Der Drache, der nachts nicht schlafen konnte

Der Drache, der nachts nicht schlafen konnte

Zusammenfassung: „Der Drache, der nachts nicht schlafen konnte" in drei Sätzen

Der kleine Drache Nuri liegt jede Nacht wach, weil in seinem Bauch ein Feuerchen brennt, das nicht ausgehen will.

Seine Mutter probiert Milch, Zählen und ein Lied — nichts hilft.

Erst als sie ihm sagt, dass das Feuer gar nicht ausgehen muss, schläft Nuri ein.

Der Drache, der nachts nicht schlafen konnte – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 3 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung

Hier beginnt die Geschichte

Der kleine Drache Nuri konnte nachts nicht schlafen.

Er lag in seiner Höhle, auf dem warmen Sand, und schaute an die Decke.

Draußen war es dunkel. Drinnen war es dunkel.

Nur in Nuris Bauch war es hell.

Da brannte nämlich ein kleines Feuer, so wie bei jedem Drachen, und es glomm und knisterte und wollte nicht aufhören.

Am Tag war das praktisch. Man kann damit sein Essen warm machen und im Winter die Zehen.

Nachts war es unpraktisch.
Nuri liegt wach und schaut an die Höhlendecke „Trink warme Milch", sagte seine Mutter.

Nuri trank warme Milch.

Das Feuer brannte weiter.

„Zähl Schafe."

Nuri zählte Schafe. Er kam bis vierundsechzig, dann verzählte er sich und fing wieder von vorn an, und danach war er wacher als vorher.

„Ich singe dir was."

Seine Mutter sang. Sie sang wirklich schön, tief und ein bisschen brummig.

Nuri lag da und lauschte und war immer noch wach.

Dann probierten sie noch, ob es hilft, wenn man sich andersherum legt. Es half nicht. Es half auch nicht, an nichts zu denken, denn an nichts denken ist ungefähr das Schwerste, was es gibt.
Nuris Mutter bringt warme Milch „Es geht nicht aus", sagte Nuri schließlich. „Das Feuer."

Seine Mutter legte den Kopf neben seinen.

„Nein", sagte sie. „Das geht auch nicht aus."

„Nie?"

„Nie. Bei mir brennt es seit hundert Jahren."

Nuri dachte darüber nach.

„Und wie schläfst du dann?"

„Ich lasse es einfach brennen", sagte seine Mutter.

„Und dann?"

„Dann ist es da. Und ich bin müde. Und irgendwann bin ich müder als das Feuer hell ist."

Sie gähnte, um es zu beweisen.
Die Mutter legt den Kopf neben Nuris Kopf Nuri probierte es.

Er versuchte nicht mehr, das Feuer auszumachen. Er lag nur da und spürte, wie es in seinem Bauch ganz leise knisterte.

Es war eigentlich ein schönes Geräusch.

Ungefähr wie ein Kaminfeuer im Nachbarzimmer, wenn die Tür angelehnt ist.

Nuri hörte eine Weile zu.

Knister. Pause. Knister, knister. Pause.

Es war kein Geräusch, das etwas von einem wollte.

Draußen ging der Mond über den Berg. Der Sand war warm. Das Feuerchen knisterte.

Und irgendwann zwischen zwei Knistern schlief Nuri ein.

Und wenn er nicht gestorben ist, dann brennt es noch heute.
Nuri schläft ein, während das Feuerchen weiterbrennt Die Moral von „Der Drache, der nachts nicht schlafen konnte"

Milch, Schafe zählen, ein Lied — Nuris Mutter probiert genau das, was alle probieren. Nichts davon hilft, weil sie alle dasselbe Ziel haben: Das Feuer soll weg.

Was hilft, ist der Satz, dass es nicht weg muss.

Für Kinder, die abends nicht abschalten können, ist das oft die größere Erleichterung — nicht der Trick, sondern die Erlaubnis, dass da eben noch etwas an ist.

Weißt du noch?

Fünf Fragen zum Vorlesen – Karte antippen, dann steht die Antwort da.

  1. 1Warum kann Nuri nachts nicht schlafen?

