
Der Stein, der aussieht wie ein Pilz In der dritten Woche fand Molm einen Steinpilz.

Er stand unter einer Buche, im Laub, dick und braun und so schön, wie Pilze in Büchern aussehen und in echt fast nie.

Molm setzte sich davor.

Dann überlegte er, wie man so etwas aufhebt, ohne es kaputtzumachen. Er versuchte es mit zwei Krallen. Zu wackelig. Er versuchte es mit dem Maul. Zu feucht.

Am Ende schob er mit der flachen Pfote das ganze Laub darunter zusammen, hob den Pilz samt Laub, Erde und einer erschrockenen Ameise an und trug ihn so nach Hause.

Das dauerte zwei Stunden, weil man dabei sehr langsam gehen muss.

Die Ameise stieg unterwegs aus. Sie hatte es sich anders überlegt.
Molm sitzt vor dem einen Steinpilz Zu Hause legte er ihn auf einen flachen Stein neben der Höhle.

Er kochte ihn nicht.

Er aß ihn auch nicht.

Er setzte sich daneben und schaute ihn an, bis es dunkel wurde.

Dann ging er hinein und schlief.

Am nächsten Morgen war der Pilz noch da. Am übernächsten auch. Nach vier Tagen fing er an, ein bisschen einzufallen, so wie das bei Pilzen ist.

Da nahm Molm ihn und trug ihn zurück in den Wald, unter dieselbe Buche, und legte ihn dorthin, wo er gestanden hatte.

„Danke", sagte er.

Auf dem Ast saß das Eichhörnchen und sagte nichts, weil es dazu wirklich nichts zu sagen gab.
Molm trägt den Pilz samt Laub nach Hause Die Moral von „Der Drache, der Pilze suchte"

Molm ist schlecht im Pilzesuchen und macht es trotzdem, jeden Herbst, wochenlang. Als er endlich einen findet, isst er ihn nicht einmal.

Die Geschichte hat kein Ziel und keinen Erfolg. Sie handelt davon, dass man etwas gern macht, ohne dass etwas dabei herauskommen muss — was für Kinder völlig selbstverständlich ist und für Erwachsene manchmal nicht mehr.

Der Satz „Weil Herbst ist" reicht als Begründung vollkommen aus.
Der Pilz liegt auf dem flachen Stein vor der Höhle Im nächsten Herbst ging Molm wieder los.

Er fand wieder fast nichts. Zwei Fliegenpilze und einen Stein, der schon wieder aussah wie ein Pilz — vielleicht war es sogar derselbe.

Es machte ihm nichts aus.

Er ging bis in den November, jeden Tag, langsam, mit dem Kopf nach unten, durch das nasse Laub. Die Eichhörnchen saßen oben und schauten zu.

Am letzten Tag, als schon der erste Frost im Moos lag, rief eines von ihnen herunter: „Nichts?"

„Nichts", sagte Molm.

„Bis nächstes Jahr?"

„Bis nächstes Jahr."

Dann ging er nach Hause, an der Buche vorbei, wo im Laub noch der Abdruck von etwas Rundem zu sehen war, wenn man genau hinschaute.

Und wenn er nicht gestorben ist, dann sucht Molm noch heute Pilze und findet fast nie welche.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Welche zwei Nachteile hat ein Drache beim Pilzesuchen?

    Erstens ist er groß: Wenn er sich bückt, verdeckt er das ganze Licht und sieht nichts mehr. Zweitens hat er Krallen, und ein Pilz ist weich — das passt ungefähr so gut zusammen wie eine Heugabel und ein Pudding.

  2. 2Wie hat Molm mit dem Pilzesuchen angefangen?

    Als seine Großmutter noch lebte. Die war klein für eine Drächin und fand deshalb immer welche, körbeweise. Molm hat nie welche gefunden, schon damals nicht — er ging trotzdem jedes Jahr mit.

  3. 3Was antwortet Molm dem Eichhörnchen, das ihn fragt, warum er das macht?

    Er richtet sich auf und sagt: „Weil Herbst ist.“ Das Eichhörnchen findet die Antwort ziemlich gut und erzählt sie weiter — seitdem sagen die Eichhörnchen in diesem Wald „weil Herbst ist“, wenn sie für etwas keinen besseren Grund haben. Sie sagen es ziemlich oft.

  4. 4Wie trägt Molm den Steinpilz nach Hause?

    Mit zwei Krallen ist es zu wackelig, mit dem Maul zu feucht. Am Ende schiebt er mit der flachen Pfote das ganze Laub darunter zusammen und hebt den Pilz samt Laub, Erde und einer erschrockenen Ameise an. Zwei Stunden dauert das, weil man dabei sehr langsam gehen muss — die Ameise steigt unterwegs aus.

  5. 5Was macht Molm zu Hause mit dem Pilz?

    Er legt ihn auf einen flachen Stein neben der Höhle. Er kocht ihn nicht, er isst ihn auch nicht — er setzt sich daneben und schaut ihn an, bis es dunkel wird. Nach vier Tagen fällt der Pilz ein bisschen ein, und da trägt Molm ihn zurück unter dieselbe Buche, legt ihn hin, wo er gestanden hat, und sagt: „Danke.“

Wörter aus der Geschichte

Steinpilz
ein dicker brauner Pilz, den man essen kann
Fliegenpilze
rote Pilze mit weißen Punkten, die man nicht essen darf
Buche
ein großer Laubbaum mit glatter grauer Rinde
Heugabel
eine große Gabel mit langem Stiel, mit der man Heu aufhebt
Drächin
ein Drache, der weiblich ist

Zum Weitererzählen

  • Molm findet fast nie etwas und geht trotzdem jeden Herbst wieder los. Kennst du so etwas?
  • Warum lachen die Eichhörnchen irgendwann nicht mehr über ihn?
  • Warum bringt Molm den Steinpilz wohl zurück unter die Buche?
  • Was machst du gern, auch wenn am Ende gar nichts dabei herauskommt?
Weil hier ein Drache vorkommt

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Fünf Minuten, in denen fast nichts passiert. Kein Konflikt, kein Bösewicht, kein Ziel — die Geschichte geht so langsam wie ein Drache durch nasses Laub und eignet sich genau deshalb für den Abend.

Warum „Der Drache, der Pilze suchte" zum Einschlafen passt

Diese Geschichte hat bewusst keine Spannung. Sie ist für Abende gemacht, an denen niemand mehr mitfiebern soll.

Sie lässt sich gut langsam lesen. Die Bilder – Laub, Buche, ein Pilz auf einem Stein – tragen die Geschichte, nicht die Handlung.

Wenn „Der Drache, der Pilze suchte" gefallen hat

Mehr davon unter Waldgeschichten für Kinder und Naturgeschichten für Kinder.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: Alle Bände von Ritter Emil & Zauberer Henry sind zum ruhigen Vorlesen am Abend gemacht.

Häufige Fragen zu Der Drache, der Pilze suchte

Worum geht es in „Der Drache, der Pilze suchte"?

Der Drache Molm geht jeden Herbst Pilze suchen und ist sehr schlecht darin. In diesem Jahr findet er einen einzigen Steinpilz – und was er damit macht, ist der Kern der Geschichte.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund fünf Minuten.

Passiert etwas Aufregendes?

Nein, ausdrücklich nicht. Die Geschichte ist als ruhige Einschlafgeschichte geschrieben.

Kommen giftige Pilze vor?

Fliegenpilze werden erwähnt, und Molm nimmt sie nicht mit, weil er sich auskennt.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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