Das Lamm und der Regenbogen

Das Lamm und der Regenbogen

Zusammenfassung: „Das Lamm und der Regenbogen" in drei Sätzen

An einem Apriltag regnet es und scheint gleichzeitig die Sonne, und über der Weide steht ein Regenbogen.

Vierzig Schafe fressen weiter, ohne aufzuschauen.

Ein Lamm schaut hoch, und die Geschichte handelt davon, was danach passiert — nämlich fast nichts.

Das Lamm und der Regenbogen – gut zu wissen

  • Vorlesedauer: etwa 4 Minuten
  • Zum Vorlesen: ab etwa 3 Jahren
  • Zum Ausdrucken: weiter unten kostenlos als PDF, ohne Anmeldung
Es war ein Tag im April, an dem das Wetter sich nicht entscheiden konnte.

Morgens Sonne, mittags Regen, nachmittags beides gleichzeitig, was es nur im April gibt und was für Regenbogen die Voraussetzung ist.

Auf der Weide standen vierzig Schafe.

Sie fraßen.

Das ist das, was Schafe machen: Sie fressen ungefähr acht Stunden am Tag, in kleinen Schritten, mit gesenktem Kopf, und sie schauen dabei sehr selten hoch.
Aprilwetter über der Schafweide Um Viertel nach vier hörte der Regen auf, und die Sonne kam von Westen unter der Wolke durch.

Über der Weide, genau über dem Heckenstreifen, stand ein Regenbogen.

Er war vollständig, was selten ist. Von einem Ende bis zum anderen, und außen darüber lag noch ein zweiter, blasserer, bei dem die Farben umgekehrt liegen.

Vierzig Schafe fraßen weiter.

Sie haben ihn nicht gesehen, und wenn sie ihn gesehen hätten, hätte er sie nichts angegangen. Ein Regenbogen ist nicht essbar, bewegt sich nicht auf einen zu und macht kein Geräusch. Für ein Schaf gibt es keinen Grund, hochzuschauen.

Ein Lamm schaute hoch.
Vierzig Schafe mit gesenkten Köpfen Es war ungefähr sechs Wochen alt und hatte an diesem Tag zum ersten Mal begriffen, dass man springen kann, ohne dass etwas passiert ist.

Es stand still und schaute in Richtung Hecke.

Dann drehte es den Kopf ein Stück, weil ein Regenbogen sehr breit ist und man ihn nicht auf einmal sehen kann, wenn man klein ist.

Dann stand es noch eine Weile.

Was in einem sechs Wochen alten Lamm dabei vorgeht, weiß niemand. Es hat vermutlich nicht gedacht: Ein Regenbogen. Es hat vermutlich überhaupt nichts gedacht.

Es hat nur hochgeschaut, was die anderen vierzig nicht getan haben.

Nach ungefähr einer Minute senkte es den Kopf und fraß weiter.
Der vollständige Regenbogen über der Hecke Der Regenbogen war um halb fünf verschwunden.

Das passiert immer so: Er wird an einem Ende blass, dann in der Mitte, und dann ist da nur noch Himmel, und man ist sich nicht ganz sicher, ob er eben wirklich da war.

Auf der Weide war danach alles wie vorher.

Vierzig Schafe und ein Lamm, gesenkte Köpfe, nasses Gras, ein Nachmittag im April.

Nichts an diesem Tag hat sich durch den Regenbogen verändert.

Und trotzdem gab es auf dieser Weide für ungefähr eine Minute jemanden, der ihn gesehen hat.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fressen sie noch heute.
Das Lamm schaut hoch Eine halbe Stunde später ist alles wie vorher Die Moral von „Das Lamm und der Regenbogen"

Diese Geschichte hat keine Handlung. Ein Lamm schaut hoch, und danach frisst es weiter.

Der Punkt ist die Rechnung, die dahintersteht: Ein Regenbogen ist für ein Schaf vollkommen nutzlos. Er ist auch für uns nutzlos. Trotzdem ist es besser, wenn ihn jemand gesehen hat.

Für den Abend ist sie eine der ruhigsten Geschichten, die wir haben — und für Kinder, die viel hochschauen, eine stille Bestätigung.
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Vier Minuten, in denen buchstäblich nichts passiert. Keine Gefahr, kein Konflikt, kein Ziel — die Geschichte ist ausdrücklich für Abende gemacht, an denen nichts mehr kommen soll.

Schwierige Wörter kurz erklärt

  • Regenbogen – der Farbbogen, der entsteht, wenn Sonne durch Regentropfen scheint
  • Heckenstreifen – eine lange Reihe Sträucher am Rand eines Feldes
  • Weide – die Wiese, auf der Tiere fressen
  • blass – schwach in der Farbe

Fragen zum Weitererzählen

  • Warum schauen die vierzig Schafe nicht hoch?
  • Was denkt das Lamm wohl, während es hochschaut?
  • Wann hast du zuletzt einen Regenbogen gesehen?

Warum „Das Lamm und der Regenbogen" zum Einschlafen passt

Die Geschichte lässt sich sehr langsam vorlesen und wird dadurch besser. Sie kommt ohne Spannung aus und ist gut geeignet, wenn ein aufregender Tag hinter Ihnen liegt.

Der zweite, blassere Regenbogen außen herum ist echt — er heißt Nebenregenbogen, und bei ihm liegen die Farben tatsächlich umgekehrt.

Wenn „Das Lamm und der Regenbogen" gefallen hat

Mehr davon unter Naturgeschichten für Kinder und Geschichten zum Einschlafen.

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Häufige Fragen zu Das Lamm und der Regenbogen

Worum geht es in „Das Lamm und der Regenbogen"?

Über einer Schafweide steht ein vollständiger Regenbogen. Vierzig Schafe fressen weiter, ein Lamm schaut hoch – und danach frisst es auch weiter.

Für welches Alter ist die Geschichte gedacht?

Ab etwa drei Jahren.

Wie lange dauert das Vorlesen?

Rund vier Minuten.

Passiert etwas?

Nein, ausdrücklich nicht. Das ist der Punkt der Geschichte.

Gibt es wirklich zwei Regenbogen übereinander?

Ja, das kommt vor. Der äußere heißt Nebenregenbogen und ist blasser, und bei ihm liegen die Farben umgekehrt.

Gibt es die Geschichte auch zum Anhören und als PDF?

Ja, beides steht unter der Geschichte, kostenlos und ohne Anmeldung.

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