    In seinem Bauch brennt ein kleines Feuer, so wie bei jedem Drachen. Es glimmt und knistert und will nicht aufhören. Draußen ist es dunkel, drinnen ist es dunkel — nur in Nuris Bauch ist es hell.

  2. 2Wofür ist das Feuer am Tag gut?

    Am Tag ist es praktisch: Man kann damit sein Essen warm machen und im Winter die Zehen. Nur nachts ist es unpraktisch.

  3. 3Was probiert seine Mutter alles aus?

    Warme Milch, Schafe zählen und ein Lied — sie singt wirklich schön, tief und ein bisschen brummig. Sie probieren auch, ob es hilft, sich andersherum zu legen, und an nichts zu denken, was ungefähr das Schwerste ist, was es gibt. Nichts davon hilft.

  4. 4Was sagt die Mutter, als Nuri feststellt, dass das Feuer nicht ausgeht?

    Sie legt den Kopf neben seinen und sagt: „Nein. Das geht auch nicht aus.“ Bei ihr brennt es seit hundert Jahren. Sie lässt es einfach brennen und ist irgendwann müder, als das Feuer hell ist — und sie gähnt, um es zu beweisen.

  5. 5Wie schläft Nuri schließlich ein?

    Er versucht nicht mehr, das Feuer auszumachen, sondern hört ihm zu. Knister, Pause, knister, knister, Pause. Es klingt ungefähr wie ein Kaminfeuer im Nachbarzimmer, wenn die Tür angelehnt ist — und irgendwann zwischen zwei Knistern schläft er ein.

Wörter aus der Geschichte

glomm
brannte ganz leise weiter, ohne richtige Flamme
knisterte
machte kleine feine Geräusche, wie ein Feuer es tut
Kaminfeuer
ein Feuer, das in einem Zimmer in einer gemauerten Öffnung brennt
angelehnt
nur fast zugemacht, ein Spalt bleibt offen
verzählte
kam beim Zählen durcheinander

Zum Weitererzählen

  • Nuris Mutter sagt, das Feuer müsse gar nicht ausgehen. Warum hilft dieser Satz so sehr?
  • Am Ende findet Nuri das Knistern schön. Was war vorher daran störend?
  • Welchen Einschlafversuch aus der Geschichte hättest du zuerst probiert?
  • Was ist bei dir abends noch an, wenn du längst im Bett liegst?
Weil hier ein Drache vorkommt

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Diese Geschichte vor dem Einschlafen vorlesen

Drei Minuten, die genau von dem handeln, was gerade im Zimmer passiert: nicht einschlafen können. Die Geschichte löst das nicht mit einem Trick, sondern damit, dass es in Ordnung ist.

Warum „Der Drache, der nachts nicht schlafen konnte" zum Einschlafen passt

Diese Geschichte ist ausdrücklich für die schwierigen Abende gedacht. Sie funktioniert am besten, wenn man sie langsam liest und die letzten fünf Sätze noch langsamer.

Der Schluss enthält bewusst keine Aufregung mehr: Mond, warmer Sand, ein Knistern. Danach muss nichts mehr kommen.

Wenn „Der Drache, der nachts nicht schlafen konnte" gefallen hat

Mehr davon unter kurze Geschichten unter drei Minuten und Traumgeschichten für Kinder.

Und wenn ein Buch daraus werden soll: Die Bände von Ritter Emil & Zauberer Henry sind so gebaut, dass man sie abends in einem Rutsch vorlesen kann.

Häufige Fragen zu Der Drache, der nachts nicht schlafen konnte

Worum geht es in „Der Drache, der nachts nicht schlafen konnte"?

Der kleine Drache Nuri kann nicht einschlafen, weil in seinem Bauch ein Feuer brennt. Seine Mutter probiert alles Übliche – und hilft ihm am Ende mit einem einzigen Satz.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund drei Minuten.

Eignet sie sich bei Einschlafproblemen?

Ja, dafür ist sie geschrieben. Sie verspricht keinen Trick, sondern nimmt den Druck heraus.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören?

Ja, unter der Geschichte steht ein Abspieler.

Kann ich sie ausdrucken?

Ja, als PDF mit allen Bildern, kostenlos und ohne Anmeldung.

Download als PDF

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